DE4334956C2 - Verfahren zur Luftbehandlung mit Ionen sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Luftbehandlung mit Ionen sowie Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur
Luftbehandlung mit Ionen, wobei die Ionisation durch
elektrische Entladung in Ionisationsröhren oder in
Koronarentladungen erfolgt sowie eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens.
Es ist bekannt, mit Ionisierungsapparaten Raum- oder Atemluft
zu behandeln. Dabei werden Bakterien und andere Keime
bekämpft und Großmoleküle in kleinmolekulare Fragmente
aufgespalten. Geruchsstoffe bilden meist komplexe, große
Moleküle. Insofern kann mit der Luftionisation eine intensive
Geruchsbekämpfung erreicht werden. Ionisierungsapparate
nutzen das hohe elektrische Feld zwischen zwei
Spannungspotentialen aus. Häufig werden Ionisierungsröhren
eingesetzt, bei denen in einer Glasröhre koaxial die
Innenseite beschichtet und die Außenseite ebenfalls
elektrisch leitend ist. Wird eine ausreichend hohe
elektrische Spannung angelegt, bildet das Glas der Wandung
ein Dielektrikum, in dem ein hohes elektrisches Feld
aufgebaut ist. Dabei wird die durchströmende Luft mit Ionen
angereichert. Wird die elektrische Spannung weiter erhöht,
kommt es neben der Bildung von Ionen auch zur Produktion von
Ozon O3. Dieser Effekt ist für die Anwendung in Klimaanlagen
unerwünscht.
Nachteilig bei den bekannten Anlagen ist, daß die
Betriebszustände entweder eine unbefriedigend niedrige
Ionisation haben oder aber Ozon produzieren.
Um befriedigend Ionen produzieren zu können, ist es
notwendig, daß eine gewissen Anreicherung mit Ionen in der
Nähe des elektrischen Feldes vorhanden ist. Vereinfacht
gesagt, bilden die Ionen erst die "Brücke", die dann für das
schlagartige Anschwellen eines Ladungsträgertransportes
verantwortlich ist und insbesondere eine gezielte Intensität
an geladenen, also ionisierten O2-Molekülen, ausmachen.
Aus der FR-2 282 670 ist eine Vorrichtung bekannt, mit
deren Hilfe durch sie hindurchströmende Luft ionisierbar ist.
Hierbei nachteilig ist aber, daß die Intensität der
Ionisation stets gleichbleibend erfolgt und sich nicht an die
tatsächliche Raumluftsituation anpassen kann. Ferner ist
diese Vorrichtung nur bei kleineren Luftmengen anwendbar.
Aus der GB-2 125 536 ist eine Anlage zur temperatur- und
feuchtigkeitsmäßigen Luftaufbereitung in Passagierkabinen von
Flugzeugen bekannt. Diese Anlage führt unter anderem eine
Ionisation der Luft durch, die der jeweiligen Passagierkabine
zugeführt wird. Die Ionisation der Luft wird mittels einer
Vielzahl von Ionisationsgeräten bewerkstelligt, die den
einzelnen Passagiersitzen zugeordnet sind. Die Anlage wird
nicht situationsgerecht geregelt, was zu unerwünschten
Reaktionen, beispielsweise einer schädlichen Ozonbildung,
führen kann.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens der eingangs
genannten Gattung so weiterzubilden, daß bei allen
Betriebszuständen ein befriedigendes Ionisationsergebnis
erzielt wird, ohne daß radikalisierte und unerwünschte
Nebeneffekte, wie beispielsweise Ozon, in nennenswertem
Umfang anfallen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen 1 und 6
aufgeführten Merkmale gelöst.
Die Erfindung weist gegenüber dem Bekannten die Vorteile auf,
daß die Langzeitstabilität des Ionisationsapparats erhöht
wird, weil die Entladungsspannung in einem optimalen Bereich
bleiben kann, in dem die Schwelle zur übermäßigen
Ozonerzeugung stets unterschritten bleibt. Wie bei guter Luft
in der Natur, wird eine Mindestintensität an O2-Ionen von
etwa 5% als unterer Prozeßgrenzwert technisch als
relevanter, natürlicher Wert eingehalten.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus
den Unteransprüchen
hervor.
Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel anhand einer
Zeichnung erläutert. Es zeigen
Fig. 1 schematisch die erfindungsgemäße Vorrichtung,
Fig. 2 ein den Bereich einer stabilen O2-Ionisation für die
Realisierung optimaler Prozeßdaten darstellendes
Spannungsdiagramm.
Ein Raum 9 (Fig. 1) soll mit behaglicher Raumluft versorgt
werden. Dementsprechend endet eine Zuluftleitung 8 in dem
Raum 9, und von ihm führt eine Umluftleitung 10 weg.
An die von dem Raum 9 kommende Umluftleitung 10 ist eine
Abluftleitung 14 angeschlossen.
Die Zuluftleitung 8 kommt von einem Luftaufbereitungsgerät 2,
an das eine Frischluftleitung 1, eine Abluftleitung 13 und
die vom Raum 9 kommende Umluftleitung 10 angeschlossen sind.
Die Vorrichtung umfaßt auch ein elektrisches Steuergerät 12,
das seine elektrische Energie über Leitungen 15, 16 aus
Netzleitungen 17, 18 bezieht. Es steuert über eine
Steuerleitung 22 einen Ionisationsapparat 3, der in die von
dem Luftaufbereitungsgerät 2 kommende und zu dem Raum 9
führende Zuluftleitung 8 eingeschaltet ist. Hierzu erhält das
elektrische Steuergerät 12 über eine Signalleitung 19
Informationen von einem Luftqualitätssensor 11, der in die
von dem Raum 9 kommende und zu dem Luftaufbereitungsgerät 2
führende Umluftleitung 10 eingeschaltet ist, ferner über eine
Signalleitung 20 von einem Luftströmungsfühler 4 und über
eine Signalleitung 21 von einem Luftfeuchtefühler 5. Der
Luftströmungsfühler 4 und der Luftfeuchtefühler 5 sind in die
von dem Luftaufbereitungsgerät 2 kommende und zu dem Raum 9
führende Zuluftleitung 8 eingeschaltet.
Der Luftströmungsfühler 4 stellt die Strömungsgeschwindigkeit
in der Zuluftleitung 8 fest.
Der Luftfeuchtefühler 5 stellt die relative Luftfeuchte in
der Zuluftleitung 8 fest.
Die dem Ionisationsapparat 3 vom Steuergerät 12 zugeführte,
elektrische Leistung ist variabel und hängt von den Werten
ab, welche der Luftströmungsfühler 4, der Luftfeuchtefühler 5
und der Luftqualitätssensor 11 dem Steuergerät 12 liefern.
Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der
Luftqualitätssensor 11 ein Zinndioxid-Gassensor, der die
oxidierbaren Raumluftbestandteile detektiert.
Im Steuergerät 12 werden Signale von Luftqualitätssensor 11,
Luftströmungsfühler 4 und Luftfeuchtefühler 5 so miteinander
verknüpft, daß die Vorrichtung mit jeweils höherer Leistung
gefahren wird, wenn höherer Luftmengenbedarf oder/und
größerer Feuchtebedarf oder/und größere Raumbelastung
auftritt bzw. auftreten.
Es erfolgen eine Gewichtung der einzelnen Parameter und eine
eine Verknüpfung als Summe der einzelnen Vektoren. Es findet
eine Verknüpfung als Produkt aus den einzelnen Beträgen oder
eine andere mathematische Behandlung statt, so daß die
Vorrichtung jeweils mit entsprechender Leistung betrieben
wird.
Der Ionisationsapparat wird in seiner Leistung über
Spannungs-Impulsraten geregelt. Dadurch wird gewährleistet,
daß die Spannung bei der Entladung konstant bleibt und damit
die für den Gesamtprozeß bedeutenden, funktionellen Daten
stabil, aber regelbar sind. Dies wird anhand der Fig. 2
erläutert, welche den Bereich einer stabilen O2-Ionisation
anhand eines Spannungsdiagramms zeigt. Die einer Periode
entsprechende Strecke 23, der je nach tatsächlicher Situation
der Vorrichtung aktiviert oder leer arbeitet.
Der Ionisationsapparat 3 wird mit konstanter Wechselspannung
betrieben, welche seine Betriebsspannung ist. Würde man die
Betriebsspannung am Ionisationsapparat 3 (Fig. 1) über eine
Linie 7 (Fig. 2) hinaus anheben, so würde eine Ionisierung
erfolgen, die mit einer ungewollten, radikalen Ozonbildung
begleitet würde.
Wird die Betriebsspannung am Ionisationsapparat 3 jedoch
exakt zwischen den beiden Linien 6 und 7 konstant gehalten,
so erhält man eine zuverlässige, stabile Ionisierung, ohne
daß eine nennenswerte Menge Ozons entsteht oder andere,
unerwünschte Nebeneffekte auftreten.
Wird die Linie 6 unterschritten, können zunächst noch
spontane Entladungen mit ebenfalls unerwünschten
Nebeneffekten auftreten. Bei weiterer Absenkung der
Betriebsspannung bricht jegliche Reaktion ab.
Das Verfahren ist also so gestaltet, daß die Betriebsspannung
am Ionisationsapparat so hoch gewählt wird, daß eine
zuverlässige, stabile O2-Ionisierung erfolgt, ohne daß eine
nennenswerte Menge Ozons entsteht.
Ferner ist das Verfahren auch so gestaltet, daß selbst dann
eine Mindest-Ionisationsleistung aufrechterhalten wird, wenn
extrem niedrige Prozeßdaten vorliegen. Extrem niedrige
Prozeßdaten würden dann vorliegen, wenn die Sensoren 4, 5 und
11 (Fig. 1) dem Steuergerät 12 signalisieren würden, daß an
sich keine Ionisationsleistung erfolgen müßte.
Die Erfindung besteht vor allem darin, daß situationsgerecht
über eine prozeßorientierte Regelung stets in optimalem
Umfang eine O2-Ionisation erfolgt. Bei einer sehr stark
belasteten Raum- bzw. Umluft wird der Arbeitstakt
entsprechend der Strecke 23 (Fig. 2) häufiger aktiviert, und
bei einer geringeren Belastung entsprechend seltener. Aber
selbst eine sehr gute Luftsituation wird stets noch eine O2-
Ionisation von mindestens 5% entsprechend den Verhältnissen
in der Natur zulassen.
Während des Betriebs der Vorrichtung wird über die
Abluftleitung 14 nur eine minimale Menge an Abluft
abgeführt, der eine entsprechende Menge an Frischluft
gegenübersteht, die über die Frischluftleitung 1 zugeführt
werden muß.
1
Frischluftleitung
2
Luftaufbereitungsgerät
3
Ionisationsapparat
4
Luftströmungsfühler
5
Luftfeuchtefühler
6
Linie
7
Linie
8
Zuluftleitung
9
Raum
10
Umluftleitung
11
Luftqualitätssensor
12
Steuergerät
13
Abluftleitung
14
Abluftleitung
15
Leitung
16
Leitung
17
Netzleitung
18
Netzleitung
19
Signalleitung
20
Signalleitung
21
Signalleitung
22
Steuerleitung
23
Strecke
Claims (8)
1. Verfahren zur Luftbehandlung mit Ionen, wobei die
Ionisation durch elektrische Entladung in Ionisationsröhren
oder in Koronarentladungen erfolgt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Höhe der Ionisationsleistung von einem elektrischen
Steuergerät (12) abhängig von den durch Sensoren, nämlich
einen Luftströmungsfühler (4), einen Luftfeuchtefühler (5),
und einen Luftqualitätssensor (11), ermittelten Werten
- a) oxidierbare Luftbestandteile in der zu behandelnden Luft,
- b) relative Luftfeuchte in der zu behandelnden Luft,
- c) Strömungsgeschwindigkeit bzw. Volumen der zu behandelnden Luft
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ionisationsleistung durch logische Verknüpfung der genannten
Sensordaten in dem Sinne erfolgt, daß die Ionisationsleistung
ansteigt, wenn
- a) ein höherer Anteil an oxidierbaren Luftbestandteilen,
- b) ein höherer Anteil relativer Luftfeuchte,
- c) eine höhere Luftgeschwindigkeit von den Sensoren festgestellt wird oder werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ionisierungsleistung mindestens von
einem der genannten Sensordaten beeinflußt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet
durch eine Anpassung der Ionisationsleistung durch das
Verhältnis der elektrischen Vollwellen, die dem
Ionisationsapparat (3) zugeführten werden, zu den nicht
übertragenen Vollwellen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet
durch die Aufrechterhaltung einer Mindest-Ionisationsleistung
bei extrem niedrigen Prozeßdaten.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den
Ansprüchen 1 bis 5, wobei an den Raum (9), dem behandelte
Luft zugeführt werden soll, eine behandelte Luft zuführende
Zuluftleitung (8) sowie eine aufzubereitende Luft abführende
Umluftleitung (10) mit bedarfsweise öffenbarer Abluftleitung
(14) angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die
Umluftleitung (10), in die ein Luftqualitätssensor (11)
eingeschaltet ist, über ein Luftaufbereitungsgerät (2) mit
der Zuluftleitung (8) verbunden ist, in die ein
Ionisationsapparat (3), ein Luftströmungsfühler (4) und ein
Luftfeuchtefühler (5) eingeschaltet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der Luftqualitätssensor (11), der Luftströmungsfühler (4) und
der Luftfeuchtefühler (5) über Signalleitungen (19, 20, 21)
funktionell mit dem Steuergerät (12) der Vorrichtung
verbunden sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Ionisationsapparat (3) durch das
Steuergerät (12) in seiner Leistung gesteuert wird.
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