DE4405625C2 - Schließeinrichtung mit mindestens einem zusätzlichen Sicherungsriegel - Google Patents
Schließeinrichtung mit mindestens einem zusätzlichen SicherungsriegelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Schließeinrichtung für Türen und Fenster
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Schließeinrichtungen mit einem Schloß, das nur einen im
Schloßgehäuse gelagerten Schließriegel besitzt, haben sich für
Fenster und Außentüren als ungenügend erwiesen, da ein Aufhebeln
unter Herausbrechen von Rahmenteilen leicht möglich ist. Zwar gibt
es keine absolute Sicherheit gegen Einbrüche, jedoch lassen sich
Einbrüche durch Sperren verhindern, deren Überwinden entweder
Geräusche verursacht oder zeitaufwendig ist. Mit einer solchen
Lösung befaßt sich die Erfindung.
Es sind Schließeinrichtungen mit sogenannten Bascule-Verschlüssen
bekannt, bei dem von einem zentralen Handgriff oder Schloß nach
oben und unten stangenförmige Sicherungsriegel ausgehen, die mit
gebäudeseitigen Widerlagern in Eingriff bringbar sind. Soweit diese
Bascule-Verschlüsse auf das Türblatt oder den Fensterrahmen
aufgeschraubt sind, erzeugen sie ein unschönes Aussehen; ein
nachträglicher Einbau erweist sich wegen des massiven Gestänges
als schwierig, wenn nicht gar unmöglich.
Es ist auch bekannt, Türblätter und Fenster, die aus vorgefertigten
Profilen zusammengesetzt sind, auf dem Umfang mit Nuten zu
versehen, in denen weitere Schließriegel und deren
Verbindungselemente geführt sind. Hierbei handelt es sich um
ausgesprochene Sonderkonstruktionen, die nachträglich an bereits
vorhandenen Türblättern und Fenstern zumindest nicht ohne weiteres
angebracht werden können.
Durch das DE-GM 77 32 219 ist es bekannt, ein Hauptschloß mit
Schließriegel und Falle über Gestänge mit weiteren
Fallenverschlüssen zu verbinden, deren Fallen in der gleichen
waagerechten Richtung beweglich sind wie die Falle des
Hauptschlosses. Sämtliche Fallen werden dabei durch den
Türdrücker betätigt, und das Hauptschloß ist eine aufwendige
Sonderkonstruktion, da die Fallenbetätigung nach dem Einschub des
Schließriegels in das gebäudeseitige Widerlager von der Betätigung
des Schließriegels entkoppelt werden muß. Der Einbau einer solchen
Schließeinrichtung bedingt großvolumige Hohlräume im Türblatt,
desgleichen großvolumige Verbindungskanäle für die Unterbringung
der Gestängeverbindungen zwischen dem Hauptschloß und den
Fallenverschlüssen. Ein nachträglicher Einbau einer solchen
Schließeinrichtung gestaltet sich daher extrem aufwendig und ist
auch "vor Ort" unmöglich.
Durch das DE-GM 92 10 980 ist ein Betätigungsgetriebe für einen
Treibstangenbeschlag bekannt, der eine Sperrvorrichtung gegen
unbefugtes Öffnen besitzt. Auch dieser Treibstangenbeschlag
arbeitet nach dem Prinzip des Bascule-Verschlusses, d. h. der Eingriff
in gebäudeseitige Widerlager erfolgt durch starre Treibstangen, so
daß sich die bekannte Lösung für einen nachträglichen Umbau eines
Türblattes nicht eignet.
Durch das DE-GM 88 05 115.3 ist eine Verriegelungsvorrichtung für
zweiflügelige Türen bekannt, die insbesondere als Feuer- und
Rauchschutztüren dienen sollen. Da für diesen Zweck ein Fluchtweg
offen zu halten ist, ist ein Kantenschnäpper über einen Seilzug mit
der Schloßfalle, aber nicht mit dem durch einen Schlüssel zu
bewegenden Schließriegel verbunden. Der Kantenschnäpper wird
durch den Türdrücker auch dann zurückgezogen, wenn der
Schließriegel in den anderen Türflügel eingeschoben ist, so daß sich
die beiden Türflügel auch dann öffnen lassen, wenn die Türen
abgeschlossen sind. Der Schließriegel wird dann einfach durch
Spreizbewegung der beiden Türflügel aus dem jeweils anderen
Türflügel herausgezogen, selbst wenn der Schließriegel hierbei leicht
klemmen sollte. Als Einbruchssicherung ist die bekannte
Verriegelungseinrichtung weder vorgesehen noch geeignet.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Schließeinrichtung der eingangs beschriebenen Gattung anzugeben,
die den Widerstand gegen Einbrüche erhöht, und die sich auch für
die nachträgliche Umrüstung bereits vorhandener Türen und Fenster
eignet, ohne daß eine umfangreiche spanabhebende Bearbeitung
erforderlich ist und/oder ein unschönes Aussehen die Folge ist.
Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei der eingangs
angegebenen Schließeinrichtung erfindungsgemäß durch die
Merkmale im Kennzeichen des Patentanspruchs 1.
Mit der erfindungsgemäßen Schließeinrichtung lassen sich bereits
vorhandene Türen und Fenster auf einfache Weise umrüsten. Es ist
lediglich erforderlich, im Türblatt oder im Fenster jeweils zwei
Bohrungen für die Aufnahme der Führungshülsen mit
Sicherungsriegel und Kraftspeicher unterzubringen und diese
Bohrungen durch Bohrungen engeren Querschnitts mit dem Hohlraum
zu verbinden, in dem das Schloß untergebracht ist. Durch diese
Bohrungen engeren Querschnitts werden alsdann die
biegeelastischen Zugorgane hindurchgeführt und mit dem
Schließriegel verbunden. Dies kann durch eine einfache Umrüstung
des Schlosses oder lediglich durch einen Ersatz des Schließriegels
geschehen. Es ist jedoch auch möglich, ein speziell hierfür
hergestelltes Schloß zu verwenden, dessen Außenabmessungen und
Anschlußmaße sich in diesem Falle nicht von denjenigen eines
üblichen Schlosses unterscheiden. In diesem Falle müßte lediglich
das Schloß gegen ein neues ausgetauscht werden. Komplizierte
Fräsarbeiten, die nur auf hierfür vorgesehenen Maschinen
durchgeführt werden können, entfallen vollständig.
Es ist dabei besonders vorteilhaft, wenn die Sicherungsriegel in der
oberen und in der unteren Kante von Türblatt oder Fensterrahmen
angeordnet sind. In diesem Falle sind nämlich die gebäudeseitigen
Widerlager oberhalb und unterhalb des Türblattes oder Fensters
angeordnet, wodurch eine besonders hohe Widerstandsfestigkeit
gegen ein gewaltsames Aufbrechen gewährleistet ist. Auch kann auf
diese Weise durch flüchtiges Betrachten nicht festgestellt werden, ob
die betreffende Tür eine zusätzliche Sicherung aufweist oder nicht.
Da die Sicherungsriegel zusammen mit ihren als Druckfedern
ausgebildeten Kraftspeichern in Führungshülsen gelagert sind,
lassen sie sich in entsprechende Bohrungen im Türblatt oder
Fensterrahmen einbringen und dort zuverlässig verkleben, und sie
gewährleisten eine einwandfreie Führung und Beweglichkeit der
Sicherungsriegel.
Es ist wiederum von Vorteil, wenn die biegeelastischen Zugorgane
als Stahlseile ausgebildet sind, deren jeweils eines Endteil nach
Umlenkung in eine zumindest im wesentlichen waagerechte Lage
unmittelbar mit dem Schließriegel verbunden ist. Zwischenglieder, die
eine konstruktive Umgestaltung des Schlosses erforderlich machen
würden, sind auf diese Weise entbehrlich.
Es ist weiterhin von Vorteil, wenn jeder Sicherungsriegel eine
Längsbohrung aufweist, in das das schloßferne Endteil des
biegeelastischen Zugorgans in einem vorgegebenen Abstand zum
Schließriegel eingesetzt ist. Das Festlegen der Sicherungsriegel
gegenüber den biegeelastischen Zugorganen erfolgt dabei in
besonders einfacher Weise durch Verkleben, beispielsweise mit
einem hochfesten Zweikomponenten-Kleber oder - bei Stahlseilen -
nach Art eines Bowden-Zuges durch sogenannte Seilklemmen.
Die Montage ist außerordentlich einfach: Bei zurückgezogenem
Schließriegel wird jeder Sicherungsriegel derart mit dem
biegeelastischen Zugorgan verbunden, daß die Enden der
Sicherungsriegel bündig in der zugehörigen Türkante liegen. Beim
Herausschieben des Schließriegels in das zugehörige gebäudeseitige
Widerlager werden alsdann die Sicherungsriegel unter der Wirkung
der Kraftspeicher um das gleiche Maß nach außen geschoben und
greifen entsprechend in die gebäudeseitigen Widerlager ein.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird
nachstehend anhand der Fig. 1 und 2 näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Türblatt in schematischer
Darstellung und
Fig. 2 das Schloß nach Fig. 1 in teilweise aufgebrochenem
Zustand und in vergrößerter Darstellung.
In Fig. 1 ist ein Türblatt 1 dargestellt, dessen Angeln 2 nur
angedeutet sind. In der den Angeln 2 abgekehrten Vorderkante 3 des
Türblatts 1 ist ein Schloß 4 angeordnet, das eine sogenannte Nuß 5
für das Anbringen einer nicht gezeigten Türklinke aufweist, mit der
eine Falle 6 betätigbar ist. Zum Schloß 4 gehört weiterhin ein
Schließzylinder 7, durch den ein Schließriegel 8 betätigbar ist.
Das Türblatt 1 besitzt weiterhin eine Oberkante 9 und eine
Unterkante 10, in die in Normalenrichtung hierzu Bohrungen mit
Führungshülsen 11 untergebracht sind, die nur strichpunktiert
angedeutet sind. In den Führungshülsen 11 befinden sich
Sicherungsriegel 12, die sich über eine nicht näher bezeichnete
Schulterfläche auf je einem Kraftspeicher 13 abstützen, der als
Druckfeder ausgebildet ist und sich in vorgespanntem Zustand
innerhalb der Führungshülse 11 befindet. Die Vorspannung des
Kraftspeichers ist dabei so gewählt, daß die Sicherungsriegel 12 in
jedem Falle in die in Fig. 1 dargestellte Stellung bewegt werden,
wenn der Sicherungsriegel 8 in die gleichfalls in Fig. 1 gezeigte
Verriegelungsstellung gebracht wurde. In dieser Stellung greifen die
Sicherungsriegel 12 in gebäudeseitige Widerlager 14 und 15 ein, die
als einfache Bohrungen ausgeführt sein können.
Die Sicherungsriegel 12 stehen über biegeelastische Zugorgane 16
und 17 mit dem Schloß 4 in Verbindung, und zwar auf eine Weise,
die nachfolgend anhand der Fig. 2 erläutert wird.
In Fig. 2 ist gezeigt, daß der Schließriegel 8 im Innern des
Schlosses 4 einen Fortsatz 8a aufweist, der mit dem Schließzylinder
7 zusammenwirkt, der in eine entsprechende Ausnehmung 7a des
Schlosses 4 eingesetzt ist. Das biegeelastische Zugorgan 16 wird
von oben durch eine Öffnung 18 in das Schloßgehäuse eingeführt,
und sein Endteil 16a wird über ein Umlenkorgan 19 in eine zumindest
im wesentlichen waagerechte Lage gebracht und an einem seinem
äußersten Ende im Punkt P1 mit dem Fortsatz 8a des Schließriegels
8 verbunden. In analoger Weise wird das vom unteren
Sicherungsriegels 12 kommende biegeelastische Zugorgan 17 durch
eine Öffnung 20 in das Schloßgehäuse eingeführt und dort nach
Umlenkung um ein weiteres Umlenkorgan 21 mit seinem Endteil 17a
in eine gleichfalls im wesentlichen waagerechte Lage gebracht und
mit seinem Ende im Punkt P2 mit dem Schließriegel 8 verbunden.
Es ist Fig. 2 zu entnehmen, daß der Schließriegel 8 über seinen
Fortsatz 8a die Endteile 16a und 17a der biegeelastischen
Zugorgane 16 und 17 nach rechts bewegt, wodurch die senkrechten
Abschnitte dieser flexiblen Zugorgane in Richtung der Pfeile 22 und
23 bewegt werden. Dieser Bewegung folgen naturgemäß die
Sicherungsriegel 12 unter Kompression der Kraftspeicher 13, bis die
Enden bzw. Stirnseiten der Sicherungsriegel 12 zumindest im
wesentlichen bündig in der Oberkante 9 und in der Unterkante 10 des
Türblattes 1 liegen.
Durch Betätigen der nicht gezeigten Türklinke wird jetzt die Falle 6
zurückgezogen, und die Tür läßt sich öffnen. Sobald der
Schließriegel 8 in Gegenrichtung zum Pfeil 24 bewegt wird, können
sich auch die biegeelastischen Zugorgane 16 und 17 unter der
Wirkung der zugehörigen Kraftspeicher in Gegenrichtung zu den
Pfeilen 22 und 23 bewegen, wodurch die in Fig. 1 gezeigte
Verriegelung an drei Stellen des Umfangs des Türblatts wieder
herbeigeführt wird.
Es versteht sich, daß - unter Zwischenschaltung weiterer
Umlenkorgane die Sicherungsriegel 12 auch an anderen Stellen
angeordnet werden können, bzw., daß alsdann auch noch zusätzliche
Sicherungsriegel angebracht werden können, beispielsweise auf der
Seite des Türblatts, auf der sich die Angeln 2 befinden. Durch die
Verwendung flexibler Zugorgane mit Kraftspeichern läßt sich eine
nahezu beliebige Anordnung der Sicherungsriegel 12 erreichen. Es
ist lediglich erforderlich, im Innern des Türblatts oder
Fensterrahmens die erforderlichen Bohrungen unterzubringen; hierfür
stehen aber heute sogenannte "Überlangbohrer" zur Verfügung.
Claims (6)
1. Schließeinrichtung für an Angeln (2) befestigte Türen und
Fenster mit einem Schloß (4), das eine Falle (6) und
einen durch einen Schlüssel betätigbaren Schließriegel
(8) aufweist und im Türblatt (1) oder Fensterflügel in
einer den Angeln (2) abgekehrten Vorderkante (3) angeord
net ist und das mit mindestens einem, unter der Wirkung
eines Kraftspeichers (13) stehenden, von diesem Schloß
(4) betätigbaren und von ihm entfernten Sicherungsriegel
(12) zusammenwirkt, der im Türblatt (1) oder Fensterflü
gel gelagert und mittels jeweils eines mit dem Schloß (4)
verbundenen biegeelastischen Zugorgans (16, 17) aus
jeweils einem gebäudeseitigen Widerlager (14, 15) zurück
ziehbar und mittels des Kraftspeichers in das Widerlager
(14, 15) einführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) je ein oberer und ein unterer Sicherungsriegel (12) über je ein biegeelastisches Zugorgan (16, 17) mit dem Schließriegel (8) verbunden ist, und daß
- b) die Sicherungsriegel (12) zusammen mit ihren als Druckfedern ausgebildeten Kraftspeichern (13) in Füh rungshülsen (11) gelagert sind.
2. Schließeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Sicherungsriegel (12) in der oberen und in
der unteren Kante (9, 10) von Türblatt (1) oder Fenster
rahmen angeordnet sind.
3. Schließeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die biegeelastischen Zugorgane (16, 17) als
Stahlseile ausbildet sind, deren schloßseitige Endteile
(16a, 17a) nach Umlenkung in eine zumindest im wesent
lichen waagrechte Lage mit dem Schließriegel (8) verbun
den sind.
4. Schließeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Bewegungsrichtung der Sicherungsriegel (12)
parallel zur Vorderkante (3) von Türblatt (1) oder Fen
sterrahmen verläuft.
5. Schließeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Sicherungsriegel (12) je eine Längsbohrung
aufweisen, in die das jeweilige schloßferne Endteil des
biegeelastischen Zugorgans (16, 17) in einem vorgegebenen
Abstand zum Schließriegel (8) eingesetzt ist.
6. Schließeinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß das schloßferne Endteil des biegeelastischen
Zugorgans (16, 17) mit einem Widerlager versehen und in
den Sicherungsriegel (12) eingeklebt ist.
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Publications (2)
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