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Verfahren zum Schützen von Metallüberzügen metallener Körper mit einem
Ölüberzug und Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens Gegenstände aus Eisen o.
dgl. werden bekanntlich in solchen Fällen, in denen ein Anstrich nicht zulässig
ist, gegen Einflüsse der Atmos-)häre und des Gebrauches -durch Metallüberzüge geschützt.
Im allgemeinen genügen diese Überzüge den Anforderungen insofern, alle dadurch ein
Rosten der Gegenstände vermieden wird.
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Ein wesentlicher Übelstand, der insbesondere bei z. B. verzinkten
Blechen, die später noch weiterverarbeitet werden sollen, auftritt, besteht darin,
däß der Überzug unter dem LA influß der Luft, schädlicher - z. B. säurehaltiger
- Gase verändert wird. Durch diese chemische Veränderung erhält der Gegenstand ein
mattes, blindes, z. B. bei verzinkten Blechen blauweißes Aussehen. Diese unangenehme
Veränderung des Überzuges tritt häufig schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit auf
und entwertet die Ware. -Trockene Lagerräume und bei Blechtafeln z. B. Lagerung
in Stapeln können die Oberflächenoxydation des Überzuges besonders bei längeren
Lagerzeiten auch nicht verhüten.
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In dem Bestreben, die mit Metallüberzug versehenen Gegenstände auf
längere Zeit gegen die Einflüsse der Luft oder säurehaltiger Gase zu schützen, ging
man dazu über, die Oxydation durch Bestreichen oder Bepinseln der Gegenstände mit
Öl zu verhüten.
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Allen derartigen bisherigen Verfahren haftet aber der Nachteil an;
daß sie teuer und vor allen Dingen zeitraubend sind und außerdem noch die Gefahr
in sich bergen, daß die Ölschicht unnötig dick wird. Eine solche dicke Ölschicht
führt häufig bei längerem Stapeln der Bleche zum Zusammenkleben des Stapels und
erschwert außerdem das Löten.
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Jede ölersparnis hierbei ist um so wichtiger, als z"vecks Verhütens
eines Angriffes des zu schützenden Überzuges durch einen etwaigen Säuregehalt des
Öls nur verhältnismäßig kostspieliges säurefreies öl zur Angelangen darf.
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wendung Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zum Schützen
des -im Feuerbade, galvanisch oder durch Spritzverfahren hergestellten Metallüberzuges
metallener Kbrper, z. B. Bleche, Rohre o. dgl., gegen Luft-, Gas-oder Feuchtigkeitsangriffe,
bei dem die vorher erwähnten Übelstände vermieden werden und trotzdem ein sicherer
Schutz des Metallüberzuges erzielt wird.
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Die Erfindung beruht darauf, daß der 'Metallüberzug der metallenen
Körper, zweckmäßig
möglichst unmittelbar nach seiner Fertigstellung,
der Wirkung von Öldunst ausgesetzt wird. Durch diesen Öldunst, der beispielsweise
durch Zerstäuben oder Verdampfen von öl hervorgerufen werden kann, erhält der Metallüberzug
einen äußerst feinen Ölhauch, der erfahrungsgemäß infolge seiner feinen Verteilung
trotz seiner geringen Stärke vollkommen genügt, uin den Metallüberzug genügend lang--
gegen die Einflüsse von Luft und Feuchtigkeit und gegen die Angriffe schädlicher
- z. B. säurehaltiger - Gase vollkommen zu schützen und unempfindlich zu machen.
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Man hat schon früher Öldämpfe in einem abgeschlossenen Raum auf verschiedenartige
Gegenstände und u. a. auf Eisen in der Absicht einwirken lassen, tiefgreifende Veränderungen
in den den Dämpfen ausgesetzten Stoffen hervorzurufen. Beim Eisen sollte beispielsweise
die Schniiedbarkeit und die Schweißbarkeit erhöht werden. Nach den älteren Verfahren
müssen dementsprechend die Gegenstände stundenlang der Wirkung der Öldämpfe ausgesetzt
werden.
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Demgegenüber ist es ein wichtiges Merkmal der Erfindung, daß die finit
dem Metalliiberzug versehenen Körper durch einen mit kondensierbaren Öldämpfen oder
Gasen erfüllten Raum hindurchgeführt werden. Die Geschwindigkeit der Bewegung -wird
dabei su zu regeln sein, daß sich auf der Metalloberflache eine dünne Ölhaut ausbreitet.
Zur Erzeugung eines Überzuges von einer jeweils für den Einzelfall gewünschten Stärke-kommt
es darauf an, daß die Eigentemperaturen der zu überziehenden Körper in geeigneter
Weise geregelt werden.
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Ein weiteres, besonders einfaches Verfahren zur Erzeugung des Ölhauches
auf den Metallüberzügen besteht, darin, daß der Öldunst durch z. B. elektrische
Beheizung des Ölinhaltes eines Troges erzeugt -wird, an dem die den Metallüberzug
tragenden Körper vorbeibewegt werden. Durch jeweils entsprechende Temperaturregelung
der Beheizung kann auch bei diesem Verfahren die Stärke des Ölhauches auf den z.
B. über den Trog hinweggeführten Metallüberzügen geregelt werden.
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Handelt es sich darum, die Metalliiberzüge von flachen, aufeinanderstapelbaren
Körpern, n-ic z. B. Blechtafeln. Platten usw., mit *Ölhauch zu überziehen, so kann
erfindungsgemäß der beiderseitige Ölhauchüberzug durch :lufeinanderstapelii von
nur einseitig ölbehauchten Blechtafeln o. 4-l. erfolgen. Es braucht also jeweils
nur eine Blechseite unmittelbar durch Niederschlag von Öldunst behaucht zu werden,
während der Ülhatichüberzug der anderen Blechseite mittelbar durch Abgabe eines
Teiles des unnüttelbar erzeugteii Ölhauchüberzuges eines darübergestapelten Bleches
erfolgt.
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Weiterhin erstreckt sich die Erfindung noch auf Vorrichtungen zur
Ausführung der Verfahren zur Erzeugung von Ülhauchüberzügen.
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Eine solche Vorrichtung kann z. B. aus einem regelbar elektrisch beheizten
Öltrog bestehen, der derart angeordnet ist, daß die mittels- einer Fördervorrichtung
am Troge vorbeibewegten, mit ölhauchüberzug zu versehenden Körper in den Bereich
des Öldunstes gelangen. Eine einfache und günstige Ausbildung einer derartigen Vorrichtung
besteht z. B. für verzinkte oder verzinnte Bleche in einem Förderband aus Maschendraht
oder ähnlichem, mit großen Aussparungen versehenem Material, daß die daraufliegenden
Bleche über den Öltrog hinwegführt. Auch sindAusführungsarten möglich, bei denen
der Öldunst seitlich gegen die z: B. an einer Fördervorrichtung senkrecht hängenden
Blechtafeln geleitet wird.
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Erfindungsgemäß kann der Öltrog auch in eine ohnehin vorhandene Bearbeitungsvorrichtung
für die zu behandelnden Körper eingebaut sein, beispielsweise in eine Blechrichtmaschine,
oder in irgendeiner anderen Art und Weise in den Arbeitsprozeß des Metallüberziehens
eingeschaltet werden.
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Zusammenfassend kann gesagt -werden, daß das Verfahren den Vorteil
bietet, ohne Beeinträchtigung der Bearbeitungsfähigkeit der Werlcstücke einen wirksamen
Schutz der Metallüberzüge gegen die schädlichen Einflüsse der Luft, säurehaltiger
Gase und der Feuchtigkeit bei geringstem, sparsamem Ölverbrauch zu gewährleisten.
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Auch gegen die bei Zink-Eisen-Verbindungen (Kern aus Eisen, .Überzug
aus Zink) leicht auftretenden Wirbelströme bietet dieser Öllauch in hinreichendem
Maße Schutz.
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Als Ausführungsbeispiele der Erfindung sind iii den Abb. r und 2 Vorrichtungen
zur Erzeugung eines Ölhauches auf den Metallüberzügen von Blechtafeln dargestellt,
und zwar zeigt Kbb. i einen in eine Blechtransportvorrichtung eingebauten Öltrog
und Abb.2 einen hinter einer Blechtransportvorrichtung angeordneten Öltrog zur Erzeugung
des Ölhauches.
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Es bezeichnet a ein maschenförmiges Transportband, das die Blechtafeln
c in der Pfeilrichtung über den Öltrog b hinwegbewegt. Der Öltrog b ist elektrisch
beheizt, so daß sich der entwickelte Öldunst auf den Metallüberzügen der Blechtafeln
. niederschlagen kann; d bezeichnet eine Blechrichtmaschine und e einen Ablegetisch
für die fertigen Blechtafeln.