DE4406501C2 - Oberflächenwellen-Konvolver - Google Patents
Oberflächenwellen-KonvolverInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Oberflächenwellen-Konvolver, der die Nichtline
arität von akustischen Oberflächenwellen ausnutzt, insbesondere einen Kon
volver, bei dem ein piezoelektrischer ZnO-Dünnfilm auf einem piezoelektri
schen Substrat aus einem LiNbO3-Einkristall angeordnet ist.
Derartige elastische Konvolver sind Signalverarbeitungseinrichtungen, die zur
Bildung des Faltungsintegrals von zwei Eingangssignalen dienen und dabei
das nichtlineare Verhalten eines piezoelektrischen Körpers ausnutzen. Es ist
ein Oberflächenwellen-Konvolver dieser Art bekannt, in dem ein Multistrip-
Koppler, im folgenden als MSC bezeichnet, vorgesehen ist. Ein Beispiel eines
Oberflächenwellen-Konvolvers nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist be
kannt aus der Veröffentlichung Dr. H.-P. Graßl, Oberflächenwellenbauelement
als Konvolver, in: Elektronik, Heft 6, 1985, S. 61 bis 66. Ein weiteres Beispiel
eines solchen Konvolvers ist in Fig. 8 gezeigt.
Der Konvolver 1 weist als piezoelektrischen Körper ein Substrat 2 auf, das aus
einem piezoelektrischen LiNbO3-Einkristall besteht. Eingangs-Interdigital
wandler 3 (im folgenden als Eingangs-IDTs bezeichnet) sind jeweils in der
Nähe der beiden Endflächen 2a und 2b des Substrats 2 ausgebildet. Die Ein
gangs-IDTs 3 werden jeweils durch zwei Kammelektroden gebildet, deren
Elektrodenfinger ineinandergreifen.
In der Mitte einer Fläche zwischen den Eingangs-IDTs 3 ist eine Wellen
leiterbahn 4 ausgebildet, die parallel zur Ausbreitungsrichtung von Ober
flächenwellen verläuft. Die MSCs 5 sind jeweils zwischen der Wellenleiter
bahn 4 und den Eingangs-IDTs 3 angeordnet.
Wenn bei diesem Konvolver 1 Eingangssignale an die Eingangs-IDTs 3 ange
legt werden, so werden durch die Eingangssignale akustische Oberflächen
wellen angeregt, die sich in den durch Pfeile A und B angegebenen Richtun
gen ausbreiten. Die akustischen Oberflächenwellen werden jeweils in den
MSCs 5 komprimiert und dann in der Wellenleiterbahn 4 einander überla
gert, so daß ein Ausgangssignal abgegriffen werden kann.
Die Leistungsfähigkeit eines Konvolvers ist allgemein durch seine Effizienz F
und ein sogenanntes BT-Produkt gegeben (B repräsentiert die Bandbreite
und T die Integrationszeit oder Verarbeitungszeit).
Es ist wünschenswert, die Effizienz F und das BT-Produkt zu verbessern.
Da der Konvolver mit akustischen Oberflächenwellen arbeitet, ist zu folgern,
daß zur Steigerung der Effizienz F ein piezoelektrisches Substrat 2 verwendet
werden kann, das einen großen, elektromechanischen Kopplungsfaktor und
eine wesentliche Nichtlinearität aufweist. Andererseits ist berichtet worden,
daß man einen größeren, elektromechanischen Kopplungsfaktor erhält, wenn
auf einem Substrat aus einem piezoelektrischen LiNbO3-Einkristall, der mit
IDTs zur Anregung von Oberflächenwellen versehen ist, ein piezoelektrischer
ZnO-Dünnfilm angebracht wird (A. Armstrong et al., Proc. 1972, IEEE Ultra
son. Symp., Seiten 370 bis 372 (1972), und Nakamura et al., Proceedings of
Japanese Conference on Acoustics, October 1991, Seiten 953 bis 954).
Die Effizienz des herkömmlichen Konvolvers 1 nach Fig. 8 kann deshalb ge
steigert werden, indem ein piezoelektrischer ZnO-Dünnfilm so auf beiden
Oberflächen des piezoelektrischen Substrats 2 ausgebildet wird, daß er die
Eingangs-IDTs 3, die MSCs 5 und die Wellenleiterbahn 4 überdeckt.
Es zeigt sich jedoch, daß so zwar die Effizienz zunimmt, die Bandbreite, ins
besondere die 3-dB-Bandbreite (entsprechend einer Dämpfung um 3 dB) hin
gegen abnimmt. Wenn die Bandbreite größer ist, kann der Konvolver ein
Signal mit einem breiteren Spektrum verarbeiten. Folglich ist eine große
Bandbreite erwünscht. Wenn der piezoelektrische ZnO-Dünnfilm auf der ge
samten Oberfläche ausgebildet ist, wie oben beschrieben wurde, ergibt sich
zwar eine Zunahme der Effizienz, jedoch gleichzeitig eine unerwünschte Ab
nahme der Bandbreite.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Oberflächenwellen-Konvolver zu schaffen,
bei dem die Effizienz erhöht werden kann, ohne daß die Bandbreite abnimmt.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst.
Bei dem beanspruchten Konvolver ist mindestens ein piezoelektrischer
Dünnfilm in Bereichen auf dem piezoelektrischen Substrat ausgebildet, in de
nen sich die Eingangs-IDTs befinden, unter Aussparung eines Bereiches, in
dem die Wellenleiterbahn ausgebildet ist.
Als Materialien für den piezoelektrischen Dünnfilm können beispielsweise
ZnO, Ta2O5 oder CdS verwendet werden.
Der Grund, weshalb bei dem beanspruchten Konvolver die Effizienz er
höht ist, wird darin gesehen, daß die piezoelektrischen Dünnfilme auf den
Bereichen des piezoelektrischen LiNbO3-Substrats ausgebildet sind, in denen
sich mindestens die IDTs befinden, so daß der elektromechanische Kop
plungsfaktor des Substrats dort erhöht ist.
Weiterhin wird vermutet, daß die Erhöhung der Effizienz bei dem
beanspruchten Konvolver im Vergleich zu dem Fall, in dem der piezoelektri
sche Dünnfilm auf der gesamten Oberfläche des Substrats ausgebildet ist, auf
die folgende Ursache zurückzuführen ist. Es ist davon auszugehen, daß der
Verlust in dem herkömmlichen Konvolver 1 (Fig. 8) sich additiv aus dem
Verlust in den Eingangs-IDTs 3, dem Verlust in den MSCs 5 und dem Verlust
in einem Ausbreitungsgebiet der Oberflächenwellen (einschließlich des Be
reichs, in dem die Wellenleiterbahn 4 ausgebildet ist) zusammensetzt. Um
den Verlust in jedem dieser Bereiche zu vermindern, ist es jedoch günstig,
wenn die obere Oberfläche dieses letzteren Bereichs nicht mit dem piezoe
lektrischen Dünnfilm beschichtet ist.
Andererseits handelt es sich bei den Bereichen, in denen die IDTs und die
MSCs ausgebildet sind, um Bereiche, in denen positiv der piezoelektrische
Effekt ausgenutzt wird. Folglich ist es zweckmäßig, die Anregungseffizienz für
akustische Oberflächenwellen zu erhöhen, indem piezoelektrische Dünnfilme
in diesen Bereichen aufgetragen werden.
Deshalb sind die piezoelektrischen Dünnfilme wenigstens
auf den Eingangs-IDTs ausgebildet, so daß eine erhöhte Anregungseffizienz
für akustische Oberflächenwellen zu erwarten ist. Andererseits ist auf einem
Ausbreitungsgebiet für die Oberflächenwellen, insbesondere auf der Wellen
leiterbahn, kein piezoelektrischer Dünnfilm vorgesehen, so daß die Ausbrei
tungsverluste der akustischen Oberflächenwellen verringert werden und eine
größere Effizienz erreicht wird als in dem Fall, in dem die gesamte Ober
fläche des piezoelektrischen Substrats mit dem piezoelektrischen Dünnfilm
beschichtet ist, und daß gleichzeitig die Abnahme der Bandbreite verhindert
werden kann.
Durch die Erfindung kann so ein Konvolver mit hoher Effizienz geschaffen
werden, ohne daß eine Abnahme der Bandbreite in Kauf genommen werden
muß.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird als piezoelektri
sches Substrat ein Y-Schnitt-Z-Ausbreitungs-LiNbO3-Einkristall verwendet. In
diesem Fall sind die Gruppe der Eingangs-IDTs, die Wellenleiterbahn und die
Multistrip-Koppler auf der +Y-Oberfläche des piezoelektrischen Substrats
ausgebildet. Wenn die Elektrodenanordnung, die die Eingangs-IDTs, die Wel
lenleiterbahn und die Multistrip-Koppler bildet, in dieser Weise auf der +Y-
Oberfläche des Substrats ausgebildet ist, wird der elektromechanische Kop
plungsfaktor des Substrats gegenüber dem Fall erhöht, in dem die Elektro
denanordnung auf der -Y-Oberfläche ausgebildet ist. Folglich ist es möglich,
eine höhere Effizienz des Konvolvers zu erreichen.
Wenn H die Dicke des piezoelektrischen Dünnfilms und λ die Wellenlänge
der sich ausbreitenden akustischen Oberflächenwellen ist, so liegt das Ver
hältnis H/λ vorzugsweise im Bereich von 0,08 bis 0,3. Durch diese Wahl des
Verhältnisses H/λ wird eine besonders wirksame Verstärkung des elektro
mechanischen Kopplungsfaktors erreicht, so daß die Effizienz des Konvolvers
weiter erhöht werden kann. Dies gilt besonders für den Konvolver, bei dem
in der oben beschriebenen Weise die Elektrodenanordnung auf der +Y-Ober
fläche ausgebildet ist.
Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen kann somit insgesamt eine be
trächtliche Steigerung der Effizienz des Konvolvers erreicht werden. Wenn
andererseits der Konvolver dieselbe Effizienz wie der herkömmliche Konvol
ver haben soll, so ist es bei dem erfindungsgemäßen Konvolver möglich, die
Anzahl der Streifen des Multistrip-Kopplers zu verringern und auf diese Wei
se einen Konvolver mit kleineren Abmessungen zu schaffen.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand
der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Grundriß eines Oberflächenwellen-Konvolvers gemäß ei
nem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung;
Fig. 2 Effizienz/Frequenz-Kennlinien für den Konvolver nach Fig. 1
und für ein Vergleichsbeispiel;
Fig. 3 einen Grundriß eines Konvolvers gemäß einem zweiten Ausfüh
rungsbeispiel der Erfindung;
Fig. 4 einen Grundriß eines Konvolvers gemäß einem dritten Ausfüh
rungsbeispiel der Erfindung;
Fig. 5 einen schematischen Schnitt zur Erläuterung des Schichtauf
baus mit einem piezoelektrischen ZnO-Dünnfilm auf einem
piezoelektrischen LiNbO3-Einkristall als Substrat;
Fig. 6 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen dem
Verhältnis H/λ und der Geschwindigkeit der akustischen Ober
flächenwellen bei dem Schichtaufbau nach Fig. 5;
Fig. 7 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen dem
Verhältnis H/λ und dem elektromechanischen Kopplungsfaktor
k bei dem Schichtaufbau nach Fig. 5 und
Fig. 8 einen Grundriß eines herkömmlichen Konvolvers.
In Fig. 1 ist in der Draufsicht ein Oberflächenwellen-Konvolver gemäß ei
nem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt.
Der Konvolver 11 weist ein piezoelektrisches Substrat 12 mit rechteckigem
Grundriß auf. Das Substrat 12 besteht aus einem piezoelektrischen LiNbO3-
Einkristall.
Eingangs-IDTs 13 sind in der Nähe der Endflächen 12a und 12b des Sub
strats 12 ausgebildet. Die Eingangs-IDTs 13 werden jeweils durch zwei
Kammelektroden mit ineinandergreifenden Elektrodenfingern gebildet. Wei
terhin ist in der Mitte eines Bereichs zwischen den Eingangs-IDTs 13 eine
Wellenleiterbahn 14 ausgebildet, die sich parallel zur Ausbreitungsrichtung
von Oberflächenwellen erstreckt. MSCs 15 sind jeweils zwischen der Wellen
leiterbahn 14 und einem der Eingangs-IDTs 13 angeordnet. Insoweit stimmt
der Aufbau des Konvolvers mit dem des herkömmlichen Konvolvers 1 nach
Fig. 8 überein.
Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind piezoelektrische ZnO-Dünn
filme 16 so auf der oberen Oberfläche des Substrats 12 ausgebildet, daß sie
die Bereiche überdecken, in denen sich die Eingangs-IDTs 13 und die MSCs
15 befinden.
Bei dem Konvolver 11 ist somit das piezoelektrische Substrat 12 so mit den
ZnO-Dünnfilmen 16 beschichtet, daß die Anregungseffizienz für akustische
Oberflächenwellen erhöht wird. Die Wellenleiterbahn 14 ist dagegen nicht
mit den piezoelektrischen ZnO-Dünnfilmen 16 beschichtet, so daß die Aus
breitungsverluste im Ausbreitungsbereich der Oberflächenwellen und insbe
sondere in der Wellenleiterbahn 14 verringert werden. Auf diese Weise wird
gegenüber dem herkömmlichen Konvolver 1 eine erhöhte Effizienz des Kon
volvers erreicht, ohne daß die Bandbreite abnimmt. Dieser Effekt wird nach
folgend unter Bezugnahme auf Fig. 2 näher beschrieben.
In Fig. 2 ist die Effizienz verschiedener Konvolver mit unterschiedlichem
Aufbau, die von den Erfindern hergestellt wurden, gegen die Frequenz aufge
tragen. Die strichpunktierte Kurve A in Fig. 2 ist die Kennlinie des her
kömmlichen Konvolvers 1, das in Fig. 8 gezeigt ist. Die gestrichelte Kurve B
betrifft den Fall, daß der ZnO-Dünnfilm bei dem herkömmlichen Konvolver 1
auf der gesamten oberen Oberfläche des piezoelektrischen Substrats 2 ausge
bildet ist. Die durchgezogene Kurve C ist die Kennlinie des Konvolvers 11
nach dem ersten Ausführungsbeispiel. Wie aus Fig. 2 hervorgeht, ist bei der
Anordnung, bei der der piezoelektrische ZnO-Dünnfilm auf der gesamten
oberen Oberfläche des Substrats ausgebildet ist, die Effizienz erhöht, wäh
rend die Bandbreite kleiner ist als bei dem herkömmlichen Konvolver 1 (ge
strichelte Kurve B). Bei dem Konvolver nach dem ersten Ausführungsbeispiel
ist dagegen die Effizienz weiter erhöht, während die 3-dB-Bandbreite einen
ausreichend hohen Wert hat.
Fig. 3 zeigt einen Grundriß eines Konvolvers 21 nach einem zweiten Ausfüh
rungsbeispiel der Erfindung. Der Konvolver 21 hat einen ähnlichen Aufbau
wie der Konvolver 11 nach dem ersten Ausführungsbeispiel, unterscheidet
sich hiervon jedoch hinsichtlich der Anordnung und Ausdehnung der piezoe
lektrischen ZnO-Dünnfilme, die hier mit dem Bezugszeichen 26 bezeichnet
sind.
Bei dem Konvolver 21 nach dem zweiten Ausführungsbeispiel sind die Dünn
filme 26 so gestaltet, daß sie nur die Bereiche bedecken, in denen die Ein
gangs-IDTs 13 auf der oberen Oberfläche des Substrats 12 ausgebildet sind.
Die Effizienz/Frequenz-Kennlinie des Konvolvers 21 nach dem zweiten Aus
führungsbeispiel ist in Fig. 2 durch die durchgezogene Kurve D angegeben.
Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist im Vergleich zu dem herkömmli
chen Konvolver 1 die Effizienz erhöht, ohne daß die Bandbreite abnimmt.
Fig. 4 zeigt einen Grundriß eines Konvolvers 31 gemäß einem dritten Aus
führungsbeispiel der Erfindung. Der Konvolver 31 ist ähnlich aufgebaut wie
der Konvolver 11 nach dem ersten Ausführungsbeispiel, mit dem Unter
schied, daß mit Ausnahme des Bereiches, in dem die Wellenleiterbahn 14
ausgebildet ist, und der unmittelbaren Umgebung dieses Bereiches die ge
samte verbleibende Oberfläche des Substrats mit einem piezoelektrischen
Dünnfilm 36 aus ZnO beschichtet ist.
Ebenso wie bei dem ersten und zweiten Ausführungsbeispiel ist es auch mit
diesem Ausführungsbeispiel möglich, die Effizienz im Vergleich zu dem her
kömmlichen Konvolver 1 zu erhöhen, ohne daß die Bandbreite abnimmt. Bei
einem ZnO/LiNbO3-Schichtaufbau ist die Umwandlungseffizienz von akusti
schen Oberflächenwellen in den IDTs und MSCs höher als bei einem piezoe
lektrischen Substrat, das nur aus LiNbO3 besteht. Allerdings erweist sich da
bei als Problem, daß die hohe Umwandlungseffizienz zu Interferenzen
zwischen Leck-Oberflächenwellen in einem Bereich zwischen den beiden
MSCs 15 oder zu Brummsignalen aufgrund von akustischen Oberflächenwel
len führt, die aus den IDTs 13 herauslecken und an Endflächen des Substrats
reflektiert werden. Bei dem Konvolver 31 nach dem dritten Ausführungsbei
spiel werden jedoch die durch Pfeile E in Fig. 4 angegebenen akustischen
Oberflächenwellen, die aus den MSCs 15 herauslecken, durch den oben be
schriebenen ZnO-Dünnfilm 38 gedämpft. Somit ist es möglich, die Interfe
renz in dem Bereich zwischen den beiden MSCs 15 zu verringern. Außerdem
werden durch den Dünnfilm 36 auch die akustischen Oberflächenwellen
nachhaltig gedämpft, die an den Endflächen des Substrats reflektiert werden
und in Fig. 4 durch Pfeile F bezeichnet sind. Somit werden auch die uner
wünschten Brummsignale der reflektierten Wellen wirksam verringert.
Nachfolgend wird ein Konvolver gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben. Dieser Konvolver ist ähnlich aufgebaut wie der
Konvolver nach dem ersten Ausführungsbeispiel, zeichnet sich jedoch durch
eine spezielle Wahl des piezoelektrischen Materials für das Substrat und
durch die Wahl der Dicke des piezoelektrischen ZnO-Dünnfilms in einem be
stimmten Bereich aus. Im Grundriß stimmt der Konvolver nach dem vierten
Ausführungsbeispiel mit dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 überein, so
daß insoweit auf Fig. 1 Bezug genommen werden kann.
Bei dem Konvolver 11 nach dem vierten Ausführungsbeispiel besteht das pie
zoelektrische Substrat 12 aus einem Y-Schnitt-Z-Ausbreitungs-LiNbO3-Ein
kristall, und die in Fig. 1 gezeigte Oberfläche, d. h., die obere Oberfläche, ist
die +Y-Oberfläche dieses Einkristalls.
Die piezoelektrischen ZnO-Dünnfilme 16 sind wieder so ausgebildet, daß sie
die Bereiche der IDTs 13 und der MSCs 15 überdecken. Die Dicke H der
ZnO-Dünnfilme 16 ist so gewählt, daß das Verhältnis dieser Dicke H zur
Wellenlänge λ der akustischen Oberflächenwellen im Bereich von 0,08 bis
0,3 liegt. Wie durch die nachfolgend beschriebenen Versuchsbeispiele ver
deutlicht wird, führt die Anordnung der Dünnfilme 16 speziell auf der +Y-
Oberfläche des Substrats 12 und die Wahl der Dicke der Dünnfilme in dem
genannten Bereich zu einer weiteren wirksamen Erhöhung der Effizienz des
Konvolvers 11.
Ebenso wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel ist die Wellenleiterbahn 14
nicht durch die piezoelektrischen ZnO-Dünnfilme 16 bedeckt, so daß Aus
breitungsverluste auf der Wellenleiterbahn 14 verringert werden.
Der Grund, weshalb die Effizienz des Konvolvers 11 durch die oben beschrie
bene Anordnung der Strukturen auf der +Y-Oberfläche des aus einem Y-
Schnitt-Z-Ausbreitungs-LiNbO3-Einkristall bestehenden Substrats und die
Wahl der Dicke der Dünnfilme 16 in dem genannten Bereich verbessert wird,
soll nachfolgend anhand konkreter Versuchsbeispiele erläutert werden.
Fig. 5 zeigt eine Struktur mit einem piezoelektrischen Substrat 17, das aus
einem Y-Schnitt-Z-Ausbreitungs-LiNbO3-Einkristall besteht, und einem pie
zoelektrischen ZnO-Dünnfilm 18.
Es wurden verschiedene derartige Strukturen hergestellt, bei denen der
Dünnfilm 18 einmal auf der +Y-Oberfläche und einmal auf der -Y-Oberfläche
des Substrats ausgebildet war. Außerdem wurde die Dicke H des piezoelektri
schen Dünnfilms 18 variiert. Die beiden IDTs waren in einem vorgegebenen
Abstand zueinander an der Grenzfläche zwischen dem Substrat 17 und dem
Dünnfilm 18 ausgebildet.
Die Geschwindigkeiten der akustischen Oberflächenwellen und die elektro
mechanischen Kopplungsfaktoren für die in der oben beschriebenen Weise
hergestellten Proben wurden nach einem Verfahren berechnet, das von J. J.
Campbell et al. beschrieben wurde (J. J. Campbell and W. R. Jone: "A method
for estimating optical crystal arts and propagating directions for excitation of
piezoelectric surface wave", IEEE Trans., su-15, 4, Seite 209 (Oktober
1968)). Die Ergebnisse sind in Fig. 6 und 7 gezeigt. Fig. 6 gibt die Bezie
hung zwischen den Geschwindigkeiten und dem Verhältnis H/λ an, und Fig.
7 illustriert die Beziehung zwischen dem elektromechanischen Kopplungs
faktor und dem Verhältnis H/λ.
In Fig. 6 und 7 beziehen sind die durchgezogenen Kurven die Kennlinien
für den Fall, daß der ZnO-Dünnfilm 18 auf der +Y-Oberfläche ausgebildet war,
und die gestrichelt eingezeichneten Kurven sind die Kennlinien für den Fall,
daß der Dünnfilm 18 auf der -Y-Oberfläche ausgebildet war.
Wie aus Fig. 6 und 7 hervorgeht, ist der elektromechanische Kopplungs
faktor höher, wenn der Dünnfilm 18 auf der +Y-Oberfläche ausgebildet ist.
Ein besonders hoher elektromechanischer Kopplungsfaktor k, der mit einem
auf der -Y-Oberfläche angeordneten Dünnfilm 18 nicht erreicht werden kann,
ergibt sich dann, wenn das Verhältnis H/λ im Bereich von 0,08 bis 0,3 liegt.
Deshalb wird erfindungsgemäß die Dicke des piezoelektrischen ZnO-Dünn
films 18 so gewählt, daß das Verhältnis H/λ in diesem Bereich liegt.
Fig. 6 und 7 beziehen sich auf den Fall, daß der Dünnfilm 18 aus ZnO be
stand. Versuche der Erfinder haben jedoch ergeben, daß die Effizienz des
Konvolvers auch dann wirksam erhöht wird, wenn der piezoelektrische
Dünnfilm auf der +Y-Oberfläche des Substrats aus Ta2O5 oder CdS besteht.
Die Merkmale des oben beschriebenen vierten Ausführungsbeispiels, wonach
die IDTs und dergleichen und der piezoelektrische Dünnfilm auf der +Y-
Oberfläche eines Y-Schnitt-Z-Ausbreitungs-LiNbO3-Einkristalls ausgebildet
sind, sind mit Vorteil auch bei dem Konvolver nach dem zweiten und dritten
Ausführungsbeispiel der Erfindung anwendbar und bewirken auch dann eine
weitere Steigerung der Effizienz des Konvolvers.
Ebenso kann auch bei dem zweiten und dritten Ausführungsbeispiel ein pie
zoelektrischer Dünnfilm aus Ta2O5 oder CdS anstelle des ZnO-Dünnfilms ver
wendet werden.
Claims (7)
1. Oberflächenwellen-Konvolver mit:
- - einem piezoelektrischen Substrat (12; 17) aus einem LiNbO3-Einkristall,
- - einer Gruppe von Eingangs-Interdigitalwandlern (13), die in einem vor gegebenen Abstand zueinander auf dem Substrat ausgebildet sind,
- - einer zwischen den Eingangs-Interdigitalwandlern angeordneten Wellen leiterbahn (14) und
- - Multistrip-Kopplern (15), die jeweils zwischen der Wellenleiterbahn und den Eingangs-Interdigitalwandlern angeordnet sind,
2. Konvolver nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die piezo
elektrischen Dünnfilme (26) ausschließlich in den Bereichen angeordnet
sind, in denen sich die Eingangs-Interdigitalwandler (13) befinden.
3. Konvolver nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die piezo
elektrischen Dünnfilme (16) ausschließlich in den Bereichen ausgebildet
sind, in denen sich die Eingangs-Interdigitalwandler (13) und die Multistrip-
Koppler (15) befinden.
4. Konvolver nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der piezo
elektrische Dünnfilm (36) die gesamte Oberfläche des Substrats mit Ausnah
me der Wellenleiterbahn (14) bedeckt.
5. Konvolver nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß der piezoelektrische Dünnfilm (16; 18; 26; 36) aus mindestens
einem der Materialien ZnO, Ta2O5, CdS besteht.
6. Konvolver nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Substrat (17) ein Y-Schnitt-Z-Ausbreitungs-LiNbO3-Einkri
stall ist und daß die Interdigitalwandler, die Wellenleiterbahn, die Multistrip-
Koppler und der mindestens eine piezoelektrische Dünnfilm auf der +Y-Ober
fläche des Substrats ausgebildet sind.
7. Konvolver nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Dicke (H) des mindestens einen piezoelektrischen Dünnfilms
(16; 18; 26; 36) so gewählt ist, daß das Verhältnis (H/λ) dieser Dicke zu der
Wellenlänge (λ) der sich auf dem Substrat ausbreitenden akustischen Ober
flächenwellen im Bereich von 0,08 bis 0,3 liegt.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| 8125 | Change of the main classification |
Ipc: H03H 9/145 |
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| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
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