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Trocknungsanlage, bestehend aus einer Rieseltrommel mit Schleudergebläse
Es sind bereits Trockenanlagen, bestehend aus .einer Rieseltrommel mit Schleudergebläse,
in Vorschlag gebracht worden. Bei den bis; her bekannten Anlagen hat man ausschließlich
einfache Schleudergebläse der üblichen Art verwandt. Diese Betriebsweise war mit
mancherlei Nachteilen verknüpft, da bei Trocknungsanlagen der Luftwiderstand sich
kaum rechnerisch ermitteln und nur unsicher schätzen läßt. Oft änderte sich auch
der Widerstand durch den nachträglichen Einbau von Zusatzteilen, wie Zyklonen, Filtern,
Staubkammern usw., wodurch eine Änderung der Drehzahl des Ventilators oder sogar
eine Auswechselung erforderlich wurde.
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Auch war bei bisherigen Anlagen ein Wirtschaftliches Arbeiten der
Trockenanlage mit einem Bruchteil der Höchstleistung, wie es z. B. oft wünschenswert
sein kann, nicht möglich, wie auch eine Anpassung an verschiedene Temperaturverhältnisse
und eine plötzliche Stillsetzung der Anlage mit Schwierigkeiten verbunden war.
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Nach. der Erfindung werden diese Merkmale behoben und eine fortschrittliche
Arbeitsweise dadurch ermöglicht, daß mit der Rieseltrommel ein schaltbares Verbundschleudergebläse
vereinigt wird. Das Verbundschleudergebläse kann dabei in an sich bekannter Art
gebaut sein. Die Vorteile, die sich mit der neuen Anordnung gegenüber den bisher
bekannten Trockenanlagen mit Schläudergebläse ergeben, sind folgende Das Schleudergebläse
kann auch ohne genaue rechnerische Ermittlung des Widerstandes auf die Trocknungsanlage
abgestimmt werden, auch dann, wenn nachträglich Zyklone, Filter, Staubkammern o.
dgl. eingebaut werden.
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Auch wenn sich bei Inbetriebnahme herausstellt, daß die Trommel eine
andere, z. B. größere, Leistung hergibt als vereinbart, kann durch entsprechende
Schaltung des Verbundschleu.dergebläses dasselbe mit der Trommelleistung ohne weiteres
in Übereinstimmung gebracht werden. Dasselbe gilt für den Fall, daß die Trockenanlage
zeitweise nur mit einem Bruchteil der Leistung betrieben werden soll.
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Auch zum Übergang zu anderen, z. B. zu höheren, Al)gastemperaturen
für die Trocknung hat man die Möglichkeit, die Leistung des Schleudergebläses unmittelbar
und ohne wesentliche Änderung der Drehzahl der Rieseltrommel anzupassen. Endlich
kann auch durch Umschaltung des Schleudergebläses die erhebliche Luftmenge, die
z. B. bei plötzlicher Stillegu;ng der Trommel umzuschalten ist, ohne weiteres bewältigt
werden,
wie auch das schaltbare Verbundschleudergebläse verschiedenen
Betriebsarten der Rieseltrommel z. B. mit Abgas- oder Frischgasb:eheizung ohne weiteres
angepaßt werden kann.
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In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsformen eines Verb.undschleudergebläses
an sich bekannter Art, wie es zum Betrieb einer Rieseltrommel entsprechend der Erfindung
vorteilhaft Verwendung finden kann, dargestellt. Statt der in der Zeichnung dargestellten
zweistufigen Verbundgebläse können auch aus drei oder mehr Elementen bestehende
Gebläse Verwendung finden, wodurch die Anpassungsfkeit an die jeweiligen Bedürfnisse
der Rieseltrommel noch gesteigert wird.
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Abb. i und z zeigen das Stufengebläse in einfachster Ausführung: Auf
einer zweifach gelagerten Welle a sitzen zwei durch eine gemeinsame Nabe b verbundene
Flügelräder c und d, bei welchen sowohl die Durchmesser und axialen Breiten als
auch die Saugöffnungen untereinander verschieden sind. Das große Flügelrad c wird
in diesem Falle wenig Luft von hohem Druck, das kleine Rad b dagegen bei gleicher
Drehzahl mehr Luft von geringem .Druck fördern. je nach dem Verwendungszweck der
beiden Luftströme können die drei Hauptabmessungen der beiden -Flügelräder, äußerer
Durchmesser, Saugäffnungsdurchmesser und axiale Breiten und danüt auch Menge und
Druck untereinander beliebig groß gewählt werden. Ebenso kann eine Druckänderung
nicht nur durch Änderung der Flügeldurchmesser, sondern auch auf andere Weise, beispielsweise
durch Änderung der Zahl oder Krümmung der Schaufeln oder durch eine beliebige Kombination
dieser drei Möglichkeiten erzielt werden. Die Flügelräder kreisen in zwei Spiralgehäusen
e und f, deren radiale und axiale Abmessungen sieh natürlich nach den zu fördernden
Luftmengen richten. Die Gehäuse haben eine gemeinsame Rückwand g, welche in geeigneter
Weise, z. B. durch zwei auf die Flügelradstirnwände JZ aufgenietete Wnkeleisenringe
z und einem. Blechring k die beiden Luftströme voneinander trennt. Die beiden Ausblasöffnungen
L sind zweckmäßig in einem beliebigen Winkel zueinander versetzt, damit die Anschlußleitungen
einander nicht im Wege sind.
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Wird vorübergehend nur einer der beiden Luftströme gebraucht, @so
genügt es, die Saug-oder Drucküffnung des zugehörigen Spiralgehäuses; durch Absperrschieber
zu schließen, das betreffende Flügelrad fördert dann nicht.
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Wird abwechselnd entweder der eine oder andere Luftstrom gebraucht,
so kann das Stufenschleudergebläse nach Abb. 3, 4 ausgeführt werden. Im Gegensatz
zur vorher beschriebenen Ausführung hat hier jedes Flügelrad eine besondere, mit
Kupplungsklauen m versehene Nabe b. Zwischen diesen Naben ist eine durch ;äußeren
Einfluß nur axial bewegliche gewöhnliche doppelte Klauenkupplung m angebracht. Die
Flügelräder laufen auf zweiteiligen Leerlaufbüehsen o und sind durch Stellringe
p bzw. durch die Bunde der Leerlaufbüchsen gegen seitliche Verschiebung gesichert.
Durch Links- oder Rechtseinstellung der Klauenkupplung m mittels eines Gestänges
g, dessen Drehpunkt bei r liegt, wird eines der beiden Flügelräder mitgenommen und
der gewünschte Luftstrom erzeugt. Die Verwendung einer Klauenkupplung läßt naturgemäß
nur eine Umschaltung bei Stillstand des Gebläses zu.
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Um die Umschaltung auch während des Betriebes vornehmen zu können,
verwendet man statt der erwähnten Klauenkupplung eine doppelte Reibungskupplung
s der bekannten Art. Diese Ausführung nach Abb.5 zeigt gleichzeitig, wie man das
Ein- und Ausrücken der Kupplung mittels Handrad und Spindel in bekannter Weise vornimmt,
was sich namentlich bei größeren Verbundschleudergebläsen empfiehlt. Bei der gezeichneten
Mittelstellung der Kupplung stehen beide Flügelräder still.
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Eine weitere Ausführung des Gebläses, die dessen Wirkung gegenüber
den bisher beschriebenen gewissermaßen verdoppelt, ist in Ab b. 6 und 7 dargestellt.
In jedem der beiden nebeneinander angeordneten Spiralgebäusee und f ;sind ein Paar
Flügehääer c und d eingebaut, deren Naben b ebenfalls als Klauenkupplungsh;älften
ausgebildet sind. An den Naben der ,äußeren Flügelräder d greift j e eine Ausrückstange
g an. Bei Drehung der gemeinsamen Welle a erzeugen die inneren auf der Welle verkeilten
Flügelrädere Luftströme und Druc?tunterschiede, die den Abmessungen der Flügelräder
entsprechen. Wird zeitweise oder dauernd eine Steigerung von Luftmenge und Druck
dies einen oder anderen oder beider Luftströme gewünscht, so werden eines, der zwei
oder aber beide ;äußeren Flügehäder d mittels der Ausrücker über die ihnen zugeordneten
kleineren Flügelräder c geschoben, und zwar derart, da,(. die Schaufeln,u der Flügel
d ;genau die Fortsetzung und Verlängerung der Schaufelnv der Flügels sowohl in axialer
wie radialer Richtung b6lden.
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Die beiden Ausräckstangen g haben einen gemeinsamen Drehpunkt r und
sind gegeneinander verkröpft, um bei gleichzeitigem Einrücken der beiden versch0.ebbaren
Räder d ein Zusammentreffen der Ausrückergabeln zu vermeiden und um die Entfernung
der beiden
inneren Gehäusewände möglichst klein zu halten. Beide
Stangen q sind im Drehpunkt Y unabhängig voneinander drehbar. Spielt die Entfernung
der beiden inneren Gehäusewände keine Rolle, so können auch zwei gerade Ausrückstangen
mit je einem besonderen Drehpunkt vorgesehen werden.
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Bei den in Abb. 7 angenommenen Flügelradabmessungen können auf diese
Weise vier nach Menge und Druck verschiedene Luftströme erzeugt werden, und zwar
je zwei gleichzeitig. Natürlich können die Rad- und Gehäuseabmessungen ganz beliebig
zueinander gewählt und vereinigt werden, ebenso gilt das weiter oben über die Zähl,
Anordnung und Bauart der Schaufeln Gesagte.
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Ist dauernd ein gleichzeitiges Ein- bzw. Ausrücken der :äußeren Räderd
erwünscht, so ist dies in einfacher Weise dadurch zu erreichen, daß beide Ausrückstangen
g von einem gemeinsamen Handrad und einer gemeinsamen Spindel mit Links- und Rechtsgewinde
aus bedient werden. Jedoch müssen die Gewindesteigungen entsprechend den verschiedenen
großen axialen WegJängen der äußeren Räder d ebenfalls verschieden sein, wenn man
nicht auf die Abdichtung der beiden Flügel c und d am Punkt j in ausgerücktern Zustand
verzichten will.
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Arbeiten nur die inneren Flügelräder e, so bilden die Abdeckbleche
W der stillstehenden äußeren Flügelräder d einseitige Zwischendiffusoren, die man
zweckmäßig auf der gegenüberliegenden Seite durch Ringkonstruktionen x o. dgl. ergänzt.
Diese an sich bekannten, konisch sich erweiternden Zwischendiffusoren haben den
Zweck, die Energie der am Flügelumfang austretenden Luft allmählich in statischen
Druck umzuwandeln, d. Ih. die eigentliche Aufgabe des Spiralge iäuses zu
unterstützen.
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Um bei vorzugsweiser Benutzung eines inneren Flügels c den Abstand
zwischen diesem und der G@ehiäusezunge y nicht unzweckmäßig groß zu halten, empfiehlt
sich ferner das Einfügen eines auswechselbaren Zungenb:leches x, das in Abb. 6 strichpunktiert
angedeutet ist.
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Durch Einbaueines Zungenbleches erreicht man ferner :eine Veränderung
der Geachwindigkeitsverteilung im Spiralgehäuse bzw. der Durchgangsöffnung des ganzen
Gebläses. Diese Veränderung ist besonders wichtig: arbeitet nur das innere Flügelrad,
so kann unter Umständen das S:piralgehause zu weit sein, wodurch sowohl der manometrische
als auch der mechanische Wirkungsgrad ungünstig heeinfl:ußt werden.
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Eine weitere Ausführungsform des Gebläses, auf welche die Bezeichnungen
der Abb. 6 und 7 Anwendung finden, ist in Abb. 8 dargestellt.
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Die Vorteile der neuen Anordnung bestehen zunächst in der Beseitigung
der anfangs :erwähnten Nachteile und in der weitgehenden Anpassung der erzeugten
Luftmengen: und des Druckes an die augenblicklichen Bedürfnisse der Trocknungsanlage.
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Auch bei plötzlicher Stillsetzung einer mit Abgas betriebenen Trockentrommel,
bei der die Ausgangstempieratur z. B. auf 25o bis 300° und die zu fördernden Luftmengen
um etwa 5o % steigen, vermag das neuartige SChleudergeblläse dies ohne weiteres
zu bewältigen.
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Weitere Vorteile zeigen sich z. B. beim Betrieb von Trocknungsanlagen
mit Abgas- und Fris@chgasb,eheizungen, bei denen man ohne Rücksicht auf die verschieden
großen Luftmengen und Drücke die Feuerungen gemeinsam oder wechselweise arbeiten
lassen kann.