DE535320C - Kinematograph mit optischem Ausgleich - Google Patents
Kinematograph mit optischem AusgleichInfo
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Description
Es ist in der Kinematographie bei Apparaten mit stetig bewegtem Bildband und optischem
Ausgleich der Bildwanderung bekannt, das Ausgleichselement — Spiegel oder Prisma — durch
elektrische Übertragungseinrichtungen so zum Schwingen zu bringen, daß es zur Verfolgung
des Bildes eine konstante Winkelgeschwindigkeit erhält, jedoch am Ende der Verfolgungsbewegung eine beliebige, aber möglichst rasche
Rückwärtsbewegung vollführt. Dabei ist es möglich, auch ohne Verschluß flimmerfreie Projektionsbilder
zu erhalten.
Bei einer Einrichtung zur Erzielung dieser Bewegungsvorgänge ist erfindungsgemäß das
Ausgleichselement direkt mit dem elektrodynamisch bewegten Leiter verbunden. Gegen unerwünschte
Querschwingungen wird das Ausgleichssystem durch senkrecht zur Schwingachse verlaufende Spanndrähte oder Spann-.
bänder gesichert.
Diese Anordnung bietet den großen Vorteil, daß keinerlei sich abnutzende Lager verwandt
werden und daß somit die Bewegung des Ausgleichselementes auch auf lange Zeit mit großer
Genauigkeit erfolgen kann. Auch lassen sich größere Ausgleichselemente mit verhältnismäßig
großer Masse durch entsprechend starke Ströme und Magnetfelder mit fast jeder gewünschten
Winkelgeschwindigkeit bewegen.
0 Bekannt ist, durch veränderlichen Widerstand modulierten Gleichstrom dem elektrischen Bewegungssystem
so zuzuführen, daß dieses zeitlich nacheinander an verschiedene Spannungen gelegt wird. Bekannt ist ferner, diese Modulation
im Rhythmus der Bildbandbewegung zu bewirken. Bei den bisher bekannten Einrichtungen
ist es jedoch nicht möglich, den Kurvenverlauf des Stromes während des Betriebes zu
verändern; dies ist aber notwendig, da ja die Dämpfung des schwingenden Systems kaum
konstant für die in Frage kommenden Drehwinkel zu erhalten ist. Erfindungsgemäß wird
die Einstellbarkeit der Stromkurven während des Betriebes dadurch erzielt, daß von einem
feststehenden Kollektor mittels umlaufender Bürste dem elektrischen Bewegungssystem eine
in Größe und Richtung verschiedene Spannung zugeführt wird, und zwar dient eine Potentiometeranordnung
dazu, den einzelnen Kollektorlamellen eine während des Betriebes von Hand veränderliche Spannung zuzuführen. Um den
sprunghaften Übergang von Lamelle zu Lamelle auszugleichen, wird in die Zuleitung des Bewegungssystems
eine sogenannte Siebkette eingeschaltet. Praktisch hat sich gezeigt, daß das Parallelschalten einer großen Kapazität, zum
Bewegungssystem in vielen Fällen ausreichend ist.
Die Einrichtung kann erfindungsgemäß ferner noch mit einem Umschalter versehen sein, mit
dem das Bewegungssystem kurzzeitig in einen andern Stromkreis eingeschaltet werden kann.
An einem Ausführungsbeispiel der Ausgleichsvorrichtung stellt Abb. 1 einen Spiegel 1 dar,
der durch kurze Streben 2 mit den Leitern 3 starr verbunden ist. Die Kraftlinien des magnetischen
Feldes verlaufen in der Richtung 5-6, so daß ein durch die Leiter 3 fließender Strom
den Spiegel ι um die gedachte Achse 7-8 dreht. Um ein Querschwingen des Spiegels 1 um die
gedachte Achse 9-10 gänzlich zu unterdrücken, ist das System von den Punkten 11 und 12
durch Drähte nach den außenliegenden Festpunkten 13,14; 15,16 abgespannt. Bei Verwendung
von Metallspiegeln besteht die Möglichkeit, den Spiegel 1 und die Streben 2 aus
einem Stück herzustellen.
Abb. 2 stellt das Schaltschema eines Ausführungsbeispieles dar. Zu der Batterie 17 ist eine große Anzahl Potentiometer 18 parallel geschaltet. Die Abgriffe derselben führen zu den einzelnen Kollektorlamellen 19. Die umlaufende Bürste 20 steht mit dem Schleifring 21 in Verbindung; durch eine weitere Bürste 22 wird die Spannung an den einen Belag des Kondensators 23 gelegt, dessen anderer Belag mit der Mitte der Batterie 17 verbunden ist. Über Drosselspulen 24,25 und einer w.eiteren, der Systemschleife parallel geschalteten Kapazität 26 wird die Spannung über einen Umschalter 27 dem elektrischen Bewegungssystem 28 zugeführt. Durch einen periodisch bewegten Umschalter 27 kann das Bewegungssystem 28 kurzzeitig in einen anderen Stromkreis geschaltet werden; so ist es z. B. möglich, den über eine Drosselspule 30 von der Stromquelle 31 aufgeladenen Kondensator 29 über das Bewegungssystem 28 zu entladen und somit dem System ej.nen starken kurzzeitigen Impuls zu geben. Auch ist es möglich, dem Bewegungssystem mehrere getrennte Wicklungen zu geben, so daß unter Umständen, z. B. bei Verwendung von Kippschwingungen, der Umschalter in Wegfall kommen würde.
Abb. 2 stellt das Schaltschema eines Ausführungsbeispieles dar. Zu der Batterie 17 ist eine große Anzahl Potentiometer 18 parallel geschaltet. Die Abgriffe derselben führen zu den einzelnen Kollektorlamellen 19. Die umlaufende Bürste 20 steht mit dem Schleifring 21 in Verbindung; durch eine weitere Bürste 22 wird die Spannung an den einen Belag des Kondensators 23 gelegt, dessen anderer Belag mit der Mitte der Batterie 17 verbunden ist. Über Drosselspulen 24,25 und einer w.eiteren, der Systemschleife parallel geschalteten Kapazität 26 wird die Spannung über einen Umschalter 27 dem elektrischen Bewegungssystem 28 zugeführt. Durch einen periodisch bewegten Umschalter 27 kann das Bewegungssystem 28 kurzzeitig in einen anderen Stromkreis geschaltet werden; so ist es z. B. möglich, den über eine Drosselspule 30 von der Stromquelle 31 aufgeladenen Kondensator 29 über das Bewegungssystem 28 zu entladen und somit dem System ej.nen starken kurzzeitigen Impuls zu geben. Auch ist es möglich, dem Bewegungssystem mehrere getrennte Wicklungen zu geben, so daß unter Umständen, z. B. bei Verwendung von Kippschwingungen, der Umschalter in Wegfall kommen würde.
Praktisch gestaltet sich der Betrieb so, daß bei einem konstanten Magnetfeld die gewünschte
sägeblattzackige Kurve, durch welche die Abhängigkeit zwischen Zeit und Ausschlagswinkel
dargestellt sein würde, mit Hilfe der Potentiometerregulierung ungefähr eingestellt wird. Während
des Projektionsbetriebes wird durch Regulierung des Magnetfeldes die Amplitude genau
dem Bildwinkel angepaßt. Dabei kann die Regulierung des Magnetfeldes entweder durch Veränderung
des Vorschaltwiderstandes im Erregerkreis oder durch Veränderung eines magnetischen
Nebenschlusses erfolgen. Durch weitere Regulierung an den einzelnen Potentiometern
ist die absolute Schärfe des Bildes während der Projektion einregelbar.
Erwähnt soll noch werden, daß es möglich ist,
mehrere elektrische Bewegungssysteme neben- oder hintereinander zu schalten; dabei wird die
Amplitude der einzelnen Systeme ebenfalls durch den Magnetstrom eingestellt.
Ferner sei noch bemerkt, daß die Anordnung nicht auf die Kinotechnik beschränkt ist, sondern
daß es z. B. unter anderen mit zwei gekoppelten Systemen auch möglich ist, das in
der Fernsehtechnik benutzte Spiegelrad zu ersetzen.
Es sei auch noch darauf hingewiesen, daß sich alle in Betracht kommenden Batterien durch
Netzanschlußgeräte ersetzen lassen.
Claims (8)
1. Einrichtung zum Ausgleich der Bildwanderung bei kinematographischen Aufnähme-
und Wiedergabeapparaten mit stetig bewegtem Filmbande und einem schwingenden Ausgleichselement, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ausgleichselement unmittelbar mit einem oder mehreren elektrodynamisch bewegten Leitern starr verbunden
ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Abspanndrähte oder Abspannbänder
senkrecht zur, Schwingachse, durch die ein Querschwingen unmöglich gemacht
wird.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden des
Leiters des elektrischen Bewegungssystems zeitlich nacheinander mittels eines Kollektors
an in Größe und Richtung verschiedene Spannung angelegt werden.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine Potentiometeranordnung,
mittels deren einer jeden Kollektorlamelle eine während des Betriebes regulierbare
veränderliche Spannung zugeführt werden kann.
5. Einrichtung nach Anspruch 1, 2, 3 95-
oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zum elektrischen Bewegungssystem eine
große Kapazität geschaltet ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in die Zu- und Abführungen
dieser Kapazität Widerstände oder Drosselspulen geschaltet sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 1, 2, 3, 4,
5 oder 6, gekennzeichnet durch einen periodisch zu betätigenden Umschalter, mit dem
ein oder mehrere Enden der Leiter des elektrischen Bewegungssystems an andere Stromkreise
gelegt werden können.
8. Einrichtung nach Anspruch 1, 2, 3, 4,
5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Amplituden des Bewegungssystems durch
Verstärken oder Schwächen des Magnetfeldes dem jeweiligen Bildwinkel angepaßt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE535320T | 1930-09-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE535320C true DE535320C (de) | 1931-10-08 |
Family
ID=6556839
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930535320D Expired DE535320C (de) | 1930-09-12 | 1930-09-12 | Kinematograph mit optischem Ausgleich |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE535320C (de) |
-
1930
- 1930-09-12 DE DE1930535320D patent/DE535320C/de not_active Expired
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