DE4437076C2 - Ventilsteuerung mit sauggeregelter Zahnringpumpe - Google Patents
Ventilsteuerung mit sauggeregelter ZahnringpumpeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Ventilsteuerung für einen Verbrennungsmotor nach dem
Oberbegriff von Anspruch 1.
Aus der US 5,247,914 A ist ein Steuerungssystem für Einlaß- bzw. Auslaßventile
eines Verbrennungsmotors bekannt. Das Steuerungssystem arbeitet mit zwei
Pumpen, einer Hauptölpumpe und einer Zusatzpumpe, die als Zahnringpumpe
ausgebildet sein kann. Die Zusatzpumpe liefert den notwendigen höheren Öldruck
bei niedrigen Drehzahlen und hoher Motorlast. Nachteiligerweise ist dieses System
mit hohem Konstuktions- und Regelungsaufwand verbunden.
Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Ventilsteuerung für einen
Verbrennungsmotor zu schaffen, die mit geringem Regelungsaufwand und mit
einfacher Konstruktion eine gut an den jeweiligen Bedarf angepaßte Versorgung mit
Arbeitsfluid ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst.
Eine Ventilsteuerung für einen Verbrennungsmotor wird nach der Erfindung mit
einer sauggeregelten Zahnringpumpe ausgestattet. Solche sauggeregelten Zahnring
pumpen sind beispielsweise aus der DE 42 09 143 C1 und der DE 43 30 586 A1
bekannt, die jeweils besondere Ausgestaltungen zur Verbesserung des Pumpen
wirkungsgrades sowie zur Vermeidung von Kavitationsgeräuschen bzw. -schädigun
gen beschreiben.
Obwohl es schon wegen der grundsätzlich anders gearteten Funktion nicht möglich
wäre, die Zahnringpumpe, die als Zusatzpumpe aus der US 5,247,914 A bekannt ist,
durch eine sauggeregelte Zahnringpumpe nach den obigen deutschen Druckschriften
zu ersetzen, sind die Pumpen gemäß der DE 42 09 143 C1 und der DE 43 30 586 A1
im Rahmen der vorliegenden Erfindung als durchaus geeignet zur Verwendung bei
der Ventilsteuerung anzusehen. Die in den beiden obigen deutschen Schriften
beschriebenen Merkmale und Ausgestaltungen der sauggeregelten Zahnringpumpen
können deshalb auch bei der erfindungsgemäßen Ventilsteuerung Anwendung finden.
Eine für die Zwecke der Erfindung verwendete sauggeregelte Zahnringpumpe, die
einen Dichtsteg mit mehreren sich von einem Einlaß für Arbeitsflüssigkeit zu einem
Pumpenauslaß hin verkleinernden Förderzellen, den sog. Druckzellen, aufweisen
kann, hat bereits von Hause aus eine drehzahlabhängige Förderkennlinie, die im
wesentlichen dem Bedarf der Ventilsteuerung entspricht. In ihrem unteren
Drehzahlbereich weist solch eine Pumpe einen steilen Anstieg der Fördermenge auf,
um alle Verbraucher sofort ausreichend mit Öl versorgen zu können. Die
Förderkurve flacht im oberen Drehzahlbereich ab bzw. ist dort im wesentlichen
konstant, was dem tatsächlichen Bedarf einer Ventilsteuerung entspricht. So kann
die hydraulische Verlustleistung reduziert werden. Bei entsprechender konstruktiver
Ausführung der Pumpe kann auf die nach dem Stand der Technik notwendigen
teuren Druckregelventile verzichtet werden. Einfache Sicherheitsventile reichen aus,
um besonders empfindliche Verbraucher bei Kaltstart des Motors vor Überdruck zu
schützen. Durch die Anpassung der Fördermenge an den Bedarf wird neben einer
hydrostatischen Leistungseinsparung noch eine Einsparung bei den Bauelementen im
Pumpenförderkreis erzielt.
Vorteilhafterweise kommt eine sauggeregelte Zahnringpumpe als Förderpumpe für
eine Nockenwellenverstellung zur Anwendung. Eine andere bevorzugte Verwendung
ist die Verwendung als Förderpumpe für eine Ventilhubverstellung. Des weiteren
kann solch eine Pumpe mit Vorteil für die Zu- oder Abschaltung von Zylindern
verwendet werden. Eine Kombination solcher Ventilsteuerarten kann ebenso
vorteilhaft durch solch eine sauggeregelte Zahnringpumpe versorgt werden. Bei
entsprechender Dimensionierung kann die erfindungsgemaß zum Zwecke der
Ventilsteuerung verwendete Pumpe zusätzlich den Motor mit Schmieröl versorgen.
Das Schmier- bzw. Motoröl dient dabei gleichzeitig auch als Arbeitsöl für die
Stellmittel der Ventilsteuerung.
Bevorzugterweise weist die Pumpe einsaugseitig eine Drosselung auf, die veränder
bar ist, um die Fördercharakteristik der Pumpe noch besser an den Bedarf der
Verbraucher anpassen zu können. So kann bereits mit einer mehrstufigen Drosselung
eine Pumpe mit einer mehrstufigen Förderkennlinie, deren Stufenanzahl der Anzahl
der Drosselstufen entspricht, bereitgestellt werden. Als Drosselelemente kommen
einfache Blenden oder Drosseln, aber auch Regelventile in Frage. Eine kontinuierli
che Verstellbarkeit der Drosselung kann mit Vorteil ebenfalls zur Anwendung
kommen, um Pumpen einer Pumpengröße unterschiedlichen Anforderungen flexibel
vor Ort anpassen zu können.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Darstellung des Arbeitsölbedarfs einer Ventilsteuerung;
Fig. 2 eine sauggeregelte Zahnringpumpe mit Drosselblende im Einlaßkanal;
und
Fig. 3 die Förderkennlinie der sauggeregelten Zahnringpumpe nach Fig.
2.
In Fig. 1 sind ein Volumenstrom p einer üblichen Pumpe und ein Volumen
strombedarf einer Ventilsteuerung in Abhängigkeit von der Motordrehzahl DM
dargestellt. Der Volumenstrombedarf der Ventilsteuerung steigt zunächst bis zu
einer Motordrehzahl D1M an, bleibt in dem sich daran anschließenden Drehzahl
bereich zwischen D1M und D2M im wesentlichen konstant, steigt ein zweites Mal
von der Drehzahl D2M bis zu einer Motordrehzahl D3M wieder an, um danach bei
weiter wachsenden Motordrehzahlen im wesentlichen bei dem bei D3M erreichten
Wert zu verharren.
Fig. 2 zeigt eine sauggeregelte Zahnringpumpe 100, die aufgrund der Saugregelung
bereits eine Förderkennlinie aufweist, die dem Volumenstrombedarf einer
Ventilsteuerung angepaßt ist. Die Förderkennlinie der sauggeregelten Zahnringpum
pe nach Fig. 2, nämlich deren über der Pumpendrehzahl aufgetragenen Volumen
strom P, der auch durch den Pumpenförderdruck ersetzt gedacht werden kann, ist
in Fig. 3 dargestellt. Danach flacht oder knickt der von der Pumpe geförderte
Volumenstrom P ab einer konstruktiv festlegbaren oder auch während des Betriebs
einstellbaren Grenzdrehzahl Dg, dem sogenannten Abregelpunkt, ab und bleibt trotz
weiter steigender Pumpendrehzahl DP danach im wesentlichen konstant.
Durch eine Drosselblende 14 im Saugrohr oder Einlaßkanal 12 der Pumpe 100 wird
die Ölmenge im Abregelpunkt Dg begrenzt. Es stellt sich eine kritische Strömungs
geschwindigkeit an der Drosselblende 14 ein, und die angesaugte und geförderte
Ölmenge bleibt trotz einer weiteren Drehzahlzunahme ab dem Abregelpunkt Dg im
wesentlichen konstant. Durch die einsaugseitige Drosselung ergibt sich nach der
Blende 14 ein starker Unterdruck, der geringer ist als der Dampfdruck des Öls. Das
Öl beginnt zu sieden und verdampft. Bei einer Rotation eines innen verzahnten
Hohlrads 2 und eines damit in Eingriff stehenden Ritzels 4 oberhalb des Abregel
punktes Dg füllen sich die Zahnkammern 13 über einen in das Pumpeninnere
mündenden Einlaß, der sog. Saugniere 11, mit einem Öl-Gasgemisch. Bei einer
herkömmlichen Zahnringpumpe ist der Dichtsteg (α) zwischen der Saugniere 11 und
einem Pumpenauslaß, der sog. Druckniere 20, klein. Würde eine solche Pumpe
Verwendung finden, würde das unter geringem Druck stehende Zahnvolumen
plötzlich druckbeaufschlagt. Das "Hochdrucköl" würde in den "Niederdruckbereich"
eindringen und die Gasblasen würden schlagartig vom gasförmigen Zustand in den
flüssigen Aggregatszustand überwechseln, d. h. sie würden implodieren. Dieses unter
dem Begriff "Kavitation" bekannte Phänomen verursacht Geräusche und Schäden an
der Pumpe. Um dies zu vermeiden, weist die sauggeregelte Zahnringpumpe einen
langen Dichtsteg zwischen der Saugniere 11 und der Druckniere 20 auf. Der
Dichtsteg sollte einen Winkel von mindestens 45°, vorzugsweise mindestens 90°,
überdecken. Das Öl/Gas-Gemisch wird dadurch bei maximalem Zahnkammervolu
men und nach Saugende und anschließender Volumenverkleinerung durch Drehung
der Pumpe langsam und nicht schlagartig komprimiert. Das Gas kann in den den
Dichtsteg bildenden Druckzellen 17 einen kontrollierten Aggregatzustandswechsel
durchlaufen und in den flüssigen Zustand übergehen, bevor das Zahnkammervolumen
in die Druckniere 20 entleert wird.
Im unteren Pumpendrehzahlbereich vor dem Abregelpunkt Dg sind die entlang des
Dichtstegs zwischen der Saugniere 11 und der Druckniere 20 liegenden Zahnkam
mern 17 zu 100% mit Öl gefüllt. Ausgehend vom maximalen Zahnkammervolumen
wird bei Drehung des Radsatzes 2, 4 die Saugnierenkante überschnitten, das
Zahnkammervolumen wird abgetrennt und bei weiterer Drehung durch Volumenver
kleinerung druckbeaufschlagt. Nun treten Kugelventile 21 in Funktion, die im
äußeren Hohlrad 2 in Überströmkanälen 128 angeordnet sind und wie Rück
schlagventile wirken. Steigt der Druck in einer Zahnkammer 17, so wird das
nachlaufende Ventil 21 gegenüber der als Saugraum wirkenden Saugniere 11
geschlossen, das vorlaufende Ventil 21 gegenüber der als Druckraum wirkenden
Druckniere 20 geöffnet. Das Öl strömt über den dadurch gebildeten Bypasskanal in
die nächste Zahnkammer. Da auch dort bei Drehung der Druck erhöht wird, strömt
das Öl in die dann folgende Zahnkammer und so fort, bis es in die Druckniere 20
gelangt. Es konnte durch Messung nachgewiesen werden, daß diese Pumpe keine
Kavitation erzeugt. Das Öl kann zwar Gasblasen bilden, sie implodieren aber nicht,
sondern gehen langsam und kontrolliert in den flüssigen Zustand über.
Bei einer einsaugseitig zu einem Abregelpunkt Dg hin gedrosselten und wie
vorstehend beschrieben ausgebildeten Zahnringpumpe kann somit, wie in Fig. 3
dargestellt, bei entsprechender Dimensionierung der Pumpe der gewünschte steile
Anstieg des geförderten Ölvolumenstroms P bei niedriger Pumpendrehzahl erreicht
werden. Trotz des sich bei steigender Pumpendrehzahl DP bildenden Öl/Gas-
Gemisches im Dichtsteg zwischen Saugniere 11 und Druckniere 20 bleibt die
Leistungsaufnahme der Pumpe bei dann im wesentlichen konstantem Volumenstrom
P vergleichsweise gering. Bei Verwendung solch einer Pumpe im Versorgungskreis
einer Ventilsteuerung muß wenig oder gar kein überschüssig gefördertes Öl in einen
Sumpf abgleitet werden. Auf den Einsatz teurer Druckregelventile kann ebenfalls
verzichtet werden. Es sind allenfalls billige Druckbegrenzungsventile notwendig. Die
Leistungsersparnis entspricht gegenüber den herkömmlicherweise verwendeten
Pumpen in etwa dem Volumenstromdreieck oberhalb des Abregelpunktes Dg, d. h.
in etwa der oberen, dunkel dargestellten Dreiecksfläche in Fig. 3.
Claims (6)
1. Ventilsteuerung eines Verbrennungsmotors
- a) mit einem hydraulisch betätigbaren Stellmittel zum motor drehzahlabhängigen Verstellen eines Ventilsteuermittels und
- b) mit einer vom Verbrennungsmotor angetriebenen Zahnringpumpe (100) zur Versorgung des Stellmittels mit Arbeitsflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß
- c) die Zahnringpumpe (100) sauggeregelt ist.
2. Ventilsteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ventilsteuermittel eine Nockenwelle ist, deren Phasenlage zur Steuerung
von Überlappungszeiten von Ein- und Auslaßventilen veränderbar ist.
3. Ventilsteuerung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zahnringpumpe (100) ein Stellmittel zur Veränderung eines
Ventilhubs mit Arbeitsflüssigkeit versorgt.
4. Ventilsteuerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zahnringpumpe (100) ein Stellmittel mit Arbeits
flüssigkeit versorgt, um einen Zylinder des Verbrennungsmotors zu- oder
abzuschalten.
5. Ventilsteuerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß eine einsaugseitige Drosselung (14) der Pumpe (100)
veränderbar ist, um die Förderkennlinie der Pumpe dem Bedarf der
Ventilsteuerung anpassen zu können.
6. Ventilsteuerung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drosselung (14) stufig, insbesondere zweistufig, ausgebildet ist.
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