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Verfahren zur Nachbildung der sich auf Raubtierfellen vorfindenden
Streifen- oder Fleckenmuster Die Erfindung betrifft ein Verfahren, um Haare eines
Felles zu färben und erstreckt sich insbesondere auf die Nachahmung von Fellen pelztragender
Tiere, die ein scheckiges oder geflecktes Aussehen haben wie die eines Leoparden,
eines Tigers, eines Pumas, eines Jaguars oder ähnlicher Tiere.
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Erfindungsgemäß werden auf das zur Nachahmung benutzte Fell die Muster
in einem Stufenverfahren aufgebracht, wobei die Zahl der Stufen der Zahl der verschiedenen
Farbtönungen und ihre Reihenfolge dem Grade ihrer Helligkeit entspricht.
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In den Abbildungen ist das Verfahren zum besseren Verständnis in verschiedenen
Stufen gezeigt, und zwar ist Abb. i eine Draufsicht auf ein Fell vor seiner Bearbeitung,
Abb. 2 eine ähnliche Ansicht nach der ersten Stufe der Bearbeitung, Abb. 3 eine
ähnliche Ansicht, die die zweite und dritte Stufe des Verfahrens teilweise wiedergibt,
Abb. q. eine vergrößerte Teilansicht, welche die Verwendung der Farben veranschaulicht,
Abb. 5 eine Ansicht ähnlich Abb. q. und zeigt die Wirkung, die durch die Verwendung
der Farben in der in der Erfindung vorgesehenen Weise erreicht wird.
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Die Häute von Leoparden, Tigern, Pumas und Jaguaren sowie von ähnlichen
Tieren weisen eine bräunliche oder gelbe Grundfarbe auf, die nach dem Rücken zu
dunkler ist und nach den Flanken und nach der Unterseite zu in hellere Schattierungen
übergeht. Das Fell ist so gut wie überall mit verhältnismäßig kleinen Zeichnungen
von unregelmäßiger Gestalt bedeckt; mitunter können diese Zeichnungen die Gestalt
von Streifen annehmen, die von dunkleren in hellere Schattierungen übergehen. Die
Flecken oder Streifen haben gewöhnlich einen unregelmäßigen Umriß, so daß der Übergang
vom Hellen ins Dunkle nicht genau festgelegt werden kann, und zwar ebensowenig bei
den Flecken wie bei der Körperfarbe der Haut.
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Bei der Erfindung gelangt ein entsprechend zubereitetes Fell 6 (s:
Abb. i) zur Verwendung, das ein Kalbfell sein kann. Ein Kalbfell ist ziemlich hart,
und seine Haare sind ungefähr genau so lang und von ähnlicher Beschaffenheit wie
das Fell des nachzuahmenden Tieres, so daß für die gewünschte Nachahmung eine sehr
gute Wirkung erreicht werden kann. Jedenfalls sollte das Fell weiße oder hellgelbe
Haare tragen, ist die natürliche Grundfarbe der Haut nicht für eine gute Nachahmung
von denjenigen Fellen geeignet, die man nachbilden will, so muß das Fell erst mit
einem gelblichen oder bräunlichen -Farbstoff behandelt werden, so daß die Grundfarbe
in der Mitte des Felles ein dunkles Braun oder Gelb zeigt, während sie nach den
Seiten zu in leichtere Töne übergeht. Ein solches Verfahren ist den Pelzzurichtern
wohl bekannt.
Eine Analyse der Flecken und Figuren auf dem Fell
eines Leoparden, Pumas oder Jaguars ergibt, daß sich gewöhnlich zwei Schattierühgen
mischen. Viele Flecken haben das Aussehen eines dunklen Ringes oder fast eines Ringes
mit einem hellen »Kern« oder Mittelteil, bei dem die dunkleren und helleren Farben
gewöhnlich ineinander und manchmal auch mit der Grundfarbe ohne deutliche Grenze
übergehen. Andererseits kommt es häufiger vor, daß Flecken von unregelmäßigem Ausseheh
nur eine einzige Farbe aufweisen, d. h. solche Fleckeh enthalten manchmal ausschließlich
dunklere und manchmal ausschließlich hellere Töne.
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Nach dem Verfahren werden die Teile der Flecken und Figuren, die die
helleren Stellen des fertigen Erzeugnisses darstellen oder zeigen sollen, zuerst
auf die Haare des Felles aufgetragen. Abb. 2 der Zeichnung stellt das ällgemeine
Aussehen der Haut dar, nachdem dieser Schritt ausgeführt worden ist, und das Bezugszeichen
7 weist auf einige Flecken hellerer Tönung hin. Der zur Herstellung dieser Flecken
oder »Kerne« benutzte Farbstoff kann auf eine den Zurichtern bekannte Art und Weise
hergestellt sein.
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Diejenigen »Kerne« oder helleren Teile der Flecken, die mit dunklerer
Tönung umrändert oder vermischt werden sollen, werden dazu mit einem schwarzen oder
sehr dunklen Farbstoff umgeben, wie bei 8 der Abb. 3 der Zeichnung dargestellt ist.
Diese dunkleren Flecken werden durch einen Farbstoff hergestellt, der in der Schattierung
auf Tönung erheblich dunkler ist als die der Flecken 7. Derartige Stellen werden
auf den Pelz unmittelbar bei den ersten Flecken aufgetragen, und zwar so, daß sie
aussehen wie die Flecken eines echten Felles.
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Da die Flecken oder Figuren, die sich z. B. auf einem Leopardenfell
vorfinden, gewöhnlich unregelmäßig gestaltet sind, so ist es wichtig, die Farbenflecken
so auf die Haare des Kalbfelles zu setzen, daß die Umrisse des Musters, das man
erhält, nicht zu gewagt ausfallen sowohl hinsichtlich der helleren und dunkleren
Schattierungen der Flecken als auch hinsichtlich der Grundfarbe des Pelzes. Um diesem
etwaigen Mißstand zu begegnen und eine richtige Färbung der Haare zu gewährleisten,
werden die Flecken hellerer und dunklerer Schattierung auf Haaren angebracht, die
aus ihrer normalen Lage herausgebracht, d. h. umgelegt sind.
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Abb. q. der Zeichnung stellt diese Stufe des Verfahrens dar, während
in Abb. 5 das gleiche Muster veranschaulicht ist, wie es aussieht, wenn die Haare
wieder losgelassen werden und in ihre natürliche Lage zurückfallen können.
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Durch die Anwendung der Farbstoffe in der hier geschilderten Ai-t
und Weise werden diejenigen Haare, die ein Muster oder einen Flecken darstellen,
von Anfang bis zu Ende in passender Weise gefärbt. Sobald die Haare losgelassen
werden und in ihre natürliche Lage zurückfallen können, legen sich einige Haare
des Felles, die nahe an dem Muster liegen, über die, die den gefärbten Teil des
Musters bilden öder mischen sich mit ihnen, wodurch sich die genaue Grenze dafür,
wo der Farbstoff angewandt ist, verwischt und in den benachbarten Teil des Pelzes
verlaufen kann.
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Das hier beschriebene Verfahren kann von Hand oder durch Auftragen
mittels einer Patrone, einer Matrize oder eines ähnlichen Werkzeugs vior sich gehen.