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Verfahren zum Herstellen von Mehrfarbentiefdrucken auf Rotationstiefdruckmaschinen
Bisher sind mehrfarbige Tiefdruckbilder mit fortlaufendem Text in Tiefdruck, wie
solcher bei Massenauflagen, z. B. Prospekten, Zeitungs- und Zeitschriftendruck usw.,
gegeben ist, auf Rotationsdruckmaschinen noch nicht hergestellt worden, sondern
es wurden lediglich Bild und Text in einer Farbe gleichzeitig von demselben Formzylinder
gedruckt, z. B. gemäß Patent 169 748. Diese Arbeitsweise läßt sich beim Mehrfarbentiefdruck
nicht anwenden, da es nicht möglich ist, die teilweise sehr feinen Schriftzeichen
auf alle Formzylinder, namentlich bei großen Forinaten, so exakt zu übertragen,
daß sie sich übereinandergedruckt haargenau decken. Dies ist aber unbedingt erforderlich,
wenn eine. klare, rein schwarze, gut lesbare Schrift erzielt werden soll. Steht
nur die eine der Teilfarben, z. B. beim Dreifarbendruck die gelbe oder die rote
Teilfarbe, nach der einen oder anderen Richtung hin über, so ergibt sich ein unruhig
wirkendes, verschwommenes Satzbild. Ein Druckblatt mit einer unklaren, schwer lesbaren
Schrift würde aber trotz vorzüglicher mehrfarbiger Abbildungen nicht den gewünschten
Anklang finden. Ebenso ist der Gedanke, die Schrift in einer Teilfarbe des Dreifarbenbildes
mitziidrucken, praktisch nicht durchführbar; denn abgesehen davon, daß der in einer
der Teilfarben mitgedruckte Text schlechter lesbar sein würde als eine rein schwarze
Schrift, würde ein Abziehen der Textfarbe auf den hochliegenden, ungravierten Stellen
aller nachfolgenden Formzylinder stattfinden, auch sonst noch nachteilige Erscheinungen
zur Folge haben, wie sie im nachstehenden näher beschrieben sind.
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Da außer der Schwierigkeit der paßgerechten Übertragung auf die Fornizylinder
auch noch z. B. auf Veränderungen in der Materialbahn zurückzuführende Registerschwankungen
während des Druckes möglich sind, die auch durch eine zwischen Papierrolle und dem
ersten Formzylinder eingeschaltete Trockenvorrichtung, z. B. Trockentronimel, nicht
immer völlig beseitigt werden können, so ist die Anwendung eines besonderen Formzylinders
für den Text unbedingt erforderlich. Dieser scheinbar naheliegende Gedanke hat sich
aber nicht als gangbar erwiesen, wenn man in der bisher üblichen Weise vorgeht,
wie z. B. in der Patentschrift 194oo2 beschrieben, indem zuerst die Bilder und alsdann
der Text gedruckt wird. Dieser Weg ist bei inehrfarbigem Tiefdruck nicht möglich.
Wird die Textwalze als letzter Formzylinder eingelegt, so ist kein sauberer Bilddruck
zu erzielen, denn bei dem in wenigen Sekunden, häufig sogar im Bruchteil einer Sekunde,
aufeinanderfolgenden Ineinanderdruck der verschiedenen Teilfarben würde trotz Trockenvorrichtung
der fertige mehrfarbige Bilderdruck nicht genügend getrocknet sein, bevor er mit
dem Textformzylinder in Berührung kommt, und die Folge wäre ein Abziehen und Verquetschen
des fertigen Bilddruckes auf den hochliegenden, ungravierten Stellen des Textforinzylinders.
Es
käme ferner hinzu, daß die auf dem Textforrnzylinder haftengebliebene Buntfarbe
der Bilddrucke bei jeder Neueinfärbung sich mit der Textfarb,e vermengt und dadurch
mit der Zeit eine unreine Farbe ergeben würde. Wenn dies bei Textdruck auch bis
zu einem gewissen Grade noch hingenommen werden könnte, so würde solche Farbvermengung
sich aber sehr störend bemerkbar machen, wenn der Textformzylinder auch gleichzeitig
zum Drucken von einfarbigen Bildern benutzt wird, sei es aus wirtschaftlichen Gründen
oder zur Zeitersparnis bei im letzten Augenblick eintreffenden aktuellen Bildern
oder sei es zur Abwechslung, um die Wirkung der bunten Bilder durch eingestreute
einfarbige Bilder zu erhöhen.
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Gegenstand der Erfindung ist folgendes Verfahren, durch welches die
vorstehend beschriebenen Schwierigkeiten vermieden werden. Es besteht darin, daß
für den Text ein besonderer Formzylinder Verwendung findet, der so in die Druckmaschine
eingelegt wird, daß er an erster Stelle, also vor den Formzylindern, mit den mehrfarbigen
Bildgravuren druckt.
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Bei dem Maschinentyp mit -einem Druckzylinder bietet die Anordnung
des Textformzylinders an erster Stelle noch den weiteren Vorteil, daß dieses infolge
seiner Farbwerk-und Rakelstellung zur Druckstelle unvorteilhaft gelagerte Druckwerk
nicht für eine Teilfarbe der mehrfarbigen Bilder Verwendung findet, denn bei dem
langen Weg zwischen Abrakelung und Druckstelle ist ein teilweises Eintrocknen der
Farbe in der Gravur unvermeidbar und damit Benachteiligung der Bildqualität verbunden.
Die zum Druck des Textformzylinders verwandte Farbe kann so eingestellt werden,
daß der lange Weg zwischen Abrakelung und Druckstelle ohne Einfluß auf die Druckqualität
ist. Die Druckfarben für die Teilfarbenfortrizylinder müssen hingegen in ihrer Konsistent
untereinander ziemlich gleichwertig sein.