DE4322503C2 - Hubvorrichtung - Google Patents
HubvorrichtungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Hubvorrichtung,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine solche gattungsgemäße Hubvorrichtung ist aus der
US 47 97 057 A bekannt. Diese und andere bekannte Hubvorrichtungen sind
durchwegs nach einem Konstruktionsprinzip aufgebaut, das eine
Hebelarm-Geometrie bedingt, durch die das angehobene abzuschleppende
Fahrzeug mit seiner Last zusammen mit dem Eigengewicht des
Hubbrillenaufbaus auf einen relativ zu dem Abschleppfahrzeug
langen Hebelarm eine Kraft ausübt, die es, um die durch die
dadurch bedingte Entlastung der Lenkachse beeinflußte Lenkfähigkeit
und damit die Fahrsicherheit nicht in unzulässigem Maße zu
beeinträchtigen, beispielsweise erforderlich macht, für das
Abschleppfahrzeug zumindest eine zwillingsbereifte Hinterachse
oder zwei einfachbereifte Hinterachsen vorzusehen und/oder dessen
Schwerpunkt durch beispielsweise einen relativ langen Achsstand
möglichst weit in den vorderen Teil des Abschleppfahrzeugs zu legen.
Derartige Maßnahmen bedingen im allgemeinen große Längsabmes
sungen des Abschleppfahrzeugs mit den damit verbundenen Nachteilen
und verursachen darüber hinaus hohe Material- und Herstellungskosten.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Hubvorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die es
ermöglicht, den Überhang der aus dem Gewicht des abzuschlep
penden Fahrzeugs und dem Eigengewicht der Abschleppvorrich
tung zusammengesetzten Last über die Hinterachse des Ab
schleppfahrzeugs klein zu machen, um damit ein günstiges
Hebelarmverhältnis, nämlich ein Verhältnis Hinterachsbela
stung zu Vorderachsentlastung, zu erreichen.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden an einer Hubvorrichtung der ein
gangs genannten Art die im Kennzeichen des Anspruchs 1
genannten Merkmale vorgeschlagen.
Die erfindungsgemäße Hubvorrichtung erfüllt
bei vorgegebenen Abmessungen eines neuartigen, kompakten
Abschleppfahrzeugs folgende an ein solches Abschleppfahrzeug
zu stellende Forderungen:
- - Die Hublast für die Vorderachse des abzuschleppenden Fahrzeugs soll etwa 800 kg betragen.
- - Die Fahrgeschwindigkeit soll etwa 80 km/h bei entspre chend gutem Verhältnis Hinterachszuladung zu Vorderachs entlastung, z. B über 4 : 1, betragen.
- - Es soll die Verwendung eines serienmäßigen kleinen und wendigen Fahrgestells, das vorzugsweise einen Vierrad- Antrieb aufweist, ermöglicht sein.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die in
den Unteransprüchen angegebenen Merkmale gekennzeichnet.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in mehreren
Figuren beschrieben.
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht mit den wesentlichen Ele
menten der Gesamtkonstruktion des erfindungsgemäßen
Hubsystems eines Abschleppfahrzeugs.
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht mit den wesentlichen Elementen
der Gesamtkonstruktion des erfindungsgemäßen Hubsy
stems gemäß Fig. 1.
Fig. 3 zeigt eine Längsschnittansicht
einer in der erfindungsgemäßen Hub
vorrichtung benutzten Kugelbüchse.
Gemäß Fig. 1 ist eine Hubvorrichtung der eingangs genannten
Art an dem Fahrzeugende 1 eines Abschleppfahrzeugs montiert.
Eine untere Lagerung oder ein Basisträger 2 ist zumindest
zweifach gelagert unter der Hinterachse 3 des Abschleppfahr
zeugs unter dem hinteren Teil desselben nach außen durchge
führt. An dem Basisträger 2 ist ein Heber 4 angebracht, der
als eine Gelenkkonstruktion ausgebildet ist, deren in Fahrt
richtung des Abschleppfahrzeugs verlaufenden, durch betref
fende Gelenkelemente umgebene, gedachte Seitenflächen ent
sprechend einem jeweiligen Hubweg Parallelogramme mit dem
Hubweg entsprechenden Winkeln derart bilden, daß der Hub-
Hebelarm lang ist, wenn eine auf einer oberen Lagerung oder
einem Hubbrillenträger 5 gelagerte Hubbrille 6 (s. Fig. 2)
zum Aufnehmen des abzuschleppenden Fahrzeugs auf die Fahrbahn
abgesenkt ist, und kurz ist, wenn die Hubbrille 6 zum Ab
schleppen angehoben ist, wobei sich ein relativ kurzer Über
hang der Abschlepplast über die Hinterachse 2 des Abschlepp
fahrzeugs ergibt.
Zur Aufhängung der Hubbrille 6 an dem Heber 4 ist eine Kugel
büchse 10 vorgesehen, die Neigungsbewegungen des Radgabel
teils 7 der Hubbrille 6 mit vorzugsweise bis zu 12,5° bezogen
auf ihre Mittelachse in allen Richtungen gestattet. Die Ku
gelbüchse 10 besteht aus einem mehrteiligen, vorzugsweise
zusammenschraubbaren zylindrischen Hohlkörper, der in seiner
axialen Mitte einen hohlkugelförmigen Raum zur Aufnahme einer
Kugel 21 aufweist. An der Kugel 21 sind mit ihren Längsachsen
durch den Mittelpunkt der Kugel verlaufende zylindrische
Zapfen 22 angebracht, die mit ihren freien Enden durch sich
an den hohlkugelförmigen Raum anschließende konische Öffnun
gen 23 nach außen vorstehen. Diese freien Enden sind mit dem
Hubbrillenträger 5 verbunden, und die Kugelbüchse 10 ist mit
der Hubbrille 5 verbunden. Mit einer derartigen Anordnung ist
ein freies Neigen der Hubbrille 6 in allen Richtungen ermög
licht.
Es ist ein Mechanismus vorgesehen, mittels dessen das Ab
schleppfahrzeug in seine Federung hineingezogen werden kann,
um zu dem Hubweg des Parallelogramm-Hebers 4 einen weiteren
durch den Federweg des Abschleppfahrzeugs zurücklegbaren
Hubweg zu addieren. Der Mechanismus zum Hineinziehen des
Abschleppfahrzeugs in dessen Federung ist selbsttätig durch
die Hubbewegung des Hebers 4 mittels zumindest eines Ketten
zugs oder eines Seilzugs betätigbar.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Mechanismus zum Hin
einziehen des Abschleppfahrzeugs in seine Federung weist eine
symmetrische Anordnung eines Paares von Seilzügen 19 vor,
wobei diese Seilzüge 19 jeweils mit einem ihrer Enden an dem
bei der Absenkbewegung der Hubbrille 6 in Richtung Fahrbahn
oberfläche sich nach hinten bewegenden Gelenkteil des Hebers
4 verankert sind. Die anderen Enden der Seilzüge 19 sind
jeweils über Umlenkrollen 17, die in auf die Hinterachse 3
des Abschleppfahrzeugs gesteckte Lagerböcken 16 gelagert
sind, in Verankerungen 18 an Rahmenteil des Fahrzeugendes 1
des Abschleppfahrzeugs gehalten. Die Verankerungen 18, die
Umlenkrollen 17 und die Hinterachse 3 bilden jeweils auf
jeder Seite des Abschleppfahrzeugs im wesentlichen in Flucht
zueinander eine Senkrechte, um die Kräfteverteilung beim
Hineinziehen des Abschleppfahrzeugs in dessen Federung zu
optimieren.
Die Aufhängung der Hubvorrichtung an dem Abschleppfahrzeug
ist durch eine vorzugsweise hydraulische Höhenverstellvor
richtung 11 höhenverstellbar. Die Höhenverstellvorrichtung 11
ist wie die Schwenkvorrichtung für die Hubvorrichtung vor
zugsweise hydraulisch getrieben. Ein bevorzugtes Ausführungs
beispiel der Höhenverstellvorrichtung 11 sieht vor, daß paar
weise symmetrisch angeordnete Hydraulikzylinder als Höhenver
stellvorrichtung 11 zwischen dem Basisträger 2 und dem Rah
menteil des Fahrzeugendes 1 angeordnet sind, um bei einem
Höhenverstellvorgang den Abstand zwischen dem Rahmenteil und
dem Basisträger verlängern zu können. Die Höhenverstellbar
keit beträgt in dieser Ausführungsform ca. 200 mm.
Der kurze Hebelarm der erfindungsgemäßen Hubvorrichtung be
trägt vorzugsweise ca. 1200 mm.
Die Hubbrille 6 wird für Leerfahrten des Abschleppfahrzeugs
durch ein Paar von Steckbolzen 9 an dem Rahmenteil des Fahr
zeugendes 1 des Abschleppfahrzeugs gesichert. Diese Steckbol
zen dienen beim Abschleppen eines Fahrzeugs als Radsicherung
für das betreffende Fahrzeug und werden zu diesem Zweck beid
seitig durch das Radgabelteil und hinter die aufgefahrenen
Räder des abzuschleppenden Fahrzeugs gesteckt und mittels
Splinten (nicht gezeigt) gesichert, so daß die aufgefahrenen
Räder zwischen Hubbrille 6 und Steckbolzen 9 bei genügendem
Durchhang der Reifen der Räder gehalten sind.
Die beschriebene Hubvorrichtung gemäß der vorliegenden Er
findung weist aufgrund der Benutzung des Parallelogramm-He
bers 4, der Benutzung der Kugelbüchse 10, der Benutzung des
Mechanismus 16, 17, 18, 19 zum Hineinziehen des Abschlepp
fahrzeugs in dessen Federung und der Benutzung der Höhenver
stellvorrichtung 11 eine vorteilhafte kompakte und damit
leichte Konstruktion auf, die es wegen des kleinen Überhangs
der abzuschleppenden Last über die Hinterachse 3 des Ab
schleppfahrzeugs gestattet, relativ hohe Abschleppgewichte
ohne unzulässige Beeinträchtigung des Lenkverhaltens des
Abschleppfahrzeugs zu transportieren.
Am Fahrzeugende 1 des Abschleppfahrzeugs ist ein einen Stau
raum bildender Kasten 12 mit einer Einbuchtung 13 zum Durch
scherenlassen des aufgrund des kurzen Überhangs der durch das
Eigengewicht der Hubvorrichtung und durch das Gewicht des
abzuschleppenden Fahrzeugs gebildeten Last dicht am Ab
schleppfahrzeug positionierten Frontteils des abzuschleppen
den Fahrzeugs vorgesehen, wobei das abzuschleppende Fahrzeug
über der Hinterachse 3 des Abschleppfahrzeugs durch die Ein
buchtung 13 schert. Die durch die Einbuchtung gebildeten Flü
gelenden 14 des Kastens 12 enthalten hinter der Hinterachse 3
des Abschleppfahrzeugs positionierte Schlußlichter 15, womit
den einschlägigen Vorschriften genügt wird. Die Einbuchtung
13 des Kastens 12 ist vorzugsweise von oben gesehen trapez
förmig ausgebildet, so daß die Kastenkonstruktion eine ein
fach herzustellende Schweißkonstruktion sein kann.
Die erfindungsgemäße Hubvorrichtung ist nicht auf die Anwen
dung auf Abschleppfahrzeuge für Personenkraftfahrzeuge oder
dgl. beschränkt, sondern ist vielmehr bei geeigneter Dimen
sionierung auch auf Abschleppfahrzeuge oder Bergungsfahrzeuge
für schwerlastige Nutzfahrzeuge und dgl. anwendbar.
Claims (7)
1. Hubvorrichtung für die Hubbrille eines Fahrzeug-Abschleppfahrzeugs,
mit einem auf einem Basisträger montierten Heber
und einer an diesem angebrachten Hubbrille, wobei die Hubbrille
derart montiert ist, daß sie während der Fahrt mit einem
abzuschleppenden Fahrzeug durch Fliehkräfte auftretende Sei
tenneigungen des abzuschleppenden Fahrzeugs durch entsprechende
Kippbewegungen folgen kann, wobei zur Montage der Hubbrille
an dem Heber eine Kugelbüchse vorgesehen ist, wobei die
Hubvorrichtung an dem Fahrzeugende des Abschleppfahrzeugs montiert
ist und wobei der Heber als eine Gelenkkonstruktion
ausgebildet ist, deren in Fahrtrichtung des Abschleppfahrzeugs
verlaufende, durch betreffende Gelenkelemente umgebene, gedachte
Seitenflächen entsprechend einem jeweiligen Hubweg
Parallelogramme mit dem Hubweg entsprechenden Winkeln derart
bilden, daß der Hub-Hebelarm lang ist, wenn die Hubbrille (6)
zum Aufnehmen des abzuschleppenden Fahrzeugs auf die Fahrbahn
abgesenkt ist, und kurz ist, wenn die Hubbrille (6) zum Abschleppen
angehoben ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Basisträger (2)
der Hubvorrichtung unter der Hinterachse (3) des Abschleppfahrzeugs
durchgeführt angeordnet ist und daß der kurze Hebelarm
eine Länge im Bereich von 1200 mm hat.
2. Abschleppfahrzeug mit einer Hubvorrichtung nach
Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß am Fahrzeugende (1) des Abschlepp
fahrzeugs ein einen Stauraum bildender Kasten (12) mit
einer Einbuchtung (13) zum Durchscherenlassen des auf
grund des kurzen Überhangs der durch das Eigengewicht der
Hubvorrichtung und durch das Gewicht des abzuschleppenden
Fahrzeugs gebildeten Last dicht am Abschleppfahrzeug po
sitionierten Frontteils des abzuschleppenden Fahrzeugs
vorgesehen ist, wobei das abzuschleppende Fahrzeug über
der Hinterachse (3) des Abschleppfahrzeugs durch die Ein
buchtung (13) schert, und daß die durch die Einbuchtung
gebildeten Flügelenden (14) des Kastens (12) hinter der
Hinterachse (3) des Abschleppfahrzeugs positionierte
Schlußlichter (15) enthalten.
3. Hubvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein Mechanismus vorgesehen
ist, mittels dessen das Abschleppfahrzeug in seine Fede
rung hineingezogen werden kann, um zu dem Hubweg des
Parallelogramm-Hebers (4) einen weiteren durch den Fe
derweg des Abschleppfahrzeugs zurücklegbaren Hubweg zu
addieren.
4. Hubvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Mechanismus zum Hineinziehen
des Abschleppfahrzeugs in dessen Federung selbsttätig
durch die Hubbewegung des Hebers (4) mittels zumindest
eines Kettenzugs betätigbar ist.
5. Hubvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Mechanismus zum Hineinziehen
des Abschleppfahrzeugs in dessen Federung selbsttätig
durch die Hubbewegung des Hebers (4) mittels zumindest
eines Seilzugs betätigbar ist.
6. Hubvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Aufhängung
der Hubvorrichtung an dem Abschleppfahrzeug durch eine
vorzugsweise hydraulische Höhenverstellvorrichtung (11)
höhenverstellbar ist.
7. Hubvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Höhenverstellbarkeit 200 mm
beträgt.
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