DE4337944C2 - Verfahren zum Betreiben eines Siphons sowie Siphon für die Papierindustrie - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines Siphons sowie Siphon für die PapierindustrieInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Siphons sowie einen
Siphon für die Papierindustrie. Auf die Oberbegriffe des ersten
Verfahrensanspruches sowie des ersten Vorrichtungsanspruches wird
verwiesen.
Siphons sind vor allem in der Papierindustrie bestens bekannt. Beim Betrieb
von Trockenzylindern, Walzen oder Schuhpressen werden rotierende oder
stehende Siphons verwendet, um Kondensat, Schmieröl, Kühlöl oder andere
Kühlflüssigkeit aus dem Zylinder bzw. der Walze abzuführen. Dabei wird
jeweils ein Gemisch abgeführt, im Falle des Trockenzylinders ein Gemisch
aus Kondensat und Luft oder Dampf. Aus der DE 38 01 815 ist eine
Vorrichtung zum Abführen von Kondensat aus einem rotierenden,
dampfbeheizten Trockenzylinder mit einem mit dem Trockenzylinder
rotierenden Kondensatsteigrohr bekannt geworden, wobei das in das
Kondensatsteigrohr einströmende Dampf-Kondensat-Gemisch in Rotation um
die Steigrohrachse versetzt wird. Das Abführen eines Gases zusammen mit
der Flüssigkeit ist durchaus erwünscht, um den Differenzdruck am Siphon
klein zu halten. Jedoch strömt bei geringem Flüssigkeitsanfall beim Abführen
nach dem Stand der Technik sehr viel Luft durch die Rohrleitung des
Siphons. Dies stört insbesondere dann, wenn mehrere Siphons an ein- und
dasselbe Regelsystem angeschlossen sind, so wie dies beispielsweise bei
einreihigen Trockenpartien der Fall ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben eines
Siphons, bzw. einen Siphon derart zu gestalten, daß das Verhältnis zwischen
Flüssigkeit und Gas in der Rohrleitung des Siphons ausgewogen ist.
Insbesondere soll stets eine gewisse minimale Flüssigkeitsmenge abströmen
bezogen auf das Verhältnis des abströmenden Gases.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des ersten
Verfahrensanspruches bzw. des ersten Vorrichtungsanspruches gelöst.
Die Erfindung ist anhand der Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Siphon in einer
Anwendung bei einem Trockenzylinder einer Papiermaschine.
Bei diesem Anwendungsfall dient der Siphon zum Abführen von
Kondensat aus dem Inneren des Trockenzylinders. Der
Trockenzylinder weist einen Mantel 1 auf, zwei
Zylinderzapfen 2, 3, einen Dampfeinlaßstutzen 4, sowie
einen Stutzen 5 zum Abführen von Gemisch aus Kondensat und
Dampf bzw. Luft. Der Siphon weist einen Saugschuh 10 sowie
eine Rohrleitung 11 auf, die doppelwandig ist.
Fig. 2 zeigt den Aufbau des Siphons von Fig. 1 in seinen
Einzelheiten. Wie man sieht, ist die Rohrleitung 11
doppelwandig und umfaßt einen Innenkanal 11.1 sowie einen
äußeren Ringkanal 11.2. Der Schuh 10 nimmt Kondensat an der
Innenfläche des Zylindermantels 11 auf. Das Kondensat
steigt - in der Darstellung gesehen - nach oben und somit
radial zur geometrischen Achse des Trockenzylinders hin.
Stromabwärts hinter dem Schuh 10 befinden sich Bohrungen
11.3, durch welche Dampf bzw. Luft in den Innenkanal 10.1
gelangt, so daß ein Kondensat-Gas-Gemisch gebildet wird.
Der Innenkanal 11.1 weist im Bereich der geometrischen
Achse des Trockenzylinders einen Krümmer 11.4 auf. Nach dem
Krümmer erfolgt ein Abtrennen des Kondensats. Nach dieser
Trennstelle fließt das verbleibende Dampf-Kondensat-Gemisch
in Richtung des Pfeiles 12 zum Auslaßstutzen 5 und damit
aus dem Trockenzylinder-Innenraum hinaus (siehe Fig. 1),
während das abgeschiedene Kondensat in Richtung des Pfeiles
13 im Ringkanal wieder zurückströmt. Stromabwärts der
Trennstelle, jedoch stromaufwärts der Dampfeinlaßbohrungen
11.3 befinden sich in der Trennwand zwischen dem Innenkanal
11.1 und dem Ringkanal 11.2 Kondensatbohrungen 11.5. Durch
diese Kondensatbohrungen gelangt das Kondensat aus dem
Ringkanal 11.2 wieder in den Innenkanal 11.1 zurück,
veranlaßt durch die Ejektorwirkung des im Innenkanal 11.1
strömenden Gemisches.
Es wird somit dafür gesorgt, daß die Gemischanteile im
Innenkanal 11.1 in einem gewünschten Verhältnis zueinander
stehen. Selbstverständlich kann eine Steuerung erfolgen.
Zum einen ist es möglich, die Menge des abgeschiedenen
Kondensats nach dem Krümmer 11.4 durch geeignete Maßnahmen
zu steuern. So kann beispielsweise nach dem Krümmer 11.4
eine Kondensat-Abführ-Kanüle in den Innenkanal 11.1
eingeführt werden. Die Dampfverteilung ist über den
Querschnitt des Innenkanals unterschiedlich, so daß durch
mehr oder minder tiefes Einschieben der Kanüle die jeweils
gewünschte Flüssigkeitsqualität abgegriffen werden kann.
Eine weitere Möglichkeit der Steuerung der
Gemischzusammensetzung besteht darin, daß die
Durchtrittsweite der Kondensatbohrungen 11.5 willkürlich
verändert wird.
Fig. 3 - 7 zeigen weitere interessante Varianten. Bei
den Fig. 5, 6 erfolgt die Entnahme ebenfalls durch
Bohrungen in der Trennwand zwischen Innenkanal 11.1 und
11.2 - genau wie bei den Ausführungsformen gemäß der
Fig. 2 und 3.
Bei den Ausführungsformen gemäß der Fig. 6 und 7 wird
Kondensat an einer stromabwärts befindlichen Trennstelle
abgeschieden, in einer äußeren Rückführleitung 20
zurückgeführt und an einer stromaufwärts gelegenen Stelle
der Rohrleitung 11 des Siphons injiziert. Bei der
Ausführungsform gemäß Fig. 6 ist ein Regelventil 21 in der
Rückführleitung 20 vorgesehen.
Die Kondensatbohrungen können auf verschiedene Weise
gestaltet und angeordnet sein. So können sie z. B. senkrecht
zur Rohrleitung 11 des Siphons bzw. zum Innenkanal 11.1
ausgeführt sein, aber auch in Strömungsrichtung geneigt,
derart, daß sie bereits eine Komponente in der Richtung der
Strömung in der Rohrleitung 11 bzw. in dem Innenkanal 11.1
aufweisen. Es können mehrere Kondensatbohrungen 11.5
vorgesehen werden. Diese werden im allgemeinen konzentrisch
um die Rohrleitung 11 bzw. den Innenkanal 11.1 herum
gruppiert sein.
Das Kondensat kann entweder durch Schwerkraft, durch
Zentrifugalkraft oder zwangsweise, d. h. durch einen
Pumpenantrieb, zur Kondensatbohrung geführt werden.
Um bei schwankendem Kondensatabfall einen kurzzeitigen
Ausfall zu überbrücken, kann es zweckmäßig sein, einen
Zwischenbehälter vorzusehen. Dieser kann durch eine
entsprechende Gestaltung des Ringkanals 11.2 geschaffen
werden.
Claims (5)
1. Verfahren zum Betreiben eines Siphons für hohle
Rotationskörper der Papierindustrie, vor allem für
Trockenzylinder oder Walzen einer Papiermaschine,
- 1.1 wobei ein Gemisch aus Flüssigkeit, wie Kondensat, und aus Gas, wie Luft, an der inneren Mantelfläche des Rotationskörpers vom Saugstutzen (10) des Siphons aufgenommen und von dessen Rohrleitung (11) aus dem Rotationskörper herausgeführt wird, gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- 1.2 aus dem Gemisch wird stromabwärts der Aufnahmestelle ein Teil der Flüssigkeit abgetrennt und stromaufwärts der Abtrennstelle dem Gemisch wieder zugeführt.
2. Siphon für hohle Rotationskörper der Papierindustrie,
vor allem für Trockenzylinder oder Walzen einer
Papiermaschine, zum Abführen eines Gemisches aus
Flüssigkeit, wie Kondensat, und aus Gas, wie Luft;
- 2.1 mit einem Saugstutzen (10) zum Aufnehmen des Gemisches an der Innenfläche des Rotationskörpers;
- 2.2 mit einer Rohrleitung (11.1), die an den Saugstutzen (10) angeschlossen ist, und die das Gemisch aus dem Rotationskörper heraus führt (Gemischleitung);
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- 2.3 es ist stromabwärts des Saugstutzens (10) eine Trennstelle zum Abtrennen von Flüssigkeit aus dem Gemisch vorgesehen;
- 2.4 es ist eine Rückführleitung (11.2, 20) zum Rückführen der abgetrennten Flüssigkeit und zu deren Einleiten in die Gemischleitung (11.1) vorgesehen.
3. Siphon nach Anspruch 2, daß die Rohrleitung (11)
doppelwandig ist und einen Innenkanal (11.1) sowie
einen diesen umgebenden Ringkanal (11.2) umfaßt, und
daß der Innenkanal (11.1) die Gemischleitung und der
Ringkanal (11.2) die Rückführleitung bildet.
4. Siphon nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Trennwand zwischen Innenkanal (11.1) und Ringkanal
(11.2) Öffnungen (11.5) zum Einleiten von
Rückführflüssigkeit in den Innenkanal (11.1) aufweist.
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