DE4428630C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Textilien - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von TextilienInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Bleichen von Textilien nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zum Bleichen
von Textilien bekannt, die sich für die verschiedenen
Textilarten unterscheiden.
So werden in "Ullmanns Encyklopädie der technischen
Chemie", 4. Auflage 1974 Band 8 Seite 591 Verfahren
beschrieben, bei denen im Falle der Baumwollbleiche mit
Hypochlorit/Peroxid gebrüht oder gebeucht und im Falle
der Chemiefaserbleiche mit Peroxid alkalisch gebleicht
wird.
Die im Stand der Technik aufgeführten Verfahren sind
hohem Energieverbrauch verbunden und führen zu einer
hohen Salzfracht im gebrauchten Bleichmittel, die sich
umweltbelastend auswirken. Manche Fasern, wie z. B.
Textilien aus Polyurethan sind chlorempfindlich und
können daher mit chlorhaltigen Reagenzien nicht behan
delt werden. Versuche, mit Sauerstoff in der Gasphase
zu bleichen haben sich als ungeeignet herausgestellt,
da die der Bleichung zugrundeliegende Reaktion als
Phasengrenzreaktion zwischen der festen und der Gas
phase abläuft, was zu langen Bleichzeiten führt.
Weiterhin besteht das Problem, daß die für das Bleichen
mit Sauerstoff zu verwendenden Vorrichtungen nicht gas
dicht sind, was zu Gasverlusten führt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde ein
Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, bei denen
auf die Zufuhr von thermischer Energie verzichtet
werden kann. Zusätzlich soll die Belastung des Ab
wassers vermindert werden.
Ausgehend von dem im Oberbegriff des Anspruchs 1 be
rücksichtigten Stand der Technik ist die Aufgabe erfin
dungsgemäß gelöst mit dem im Kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 bzw. 6 angegebenen Merkmalen.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wurde nun eine
Möglichkeit geschaffen, mit geringem Energieaufwand und
unter Bildung umweltunschädlicher Reaktionsprodukte
Textilien auf einfache Weise zu bleichen.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprü
chen angegeben.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand
der beigefügten Zeichnungen erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 Eine für die Durchführung des
Verfahrens geeignete Vorrichtung.
Fig. 2 Eine Abwandlung der Vorrichtung in
Fig. 1.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung, bei der sich das
Bleichmittel 1, mit Ozon angereichertes Wasser, in
einem Behälter 2 befindet, der U-förmig ausgebildet,
und Bestandteil eines Bleichmittelkreislaufs ist, bei
dem das Bleichmittel 1 durch Leitungen 3 mit einer
Pumpe 4 und einem Ozonanreicherungsorgan 5, die in
Serie angeordnet sind, zirkuliert. Die Textilfaser 6
wird durch Elemente 7, beispielsweise Führungsrollen,
durch das U-förmig ausgebildete Bad gezogen. Das Ozon
anreicherungsorgan 5, für das beispielsweise ein Flüssig
keitsstrahlverdichter eingesetzt werden kann, ist durch
Leitungen 8 als Schnittstelle mit einem weiteren Kreis
lauf verbunden, bei dem ein Ozonisator 9 dem Ozonanrei
cherungsorgan 5 vorgeschaltet ist. Der Ozonisator 9
versorgt das Ozonanreicherungsorgan 5 mit einem
Sauerstoff-Ozongemisch. Überschüssiges Gasgemisch, das
vom Bleichmittel 1 nicht aufgenommen werden konnte,
wird dem Ozonisator 9, der mit einer Sauerstoffzufuhr
10, vorzugsweise technischer Sauerstoff, verbunden ist,
durch die Leitung 8 durch eine weitere Förderpumpe 11
wieder zugeführt.
In Fig. 2, in der gleichen Anlagenteilen die gleichen
Bezugszeichen zugeordnet sind, ist der Behälter 12 kas
tenförmig ausgebildet. Die Elemente 7 sind im Innenraum
des Behälters 2 derart angebracht, daß die Textilfaser
6 während des Durchlaufs alternierend in das Bleichmit
tel 1 eintaucht und in mit Bleichmittel 1 getränktem
Zustand außerhalb des Flüssigbades geführt wird.
Bei der Durchführung des Verfahrens wird nun die Texti
lie, beispielsweise eine Baumwollfaser, die zu Stoff
verarbeitet werden soll, über die Führungsrollen in das
ozonhaltige Wasser eingebracht, das in einer gekoppel
ten Kreislaufführung mit frischem Ozon angereichert
wird. Die Bleichung findet vorzugsweise bei Raumtem
peratur statt, da hierbei keine thermische Energie zu
geführt werden muß. Da das Ozon im Vergleich zu den
bisher verwendeten Bleichmitteln das höchste Oxida
tionspotential besitzt, ist mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren auch eine Zeitersparnis verbunden, die wirt
schaftlich vorteilhaft ist. Zudem wird der Biologische
Sauerstoffbedarf gesenkt, da durch das Restozon auch
eine Entkeimung bewirkt wird. Ein weiterer Vorteil des
Ozons als Bleichmittel besteht darin, daß beim Bleichen
anstelle von Salzen Sauerstoff als Nebenprodukt ent
steht. Es müssen demgemäß auch keine Salze aus der Fa
ser ausgespült werden, die die Faser schädigen können.
Zusätzlicher Chemischer Sauerstoffbedarf wird nicht nur
unterbunden, es findet sogar eine Anreicherung des Ab
wassers mit Sauerstoff statt. Aus wirtschaftlichen Be
trachtungen und aus Gründen der Umweltverträglichkeit
wird als Lösungsmittel für das Ozon Wasser eingesetzt.
Es ist allerdings auch die Verwendung von organischen
Lösungsmitteln möglich, die gegenüber Ozon beständig
sind. Hierfür kommen kinetisch inerte vollständig
halogenierte Kohlenwasserstoffe in Betracht.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können selbstver
ständlich auch Textilausgangsstoffe, wie Fasern, Garne
und Vliesen in entsprechenden Vorrichtungen gebleicht
werden.
Claims (7)
1. Verfahren zum Bleichen einer Textilie mit einem
Bleichmittel, bei dem als Bleichmittel mit Ozon ange
reichertes Wasser verwendet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Bleichmittel in einem Kreisprozeß nach dem
Bleichen mit ozonhaltigem Gas angereichert und dem
Bleichprozeß wieder zugeführt wird, wobei das ozon
haltige Gas in einem Ozonanreicherungsorgan (5) mit
dem im Kreislauf geführten Wasser in Kontakt ge
bracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Anreicherung des Wassers mit Ozon ein uzon-
Sauerstoff-Gemisch dient.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Ozon-Sauerstoff-Gemisch in einem Ozonisator
(9) gewonnen wird, dem außer Sauerstoff das im
Ozonanreicherungsorgan (5) nicht aufgenommene
Restgas aus Sauerstoff und Ozon zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Textilie beim Bleichen in Gegenrichtung zum
Bleichmittelkreislauf geführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Textilie mindestens zweimal mit dem
Bleichmittel in Berührung gebracht wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1-5,
dadurch gekennzeichnet,
daß einem Behälter (2, 12) zur Aufnahme des Bleich
mittels (1) eine Pumpe (4) und ein Ozonanreicher
ungsorgan (5) zugeordnet sind, die mit dem Behälter
(2, 12) in Serie durch Leitungen (3) verbunden sind
und daß das Ozonanreicherungsorgan (5) mit einem ihm
vorgeschaltetem Ozonisator (9) und einer nachge
schalteten Förderpumpe (11) in Serie durch Leitungen
(8) verbunden ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Behälter (12) Elemente (7) derart angebracht
sind, daß die Textilie während ihres
Durchlaufes mehrmalig
in Kontakt mit dem Bleichmittel kommt.
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