DE4424368A1 - Verfahren zur Herstellung einer Rogowski-Spule und Strommeßanordnung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Rogowski-Spule und StrommeßanordnungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer
Strommeßanordnung, insbesondere für Hoch- oder Mittelspan
nungsanlagen. Sie betrifft auch eine Strommeßanordnung nach
dem Prinzip der Rogowski-Spule.
Aus der EP 0 510 311 A2 ist ein kombinierter Strom- und Span
nungswandler für eine metallgekapselte, gasisolierte Hoch
spannungsanlage bekannt. Der Stromwandler arbeitet nach dem
Prinzip der Rogowski-Spule. Die dort verwendete Spule ist aus
gewickelten Drähten hergestellt und weist daher alle her
stellungsbedingten Nachteile einer gewickelten Spule auf.
Dies betrifft insbesondere Ungenauigkeiten beim Wickeln.
Aus den technischen Mitteilungen AEG Telefunken, 60 (1970) 7,
Seiten 444 bis 448 ist eine nach dem Prinzip der Rogowski-
Spule arbeitende Meßanordnung beschrieben, die einen aus
mehreren geraden Wicklungsstücken bestehenden Wicklungsring
umfaßt. Zur Erzielung der erforderlichen Genauigkeit werden
dort geschliffene Keramikstäbe als Wicklungsträger benutzt.
Diese sind mit dem die Meßspule bildenden Leiter bewickelt.
Die unter den Punkten 1 bis 4 aufgeführten Bedingungen für
einen zuverlässigen Betrieb können aber auch dort nicht unbe
dingt eingehalten werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzu
geben, mit der auf einfache Art und Weise eine Spule nach dem
Rogowski-Prinzip für eine Strommeßanordnung hergestellt wer
den kann. Der Erfindung liegt die weitere Aufgabe zugrunde,
eine Meßanordnung nach dem Prinzip der Rogowski-Spule anzu
geben, die besonders einfach herstellbar ist und bei der die
obengenannten Nachteile vermieden sind.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einem Verfahren
zur Herstellung einer Rogowski-Spule, bei dem
- - zumindest auf einem Teilstück eines ringförmigen Wicklungs trägers eine elektrisch leitende Schicht aufgebracht wird und
- - die leitende Schicht unter Bildung einer Spule wendelartig unterbrochen wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich besonders einfach
durchführen, wobei eine immer gleichbleibende Qualität der
erzeugten Spule erzielbar ist. Dies betrifft auch Spulen, die
bogenförmig oder aus geraden Spulenabschnitten zusammenge
setzt sind.
Das Unterbrechen der leitenden Schicht erfolgt mit einem
geeigneten Werkzeug. Mit Vorteil geschieht dies beispiels
weise durch Fräsen, Schneiden, Atzen oder bevorzugt mit einem
Laserstrahl. Es ist dabei denkbar, daß auch der Wicklungs
träger mit unterbrochen oder zumindest eingeschnitten wird,
so daß dieser eine wendelfederartige Form erhält. Insbeson
dere ein Unterbrechen mit Laserstrahl läßt die Herstellung
einer hochpräzisen Meßanordnung mit hoher Genauigkeit zu,
wobei die Unterbrechungslinie sehr schmal gehalten werden
kann. Dadurch ist eine sehr enge Windungsfolge gegeben.
Zwar ist es aus der Leiterplattenfertigung bekannt, Spulen in
Leiterplatten einzusetzen. Dadurch werden jedoch nur ebene
Spulen gebildet, die keine dreidimensionale Ausdehnung haben.
Die Spule kann an einer geeigneten Stelle zur Bildung von
Abgriffen durchtrennt werden. Damit ist eine einfache Mög
lichkeit gegeben, elektrische Anschlüsse zu bilden, welche an
einer beliebigen Stelle des Teilstücks positioniert werden
können. Mit Vorteil werden die freien Enden oder Abgriffe der
Spule mit Anschlußleitungen mittels Löten, Schweißen,
Drücken, Klemmen oder Kleben elektrisch verbunden. Eine
spezielle Verbindungstechnik ist nicht nötig. Damit ist ein
Anschluß auf einer Baustelle unter einfachen Bedingungen
möglich.
Die Spule kann vorteilhafterweise mit einer Isolierschicht
und einer darauf folgenden weiteren leitenden Schicht über
zogen sein, welche ebenfalls unter Bildung einer weiteren
Spule wendelartig unterbrochen wird. Beide Spulen können
gegebenenfalls elektrisch miteinander verbunden werden. Auf
diese Weise sind auch aufwendige Spulenanordnungen realisier
bar, die beispielsweise zur Kompensation von Fremdeinwir
kungen dienen können.
Die Lösung der weiteren Aufgabe gelingt erfindungsgemäß mit
einer Strommeßanordnung nach dem Prinzip der Rogowski-Spule
mit einem ringförmigen Wicklungsträger, welcher eine wendel
förmig unterbrochene leitende Schicht an seiner Oberfläche
aufweist, durch die eine Spule gebildet ist. Auf diese Weise
bilden Spule und Wicklungsträger eine Baueinheit, die weit
gehend gegen mechanische Störungen oder Temperatureinflüsse
geschützt ist.
Der Wicklungsträger ist bevorzugt ringförmig, insbesondere
kreisringförmig, ausgebildet. Er kann dabei mehrere Teil
stücke umfassen, die mittels Verbindungsmittel elektrisch und
mechanisch miteinander verbunden sind. Bei Verwendung von
geraden Teilstücken kann dabei eine annähernd kreisring
förmige Form erzielt werden. Derartige Teilstücke sind sehr
einfach herstellbar, wodurch sich die Strommeßanordnung
kostengünstig realisieren läßt.
Mit Vorteil ist der Wicklungsträger mit den Verbindungsteilen
in einem Gießharz eingegossen. Damit ist insgesamt eine
stabile Baueinheit gebildet, die auch die entsprechenden
elektrischen Sicherheitsvorschriften erfüllt. Gegebenenfalls
läßt sich auf diese Weise die Strommeßanordnung auch in einen
Stützer oder einen Isolator einer Schaltanlage integrieren.
Die Erfindung, weitere Vorteile und Einzelheiten werden nach
folgend anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben.
Zur Herstellung einer hochpräzisen Strommeßanordnung nach Art
einer Rogowski-Spule sollten die folgenden Punkte erfüllt
sein:
- 1. Konstante Krümmung des Integrationsweges, d. h. der Achse des Wicklungsträgers,
- 2. konstanter Windungsquerschnitt auf der gesamten Länge des magnetischen Spannungsmessers,
- 3. konstante Windungsdichte der Meßwicklung und
- 4. senkrechte Stellung der Windungsflächen zur Achse des Wicklungsträgers.
Bei dem vorliegenden Verfahren wird von einem festen Wick
lungsträger, z. B. einem Keramikträger, ausgegangen. Es
können gegebenenfalls auch andere Werkstoffe, z. B. ent
sprechende Kunststoffe oder auch Glas, verwendet werden.
Auf den Wicklungsträger wird zunächst eine elektrisch lei
tende Schicht, insbesondere aus einem metallischem Material,
aufgebracht. Dies kann beispielsweise durch Spritzen, Tau
chen, Aufdampfen, Kleben oder mittels eines galvanischen Ver
fahrens erfolgen (Beispiel: Kupferkaschierung). Auf diese
Weise bildet der später die Windungen bildende Leiter zusam
men mit dem Wicklungsträger eine feste Baueinheit. Dies ist
besonders günstig für das Temperaturverhalten und damit ver
bundene Ausdehnungen des Wicklungsträgers und des Leiters.
Anschließend wird zumindest die leitende Schicht mit einem
geeigneten Werkzeug wendelartig unterbrochen, so daß eine
Wicklung gebildet ist. Das Unterbrechen kann dabei beispiels
weise durch Fräsen, Schneiden, Ätzen oder bevorzugt mit einem
Laserstrahl erfolgen. Es ist auch denkbar, daß auch der Wick
lungsträger mit unterbrochen oder zumindest eingeschnitten
wird, so daß dieser eine wendelfederartige Form erhält.
Der Wicklungsträger kann dabei ringförmig als Kreisring oder
auch als gerades Teilstück ausgebildet sein, wobei zur Bil
dung eines Meßringes mehrere Teilstücke leitend miteinander
verbunden werden müssen. Dies kann beispielsweise wie oben
beim Stand der Technik beschrieben erfolgen.
Bei Ausbildung des Wicklungsträgers als Ring wird der nach
dem Unterbrechen gebildete Endlosleiter an einer geeigneten
Stelle durchtrennt, so daß Abgriffe zum Anschließen der so
gebildeten Spule gegebenen sind. Gegebenenfalls kann durch
eine spezielle Unterbrechungstechnik auch eine Doppelspule
(mit zwei ineinanderliegenden Wicklungen) oder einander
überlappende Anschlußenden der Spule gebildet werden. Das
Befestigen von Anschlußleitungen an der Spule kann mittels
Löten, Schweißen, Drücken, Klemmen oder auch einer geeigneten
Klebeart erfolgen, so daß eine sichere elektrische Kontak
tierung gegeben ist.
Gegebenenfalls können die Verfahrensschritte unter Zwischen
schaltung eines weiteren Schrittes, bei dem eine Isolier
schicht auf die erste Schicht aufgebracht wird, wiederholt
werden. Auf diese Weise sind auch mehrlagige Spulen
realisierbar.
Zur Erzielung einer vorgegebenen Spannungsfestigkeit sowie
zur Bildung einer einbaufähigen Einheit kann eine auf diese
Weise gebildete Wicklungsanordnung zusätzlich noch vergossen
werden. Es ist dabei günstig, wenn das verwendete Vergußma
terial ein ähnliches Temperaturverhalten wie der Wicklungs
träger aufweist. Dazu eignet sich beispielsweise auch ein
Gießharz. Die Meßanordnung kann bevorzugt auch in einer
Durchführung oder in einem Stützer einer Hochspannungsschalt
anlage integriert werden.
In der Figur ist ein Ausführungsbeispiel einer aus mehreren
geraden Teilstücken 1a bis 1d zusammengesetzten Strommeßan
ordnung 3 gezeigt, die in einem Rohr 5 einer gekapselten
Schaltanlage angeordnet ist. Zentral im Rohr 5 verläuft ein
elektrischer Leiter 7. Die Teilstücke 1a bis 1d sind mittels
Verbindungsteile 9 miteinander verbunden. Die Verbindungs
teile 9 können außer der mechanischen Verbindungsaufgabe auch
eine Abschirmwirkung erfüllen. Sie weisen dazu zumindest eine
abschirmende Schicht, insbesondere eine Metallschicht, auf.
Die Teilstücke 1a bis 1d weisen in ihrem Inneren einen Wick
lungsträger auf, der (am Beispiels des Teilstücks la gezeigt)
mit einer leitenden Schicht 11 versehen ist. Die Schicht 11
ist mit einer wendelförmigen Unterbrechung 13 versehen, so
daß sie eine Wicklung bildet. Die Teilstücke 1a bis 1d sind
innerhalb der Verbindungsteile 9 elektrisch miteinander ver
bunden. Die Bildung von elektrischen Abgriffen für die ge
samte Meßanordnung 3 kann innerhalb eines der Verbindungs
teile 9 erfolgen, da hier ohnehin eine elektrische Verbindung
vorgesehen werden muß. Alternativ kann dies auch an einer
Stelle 15 erfolgen, bei der die Schicht 11 derart (bei
spielsweise in Längsrichtung) unterbrochen ist, daß die ge
bildete Wicklung unterbrochen ist. Hier können dann Anschluß
leitungen 17 elektrisch angeschlossen sein, die das erzeugte
Meßsignal einer nicht näher gezeigten Verarbeitungseinrich
tung, gegebenenfalls mit Integrator, zuführen.
Die Meßanordnung 3 kann auch selbstverständlich in Kreisring
form ausgebildet sein, wobei die Verbindungsteile 9 dann
prinzipiell entfallen können. Es müssen dann lediglich Mittel
zum Haltern der Meßanordnung 3 innerhalb des Rohres 5 vorge
sehen werden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird diese
Aufgabe von den Verbindungsteilen 9 erfüllt. Zusätzlich kann
die Meßanordnung 3 selbstverständlich mit den Verbindungs
teilen 9 vergossen sein, so daß eine massive Baueinheit ge
bildet ist (nicht näher gezeigt). Diese kann unter Umständen
auch nach Art eines Stüzters Haltemittel zur Befestigung an
dem Leiter 7 aufweisen.
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung einer Rogowski-Spule, bei dem
- - zumindest auf einem Teilstück (1a bis 1d) eines ringför migen Wicklungsträgers eine elektrisch leitende Schicht (11) aufgebracht wird und
- - die leitende Schicht (11) unter Bildung einer Spule wendelartig unterbrochen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Unterbrechen durch
Fräsen, Schneiden, Ätzen oder mit einem Laserstrahl erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Spule an einer
geeigneten Stelle (15) zur Bildung von Abgriffen durchtrennt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei an die freien
Enden oder Abgriffe der Spule Anschlußleitungen (17) mittels
Löten, Schweißen, Drücken, Klemmen oder Kleben elektrisch
verbunden werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die
Spule mit einer Isolierschicht und einer darauf folgenden
weiteren leitenden Schicht überzogen wird und welche eben
falls unter Bildung einer weiteren Spule mit freien Enden
wendelartig unterbrochen wird und welche gegebenenfalls mit
der ersten Spule elektrisch verbunden wird.
6. Strommeßanordnung nach dem Prinzip der Rogowski-Spule mit
einem ringförmigen Wicklungsträger, welche eine wendelförmig
unterbrochene leitende Schicht an seiner Oberfläche aufweist,
durch die eine Spule gebildet ist.
7. Strommeßanordnung nach Anspruch 6, wobei der Wicklungs
träger ringförmig, insbesondere kreisringförmig, ist.
8. Strommeßanordnung nach Anspruch 6 oder 7, wobei der Wick
lungsträger mehrere Teilstücke (1a bis 1d) umfaßt, die
mittels Verbindungsteile (9) elektrisch und mechanisch mit
einander verbunden sind.
9. Strommeßanordnung nach Anspruch 6, 7 oder 8, wobei der
Wicklungsträger mit den Verbindungsteilen (9) in einem Gieß
harz eingegossen ist.
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| DE19944424368 DE4424368A1 (de) | 1994-07-11 | 1994-07-11 | Verfahren zur Herstellung einer Rogowski-Spule und Strommeßanordnung |
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Publications (1)
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| DE (1) | DE4424368A1 (de) |
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