DE4227373C1 - Schleifwerkzeug - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein drehend angetriebenes Schleifwerkzeug
zum Schleifen von Kanten unter Veränderung des Kantenprofils durch
einen vorbestimmten sich über die Breite der Kanten ändernden
Materialabtrag, mit einem Trägerkörper zur Aufnahme eines Schleif
mittelringes, der mit einer außenliegenden, die Schliffkontur
bestimmenden Umfangsrille mit Schleifunterbrechungszonen, die sich
in Umfangsrichtung erstrecken, versehen ist.
Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
und ein Verfahren zur Wiederaufarbeitung des erfindungsgemäßen
Schleifwerkzeugs.
Ein derartiges Schleifwerkzeug ist bekannt aus dem JP-Abstract 54-112 087.
Die dort gezeigten Schleifunterbrechungszonen stehen
senkrecht zur Umfangsrichtung und dienen der Abfuhr von Schleif
material, um das Zusetzen der Umfangsrille zu verhindern.
Außerdem ist aus der US 4,457,113 ein derartiges Schleif
werkzeug ohne Schleifunterbrechungszonen bekannt.
Bei diesen Schleifwerkzeugen wird der Trägerkörper fortlaufend
drehend angetrieben, wobei sich in der Umfangsrille die Kante
des zu bearbeitenden Werkstücks befindet. Das Werkstück wird nun
entsprechend dem Schleif-Fortschritt mit einer bestimmten Vor
schubgeschwindigkeit geführt, so daß die zu schleifende Kante des
Werkstücks die Kontur der Umfangsrille annimmt.
Verwendet werden derartige Schleifwerkzeuge insbesondere zum
Schleifen der Kanten von Glasscheiben. In diesem Anwendungs
beispiel werden die ursprünglich rechtwinkligen Bruchkanten der
Glasscheiben so bearbeitet, daß diese letztlich eine gewisse
Rundung aufweisen, welche durch die Kontur der Umfangsrille vor
gegeben ist.
Es soll jedoch darauf hingewiesen werden, daß dies
keine Einschränkung der Erfindung auf diesen Anwendungsfall sein
soll, sondern daß die Erfindung grundsätzlich an Schleifwerkzeugen
aller Art zum Bearbeiten von Kanten Anwendung finden kann.
Naturgemäß unterliegen derartige Schleifwerkzeuge einem
Verschleiß. Deshalb ist die sogenannte Standzeit dieser Schleif
werkzeuge beschränkt.
Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung wird unter Standzeit dieje
nige Zeit verstanden, in welcher das Schleifwerkzeug im fort
gesetzten Arbeitsbetrieb verbleiben kann, ohne daß eine Beeinträchtigung
der geforderten Werkstückgenauigkeit einschließlich der zulässigen
Toleranzabweichungen auftritt.
Im industriellen Bereich werden die bekannten Schleifwerkzeuge
nach einem Standzeitzyklus zumeist wieder aufgearbeitet. Beim
Aufarbeitungsprozeß wird durch Abtrag der verschleißbedingten
Kontur das Schleifmittel soweit entfernt, bis die Kontur der
Umfangsrille wieder der anfänglichen und neuwertigen Kontur ent
spricht.
Sodann steht das Schleifwerkzeug einem weiteren Standzeitzyklus
zur Verfügung.
Die Dauer eines derartigen Standzeitzyklus hängt von vielen
Einflußgrößen ab, von denen die Materialen von Schleifmittel und
Werkstück, die Härte des Schleifmittels in Bezug zur Härte des
Werkstücks, die Schleifmittelverteilung, die Schleifkorngröße, die
Bindemitteleigenschaften und die Eigenschaften der beim Schleifen
verwendeten Kühlflüssigkeit besonders hervorgehoben werden sollen.
Die heute verwendeten Zusammensetzungen der üblichen Schleifmittel
sind in jahrzehntelanger Erfahrung entstanden, so daß die Stand
zeiten der Schleifwerkzeuge derzeit nicht weiter durch Material
entwicklung verlängert werden können.
Es ist zwar bekannt, die Standzeit von Schleifwerkzeugen durch
härtere Schleifmittel zu erhöhen. Hier ergibt sich jedoch das
Problem, daß sich die Schleifwerkzeuge mit dem Schleifstaub zuset
zen und von Zeit zu Zeit gereinigt werden müssen.
Dennoch wünscht man sich eine Verlängerung der Standzeiten, da ein
Werkzeugwechsel bekannterweise immer mit Stillstand der
Schleifmaschine verbunden ist, und daher Kosten verursacht, die
bei längeren Standzeiten vermieden werden können.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die bekannten Schleifwerkzeuge
so zu verbessern, daß eine vom Schleifmittel im wesentlichen
unabhängige Standzeitverlängerung des Schleifwerkzeugs erreicht
wird, sowie ein Herstellungsverfahren für derartige Schleif
werkzeuge anzugeben und ein Verfahren zur Wiederaufarbeitung
derartiger Schleifwerkzeuge nach einem Standzeitzyklus.
Diese Aufgabe wird bei dem bekannten Schleifwerkzeug dadurch
gelöst, daß die Schleifunterbrechungszonen eine sich über ihre Breite
ändernde Umfangslänge aufweisen, die von den Bereichen mit hohem
Materialabtrag jeweils zu den Bereichen mit geringerem Material
abtrag zunimmt, wobei sich das Verhältnis von Breite zu Umfangs
länge in Abhängigkeit des Materialabtrags ändert.
Das Herstellungsverfahren zeichnet sich dadurch aus, daß die
Umfangsrille zusammen mit den Schleifunterbrechungszonen in einem
Arbeitsgang bei der Sinterung aus dem Vorformling herausgeformt
wird.
Bei der Wiederaufarbeitung werden die Schleifunterbrechungszonen
durch funkenerosiven Abtrag mit einer rotierenden Funkenelektrode
erstellt, indem das Schleifwerkzeug während der Herstellung einer
Schleifunterbrechungszone zeitweise in seiner Rotationsbewegung
stillgesetzt wird.
Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung wird immer dann von einem
Schleifumfangsbereich gesprochen, wenn dieser Bereich bei einer
Umdrehung des Schleifwerkzeuges ununterbrochen mit dem zu schlei
fenden Werkstück in Berührung bleibt, wobei von einer ununter
brochenen Berührung auch dann noch gesprochen wird, wenn die
Berührzeit gegen NULL geht.
Aus der Erfindung ergibt sich zunächst der Vorteil, daß bei einer
wesentlich erhöhten Standzeit in der Größenordnung mehrstelliger
Prozentzahlen, ein ununterbrochener Schliff der Materialkanten
ermöglicht ist. Es können auch empfindliche Materialien,
wie z. B. Glas, mit dem erfindungsgemäßen Schleifwerkzeug bear
beitet werden.
Der ununterbrochene Schliff erfolgt in denjenigen
Bereichen der Kanten, an denen der Abtrag des Werkstückmaterials
besonders hoch ist. Bei einer Kante mit rechteckförmigem Quer
schnitt sind dies die Ecken. In diesem Fall werden die Schleif
bereiche, die auch als "Schleifumfangsbereiche" bezeichnet werden,
beidseits der Schleifunterbrechungszonen angeordnet. Sinngemäß
gilt dies natürlich auch für Kanten anderer Querschnittsformen. So
wird z. B. bei einer Kante mit dreiecksförmigem Querschnitt der
Verschleiß im Bereich der Dreiecksspitze besonders hoch sein,
so daß hier der erfindungsgemäße ununterbrochene Schliff erfolgen
muß, während außerhalb des Bereichs der Dreiecksspitze die erfin
dungsgemäßen Schleifunterbrechungszonen anzuordnen sind.
Es soll deshalb ausdrücklich gesagt sein, daß der ununterbrochene
Schliff überall dort zu erfolgen hat, wo der
Abtrag des Schleifmittels besonders hoch ist, während die Schleif
unterbrechungszonen in den Bereichen mit dem geringeren Verschleiß
des Schleifmittels anzuordnen sind.
Die Erfindung hat nämlich erkannt, daß der naturbedingte
Verschleiß an dem Schleifmittelring in denjenigen Bereichen der zu
schleifenden Kanten besonders hoch ist, die mit einer hohen
Flächenpressung beaufschlagt werden. Dies sind erfahrungsgemäß die
Ecken, bei denen eine nur geringe Auflagefläche vorhanden ist,
welche die Anpreßkraft von dem Werkstück unter Druckaufbau auf den
Schleifmittelring übertragen.
Weiterhin hat die Erfindung erkannt, daß der Verschleiß an dem
Schleifmittelring dort besonders hoch ist, wo im Verhältnis mehr
Material am Werkstück abgetragen werden muß, als an anderen Stel
len.
Dies sind im Falle einer Bruchkante an einer Glasplatte, die auf
einen gerundeten Radius geschliffen werden soll, die Ecken. Hier
muß im Verhältnis mehr Material abgetragen werden, als in der
Mittelebene der Glasplatte, wo theoretisch ein Abtrag von NULL
erfolgen kann.
Dabei kommt es nicht allein auf diese Erkenntnis an. Erfindungs
gemäß ist es wesentlich, daß die Breite der Schleifumfangsbereiche
seitlich neben den Schleifunterbrechungszonen sehr klein wird,
bzw. im Idealfall NULL wird. Hierdurch wird ein ständiges "Nach
schärfen" der Schleifzone am Schleifmittelring erreicht und zwar
im wesentlichen ohne daß die vorgegebene Kontur für den Profil
schliff verlassen wird.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß die Standzeit
erhöhung ohne eine Steigerung der Gefahr des Zusetzens des
Schleifmittels erfolgt.
Da die Schleifmittelzusammensetzung bekannterweise bereits op
timiert ist, ermöglicht die Erfindung bei Verwendung der bekannten
Schleifmittelzusammensetzung die maximal mögliche Standzeitver
besserung.
Dabei ist der Aufwand für die Erfindung, gemessen am Fortschritt
gering.
Prinzipiell ist die Grundrißform der Schleifunterbrechungszonen
nicht generell vorgeschrieben, so daß die Grundrißform abhängig von
jedem Bedarfsfall gesondert optimiert werden kann.
Bei dieser Überlegung kommt es auf die Frage an, wie lange die
Umfangsrille während des Schleifvorganges auf einer bestimmten
Umfangslinie mit der Kante des zu schleifenden Werkstücks in
Berührung kommen muß, um der Kante das geforderte Profil zu geben.
Hierbei liegt die Erkenntnis zugrunde, daß es Bereiche der Kanten
geben kann, die einer ständigen schleifenden Berührung bedürfen,
während andere Stellen keiner Profilierung unterzogen werden
müssen.
Gemäß dieser Erkenntnis der Erfindung müssen also die ununter
brochenen Schleifumfangsbereiche dort angeordnet werden, wo die
ständig schleifende Berührung erforderlich ist, während die Stel
len, die keiner Profilierung bedürfen, prinzipiell mit einer
ununterbrochenen Schleifunterbrechungszone ausgestattet werden
können.
Dabei sollten die ununterbrochenen Schleifumfangsbereiche mög
lichst schmal sein, um den erfindungsgemäßen "Nachschärfeffekt" zu
ermöglichen.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß ein
bestimmter Verschleiß vorprogrammiert ist, und zwar so, daß die
der Umfangsrille aufgeprägte Grundkontur solange im wesentlichen
erhalten bleibt, bis die tiefsten Stellen der Schleifunter
brechungszonen erreicht sind. Von diesem Moment an verhält sich
das erfindungsgemäße Schleifwerkzeug wie ein aus dem bisherigen
Stand der Technik bekanntes Schleifwerkzeug mit der bereits be
kannten Standzeit.
Folglich ergibt sich die erreichbare Standzeit durch rechnerische
Addition der bisher möglichen Standzeit und der durch die Schleif
unterbrechungszonen zusätzlich erreichbaren Standzeit.
Die Merkmale des Anspruchs 4 ermöglichen auf eine einfache Weise,
daß die Breite der Schleifumfangsbereiche unter Beibehaltung des
erfindungsgemäßen ununterbrochenen Schliffs gegen NULL gehen kann.
Dabei kommt es darauf an, daß sich die Schleifunterbrechungszonen
mit ihren Außenlinien an die Schleifumfangsbereiche anschmiegen.
Die Konturgebung der Schleifunterbrechungszonen sollte auf der
Erkenntnis beruhen, daß in den meisten Anwendungsfällen ein rundes
oder halbrundes Schliffprofil verlangt wird, bei dem Bereiche
auftreten, die nicht geschliffen werden müssen. Mit einem derar
tigen Schleifwerkzeug wird eine von den Schleifumfangsbereichen
ausgehende kontinuierliche Abnahme der Schleifwirkung in Richtung
auf die Schleifunterbrechungszonen erzielt.
Die Merkmale des Anspruchs 5 sind eine Weiterbildung mit dem
Vorteil, daß der vorprogrammierte Verschleiß rotationssymmetrisch
auftritt. Sehr gute Erfahrungen wurden dabei mit Schleifunter
brechungszonen gemacht, deren Gesamtlänge im Verhältnis zur Um
fangslänge der Umfangsrille in der Größenordnung zwischen etwa 1 : 2
bis zu etwa 1 : 5 betrug. Dabei können für bestimmte Anwendungsfälle
die optimalen Verhältnisse auch Zwischenwerte annehmen.
Die Merkmale des Anspruchs 6 bieten den Vorteil, daß der Grundriß
der Schleifunterbrechungszonen entsprechend der Kontur des Werk
stücks und des gewünschten Profils hergestellt werden kann zu
einer optimalen Standzeitverlängerung. Die jeweilige Länge der
Schleifunterbrechungszonen auf einer bestimmten Umfangslinie der
Umfangsrille kann ggf. durch einfachen Versuch herausgefunden
werden.
Danach bestimmt sich der Grundriß der Schleifunterbrechungszonen.
Die Merkmale des Anspruchs 7 gewährleisten einen kontinuierlichen
Übergang während des Schleifvorganges sobald die Schleifunter
brechungszonen enden. In diesem Fall wird zunächst das Schleif
material bis auf den Grund der Schleifunterbrechungszonen ab
getragen und anschließend kann der Schleifvorgang noch um etwa
eine herkömmliche Standzeit verlängert werden.
Die Ausgestaltung nach Anspruch 8 bietet den Vorteil eines runden Schliffes ohne exakten
Vollkreis, wobei eine symmetrische Zentrierung der Kante in der
Umfangsrille ermöglicht wird. Dies ist insbesondere von Vorteil
bei plattenförmigen Werkstücken, die im Durchlaufverfahren
geschliffen werden.
Anspruch 9 betrifft ein erstes Ausführungsbeispiel, welches mit
herkömmlicher Technik und herkömmlichen Mitteln einfach herstell
bar ist.
Hierzu bietet die Weiterbildung nach Anspruch 10 den Vorteil, daß
sich dieses Material besonders gut in den herkömmlichen Herstel
lungsprozeß integrieren läßt.
Die Weiterbildung nach Anspruch 11 bietet den Vorteil, daß das
Ende des möglichen Schleifmittelabtrags einfach zu erkennen ist.
Sobald nämlich das Material des Trägerkörpers erscheint, ist das
Schleifwerkzeug auszuwechseln.
In diesem Fall ist die Standzeit beendet und es ist ein neues
Schleifwerkzeug aufzuziehen.
Wenn die schleifmittelfreien Bereiche als Materialausnehmungen gebildet sind, dienen diese auch als
Kühltaschen, da sich die Materialausnehmungen mit dem
zugeführten Kühlmittelstrom füllen werden und deshalb für eine
gute Wärmeableitung sorgen.
Hieraus ergibt sich der wesentliche Vorteil, daß höhere Vorschub
geschwindigkeiten gefahren werden können ohne daß die thermischen
Materialbeanspruchungen auch steigen.
Ein weiterer Vorteil liegt in den höheren möglichen Drehzahlen.
Die Erfindung hat nämlich erkannt, daß die Schleifleistung auf
einfache Weise durch die Erfindung gesteigert werden kann.
Insgesamt gesehen ergibt sich infolge der verbesserten Betriebsbe
dingungen auch ein geringerer Verschleiß an dem Schleifwerkzeug,
wodurch die Standzeit ebenfalls erhöht wird.
Der Ausgestaltung nach Anspruch 12 kommt besonderes Augenmerk zu. In diesem Fall läßt
sich einerseits eine homogene Oberfläche der gesamten Schleifzone
einschließlich der Schleifunterbrechungszonen erreichen, so daß
nach dem Abtrag eines Teilumfanges des Schleifmittels eine voll
kommen neuwertige Oberfläche mit den ursprünglichen Schleifmittel
parametern zur Verfügung steht. Andererseits läßt sich nunmehr die
Erfindung auch auf die bisher bereits verwendeten Schleifwerkzeuge
zum Schleifen von Glaskanten vorteilhaft anwenden. Deshalb können
mit diesen Merkmalen die bereits bekannten Schleifwerkzeuge hin
sichtlich ihrer Standzeit erheblich verbessert werden.
Im bereits erwähnten Durchlaufverfahren werden beispielsweise eine
Vielzahl aufeinanderfolgender Platten nacheinander bearbeitet,
ohne daß zwischendurch ein zeitraubender Werkzeugwechsel erforder
lich wäre.
Die Merkmale des Anspruchs 13 weisen den Vorteil auf, daß sich
diese Umfangsrille in selbstzentrierender Weise der zu schleifen
den Kante anpaßt und einen zwischen außen und innen sich konti
nuierlich ändernden Verschleiß aufweist. Deshalb lassen sich
zuverlässige Voraussagen über den zu erwartenden Verschleiß pro
Umfangslinie machen, nach welchen dann die Schleifunterbrechungs
zonen grundrißmäßig auszugestalten sind.
Die Merkmale des Anspruchs 14 unterstützen die Zentrierungswirkung
der Umfangsrille auch noch dann, wenn die Umfangsrille bis auf den
Grund der Schleifunterbrechungszonen abgetragen ist.
Anspruch 15 betrifft ein Verfahren zur Herstellung des erfin
dungsgemäßen Schleifwerkzeugs, welches den Vorteil bietet, daß
dieses Verfahren problemlos in das bisher bekannte Herstel
lungsverfahren integriert werden kann. Ein weiterer Vorteil
besteht darin, daß bereits von Beginn eines Lebensdauerzyklus
eines derartigen Schleifwerkzeugs die erfindungsgemäße Standzeit
verlängerung ermöglicht ist.
Diesen Vorteil bietet auch das Verfahren nach Anspruch 16, welches
eine Alternative dastellt. In diesem Fall können die Schleifunter
brechungszonen den Schleifmittelring vollständig durchsetzen und
können bis auf den Grenzbereich zwischen dem Innenumfang des
Schleifmittelrings und dem Trägerkörper gehen.
Die Merkmale des Anspruchs 17 bieten den Vorteil, daß dieses
Verfahren ohne weiteres in das bisher bekannte Wiederaufar
beitungsverfahren integriert werden kann.
Die Merkmale des Anspruchs 18 schaffen die Voraussetzungen zu
einem möglichst rationellen Wiederaufarbeitungsverfahren.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung
in radialer Aufsicht,
Fig. 2 das Ausführungsbeispiel der Erfindung gemäß
Fig. 1 in axialer Aufsicht,
Fig. 3 Grundrißformen der Schleifunterbrechungszonen,
Fig. 4 eingebettete Schleifunterbrechungszonen aus
schleifmittelfreiem Material,
Fig. 5 ein erfindungsgemäßes Schleifwerkzeug an
einer Schleifmaschine,
Fig. 6 eine Umfangsrille des erfindungsgemäßen Schleifwerkzeugs
mit kreisförmigem Querschnitt und einer Schleifunter
brechungszone mit kleinerem Profilradius
und
Fig. 7 die schematische Wiederaufarbeitung eines erfin
dungsgemäßen Schleifwerkzeugs.
Sofern im folgenden nichts anderes gesagt ist, gilt die folgende
Beschreibung stets für alle Fig. 1 bis 7.
Die Fig. 1-7 zeigen ein drehend angetriebenes Schleifwerkzeug
1 zum Schleifen von Kanten 7, mit einem Trägerkörper 2 zur Auf
nahme eines Schleifmittelringes 3 mit einer außen liegenden Um
fangsrille 4.
Wie sich aus Fig. 1 ergibt, ist das Schleifwerkzeug 1 in der
Drehrichtung 5 drehend angetrieben. Die Umfangsrille 4 dient dazu,
das Werkstück 6 aufzunehmen und zwar derart, daß die Kante 7 des
Werkstückes 6 in der Umfangsrille zu liegen kommt.
Wie man erkennt, hat in diesem Ausführungsbeispiel die Umfangs
rille einen etwa kreisförmigen Querschnitt, während die Kante 7
des Werkstückes 6 zunächst einmal rechtwinklig verläuft. Bei
Anlage der Kante 7 in der Umfangsrille 4 erfolgt nun ein Abtrag 8
derart, daß die Kante 7 nach dem Schleifvorgang die Schliffkontur
9 einnimmt, die im wesentlichen der vorgegebenen Profilkontur der
Umfangsrille 4 entspricht.
Weiterhin zeigen die Fig. 1-7, daß der Schleifmittelring 3 im
Bereich des Grundes 10 der Umfangsrille 4 Schleifunterbrechungs
zonen 11 aufweist, die sich in Umfangsrichtung 12 erstrecken, und
die derart angeordnet sind, daß die Umfangsrille 4 seitlich neben
den Schleifunterbrechungszonen 11 ununterbrochene Schleifumfangs
bereiche 13 bildet, die in Umfangsrichtung gesehen, derart ver
laufen, daß die Breite der Schleifumfangsbereiche 13 an den
Schleifunterbrechungszonen 11 bis auf einen sehr kleinen Minimal
wert 14 abnimmt, vorzugsweise gegen NULL 14a geht.
Wie hierzu die Fig. 3 zeigt, kann die Breite der Schleifum
fangsbereiche entweder den Wert NULL einnehmen, oder einen Wert
der annähernd NULL ist bzw., wie Fig. 1 in allgemeiner Form
zeigt, kann dieser Wert auch eine endliche Größe haben.
Wesentlich ist jedoch, daß dieser Wert sehr klein ist. Die op
timale Breite dieses Wertes richtet sich nach den gegebenen Um
ständen und ist, sofern eine Optimierung erfolgen soll, ggf.
auch durch Versuch ermittelbar.
Der Wert ist jedoch in jedem Falle so zu wählen, daß die Schleif
unterbrechungszone 11 den Schleifumfangsbereich 13 nicht unter
bricht.
Eine Unterbrechung des Schleifumfangsbereiches 13 hätte zur Folge,
daß der Schliff unterbrochen würde. Dies will die Erfindung jedoch
vermeiden. Deshalb kann sich die Breite der Schleifumfangsbereiche
13 an den Schleifunterbrechungszonen 11 nur von den positiven
Zahlenwerten her an die NULL annähern, jedoch keinesfalls dürfen
die Schleifunterbrechungszonen die Schleifumfangsbereiche über
schneiden.
Wie weiterhin die Fig. 3 und 6 zeigen, können die Schleifunter
brechungszonen 11 im Bereich der Minimalbreite der Schleifumfangs
bereiche 13 eine Außenlinie 15 besitzen, die derart verläuft, daß
die Schleifunterbrechungszonen die Schleifumfangsbereiche mit der
gekrümmten Außenlinie gerade eben noch tangieren.
Vorzugsweise läuft die Außenlinie gekrümmt und schmiegt sich dicht
an die Schleifumfangsbereiche an.
In diesem Fall ist also sichergestellt, daß die Breite der
Schleifumfangsbereiche einen Wert in der Größenordnung von NULL
annimmt, und zwar derart, daß die Schleifunterbrechungszonen die
Schleifumfangsbereiche nicht überschneiden.
Wie weiterhin aus den Fig. 1, 3 und 6 erkennbar ist, nimmt die
Umfangserstreckung 12 der Schleifunterbrechungszonen 11 von den
Schleifumfangsbereichen 13 aus gesehen zu und zwar ohne Einschrän
kung der Erfindung in den vorliegenden Ausführungsbeispielen
symmetrisch zur mittleren Radialebene der gezeigten Schleif
werkzeuge.
Im Bereich der mittleren Radialebene besitzen die Schleifunter
brechungszonen also die größte Umfangserstreckung. Hierdurch wird
erreicht, daß in dem Bereich der mittleren Radialebene der Um
fangsnut das zu profilierende Werkstück den insgesamt minimalen
Abtrag erhält.
Wie aus der Fig. 1 ersichtlich ist, genügt es, rein geometrisch
gesehen, ein Werkstück mit ursprünglich rechtwinkligem Querschnitt
solange zu schleifen, bis die Kanten um den Abtrag 8 abgerundet
sind. Dies ist dann der Fall, wenn das Werkstück 6 die strich
punktiert gezeigte mittlere Radialebene gerade eben berührt. An
diesem Punkt ist folglich ein Abtrag nicht erforderlich.
Wie weiterhin Fig. 2 zeigt, können die Schleifunterbrechungszonen
11 gleichartig ausgebildet sein und mit gleichmäßigen Winkelab
ständen 16 im Schleifmittelring abgebracht sein.
In diesem Ausführungsbeispiel sind acht derartige Schleifunter
brechungszonen auf dem Umfang des Schleifwerkzeugs verteilt an
geordnet, wobei zwischen jeweils zwei benachbarten Schleifunter
brechungszonen Bereiche im Schleifmittelring vorgesehen sind, die
keine Schleifunterbrechungszonen aufweisen.
Es liegt jedoch durchaus auch im Rahmen der Erfindung, daß sich
jeweils zwei benachbarte Schleifunterbrechungszonen derart berüh
ren, daß auf der Umfangslinie der Berührstellen kein Schliff mehr
erfolgt.
Diesen Fall zeigt prinzipiell die Fig. 4. In diesem Ausfüh
rungsbeispiel sind sieben Schleifunterbrechungszonen 11 derart
verteilt, daß diese zumindest zu Beginn des Schleifvorgangs den
Schliff ununterbrochen aussetzen auf derjenigen Umfangslinie der
Umfangsrille 4, auf welcher sich die benachbarten Bereiche der
Schleifunterbrechungszonen 11 berühren.
Es versteht sich, daß die hier gezeigten Schleifunterbrechungszo
nen in der radialen Aufsicht einen, den bisher gezeigten Schleif
unterbrechungszonen vergleichbaren, Querschnitt besitzen, und zwar
derart, daß zumindest Bereiche des Schleifmittelringes einen
ununterbrochenen Schliff ermöglichen.
Als besonders vorteilhaft haben sich Schleifunterbrechungszonen
gezeigt, die einen im wesentlichen länglich ovalen Grundriß haben.
Dies ist beispielsweise in Fig. 1 oder in Fig. 3, oberstes
Teilbild, gezeigt. Anhand dieser beiden Figuren kann man sich nun
leicht vorstellen, daß der gezeigte Grundriß der Schleifunter
brechungszonen von außen gesehen bis zu einer tiefsten Stelle
ständig abnimmt.
Dies bedeutet, wie anhand der Fig. 4 erläutert werden kann, daß
dort, wo die Schleifunterbrechungszonen 11 am weitesten in den
Schleifmittelring 3 hineinragen, diesen gerade eben noch punkt
förmig berühren. Im Prinzip haben die dort gezeigten Schleifunter
brechungszonen 11 eine etwa kalottenartige Kontur, die auf dem
Umfang der Umfangsrille 4 ihre größte Öffnung besitzt und bei
einem Abtrag des Schleifmittelringes entsprechend dem Verschleiß
fortlaufend verkleinert wird, bis der innerste Durchmesser Di des
Schleifmittelringes 3 erreicht ist.
Wie weiterhin die Fig. 1 zeigt, kann es sinnvoll sein, wenn die
Breite 17 der Umfangsrille größer als die Breite 18 der zu schlei
fenden Kante 7 ist, und wenn die Breite 18a der Schleifunter
brechungszone geringer als die Breite 17 der Umfangsrille ist, und
wenn die Schleifunterbrechungszonen 11 derart im Schleifmittelring
3 sitzen, daß sich beidseits der Schleifunterbrechungszonen 11
ununterbrochene Seitenränder gleicher Randbreiten 19 ergeben.
Hiermit soll gesagt sein, daß die Schleifunterbrechungszonen
symmetrisch innerhalb der Umfangsrille 4 anzuordnen sind. Dies
gilt natürlich nur für den Fall, daß ein ursprünglich rechteckiges
Profil eine gerundete Kante wie im Ausführungsbeispiel nach Fig.
1 erhalten soll.
Sinngemäß gilt dies jedoch auch für den Fall, daß eine irgendwie
andersartig gestaltete Kante ein irgendwie anders geformtes Profil
durch Schliff erhalten soll. Will man beispielsweise eine Kante
dreieckförmigen Querschnitts durch Schliff rundformen, so bietet
es sich an, die Schleifunterbrechungszonen 11 außerhalb der mitt
leren Radialebene des erfindungsgemäßen Schleifwerkzeugs anzu
ordnen und zwar derart, daß diese die mittlere Radialebene gerade
eben tangierend berühren.
In diesem Fall wäre gewährleistet, daß der ununterbrochene Schliff
auf derjenigen Umfangslinie sichergestellt ist, auf der der größte
Materialabtrag an der zu schleifenden Kante erfolgen muß, nämlich
an der Spitze des dreieckförmigen Materialquerschnitts. In den
Bereichen, in denen ein geringerer bzw. kein Abtrag erfolgen muß,
kann der Schliff solange unterbrochen werden, bis diese Stellen
mit dem Profil des Werkstücks in Berührung kommen.
Weiterhin zeigt Fig. 1 die zentrierende Wirkung einer Umfangsrille
runden Querschnitts. Das zu bearbeitende Werkstück 6 liegt sym
metrisch in der Umfangsrille 4 und zeigt mit den Ecken der Kante
7 genau in den Bereich zwischen der Schleifunterbrechungszone und
den beidseits liegenden Schleifumfangsbereichen. Im Idealfalle
würden die Umfangslinien, welche die Ecken der Kante 7 abtragen,
und die hier strichpunktiert gezeichnet sind, von der Außenlinie
der Schleifunterbrechungszone gerade eben tangiert.
Es genügt jedoch für die Verwirklichung der Erfindung, wenn zwi
schen den strichpunktiert gezeichneten Umfangslinien und den
Schleifunterbrechungszonen ein Steg geringer Randbreite verbleibt,
dessen geometrische Abmessungen in der in Fig. 1 gezeigten Größen
ordnung von etwa bis zu 5% der Kantenbreite liegen.
Weiterhin zeigt Fig. 4, daß der Schleifmittelring 4 aus gesinter
tem Material besteht, und daß die Schleifunterbrechungszonen 11 in
das Schleifmittel eingebettete Bereiche 20 aus im wesentlichen
schleifmittelfreiem Material sind.
In einem konkreten Fall besteht das gesinterte Material aus einem
Hartmetall-Bindungsmaterial, welches Diamantkörner als Schleifmit
tel aufnimmt. Demgegenüber ist das schleifmittelfreie Material so
ausgestaltet, daß es am Schleifvorgang nicht aktiv beteiligt ist,
insbesondere keinen Abtrag am Werkstück bewirkt.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel kann das Material aus
Kohlenstoff oder Kohlenstoffverbindungen bestehen bzw. aus Graphit.
Auch Siliziumverbindungen können sich als vorteilhaft erweisen.
Wie weiterhin Fig. 4 zeigt, weist der Schleifmittelring 3 einen
innersten Durchmesser Di auf. In diesem Falle ist es eine
Besonderheit dieses Ausführungsbeispiels, daß die Bereiche aus
schleifmittelfreiem Material 20 bis auf den Grenzbereich 21
zwischen dem innersten Durchmesser Di des Schleifmittelrings 3 und
dem Trägerkörper 2 durchgehen. Damit soll gesagt sein, daß nach
einem erfolgten Abtrag des Schleifmittelrings nach einem Stand
zeitzyklus von außen erkennbar ist, daß das Schleifmittel vollends
abgetragen ist. Dies ist dann der Fall, wenn von außen das Mate
rial des Trägerkörpers sichtbar wird.
Wie später noch erläutert wird, kann es zweckmäßig sein, die
derartigen Schleifscheiben von Zeit zu Zeit wieder aufzuarbeiten,
um der Umfangsrille das ursprüngliche Profil wieder zu geben.
Es ist eine besondere Erkenntnis der Erfindung, daß beim Wieder
aufarbeiten zu Tage tritt, ob der Schleifmittelring noch für einen
weiteren Standzeitzyklus eingesetzt werden kann.
In diesem Falle wären die schleifmittelfreien Zonen noch nicht bis
auf den Grund bzw. den Grenzbereich 21 abgetragen, und das erfin
dungsgemäße Schleifwerkzeug kann noch einmal eingesetzt werden.
Dieser Vorgang der Wiederaufarbeitung ist in Fig. 7 dargestellt.
Hier besteht der Schleifmittelring, ohne Einschränkung der Erfin
dung auf derartige Ausführungsbeispiele, aus einem elektrisch
leitfähigen Material, und die Materialausnehmungen werden durch
Funkenerosion aus dem Schleifmittelring herausgearbeitet. Hierauf
wird später noch eingegangen werden.
Wie Fig. 5 zeigt, ist der Trägerkörper 2 der Aufnahmevorrichtung
23 einer Schleifmaschine 22 zugeordnet, welche zum Schleifen der
Kanten eines plattenförmigen Materials 24 dient. Eine derartige
Schleifmaschine 22 wird als Horizontal-Schleifmaschine bezeichnet.
Es soll jedoch gesagt sein, daß durchaus auch Vertikal-Schleifma
schinen von der Erfindung mit beansprucht werden.
Diese Schleifmaschine 22 weist zwei in einer Ebene liegende
Schleifwerkzeuge 1 auf, die in der Drehrichtung 5 gegenläufig
mittels der Elektromotoren 29 angetrieben sind. Das plattenförmige
Material 24, z. B. eine Glasplatte, befindet sich zwischen den
beiden erfindungsgemäßen Schleifwerkzeugen 1 auf einem Transport
vorschub 26, der auf geeignete, nicht gezeigte Weise in der Dreh
richtung 27 derart angetrieben ist, daß das plattenförmige Mate
rial in der Transportrichtung 28 im Sinne eines Vorschubs geför
dert wird.
Hierdurch entsteht ein Schleifvorgang der beiden Schleifwerkzeuge
1 an den Kanten des plattenförmigen Materials, während gleich
zeitig der Vorschub des Materials sichergestellt ist. Jedes der
beiden Schleifwerkzeuge ist mittels einer Lagerung 25 drehbar
gelagert und zwar derart, daß diese Lagerung evtl. auch in Rich
tung zur Platte 24 zugestellt werden kann, sobald ein Verschleiß
der Schleifwerkzeuge eingetreten ist, der ein ordnungsgemäßes
Bearbeiten der Kanten verhindert.
Die Zustellrichtung trägt das Bezugszeichen 44, wobei wesentlich
ist, daß die Zustellrichtungen der beiden gegenüberliegenden
Schleifwerkzeuge im Gegensinne erfolgt. Es werden also die
Schleifwerkzeuge aufeinander zu in Richtung zur Platte gefahren.
Weiterhin zeigt Fig. 6, daß die Umfangsrille 4 im Bereich ihres
Grundes einen kreisförmigen Querschnitt mit dem Grundradius 30
aufweist. Die Nebenfigur ist ein Ausschnitt eines Axialschnittes
durch ein erfindungsgemäßes Schleifwerkzeug 1 und zwar an einer
Stelle, an der die Umfangsrille 4 eine erfindungsgemäße Schleifun
terbrechungszone 11 aufweist.
Man erkennt, daß die Schleifunterbrechungszone 11 ebenfalls einen
kreisförmigen Profilquerschnitt aufweist, dessen Profilradius 31
allerdings etwas kleiner als der Grundradius 30 ist.
Im Idealfalle hätte das Werksstück eine Breite, die derjenigen
Breite entspricht, an welcher die Schleifunterbrechungszone 11 die
Umfangsrille 4 gerade eben berührt.
Man kann sich nach dem nun Gesagten sicherlich vorstellen, daß die
gezeigte Umfangsrille 4 durch einen Sintervorgang aus einem
Schleifmittelgemisch hergestellt wird, wobei in der Sinterform
eine entsprechende Positivform der Umfangsrille vorgesehen ist.
Diese Sinterform kann nun erfindungsgemäß ergänzt werden in dem
Sinne, daß die Schleifunterbrechungszonen ebenfalls als Positiv
form in die Sinterform integriert werden.
In diesem Falle kann die Umfangsrille 4 zusammen mit den Schleif
unterbrechungszonen 11 in einem Arbeitsgang bei der Sinterung aus
dem Vorformling herausgeformt werden, aus welchem das zunächst
noch pulverisierte Schleifmittel besteht.
Weiterhin läßt sich anhand der Fig. 4 leicht vorstellen, daß die
Schleifunterbrechungszonen 11 in dem Vorformling aus zunächst
pulverförmigem Schleifmittelgemisch durch Einlage vorgeformter
Körper hergestellt werden. Diese vorgeformten Körper bestehen im
wesentlichen aus schleifmittelfreiem Material und werden vor dem
Sintervorgang in das zunächst noch pulverförmige Gemisch aus
Schleifmittel eingelegt und anschließend zusammen mit dem Schleif
mittelgemisch gesintert.
Weiterhin zeigt Fig. 7 ein Verfahren zur Wiederaufarbeitung eines
Schleifwerkzeugs durch berührungsloses Abtragen. In diesem Falle
erfolgt die Wiederaufarbeitung durch Funkenerosion mit einem
rotierenden Schleifwerkzeug 1 und einer rotierenden Funkenelek
trode 35, die jeweils von einem Antrieb 36 des Schleifwerkzeugs
und einem Antrieb 37 der Funkenelektrode in Drehbewegung versetzt
werden.
Die gezeigte Anlage ist einer Wiederaufarbeitungsvorrichtung 32
zugeordnet, die in der Ansicht von oben gezeigt ist. Man erkennt
einen Tank 33, der mit einem Dielektrikum 34 gefüllt ist. Das
Dielektrikum 34 ist soweit gefüllt, daß das Schleifwerkzeug 1 und
die Funkenelektrode 35 vollständig im Dielektrikum liegen.
Dies kann z. B. Öl oder Petroleum sein.
Auf diese Weise wird nun zunächst die Umfangsrille 4 wieder auf
gearbeitet. Während dessen drehen sich sowohl das Schleifwerkzeug
1 als auch die Funkenelektrode 35 in den jeweiligen Drehrichtungen
38 und 39 die hier beispielhaft gezeigt sind. Der von der Funken
elektrode über das Dielektrikum geleitete Elektronenstrom arbeitet
die Umfangsrille 4 nun derart auf, daß diese in eine neuwertige
Umfangsrille umgearbeitet wird.
Anschließend müssen noch die erfindungsgemäßen Schleifunter
brechungszonen 11 in den Schleifmittelring eingebracht werden.
Hierzu wird nun das Schleifwerkzeug 1 mittels des Antriebs 36
stillgesetzt, während die Funkenelektrode 35 weiterhin in der
gezeigten Drehrichtung 38 ununterbrochen rotiert. Durch diesen
Vorgang entsteht in dem mit Dielektrikum gefüllten Spalt zwischen
der Funkenelektrode 35 und dem Schleifwerkzeug 1 ein Dielektrikum
strom, der bereits für eine Mitnahme der abgearbeiteten Schleif
partikel sorgt.
Es ist jedoch empfehlenswert, während dieses Wiederaufar
beitungsvorganges die abgearbeiteten Schleifpartikel heraus
zuspülen, um den funkenerosiven Abtrag zu beschleunigen.
Zu diesem Zwecke dient eine Spüleinrichtung 40, welche aus einer
Pumpe 41 besteht, die das Dielektrikum ansaugt. Das angesaugte
Dielektrikum wird über die Druckleitung 42 in ein Spülrohr 43
geleitet, dessen vordere Öffnung auf den Spalt zwischen der
Funkenelektrode 35 und dem Schleifwerkzeug gerichtet ist.
Hierzu ist noch zu sagen, daß das Spülrohr 43 zweckmäßigerweise an
einer ortsfesten Halterung sitzt und einstellbar ist und zwar
derart, daß der jeweilige Spülwinkel und der Sprühstrahl veränder
bar sind.
Claims (18)
1. Drehend angetriebenes Schleifwerkzeug (1) zum Schleifen
von Kanten (7) unter Veränderung des Kantenprofils durch
einen vorbestimmten sich über die Breite der Kanten (7)
ändernden Materialabtrag (8), mit einem Trägerkörper (2)
zur Aufnahme eines Schleifmittelringes (3), der mit
einer außenliegenden, die Schliffkontur bestimmenden
Umfangsrille (4) mit Schleifunterbrechungszonen (11),
die sich in Umfangsrichtung (12) erstrecken, versehen
ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) eine sich über ihre
Breite (18a) ändernde Umfangslänge aufweisen, die von
den Bereichen mit hohem Materialabtrag (8) jeweils zu
den Bereichen mit geringerem Materialabtrag (8) zunimmt,
wobei sich das Verhältnis von Breite (18a) zu Umfangs
länge in Abhängigkeit des Materialabtrags (8) ändert.
2. Schleifwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet daß
die Umfangsrille (4) seitlich neben den Schleifunterbre
chungszonen (11) in Umfangsrichtung verlaufende Schleif
bereiche (13) aufweist, deren Umfangslänge zu den Seiten
der Umfangsrille (4) bis auf einen Minimalwert (14)
abnimmt.
3. Schleifwerkzeug nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Minimalwert "NULL" (14a) ist.
4. Schleifwerkzeug nach Anspruch 2 oder 3
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) im Bereich der
Minimalbreite (14) der Schleifbereiche (13) eine Außen
linie besitzen, mit welcher sie die Schleifbereiche (13)
gerade noch tangieren, vorzugsweise eine gekrümmte
Außenlinie, die sich an die Schleifbereiche (13)
anschmiegt.
5. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) gleichartig aus
gebildet sind und mit gleichmäßigen Winkelabständen (16)
im Schleifmittelring (3) angebracht sind.
6. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) einen im wesent
lichen länglichovalen Grundriß aufweisen.
7. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Tiefe der Schleifunterbrechungszonen (11) zur Mitte
hin zunimmt.
8. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Breite (17) der Umfangsrille (4) größer als die
Breite der zu schleifenden Kante (7) ist, und daß die
Schleifunterbrechungszonen (11) mittig und symmetrisch
im Schleifmittelring (3) sitzen.
9. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) in den Schleifmit
telring (3) eingebettete Bereiche (20) aus im wesent
lichen schleifmittelfreiem Material sind.
10. Schleifwerkzeug nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
das schleifmittelfreie Material im wesentlichen Kohlenstoff enthält, vor
zugsweise Graphit.
11. Schleifwerkzeug nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Tiefe der Bereiche (20) aus schleifmittelfreiem
Material bis zum Trägerkörper (2) reicht.
12. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1-8,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Schleifmittelring (3) aus einem elektrisch leit
fähigen Material besteht, und daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) eine durch Funken
erosion hergestellte Oberfläche aufweisen.
13. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Umfangsrille (4) im Bereich ihres Grundes einen
kreisförmigen Querschnitt mit einem Grundradius (30)
aufweist.
14. Schleifwerkzeug nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) einen kreisförmigen
Profilquerschnitt aufweisen, dessen Profilradius (31)
kleiner als der Grundradius (30) ist.
15. Verfahren zur Herstellung eines Schleifwerkzeugs nach
einem der Ansprüche 1 bis 14, bei welchem
das Schleifmittel aus einem zu sinternden Gemisch aus
Bindemittel und Schleifkörnern in eine umlaufende Nut
des Trägerkörpers als Vorformling eingebracht wird, und
bei welchem der Trägerkörper zusammen mit dem Vorform
ling einer Sinterung bei hoher Temperatur und bei hohem
Druck unterworfen wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Umfangsrille (4) zusammen mit den Schleifunter
brechungszonen (11) in einem Arbeitsgang bei der Sin
terung aus dem Vorformling herausgeformt wird.
16. Verfahren zur Herstellung eines Schleifwerkzeugs nach
einem der Ansprüche 9 bis 11 sowie 13 und 14, bei welchem
das Schleifmittel aus einem zu sinterndem Gemisch aus
Bindemittel und Schleifkörnern in eine umlaufende Nut
des Trägerkörpers als Vorformling eingebracht wird, und
bei welchem der Trägerkörper zusammen mit dem Vorform
ling einer Sinterung bei hoher Temperatur und bei hohem
Druck unterworfen wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) in den Vorformling
durch Einlage vorgeformter Körper aus im wesentlichen
schleifmittelfreiem Material vor dem Sintervorgang ein
gebracht werden und zusammen mit dem Vorformling dem
Sintervorgang unterzogen werden.
17. Verfahren zur Wiederaufarbeitung eines Schleifwerkzeugs nach einem der
Ansprüche 1 bis 14, bei welchem
das Schleifmittel aus einem gesinterten Gemisch aus Bin
demittel und Schleifkörnern in einer umlaufenden Nut des
Trägerkörpers sitzt,
nach einem Standzeitzyklus, bei welchem
durch berührungsloses Abtragen, vorzugsweise durch
Funkenerosion in einem Dielektrikum (34), an einem
rotierenden Schleifwerkzeug (1) mit einer rotierenden
Funkenelektrode (35) eine verschlissene Umfangsrille (4)
in eine neuwertige Umfangsrille (4) umgearbeitet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schleifunterbrechungszonen (11) durch funkenerosiven
Abtrag mit einer rotierenden Funkenelektrode (35) er
stellt werden, indem das Schleifwerkzeug (1) während der
Herstellung einer Schleifunterbrechungszone (11) zeit
weise in seiner Rotationsbewegung stillgesetzt wird.
18. Verfahren zur Wiederaufarbeitung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, daß
während der Wiederaufarbeitung die Erosionsstelle mit
dem Dielektrikum (34) fortlaufend gespült wird (40).
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE19924227373 DE4227373C1 (de) | 1992-08-19 | 1992-08-19 | Schleifwerkzeug |
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| WO1994004319A2 (de) | 1994-03-03 |
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