DE4411170C2 - Einrichtung zum Befüllen und Entleeren eines Lagerbehälters - Google Patents

Einrichtung zum Befüllen und Entleeren eines Lagerbehälters

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Description

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Befüllen eines unterirdischen Lagerbehälters mit einem Domschacht für ein flüssiges Produkt, insbesondere Vergaser-/Dieselkraftstoff/ Heizöl, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Für das Befüllen eines unterirdischen Lagerbehälters mit einem flüssigen Produkt ist in der Regel eine doppelwandige Fülleitung erforderlich. Der Zwischenraum zwischen dieser doppelwandigen Fülleitung ist mit einem Leckage-Überwa­ chungssystem dauernd auf Dichtigkeit zu überprüfen. Ande­ rerseits ist für die Versorgung der Zapfsäule eine Entlee­ rungsleitung zwischen dem unterirdischen Lagerbehälter und der Zapfsäule zu verlegen. Diese Entleerungsleitung ist als Saugleitung einwandig selbstsichernd ausgeführt.
Bei Tankstellen sind nun häufig der Füllschacht und die Zapfsäule in größerer Entfernung vom unterirdischen Lager­ behälter angeordnet, wobei um die Außenwand der in diesem Fall doppelwandig ausgeführten Fülleitung herum ein Leckage-/Prüfmedium zur Kontrolle der Dichtigkeit der Fülleitung vorgesehen sein muß.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung gemäß dem Gattungsbegriff in Patentanspruch 1 derart zu verbessern, daß ein System zur Leckage-Überwachung der Fülleitung mittels eines gasförmigen oder flüssigen Mediums nicht mehr benötigt wird.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 enthaltenen Merkmale.
Die Erfindung ermöglicht es, die Fülleitung und die Entlee­ rungsleitung durch ein einziges Rohr zu führen. Infolge der unterschiedlichen Funktion beider Leitungen ergibt sich die Möglichkeit, Vorkehrungen für den mechanischen und chemi­ schen Schutz der Füll- oder Druckleitung zu treffen. Darüber hinaus ergibt sich der Vorteil der Verlegung nur einer Doppelrohrleitung in koaxialer Ausführung in einem Rohrgraben im Erdboden.
Es empfiehlt sich, die Fülleitung in der Entleerungsleitung koaxial anzuordnen, wobei in einem zwischen der inneren Fülleitung und der äußeren Entleerungsleitung vorhandenen Ringraum die Fülleitung durch die Entleerungsleitung über­ wacht werden kann, weil der Ringraum einen Teil der Entlee­ rungsleitung bildet.
Am Ende der Entleerungsleitung befinden sich eine Pumpe und ein Schauglas, durch die sichergestellt ist, daß bei Un­ dichtigkeiten in der Fülleitung ein Medium, in der Regel Luft, in die unter Saugdruck stehende Entleerungsleitung gelangt. Die Luft wird dann in die Zapfsäule angesaugt und im Schauglas sichtbar oder durch einen Gasabscheider in der Pumpe abgeschieden. Ferner fällt die Flüssigkeitssäule in der Entleerungsleitung ab, weil die Pumpe Luft ansaugt. Da­ mit wird die Undichtigkeit in der Fülleitung angezeigt, so daß die Verwendung eines besonderen Leckage-Überwachungsme­ diums als Prüfmedium überflüssig ist, weil die Überwachung der Fülleitung mit der Selbstsicherung der Entleerungslei­ tung kombiniert ist.
Der Aufwand für die Verlegung der Fülleitung und der Ent­ leerungsleitung verringert sich erheblich. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Zapfsäule und der Füllschacht beieinander liegen. Vorteilhaft sind die Fülleitung und die Entleerungsleitung aus dem gleichen Werkstoff, vorzugsweise elektrisch leitendem Material, hergestellt, so daß sie leicht miteinander zu verarbeiten sind.
Ein Eingangsstück und ein Ausgangsstück des Doppelrohres sind vorteilhaft in dem Füllschacht bzw. Domschacht des Lagerbehälters angeordnet und daher leicht zugänglich. Sie benötigen lediglich eine Abdichtung zur Zapfsäule oder einen Anschluß an den unterirdischen Lagerbehälter. Damit sind auch eine Änderung der Rohrleitungen zum Umbelegen der Behälter oder eine Kontrolle und Wartung leicht möglich.
In der DE-PS 2 73 644 ist eine Anlage beschrieben, bei der an einen Dom eines feuergefährliche Flüssigkeit enthaltenden Lagerbehälters eine Förderleitung für diese Flüssigkeit angeschlossen ist. Die Förderleitung endet in einem Zapfhahn und ist mit Abstand von einem Mantelrohr umgeben, dessen Innenraum gegen den Lagerbehälter abgeschlossen ist, jedoch an dem unteren Ende durch eine Leitung mit einem Hochbehäl­ ter und an dem oberen Ende durch eine Leitung mit dem Innenraum des Lagerbehälters in Verbindung steht. Die zum Fortdrücken der feuergefährlichen Flüssigkeit dienende Druckflüssigkeit durchströmt demnach zunächst den Innenraum des Mantelrohres, bevor sie durch die weitere Leitung in den Lagerbehälter übertritt. Entsteht ein Bruch in der Förder­ leitung und dem diese umgebenden Mantelrohr, tritt die Druck­ flüssigkeit aus der Bruchstelle aus, so daß der Zufluß der Druckflüssigkeit zum Lagerbehälter und damit die Verdrängung der feuergefährlichen Flüssigkeit aus dem Lagerbehälter mittels der Druckflüssigkeit aufhören.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der schematischen Zeichnung eines Ausführungsbeispiels erläutert.
Im Erdreich 15 ist ein Lagerbehälter 10 für ein flüssiges oder gasförmiges Produkt 12, insbesondere Diesel- oder Ver­ gaserkraftstoff, Heizöl, gelagert, dessen Dom 13 innerhalb eines Domschachtes 11 zugänglich ist. In den Lagerbehälter 10 ragt das Ende einer Fülleitung 16. Die Fülleitung 16 ist im Domschacht 11 an ein dehnungsausgleichendes Distanzstück 36 angeschlossen. Anschließend ist die Fülleitung 16 in Form einer inneren Rohrleitung 16a in einem Abschnitt 22 als Bestandteil eines Doppelrohres 24 ausgebildet, durch dessen Ausgangsstück 32 sich die Fülleitung 16 erstreckt. Das Doppelrohr 24 ist im Erdreich 15 zwischen dem Dom­ schacht 11 und einem Füllschacht 14 verlegt und in diesem mit einem Eingangsstück 30 versehen, aus welchem ein Füll­ stutzen 16b der Fülleitung 16 aufragt und in üblicher Weise verschließbar ist.
Ferner ist im Lagerbehälter 10 eine Saug- oder Entleerungs­ leitung 18 angeordnet, die eine äußere Rohrleitung 18a des Doppelrohres 24 bildet und in dieses am Ausgangsstücks 32 eintritt und dort gegenüber der Fülleitung 16 bzw. der inneren Rohrleitung 16a derselben abgedichtet ist und diese im radialen Abstand bis zum Eingangsstück 30 unter Bildung eines Ringraumes 19 koaxial umgibt. Anschließend erstreckt sich die Entleerungsleitung 18 von dem Eingangsstück 30 des Doppelrohres 24 im Füllschacht 14 durch das Erdreich 15 in einen Zapfsäulenschacht 38 mit einer darüber liegenden Zapfsäule 20 und einer Pumpe 26 und einem Schauglas 28. Die Entleerungsleitung 18 ist ebenfalls mit einem dehnungsaus­ gleichenden Distanzstück 40 versehen, das der Pumpe 26 vor­ geschaltet ist.
Die Fülleitung 16, 16a und die Entleerungsleitung 18, 18a sind aus dem gleichen Werkstoff, z. B. Kunststoff, herge­ stellt. Ferner kann der Werkstoff für die Fülleitung 16, 16a und die Entleerungsleitung 18, 18a zweckmäßig elek­ trisch leitfähig sein, damit die Leitungen für Meßzwecke eingesetzt werden können und sich die Verlegung besonderer elektrischer Leitungen erübrigt.
Die beschriebene Verlegung ist von besonderem Vorteil, wenn der Füllschacht 14 in der Nähe der Zapfsäule 20 angeordnet ist und ein vorhandenes Leckanzeigemedium zur Verfügung steht.
Bezugszeichenliste
10 Lagerbehälter
11 Domschacht
12 Produkt
13 Dom
14 Füllschacht
15 Erdreich
16 Fülleitung
16a innere Rohrleitung
16b Füllstutzen
18 Entleerungsleitung
18a äußere Rohrleitung
19 Ringraum
20 Zapfsäule
22 Abschnitt
24 Doppelrohr
26 Pumpe
28 Schauglas
30 Eingangsstück
32 Ausgangsstück
36 druckausgleichendes Distanzstück
38 Zapfsäulenschacht
40 dehnungsausgleichendes Distanzstück.

Claims (10)

1. Einrichtung zum Befüllen und Entleeren eines unterirdi­ schen Lagerbehälters (10) mit einem Domschacht (11) für ein flüssiges Produkt (12), insbesondere Vergaser- und Dieselkraftstoff, Heizöl, mit einem Füllschacht (14) und einer darin angeordneten, zum Lagerbehälter (10) führenden Fülleitung (16) und einer Entleerungsleitung (18) zwischen dem Lagerbehälter (10) und einer Zapf­ säule (20) mit einer Pumpe (26) und einem Schauglas (28), wobei die Fülleitung (16) und die Entleerungslei­ tung (18) schwer zugänglich bzw. unterirdisch verlegt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Fülleitung (16) und die Entleerungsleitung (18) auf einem Teilabschnitt (22) ihrer Länge als Doppelrohr (24) ausgebildet sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fülleitung (16) im Doppelrohr (24) als innere Rohrleitung (16a) und die Entleerungsleitung (18) als äußere Rohrleitung (18a) koaxial angeordnet sind.
3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch ge­ kennzeichnet, daß ein Eingangsstück (30) des Doppelroh­ res (24) im Füllschacht (14) und ein Ausgangsstück (32) des Doppelrohres (24) im Domschacht (11) des unterirdi­ schen Lagerbehälters (10) angeordnet sind.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Eingangsstück (30) im Füll­ schacht (14) einen Füllstutzen (16b) der Fülleitung (16) aufweist, der gegenüber der Entleerungsleitung (18) abgedichtet ist, während vom Ausgangsstück (32) im Domschacht (11) die Entleerungsleitung (18) und die Fülleitung (16) getrennt in den Lagerbehälter (10) ge­ führt sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein dehnungsausgleichendes Distanz­ stück (36) in die Fülleitung (16) hinter das Ausgangs­ stück (32) des Doppelrohres (24) geschaltet ist.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Doppelrohr (24) zwischen dem Domschacht (11) und dem Füllschacht (14) unterirdisch verlegt ist, wobei sich die Entleerungsleitung (18) vom Füllschacht (14) in einen Zapfsäulenschacht (38) unter­ irdisch erstreckt und oberhalb desselben mit einem dehnungsausgleichenden Distanzstück (40) ausgerüstet ist.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende der Entleerungsleitung (18) eine Pumpe (26) und ein Schauglas (28) angeordnet sind.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fülleitung (16, 16a) und die Entleerungsleitung (18, 18a) aus dem gleichen Werkstoff hergestellt sind.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff aus Kunststoff besteht.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff für die Fülleitung (16, 16a) und die Entleerungsleitung (18, 18a) elek­ trisch leitfähig ist.
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