DE440249C - Verfahren zum Giessen und Walzen von duennem Rohglas fuer Schleifzwecke - Google Patents

Verfahren zum Giessen und Walzen von duennem Rohglas fuer Schleifzwecke

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DE440249C
DE440249C DEB108973D DEB0108973D DE440249C DE 440249 C DE440249 C DE 440249C DE B108973 D DEB108973 D DE B108973D DE B0108973 D DEB0108973 D DE B0108973D DE 440249 C DE440249 C DE 440249C
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03BMANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
    • C03B13/00Rolling molten glass, i.e. where the molten glass is shaped by rolling
    • C03B13/02Rolling non-patterned sheets discontinuously

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Glass Compositions (AREA)

Description

  • Verfahren zum Gießen. und Walzen von dünnem.Rohglas für Schleifzwecke. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Spiegelglas in ununterbr ochenein Betriebe unter Mitverwendung des sogenannten Wannenbetriebes.
  • Es ist an sich bekannt, Kathedral- und Dachglas mit Kellen unmittelbar aus der Wanne zu schöpfen und auf den Gußtisch aufzugießen, indem man Schöpflöffel verwendet, mit welchen die Glasmasse aus der Wanne herausgeschöpft wird. Dieses bekannte Verfahren kann man nun nicht unmittelbar zur Herstellung von Rotglas zum Erschleifen dünnen Spiegelglases anwenden, weil Spiegelglas vor allen Dingen vollständig blasenrein sein muß.
  • Es ist auch bekannt, Hafen durch Eintauchen in das im Wannenofen abschmelzende Glas zu füllen und diese Hafen dann vor dem Ausgießen nochmals in eine Raffinierkammer zu bringen, um die Glasmasse entsprechend dünnflüssig zu machen.
  • Die angegossenen Hafen werden aufs neue durch Eintauchen in das Glas in der Wanne gefüllt. Hiermit ist aber außer anderen Übelständen eine so starke Verunreinigung des Wannenglases verbunden, daß es schwierig oder unmöglich ist, durch die folgende Behandlung für Schleifzwecke genügendes Glas zu erhalten. Auch war es hierbei nötig, die Hafen vor der Neufüllung erst wieder aufzuwärmen.
  • Es sind auch schon Versuche gemacht worden, unter Mitbenutzung eines Wannenbetriebes und unter Verwendung von Hafen einen kontinuierlichen Betrieb zur Herstellung von blasenfreiem Spiegelglas zu gewinnen. Ein Vorschlag ging dahin, die an das Ende der Wanne abfließende Glasmasse innerhalb des Wannenofens oder im Anschluß an den Wannenofen in einen aufgestellten Hafen einlaufen zu lassen, die Hafen in einen Glühofen einzubringen, in welchen das in die Hafen abgefüllte Glas geläutert wird, und dann vom Hafen aus die Masse auf den Gußtisch zu bringen. Aber auch dieses Verfahren hat sich nicht bewährt, weil das -Überlaufen der Wannenmasse in die zweckmäßig auf einen Drehtisch vor der Wanne aufgestellten Hafen sehr schwer regulierbar war und damit zusammenhängend der Überlauf mit der Zeit einfror, d. h. die im Überlaufe befindliche Glasmasse erstarrte. Gemäß vorliegender Erfindung wird ein für praktische Verhältnisse brauchbarer Dauerbetrieb dadurch gesichert, daß die Schmelze von Spiegelrohglas vollständig in der Wanne stattfindet und erst dann in die Hafen umgeschöpft wird, wobei dann die Temperatur im Hafenofen nur mehr etwas über die Höhe gebracht werden muß, wie man sie zum Ausgießen benötigt, das sind etwa iooo bis iioo°. Damit wird einerseits das Abschmelzen des Schamottes vermieden, andererseits hat das mit Schöpfblasen noch etwas vermengte Glas, weil neben der Wanne eine große Anzahl Hafen in mehreren Ofen zur Verfügung stehen, genügend Zeit, sich zu reinigen, ohne daß der Guß- und Kühlbetrieb verzögert zu werden braucht.
  • Durch das Umschöpfen der Glasmasse aus der Wanne in die Hafen mittels Schöpflöffel wird die Masse ständig durchgearbeitet und durchgeknetet, namentlich wenn kontinuierlicher Betrieb vorhanden ist, und ein Teil der Luftblasen wird schon während des Überfüllens der Glasmasse aus der Wanne in die Hafen austreten.
  • Zur weiteren Sicherung des hier besonders vorteilhaften kontinuierlichen Betriebes wird nun das Verfahren in folgender Weise ausgeübt: Die zweckmäßig zwischen dem Wannenofen und dem Gußtisch eingebauten Öfen zur Aufnahme der Hafen enthalten Raum für etwa je zo Hafen. Die Hafen werden erstmalig mit Schöpfkellen aus der Wanne gefüllt, in die Hafenöfen eingesetzt und dabei die Glasmasse so weit erhitzt, daß alle Luftblasen entweichen. Nun kann man mit dem kontinuierlichen Betrieb beginnen. Der erste Hafen wird aus dem Hafenofen herausgenommen, die Masse auf den Gußtisch gebracht und ausgewalzt, worauf dann die Platte in an sich bekannter Weise einem Kühlöfen zugeführt wird. Der entleerte Hafen wird nun während des Rücktransportes vom Gußtisch zum Ofen wieder mittels Schöpflöffel gefüllt und in den Hafenofen eingebracht. Dieses Spiel wiederholt sich dann mit jedem folgenden Hafen aus diesem Ofen, so daß nach Beendigung des Gußprozesses in diesem .Ofen wieder 2o Hafen mit Glasmasse gefüllt stehen. Nun kann man sofort in gleicher Weise von dem zweiten und gegebenenfalls von dem dritten usw. Ofen, der ebenso wie der erste für den Gußprozeß vorbereitet wurde, das Ausgießen der Hafen und das Wiederfüllen derselben fortsetzen.
  • Nach Durchführung dieses Arbeitsprozesses ist dann die Glasqualität in den Hafen des ersten Ofens wieder so weit in Ordnung gebracht, daß das Gießen aus diesem Ofen seinen Fortgang nehmen kann, also ohne Unterbrechung erfolgt, und demzufolge auch die kontinuierliche Schmelze in derWanne durchgeführt werden kann.
  • Das neue Verfahren arbeitet mit einem Minimum von Wärmeverlust und Arbeitskraft und einem Maximum von Zeit, wobei eine ständige Durcharbeitung der abfließenden Glasmasse in der Wanne durch das periodische Ausschöpfen der Glasmasse zum Füllen der Hafen gesichert ist.
  • Die sehr heißen Hafen werden, sobald sie entleert sind, mit der etwas weniger heißen Glasmasse aus der Wanne gefüllt, so daß die Glasmasse in sich selbst unmittelbar nach dem Einfüllen in die heißwandigen Hafen stark arbeiten muß, wodurch die Luftblasen verhältnismäßig schnell entweichen. Die heißen Hafen werden also in Hinsicht auf die in sie eingeführten Wärmegrade vollständig ausgenutzt, weil sie jeweils nach dem Ausleeren auf den Gußtisch wieder gefüllt werden. Für das neue Arbeitsverfahren ist ein Grundrißschema in Zeichnung in einem Ausführungsbeispiele veranschaulicht.
  • Mit A ist die Wanne bezeichnet; die etwa 16 bis 25 m Länge und etwa 5 in Breite hat. Vor der Wanne sind eine entsprechende Anzahl Ofen B zur Aufnahme der Hafen C angeordnet, und vor diesen Ofen ist der Gußtisch D aufgestellt, der bekannterweise zweckmäßig auf Schienen E läuft, um ihn vor den einen oder andern Kühlofen F fahren zu können.
  • Nun wird beispielsweise ein Hafen Cl aus dem Ofen herausgenommen, dann im Sinne des eingezeichneten Pfeiles G nach dem Gußtisch D gebracht, dort entleert und nun in die Nähe des Ofens im Sinne des eingezeichneten Pfeiles H zurückgebracht, woselbst er mit frischer Glasmasse aus der Wanne gefüllt wird im Sinne des eingezeichneten Pfeiles I. Der nun wieder gefüllte Hafen Cl wird nun sofort wieder im Sinne des eingezeichneten Pfeiles K in den Ofen eingesetzt, worauf sich das Spiel mit dem nächsten und nächstfolgenden Hafen usw. wiederholt.
  • So einfach sich auch das neue Verfahren in der Theorie darstellen mag, so bedeutet es doch einen wesentlichen technischen Fortschritt und die restlose praktische Auswertung einen großen Nutzen und eine große Einsparung an Heizmaterial, Arbeitszeit und Arbeitskraft. Das auf Grund dieses Verfahrens gewonnene Erzeugnis: Ein blasenfreies Spiegelglas in ununterbrochenem Betriebe ist von einer hervorragenden Gleichmäßigkeit und Qualität, weil man bei diesem kontinuierlichen Betriebe insbesondere die Temperaturverhältnisse der Öfen und den Zu- und Abgang von Glasmasse auf das genaueste einregulieren kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Gießen und Walzen von dünnem Rohglas für Schleifzwecke aus Hafen, bei welchem das Glas in der Wanne verschmolzen, in Gießhafen eingefüllt und mit diesem in einen Hafenofen überführt und darin nochmals geläutert wird, in ununterbrochenem Betriebe, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Wanne geschmolzene Glasmasse, vorzugsweise nach Durchknetung, mittels Schöpflöffel in einen Hafen übergeschöpft, der Hafen in einen Glühofen zwecks Reinigung der Glasmasse eingebracht und ein zuvor eingebrachter Hafen mit gereinigtem Glase entnommen, zum Gußtisch gebracht, entleert und wieder gefüllt wird. 2: Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der entleerte Hafen unmittelbar nach dem Entleeren ohne vorherige Wiederaufwärmung mit durchgearbeiteter Glasmasse aus der Wanne mit Schöpflöffel gefüllt und dann in den Glühofen eingebracht wird.
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