DE4293C - Vorfahren zur Herstellung nikotinfreien Tabaks und dazu gehörige Apparate - Google Patents

Vorfahren zur Herstellung nikotinfreien Tabaks und dazu gehörige Apparate

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DE4293C
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C. B. TH. WlLCKENS in Bremen, Knochenhauerstrafse 19
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    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A24—TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
    • A24B—MANUFACTURE OR PREPARATION OF TOBACCO FOR SMOKING OR CHEWING; TOBACCO; SNUFF
    • A24B15/00—Chemical features or treatment of tobacco; Tobacco substitutes, e.g. in liquid form
    • A24B15/18—Treatment of tobacco products or tobacco substitutes
    • A24B15/24—Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by extraction; Tobacco extracts
    • A24B15/26—Use of organic solvents for extraction

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  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Manufacture Of Tobacco Products (AREA)

Description

1878.
Klasse 79.
CARL BARTHOLOMÄUS THOMAS WILCKENS in BREMEN. Verfahren zur Herstellung nikotinfreien Tabaks und dazu gehörige Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Mai 1878 ab.
Es ist eine bekannte Thatsache, dafs Nicotin durch Alkohol, flüchtige Kohlenwasserstoffe, Schwefeläther etc. gelöst wird, und gewinnt man das Nicotin, hierauf basirend, durch Extraction aus dem zerkleinerten Tabak. War hierbei die Darstellung des Nicotins alleiniger Zweck, so ist es doch bisher noch nirgends praktisch ausgeführt oder vorgeschlagen, nicotinfreie Tabaksfabrikate dadurch zu erzeugen, dafs man dem Rohmaterial mittelst angegebener Substanzen seinen Gehalt an Nicotin entzieht. Mein Verfahren der Herstellung nicotinfreier Tabaksfabrikate basirt demnach auf der bekannten Löslichkeit des Nicotins in gewissen Stoffen, und benutze ich zu dem Zwecke Rhigolen, Schwefeläther, Benzin, überhaupt alle flüchtigen Kohlenwasserstoffe, und solche, die geeignet sind, Nicotin zu lösen, in der Weise, dafs ich diese Stoffe auf die unzerkleinerten Tabaksblätter wirken lasse. Rhigolen ist eines der am leichtesten flüchtigen und reinsten Destillationsproducte des Petroleums, welches das im Tabak an einen campherartigen Körper gebundene Nicotin am leichtesten auszieht und zwar ohne dem Tabak sein natürliches Aroma zu nehmen; auch entzieht es dem Tabak wenig oder gar kein Chlorophyll (den grünen Farbstoff der Pflanzen) während Aether diesen Farbstoff stark auszieht.
Aus dem auf diese Weise nicotinfrei gemachten Tabak lasse ich dann Cigarren und andere Tabaksfabrikate herstellen.
Bei der Extraction bediene ich mich eines Apparates, welcher in beiliegender Zeichnung veranschaulicht ist, der hauptsächlich den Zweck hat, so wenig als möglich von den extrahirenden Stoffen sich verflüchtigen zu lassen, sowie auch eine gewisse Continuirlichkeit des Betriebes zu ermöglichen.
Der Apparat besteht aus mehreren derart construirten und über einander gestellten Schalen α α1 β2 a3, dafs sie am Rande sich gegenseitig abdichten, um Verdunstung des Inhalts zu verhüten. Die . Böden dieser Schalen sind siebartig durchlöchert. Eine aus diesen Schalen gebildete Colonne ist mittelst eines Deckels b oben abgedichtet, der, durch Gegengewichte abbalancirt, mit Leichtigkeit in die Höhe gehoben werden kann. Durch ein im Centrum dieses Deckels befindliches, mit Stopfbüchse versehenes Ansatzrohr c reicht ein zweites Rohr d, das an seinem oberen Ende durch eine andere Stopfbüchse mit dem Abflufsrohr e eines Reservoirs / in Verbindung steht, das die zur Extraction des Nicotins dienenden Stoffe enthält. An seinem unteren Ende ist dieses zur Berieselung des Inhaltes der Schalen bestimmte Rohr d mit einem Querrohr g T-artig versehen. Dieses Querrohr ist ganz fein durchlöchert. Durch einen Motor irgend welcher Art wird das Berieselungsrohr in steter Umdrehung um die Axe seines vertical stehenden Armes erhalten, beispielsweise sind in der Zeichnung Schnurscheiben h h1 zu diesem Zwecke als Transmissionsmittel angegeben. Das Reservoir f enthält eine Kühlschlange i, durch welche stets ein Strom kalten Wassers geleitet wird, zum Zweck der Condensirung von Dämpfen der Extractionsstoffe, die sofort nach Durchsickerung des Apparates in einer Retorte im Wasserbade wieder abdestillirt werden, um sie continuirlich zu verwenden. Die Colonne steht auf einem Tische k, unter welchem ein Bassin sich befindet, das die durchsickernde Flüssigkeit zunächst, auffängt, um sie von Zeit zu Zeit mittelst eines Hahnes in die Retorte zu entlassen.
Von dem gedachten Deckel b sind zwei Exemplare angeordnet, zum Zweck der Continuität des Betriebes, ebenso sind mehrere Schalen, aus denen die Colonne gebildet wird, vorräthig. Eine dieser vorräthigen Schalen «4 steht stets an ihrem neben der Colonne bestimmten Platz.
Soll dieser Apparat benutzt werden, so werden die Tabaksbündel, wie sie im Handel vorkommen, etwas aufgelockert, und ausgebreitet in die Schalen aa1a~a3 gelegt, die Colonne wird durch Aufeinanderstellung derselben gebildet, und mit dem Deckel b geschlossen. Der Extractionsstoff wird durch Oeffnen des zu der Colonne gehörigen Einlafshahnes aus dem Reservoir mittelst des sich drehenden Rohres d zugelassen, und das Querrohr g berieselt nun gleichmäfsig den Tabak, das Nicotin allmälig ausziehend. Die Flüssigkeit passirt nach und nach die ganze Colonne, immer mehr Nicotin aufnehmend. Die in den unteren Schalen befindlichen Tabaksschichten erhalten auf diese Weise zwar kein reines Extractionsmittel, indefs
ist die Flüssigkeit noch immerhin lösungsfähig, welche Eigenschaft nach der unteren Schale hin allerdings abnimmt. Je nach den Tabakssorten und ihrem Nicotingehalt wird sich daher die Anzahl der Schalen richten, die in der Colonne sich befinden.
Ist die Extraction des Nicotins aus dem in der obersten Schale enthaltenen Tabak beendet, so wird der Zulafshahn abgesperrt, der Deckel b hochgeschoben, und die oberste Schale mit dem nunmehr nicötinfreien Tabak abgehoben. Sodann setzt man den ganzen Rest der Colonne auf die Schale «4, welche mit frischem Tabak gefüllt ist, und läfst den anderen Deckel herunter, wobei der zugehörige Zulafshahn geöffnet wird. Die früher zweite Schale, welche nächst der abgehobenen den reinsten Tabak besitzt, erhält nunmehr stets reine Extractionsflüssigkeit, und wird nach kurzer Zeit auch in gleicher Weise abgehoben werden können, wobei die Colonne wieder zurückgestellt wird, nachdem eine fernere Schale mit frischem Tabak an ihren Standort aufgestellt wurde.
In dieser Weise werden die Colonnen hin- und hergesetzt, und es ist ersichtlich, dafs der Tabak dabei der Extractionsflüssigkeit stets entgegen wandert, so dafs er beim Verlassen des Apparates zuletzt immer nur mit reinerem Stoffe in Berührung gewesen ist.
Der Inhalt der abgehobenen Schalen wird nunmehr zum Trocknen auf Horden ausgebreitet und dann weiter verarbeitet.
Der ganze Apparat wird unter einem Rauchfang aufgestellt, aus dem ein Rohr ins. Freie führt, um die Einathmung der verflüchtigten Stoffe durch die Arbeiter zu verhindern.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Die Befreiung des Tabaks vom Nicotin durch Rhigolen (Petroleumdestillat von 0,62 bis 0,63 spec. Gew.), ohne den Tabak in seiner Structur zu schädigen, alles wie vorstehend näher beschrieben und erläutert.
2. Die ganze Construction eines continuirlich wirkenden Apparates zu dem Zwecke, Tabak von Nicotin zu befreien und die Extractionsstoffe wieder abzudestilliren und stets wieder zu benutzen, soweit sie sich nicht ins Freie verflüchtigen.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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