DE4421859C2 - Filter zum Reinigen von Gasen, insbesondere zum Abfangen von hochdispersem Staub oder von Schwefeldioxid - Google Patents
Filter zum Reinigen von Gasen, insbesondere zum Abfangen von hochdispersem Staub oder von SchwefeldioxidInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Filter zum Reinigen von Gasen, ins
besondere zum Abfangen von hochdispersem Staub oder von Schwefeldi
oxid, mit einem Elektret.
Es ist bekannt, verunreinigte Luft oder Gase mit Hilfe von Filtern
zu reinigen, die ein Elektret enthalten, d. h. ein polarisiertes
Dielektrikum. Diese Filter werden im folgenden auch kurz Elektret
filter genannt. Herkömmliche Elektretfilter bestehen aus einem
beabstandet zwischen zwei metallischen Elektroden angeordneten Elek
tret, welches durch eine an die Elektroden angelegte Spannung
polarisiert wird. Zum Reinigen von Gasen oder Luft macht man sich
den Effekt zunutze, daß geladene Teilchen, welche sich zwischen polarisierter
Elektretoberfläche und geladener Elektrode befinden, sich entsprechend dem
zwischen der Elektrode und dem Elektret bestehenden Feld in Richtung der ent
sprechend gegenpolig geladenen Oberflächen bewegen und dann dort adsorbiert
werden.
Aus der DE 29 41 094 A1 ist ein Luftfilter bekannt, welcher aus einer Kombination
von elektretisiertem Filtermaterial und nicht elektretisiertem Filtermaterial besteht.
Bei diesem bekannten Luftfilter werden ein konventioneller Filter und ein Elektret-
Filter hintereinander geschaltet, wobei mindestens einer der Filter zick-zack-förmig
ausgebildet ist, so daß sich eine beabstandete Anordnung der Filter ergibt.
Aufgrund der durch die Filterschich
ten hindurchtretenden Luft weisen diese bekannten Filter einen erheblichen Druckverlust auf.
Aus der DE 38 39 956 A1 ist eine Elektretfolie bekannt, welche eine poröse Folie
umfaßt, die aus einem dielektrischen Polymer und wenigstens einem festen
Material hergestellt ist, wobei das feste Material in oder auf der porösen Folie in
Abständen angeordnet ist. Dieser Stand der Technik zeigt insbesondere ein Elektret
aus dielektrischem Material und einem festen Material, wobei das feste Material in
direktem Kontakt in bzw. auf einem porösen Schaumstoff aus dielektrischem
Polymer angeordnet ist. Der komplizierte Aufbau dieser bekannten Elektretfolie
erfordert ein kompliziertes Verfahren zu ihrer Herstellung.
Bei herkömmlichen Elektretfiltern ist es notwendig,
die Oberflächen der Elektrode bzw. des Elektrets, regelmäßig zu
reinigen, und anschließend wieder mit einer an die beiden Elektroden
anzulegenden Spannung aufzuladen. Die Reinigung ist notwendig
aufgrund der kompletten Bedeckung der Oberflächen der Elektrode bzw.
des Elektrets mit den adsorbierten Verunreinigungen, welche sich bei
intensiver Filterbenutzung einstellt. Diese führt zu einem Abfall
des zwischen den beiden Oberflächen herrschenden Feldes und infolge
dessen zu einer erheblichen Schwächung der Filterleistung. Diese
Schwächung kann bis zum völligen Verlust der Reinigungswirkung eines
solchen Elektretfilters führen. Die Reinigung der Metalloberflächen
der Elektroden hat sich dabei als schwierig und aufwendig herausge
stellt, und es muß dafür immer eine Spannungsquelle zur Verfügung
gestellt und angeschlossen werden.
Die oben beschriebenen Probleme haben es bisher verhindert, daß es
zu einer breiten industriellen Anwendung von Elektretfiltern kam.
Dies ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, daß sich eine
Herstellung von Elektretfiltern mit großflächigen Elektroden bisher
als sehr problematisch erwiesen hat. Ferner kommt es bei den her
kömmlichen Elektretfiltern auch zu einer schnellen Oxydation der
Metalloberflächen der Elektroden aufgrund der oft aggressiven
Bestandteile der zu reinigenden Gase, wodurch die Elektroden all
mählich zerstört werden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher einen Elektretfilter zu schaffen,
der die oben genannten Probleme löst und eine dauerhafte zerstö
rungsfreie Anwendung von Elektretfiltern zum Reinigen von verunrei
nigten Gasen und insbesondere zum Abfangen von hochdispersem Staub
oder von Schwefeldioxid ermöglicht.
Diese Aufgabe wird bei einem Filter der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß gelöst durch das Elektret in Abstand zumindest
teilweise umgebende Schichten aus porösem Dielektrikum.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere darin, daß auf die
Verwendung von Metallelektroden verzichtet werden kann und es daher
nicht mehr zu den oben beschriebenen Problemen wie etwa Korrosion
der Metalloberflächen oder der aufwendigen Reinigung von mit adsor
bierten Teilchen bedeckten Elektret bzw. Metalloberflächen kommt.
Erfindungsgemäß werden vielmehr anstatt Elektroden Schichten aus
porösem Dielektrikum verwendet, die in vorgegebenem Abstand dem
Elektret gegenüberliegend angeordnet sind, und die leicht und
kostengünstig zu reinigen sind.
Weiterhin vorteilhaft ist es, daß mit dem erfindungsgemäßen Filter
eine Reinigung von Gasen möglich ist, welche mit hochdispersem Staub
belastet sind. Der in den Gasen enthaltene hochdisperse Staub läßt
sich durch den Filter abfangen.
Der erfindungsgemäße Filter erlaubte es insbesondere auch, ein mit
Schwefeldioxid verunreinigtes Gas zu reinigen.
Besonders vorteilhaft ist es, daß aufgrund der Verwendung von
porösem Dielektrikum anstelle metallischer Elektroden auf eine
äußere Spannungsquelle zum Aufladen von Elektroden bzw. Elektret
verzichtet werden kann. Weiterhin ist es möglich, wegen der geringen
Kosten der verwendbaren dielektrischen Materialien kostengünstig
großflächige Adsorbtionsoberflächen für den Bau von Elektretfilter
herzustellen.
Die erfindungsgemäßen Maßnahmen bieten die Möglichkeit gegenüber dem
Stand der Technik höhere elektrische Felder zwischen den Adsorb
tionsoberflächen zu realisieren. Da die Leistungsfähigkeit des
Filters proportional zur Größe des zwischen den Adsorbtionsober
flächen des Elektrets und der äußeren dielektrischen Schichten
vorhandenen elektrischen Feldes ist, kommt es zu einer entsprechend
erhöhten Reinigungskraft des erfindungsgemäßen Filters.
Vorzugsweise wird das poröse Dielektrikum aus einem Schaumstoff,
insbesondere aus einem offenporigen oder offenzelligen Schaumstoff
hergestellt.
Besonders bevorzugt ist das Elektret als eine dünne Schicht oder
Platte aus einem Polymer wie z. B. Polytetrafluorethylen ausgebildet
und wird durch thermische Behandlung polarisiert.
Besonders vorteilhaft ist es, zwischen Elektret und den äußeren
Schichten eine gasdurchlässige Gitterschicht einzubringen, die als
Abstandshalter dient. Dadurch läßt sich eine stabile Verbindung von
Elektret und den äußeren dielektrischen porösen Schichten erreichen.
Dies bedeutet, daß sich mit Hilfe der Gitterschicht der Filter als
homogener Schichtverbund verwirklichen läßt. Dieser Verbund läßt
sich auf stabile Art und Weise übereinanderschichten. Es entsteht
ein Filterkörper mit vielen Einzelfiltern - eine Mehrfachschichtung
von einzelnen Filtern. Durch diese Mehrfachschichtung ist es ins
besondere bei industrieller Anwendung möglich, sehr große staubad
sorbierende Oberflächen bei kleinem Raumbedarf des Gesamtfilters zur
Verfügung zu stellen.
Durch thermische Behandlung des Elektrets bildet sich ein elek
trisches Feld aus. Durch das elektrische Feld bildet sich eine
induktive Polarisation des porösen Dielektrikums aus. Dadurch ist es
möglich, auf ein Anlegen einer externen Spannung an das poröse
Dielektrikum zur Aufrechterhaltung und Erzeugung eines elektrischen
Feldes innerhalb der beiden porösen dielektrischen Schichten zu
verzichten.
Ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Filters zeich
net sich erfindungsgemäß dadurch aus, daß das Elektret durch thermi
sche Behandlung eines Polymers erzeugt wird. Dabei ist es möglich,
auf eine Verwendung eines elektrischen Feldes zur Erzeugung der
Polarisation im dielektrischen Material zu verzichten.
Erfindungsgemäß ist es möglich, das Elektret durch thermische
Behandlung zu repolarisieren. Hierdurch wird eine kostengünstige und
einfache Wiederaufbereitung eines erfindungsgemäßen Filters er
reicht, wenn das Elektret durch längere Benutzung depolarisiert ist.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der
Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen bekannten Filter zum Reinigen von Gasen;
Fig. 2 einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Filters
zum Reinigen von Gasen;
Fig. 3 eine Gesamtansicht und vier Detailansichten eines
aus mehreren mit einer Gitterstruktur verbundenen
Filterschichten aufgebauten Filters.
Ein bekannter Filter zum Reinigen von Gasen besteht gemäß Fig. 1
aus einem Elektret 2, aus zwei metallischen Elektroden 18 und einer
die Elektroden 18 über Stromzuführungen 12 mit Spannung versorgenden
Spannungsquelle 14. Dargestellt ist ein mit Hilfe der Spannungs
quelle 14 zwischen dem Elektret 2 und der Elektrode 18 aufgebautes
elektrisches Feld 10. In diesem können sich Ladungsträger 16 ent
sprechend ihrer Ladung auf eine der negativ bzw. positiv geladenen
Oberflächen von Elektret 2 bzw. Elektrode 18 zubewegen. Wird ein
verunreinigtes Gas 6 durch einen Zwischenraum 4 zwischen Elektret 2
und Elektrode 18 hindurchgeführt, so werden im Gasstrom 6 enthaltene
geladene Teilchen 16 an der Elektret- oder der Elektrodenoberfläche
adsorbiert. Nach Durchtritt des Gases 6 durch den Zwischenraum 4 ist
das Gas 6 dann entsprechend gereinigt. Es enthält keine geladenen
Verunreinigungsteilchen mehr.
Fig. 2 zeigt nun eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Filters 1, welcher zum Reinigen von Gasen, insbesondere zum
Abfangen von hochdispersem Staub oder von Schwefeldioxid dient.
Dargestellt ist wiederum ein elektrisches Feld 10 zwischen Elektret
2 und einer das Elektret 2 in Abstand umgebenden Schicht aus porösem
Dielektrikum 3. Das zu reinigende Gas 6, welches z. B. mit hoch
dispersem Staub und/oder mit Schwefeldioxid belastet sein kann,
tritt in Fig. 2 von rechts nach links durch die Zwischenräume 4
zwischen Elektret 2 und porösem Dielektrikum 3 hindurch. Es kann
aufgrund des zwischen Elektret 2 und porösem Dielektrikum 3 herr
schenden elektrischen Feldes 10 gereinigt werden. Die Reinigung
geschieht durch eine Aussonderung von geladenen Teilchen 16 mit
Hilfe des elektrischen Feldes 10 entsprechend ihrer jeweiligen
Ladung in Richtung einer der geladenen Oberflächen von porösem
Dielektrikum 3 oder Elektret 2. Das Feld zwischen porösem Dielek
trikum 3 und Elektret 2 beträgt bei Verwendung von Polytetrafluo
rethylen als Elektret 2 und einem offenporigen oder offenzelligen
Schaumstoff als poröses Dielektrikum 3 ungefähr 33 Kilovolt pro m².
Es liegt damit wesentlich höher als das bisher bei entsprechenden
bekannten Filtern maximale elektrische Feld. Es kommt zu einer
weiter erhöhten Reinigungskraft des erfindungsgemäßen Filters zum
Reinigen von Gasen 1.
Zur Erzeugung des elektrischen Feldes in 10 in Fig. 2 wird der
gesamte Filter 1 thermisch behandelt. Hierdurch kommt es zu einer
Polarisation des Elektrets 2 und einer induktiven Polarisation des
porösen Dielektrikums 3. Somit kommt es zu einem dauerhaften elek
trischen Feld 10 zwischen beiden Schichten, vgl. S.A.Tevzadze: The
Rise of electretic charges on polytetrafluoroethylene following its
thermal treatment in: Bulletin of the Academy of Sciences of the
Georgian SSR 112, N2, 1983, pp.289-292.
Zur Wiederaufbereitung des Filters 1 bei starker Bedeckung der
Oberflächen mit adsorbierten Teilchen 16 von Elektret 2 oder porösem
Dielektrikum 3 ist es erforderlich, die Oberflächen etwa mittels
Druckluft abzublasen. Anschließend läßt sich die Polarisation des
Elektrets 2 durch erneute thermische Behandlung wiederherstellen.
Die erfindungsgemäßen Filter 1 können daher ohne großen technologi
schen Aufwand auf einfache Art und Weise recycelt werden. Insbesonde
re kann auch bei der Wiederaufbereitung auf das Anlegen einer
Spannung an den Filter 1 verzichtet werden.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des Filters 1 ist in Fig. 3
zu erkennen. Hier ist ein mit Hilfe eines Kapronfilamentes 32 oder
aus einem Filament eines anderen Materials gebildetes Gitter 38
zwischen die einzelnen Elektret- 2 bzw. Dielektrika- 3 Schichten
eingebracht. So ist eine Mehrfachschichtung von Filtern 1 ermög
licht. Durch das mit Hilfe von Kapronfilament 32, Kapronstegen 34
und Seitenstegen 36 aufgebaute Gitter 38 ist hierdurch eine raum
sparende Übereinanderschichtung von Filtern 1 möglich. Die überein
ander geschichteten Filter 1 werden beispielsweise in einem Gestell
30 angeordnet. Sie können wiederum durch Übereinanderschichtung von
Gestellen 30 zu einem ganzen Filterkomplex ausgebaut werden. Dies
bietet sich insbesondere bei großen Mengen von zu reinigenden Gasen
6 an, wie sie insbesondere bei Industrieanwendungen vorkommen.
Claims (9)
1. Filter zum Reinigen von Gasen (1), insbesondere zum Abfangen
von hochdispersem Staub oder von Schwefeldioxid,
mit einem Elektret (2),
gekennzeichnet durch das Elektret (2) in Abstand zumindest teilweise
umgebende Schichten aus porösem Dielektrikum (3).
2. Filter (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das poröse Dielektrikum (3) ein Schaum
stoff ist.
3. Filter (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das poröse Dielektrikum (3) ein offenpo
riger oder offenzelliger Schaumstoff ist.
4. Filter (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das poröse Dielektrikum (3) ein retiku
lierter Schaumstoff ist.
5. Filter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Elektret (2) eine dünne Schicht aus
einem Polymer ist und daß die äußeren Schichten (3) eben sind.
6. Filter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch je eine fluiddurchlässige Gitterschicht (38)
zwischen dem Elektret (2) und den äußeren Schichten (3).
7. Filter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Elektret (2) durch thermische
Behandlung polarisiert ist.
8. Filter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Elektret (2) ein Polymer ist.
9. Filter (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß das Elektret (2) Polytetrafluorethylen
enthält.
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