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Behälter für Flüssigkeiten, die unter Luftabschluß aufbewahrt werden
sollen Es wird häufig in der Technik die Forderung erhoben, große Mengen von Flüssigkeiten
unter Luftabschluß aufzubewahren. So z. B. muß beim neuzeitlichen Kesselbetrieb
dafür Sorge getragen werden, daß der Vorrat an gebrauchsbereitem Speisewasser vor
der Absorption von Sauerstoff aus der atmosphärischenLuft bewahrt wird, da gashaltiges
Speisewasser eine Gefahr für den Kesselbetrieb ist. Das Speisewasser wird deshalb
in besonderen Gefäßen, die ein Herantreten der atmosphärischen Luft an das vorher
auf künstlichem Wege entgaste Wasser verhüten, aufgespeichert.
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Weiterhin werden leicht verdampfende Flüssigkeiten, z. B. Leichtbenzin,
unter vollkommenem Luftabschluß gelagert, da die schon bei gewöhnlicher Temperatur
sich entwickelnden Dämpfe wegen ihrer Explosionsfähigkeit bei der Mischung mit Luft
eine schwere Gefahr für die Umgegend bilden.
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Es ist bekannt, für den eben erläuterten Zweck Behälter zu wählen,
die aus einem zylindrischen Mantel und einem darin auf und ab beweglichen auf der
Flüssigkeit schwimmenden Deckel bestehen. Eine weitere Verbreitung haben derartige
Flüssigkeitsbehälter aber nicht finden können, da die Art der Abdichtung zwischen
dem Deckelrand und dem Mantel Schwierigkeiten machte. Wollte man hierfür z. B. die
aus dem Bau der Scheibengasbehälter bekannt gewordenen Abdichtungsvorrichtungen
benutzen, so entständen wegen der Reibung und des damit verbundenen Widerstandes
des sich bewegenden kolbenartigen Deckels Schwierigkeiten; eine Verringerung dieser
Reibung und die Einführung der an anderer Stelle gebräuchlichen sogenannten Flüssigkeitsdichtung
machte Schwierigkeiten, da hierfür weder eine geeignete Abdichtungsflüssigkeit noch
eine brauchbare Bauart bekannt waren.
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Die hierbei vorliegenden Schwierigkeiten sollen an Hand der schon
obenerwähnten Beispiele näher erläutert werden. Beim Aufspeichern von entgastem
Speisewasser würde sich, sofern man Wasser als abdichtende Flüssigkeit zwischen
dem Rand des Deckels und der Scheibe wählen wollte (eine andere Flüssigkeit würde
naturgemäß überhaupt nicht in Frage kommen), an der Oberfläche dieses Abdichtungswassers
eine neue Gelegenheit zur Absorption von Luft und Gasen bieten, und es bestünde
Gefahr, daß dieses jetzt wieder mit Gas angereicherte Wasser sich mit dem im Behälter
vorhandenen Wasser mischen würde. Die ganze Wirkung des Luftabschlusses durch den
Behälterdeckel würde also hinfällig sein. Bei der Aufspeicherung von Benzin andererseits
würde an der Oberfläche der Abdichtung nach wie vor Benzin verdampfen und den Raum
über der Abdichtungsscheibe
mit explosionsfähigem Gemisch füllen,
so daß auch hier die Wirkung des Abschlußdeckels nicht erreicht wäre.
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Die Erfindung gibt ein Mittel an, wie diese Schwierigkeiten beseitigt
werden können. Sie besteht darin, daß die zwischen der Behälterwand und dem Deckel
befindliche ringsumlaufende Rinne, die mit einer der aufzuspeichernden Flüssigkeit
gleichen Flüssigkeit gefüllt wird, mit einer Einrichtung versehen wird, durch welche
eine Veränderung der Temperatur des Rinneninhaltes herbeigeführt wird. Hierdurch
lassen sich die Eigenschaften der Abdichtungsflüssigkeit in der Rinne so verändern,
daß diese Flüssigkeit als Abdichtungsflüssigkeit geeignet wird und daß die sonst
vorhandenen Gefahren beseitigt werden. Bei der Veränderung der Temperatur kann es
sich sowohl um eine Beheizung wie auch um eine Abkühlung, j e nach der Art des aufzuspeichernden
Stoffes, handeln.
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Soll z. B., wie schon oben erwähnt, Speisewasser aufgespeichert werden,
so wird dem Wasser in der Rinne eine hohe Temperatur dadurch gegeben, daß in dieser
Rinne eine Heizschlange angeordnet wird. Wasser von hoher Temperatur nimmt kaum
noch Gase in sich auf, und die Gefahr der Absorption ist damit genügend beseitigt.
Da gleichzeitig eine Verringerung des spezifischen Gewichtes des Wassers in der
Rinne eintritt, ist auch die Gefahr, daß sich das Wasser in der Rinne mit dem Behälterinhalt
mischt, wesentlich verringert, zumal wenn die Rinne unten in einen schmalen Spalt
ausläuft, der an sich schon eine Mischung der beiden Flüssigkeiten erschwert. Natürlich
könnte dieser Spalt auch noch durch einfache Abdichtungsmittel, z. B. ein Filzpolster,
welches am Deckelrand befestigt ist, geschlossen werden. Dabei wäre aber großer
Wert darauf zu legen, daß die von diesem Polster verursachte Reibung verschwindend
gering ist.
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Bei einer Aufspeicherung von Benzin oder ähnlichen leicht verdampfenden
Stoffen würde in der Rinne eine Kühlschlange vorgesehen sein, die den aus Benzin
bestehenden Binneninhalt so stark abkühlen müßte, daß eine wesentliche Verdampfung
nicht mehr auftritt. Bekanntlich ist die Verdampfung von der Temperatur abhängig
und sinkt mit sinkender Temperatur. Eine Mischung des Binneninhalts mit dem Behälterinhalt
wäre auch hier nunmehr, ähnlich wie bei dem vorher anbezogenen Beispiel, praktisch
bedeutungslos, sie könnte aber auch, wenn erwünscht, durch die oben schon angegebenen
künstlichen Mittel noch weiter verringert werden.
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Die Zeichnung stellt einige Ausführungsbeispiele der Erfindung dar.
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In Abb. i ist mit a ein Behälter bezeichnet, der zum Aufspeichern
von entgastem Speisewasser für Dampfanlagen dienen soll. Auf dem Behälterinhalt
schwimmt der Deckel b, der am Rande eine ringsumlaufende Rinne c aufweist, die sich
mit dem Behälterinhalt, also entgastem Wasser, füllt. In der Rinne ist die Heizschlange
d untergebracht, der ihittels eines biegsamen Schlauches e Heizdampf zugeführt wird.
Das Wasser in der Rinne wird auf einer Temperatur von 7o bis 9o° gehalten, wobei
die Absorptionsfähigkeit für Gase so gut wie verschwunden ist. Das etwa verdampfende
Wasser wird durch die Einführung des Kondensats aus dem Heizrohr d mittels der Kondensatleitung
f ergänzt. Da dieses Kondensat ebenfalls die Eigenschaften eines vorschriftsmäßigen
Speisewassers besitzt, ist dieser Wasserersatz sehr günstig.
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Zum Abführen von bei irgendwelchen Vorkommnissen in den Behälter eindringenden
Gasen oder Dämpfen ist das Rohr g vorgesehen, in das nötigenfalls auch ein Ventil
eingeschaltet sein kann.
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Abb. 2 zeigt in größerem Maßstabe einen Ouerschnitt durch die Abdichtungsrinne.
Das Heizrohr d ist hier nach der Seite des Behälterinhalts zu von einer Isolierung
h umgeben, so daß die Heizwirkung nur nach der Seite des Rinneninhaltes voll zur
Wirkung kommen kann.
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Eine Dichtung, welche besonders für die Aufspeicherung von Benzin
o. dgl. geeignet ist, zeigt Abb. 3. An die Behälterwand, die auch hier wieder mit
a bezeichnet ist, schließt sich der Deckel b, und zwischen beiden Teilen befindet
sich die mit Flüssigkeit gefüllte Rinne c. Am Rand des Deckels ist die rundumlaufende
Kühlkammer i eingebaut, die gegen den Deckel zu isoliert ist, aber nach außen hin
ihre volle Wirkung entfalten kann, so daß der Inhalt der Rinne c stark abgekühlt
wird. Eine Verdampfung des hier befindlichen Benzins o. dgl. wird also verhindert.
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Nach unten ist die Rinne c durch eine Filzdichtung h abgeschlossen,
die durch Federn L
leicht gegen die Behälterwand gedrückt wird.
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Damit die Verdampfung des Rinneninhaltes noch weiter vermindert wird,
ist auch über der Rinne eine leichte Dichtung na vorgesehen.