DE531069C - Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Verspritzen von schmelzfluessigen Koerpern - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Verspritzen von schmelzfluessigen KoerpernInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
5. AUGUST 1931
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
M531069 KLASSE 48 b GRUPPE
Hirsch, Kupfer- und Messing werke Akt.-Ges. in Eberswalde
und Dr. Cyrano Tama in Berlin*)
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum kontinuierlichen Verspritzen oder Zerstäuben
von schmelzflüssigen Körpern, insbesondere zum Zerstäuben von Metallschmelzen
zur Erzeugung von Metallüberzügen.
Bei den bisher bekannten Verfahren, Schmelzflüsse zu verspritzen oder zu zerstäuben,
liegen die Schwierigkeiten im allgemeinen nicht bei der Zerstäubung des Metalles,
sondern hauptsächlich in der Durchführung einer ununterbrochenein Erhitzung
bzw. Schmelzung der zu zerstäubenden Materialien. Die Schmelzung wurde bisher allgemein
durch. Erhitzung mittels elektrischer Widerstandsheizung vorgenommen, wobei sowohl
unregelmäßige Erhitzung bei steEenweiser Überhitzung des Materials als auch sonstige durch die Eigenart der Widerstandsheizung
bedingte Nachteile, wie Stromstöße
ao im Netz, hohe Wärme- und Stromverluste usw., auftreten.
Diese Nachteile werden gemäß, der Erfindung dadurch vermieden, daß. das zu zerstäubende
Material mittels Induktionsstrom erschmolzen wird, und zwar wird zu diesem Zweck das zu erschmelzende Material in ununterbrochener
Folge in das elektromagnetische Feld einer Induktionsspule gebracht. Hierbei erfolgt die Erwärmung des Metalles
von innen heraus, so daß- es von äußerlichen Umständen, gänzlich, unabhängig ist und ein
völlig gleichmäßiges Schmelzen des Metalles gewährleistet, da Übergangswiderstand, Wärmeleitung
usw. keine Rolle spielen. Gleichzeitig erfolgt ein Zerstäuben des Schmelzgutes vorzugsweise
durch. Zuleiten kräftiger Gasströme, wodurch die erschmolzenen Partikel heiß in
plastischem Zustand und in einer bestimmten Strahlrichtung gegen die zu überziehende
Oberfläche gespritzt werden und ein regelmäßiger Metallüberzug sich, bildet. Anstatt
eines Gasstromes kann gegebenenfalls auch eine mechanische Schleudervorrichtung zum
Verspritzen der Schmelze angewandt werden. Sowohl das Verspritzen mit Gasströmen als
auch, das mechanische Schleudern der Partikel erfolgt vorzugsweise im Schmelzraum selbst,
d.h. innerhalb der Induktionsspule. Es kann aber auch der Schmelzfluß innerhalb der
Spule hergestellt und die Zerstäubung außerhalb derselben durchgeführt werden. Die
Zerstäubung wird naturgemäß mit Hilfe von Spritzdüsen beliebiger Gestalt und Strahlrichtung
ausgeführt, während die mechanische Verspritzung mittels schleudernder Drehkreisel,
Schaufelräder u. dgl. durchgeführt wird.
Das Schmelzen von Metallen in einem von einer Emissionsspule umgebenen Schmelztiegel
ist an sich bereits bekannt, und den
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr. Cyrano Tama in Berlin.
Gegenstand der Erfindung bildet die Anwendung dieses bekannten Verfahrens auf
das Zerstäuben von schmelzflüssigen. Körpern, die weiter oben genannte, durch die übliche
Widerstandsheizung nicht zu erreichende Vorteile mit sich bringt.
Für die ununterbrochene Eintragung des Schmelzgutes in den Schmelzraum der Zerstäubungsvorrichtung
bzw. in den bereits gebildeten Schmelzfluß, gibt man den Schmelzmaterialien
vorzugsweise eine ausgedehnte Gestalt, z. B. das zu zerstäubende Metall wird
in Draht- oder Streifenform eingetragen. Hiermit verbindet sich der Vorteil, daß unter
geringer Raumbeanspruchung die schmelzenden Metallstreifen oder -drähte auf axial gelagerte
Rollen oder Zylinder gewickelt und durch Antrieb derselben nacheinander in den
Schmelzraum eingetragen werden. Das Verfahren kann zum direkten Zerstäuben von Metallen angewandt werden,"
Will man aber ein nichtleitendes Material;, ■
z. B. Email, zerstäuben, so muß innerhalb der Spule ein elektrisch leitender Wärmeträger
zur Wärmeübertragung an das nichtleitende Material angebracht werden. Der Wärmeträger
kann beispielsweise aus einem metallischen oder einem graphithaltigen feuerfesten
Schmelzgefäß bestehen, in dem · die lüchtleitenden Substanzen zuerst erschmolzen und
dann zerstäubt werden.
Eine beispielsweise Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens wird in der beiliegenden
Abbildung dargestellt. ^4. ist eine-wassergekühlte
elektrische Induktionsspule bekannter Bauart. B ist ein Zylinder aus elektrischem Isoliermaterial, der sich innerhalb der Spule befindet.
Durch die Polklemmen M und Ml· wird durch die Spule ein Primärstrom von
beliebigen Frequenzzahlen durchgeleitet, und durch die Leitungen G und Q1 kann das notwendige
Kühlwasser innerhalb der Spule, die aus einem flachen Kupferrohr besteht, in bekannter
Weise durchfließen.
Das zu verspritzende Material, z. B-. der Metalldraht
Z, ist auf die Rolle D gewickelt, die ihrerseits in dem dicht verschlossenen Gehäuse
£ gelagert und von außen antreibbar ist. Durch die Gasleitung// wird der zur
Zerstäubung erforderliche Gasstrom durchgeleitet und tritt bei der Düse O aus, welche
gleichzeitig zur Führung des zu schmelzenden Drahtes dienen kann: Die ganze Vorrichtung
ist an einem Handgriff Q angeschlossen, weleher mit einer Schutzhülle P aus Aluminium
umgeben ist.
Die Zerstäubung erfolgt nun beispielsweise so, daß man zuerst die Spitze des Drahtes
in den Schmelzraum einbringt, den Gasstrom durchleitet und mit dem allmählichen Erschmelzen
des Drahtes beginnt. Hierfür leitet man das Kühlwasser und den elektrischen Strom durch die Induktionsspule und bringt
somit unter gleichzeitiger Zerstäubung die Drahtspitze zum Schmelzen. "Die Wickelrolle
des Drahtes D kann nun, sei es selbsttätig mit einem Uhrwerk oder durch Handantrieb,
um ihre Achse gedreht werden, so daß der darin aufgewickelte Draht nacheinander
in den Schmelzraum, d.h. in die Spule, gelangt und ununterbrochen schmilzt und zerstäubt
wird. Zwecks' besserer Ausbreitung kann zum Austritt des zerstäubten oder des verdampften Metalles eine Austrittsmündung N
in geeigneter Gestalt verwendet werden. Der so in Tätigkeit gesetzte Zerstäuber kann nun
in die Nähe der zu überziehenden Oberfläche gebracht werden und darauf feste Überzüge
von beliebiger Schichtdicke erzeugen. Unebenheiten auf der zu überziehenden Fläche
werden auf diese Weise geglättet, Fugen und Risse im Material werden -geschlossen und
sogar gelötet.
Sachgemäß ist die Vorrichtung so gebaut, daß alle Handhabungen mit Leichtigkeit auch
von Ungeübten ausgeführt werden können. Das Gewicht des Apparates ist niedrig gehalten,
so daß es bequem mit einer Hand transportierbar ist. Die Auswechslung der Drahtrollen
geschieht ebenfalls mit Leichtigkeit. Sowohl die Gas- wie die Wasser- und elektrischen
Leitungen können in einem einzelnen Zuführungsschlauch getrennt für sich untergebracht
werden. Da hochgespannte elektrische Ströme verwendet werden, muß narürlicherweise
für eine sachgemäße Isolierung gesorgt werden.
Claims (4)
1. Verfahren zum Zerstäuben von schmelzflüssigen Körpern, insbesondere
von "Metallen, dadurch gekennzeichnet, daß das zu zerstäubende Material mittels Induktionsstrom erschmolzen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzung und
die Aufstäubung gleichzeitig und ununterbrochen durchgeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des
Schmelzraumes eine Menge des zu verspritzenden, in einem Tiegel o. dgl. befindlichen
Materials im flüssigen Zustand gehalten wird und daß dieser- Schmelze
das neu zu erschmelzende Material in dem Maße zugegeben wird, wie die Schmelzmenge
verspritzt wird.
4. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet
durch eine Induktionsspule, eine Vorrichtung zur ununterbrochenen Ein-
führung eines Drahtes oder Bandes in die Spule und eine Vorrichtung· zur Durchführung·
eines Luft- oder Gasstromes durch die Innenräume der Spule.
S- Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der von der Spule umgebene Schmelzraum an seinem einen Ende mit einem den Vorratsbehälter
für das aufzustäubende Material aufnehmenden Raum und mit einer Leitung für die Zuführung von Gas oder Luft
in Verbindung steht, während am anderen Ende des Schmelzraumes eine zum Verspritzen
des geschmolzenen Materials dienende Vorrichtung, z.T3. eine Düse, an-
geordnet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| DE531069C true DE531069C (de) | 1931-08-05 |
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| DE (1) | DE531069C (de) |
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1928
- 1928-12-30 DE DEH119704D patent/DE531069C/de not_active Expired
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