DE467129C - Einrichtung zum schnellen Loeschen eines zwischen Unterbrechungskontakten gezogenen Lichtbogens - Google Patents
Einrichtung zum schnellen Loeschen eines zwischen Unterbrechungskontakten gezogenen LichtbogensInfo
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Description
Es ist schon durch das Patent 266 745 bekannt geworden, zur Beschränkung des bei
Unterbrechung eines elektrischen Stromkreises entstehenden Lichtbogens die erste
Unterbrechung an einer beschränkten Anzahl Elektroden stattfinden zu lassen, wobei der
dabei entstehende Lichtbogen in eine größere Anzahl feststehender leitender Querwände
hineingeleitet wird, deren Zahl so bemessen ist, daß der Lichtbogen in so viel Teile zerlegt
wird, daß das Gefalle für den einzelnen Teil derjenigen Minimalspannung entspricht, bei
welcher ein Lichtbogen nicht mehr bestehen kann.
Um diese Wirkung noch weiter zu erhöhen, wird erfindungsgemäß zwischen den leitenden
Querwänden eine Anzahl metallischer Netze oder Gitter angeordnet. Dabei kann ein Teil
der metallischen Gitter durch Verbindung der
ao leitenden Querwände über Ohmsche oder kapazitive Widerstände überbrückt sein. Dieser
Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß durch das Einbringen von metallischen Netzen
oder Gittern der Raum, in dem sich der
fl5 Lichtbogen ausbildet, entionisiert wird, indem
seine Leitungsfähigkeit so herabgesetzt wird, daß er zu einem Isolator wird und bei
Wechselstromlichtbögen eine Rückzündung nicht zuläßt.
In den Abbildungen sind Ausführungsbeispiele nach der Erfindung dargestellt.
Abb. ι zeigt einen Querschnitt durch die Löscheinrichtung, Abb. 2 einen Schnitt in
Linie A-A der Abb. 1, Abb. 3 eine vergrößerte Ansicht der Löschkammer von oben und
Abb. 4 eine schematische Darstellung des Stromkreisverlaufes.
Der in der unteren Hälfte der Abb. 1 dargestellte Schalter besteht aus den feststehenden Hauptkontaktenil und 12, die durch
eine Kontaktbrücke 13 geschlossen sind. Die Kontaktbrücke ist in dem Punkt 14 des Hebels
15 drehbar gelagert, wobei sich der Hebel 15 um den festen Drehpunkt 16 bei Betätigen
des Gestänges 17 bewegen kann. Um den Drehpunkt 16 kann sich ebenfalls ein Arm 18
bewegen, der einen Vorkontaktschuh 19 trägt. Der mit dem Vorkontaktschuh 19 leitend verbundene
Arm 18 ist über die bewegliche Leitung 20 mit dem Hauptkontakt 12 verbunden.
Der federnde Gegenkontäkt 21 des Vorkontaktschuhs 19 ist über eine Verbindungsleitung
22 mit dem einen Anschluß 23 der Blasspule
24 leitend verbunden. Der andere Anschluß
25 der Blasspule ist durch die Leitung 26 mit dem Haupitkontakt 11 verbunden. Nach
Öffnen der Hauptkontaktbrücke 13 wird ein Lichtbogen zwischen dem Kontakt 21 und
dem Vorkontaktschuh 19 gezogen, der unter dem Einfluß des magnetischen Feldes der Blasspule
24 in die Löschkammer 27 hineingetrieben wird. Zu den Hauptkontakten 11 und 12
sind noch zwei weitere Hörnerkontakte 28, 29 parallel geschaltet, von denen der Kontakt 28
an dem Hauptkontakt 11 und der Kontakt 29 an der Kontaktbrücke 13 befestigt ist. Diese
verhindern bei öffnen der Kontaktbrücke 13 eine zugroßeLichtbogenbildung an den Hauptkontakten
11 und 12. Die Löschkammer 27
für den gezogenen Lichtbogen besteht aus vier Querwänden 30, 31, 32, 33, die voneinander
isoliert sind und den dazwischen angeordneten, ebenfalls voneinander isolierten metallischen
Netz- oder Gitterpaketen 34, 35» 36. Diese Netze oder Gitter werden durch isolierende
Streifen 37 aus Glimmer oder anderem feuerbeständigem Isoliermaterial an der Isolierwand
38 gehalten, wie es aus Abb. 2 ersichtlich ist. Die parallel zum Lichtbogen und der Isolierwand 38 liegenden Blaseisen 39
und 40 sitzen auf dem Eisen 41 der Blasspule 24. Die metallischen Netze oder Gitter sind
as derartig angeordnet, daß sie so wenig wie möglich das Lichtbogenspiel stören. Während
also die Netze oder Gitter voneinander isoliert nicht an Spannung liegen, sind dieäußerenjQuerwände
30, 33 als verlängerte Funkenhörner spannungsführend. Werden die Querwände 31, 32 nach Abb. 4 über Widerstände 43, 45
mit der Querwand 30 verbunden, so liegen diese Querwände 31, 32 ebenfalls an Spannung.
Die Anordnung nach der Erfindung wirkt in folgender Weise:
Geht z. B. der Strom eines Wechselstromlichtbogens durch den Nullwert hindurch, so
üben die den Raum zwischen den Lichtbogenelektroden ausfüllenden Gitter eine starke
entionisierende Wirkung auf diesen Raum aus, so daß dieser in seine ursprüngliche isolierendeBeschaffenheit
zurückgebracht und ein Rückzünden des Lichtbogens beim Ansteigen der Klemmenspannung verhindert wird.
Wie in Abb. 4 gezeigt, ist der ersten Lichtbogenlöschkammer
42 ein Widerstand 43 und der Lichtbogenkammer 44 ein höherer Widerstand
parallel geschaltet, während die Lichtbogenkammer 46 keine derartige Einrichtung
besitzt. An die Stelle der Ohmschen Widerstände können auch kapazitive Widerstände
treten. Durch eine derartige Parallelschaltung wird eine gleichmäßige Spannungsverteilung
auf die einzelnen metallischen Netze und Gitter erzielt. Durch den Widerstand 43
wird die Spannungserhöhung über den Klemmen, d. h. den Querwänden 30 und 31, des c
ersten Lichtbogens auf einen Wert begrenzt, der ein Entzünden des Lichtbogens über die
erste Löschkammer 42 unmöglich macht.
Da die Beweglichkeit der in dem Lichtbogenraum vorhandenen Ionen sich in Gasen
umgekehrt mit dem Molekulargewicht verändert, so ist es auch möglich, die Gitter in
eine Wasserstoffatmosphäre zu bringen, in der sich die Ionen sieben- bis achtmal schneller
bewegen würden als in Luft. Der Abstand der Gitter voneinander kann also siebenmal
so groß sein als bei Verwendung eines Luftdielektrikums. Auch wäre es möglich, eine
derartige Verwendung von Gittern und Netzen für Quecksilberschalter zu verwenden, bei
denen der Lichtbogen durch das sich von einem Kontakt fortbewegende Quecksilber gezogen
wird. Dabei wird er durch die einzelnen Gitter hindurchgezogen. Anstatt den beweglichen
Vorkontakt unterhalb der Gitter anzuordnen, ist es auch möglich, ihn unmittelbar
durch die Gitter oder Netze zu führen, wobei die Netze oder Gitter sich an den Vorkontakt
anschmiegen können. Die Elektroden, zwischen denen der Lichtbogen gezogen wird, können auch hörnerartig seitlich von der
Lichtbogenkammer abgebogen sein, so daß die Gitter gegen die Einwirkung des aus den
Elektroden heraustretenden Metalldampfes bei bestehendem Lichtbogen geschützt sind.
Die Anordnung kann auch für Kontakte von ölschaltern verwandt werden.
Claims (2)
1. Einrichtung zum schnellen Löschen eines zwischen Unterbrechungskontakten
gezogenen Lichtbogens mit einer Anzahl feststehender leitender, über den Unterbrechungskontakten
angeordneter Querwände, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den leitenden Querwänden eine Anzahl
metallischer Ne^ze oder Gitter angeordnet ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch .gekennzeichnet, daß ein Teil der
metallischen Netze oder Gitter durch Verbindung der leitenden Querwände über Ohmsche oder kapazitive Widerstände
überbrückt ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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