DE4218215A1 - Glasbaustein mit diffuser Lichtstreuung - Google Patents
Glasbaustein mit diffuser LichtstreuungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen aus zwei Halbsteinen zusam
mengesetzten hohlen Glasstein mit diffuser Lichtstreuung.
Hohle Glassteine werden in der Regel in der Weise herge
stellt, daß zwei nach einem Preßverfahren hergestellte
Halbsteine miteinander verschweißt werden. Dabei ist es
üblich, die für den Lichtdurchtritt bestimmte Wand eines
oder beider Halbsteine mit einer ornamentalen, dekorati
ven oder lichtlenkenden Prägung zu versehen. Derartige
Glassteine behalten in gewissem Umfang ihre Durchsichtig
keit. Infolge des Prägemusters wird bei solchen Glasstei
nen das Licht oft in bestimmten Vorzugsrichtungen abge
lenkt.
Es sind auch Glassteine bekannt, die das Licht zu einem
hohen Anteil diffus streuen. Solche Glassteine gestatten,
wenn sie Teil einer Außenwand eines Gebäudes sind, eine
sehr gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes unabhängig vom
Einfallswinkel der Lichtstrahlen. Sie haben ferner die
Eigenschaft, daß sie wie Opalglas die Durchsicht erschwe
ren bzw. verhindern.
Ein bekannter Glasbaustein mit diffuser Lichtstreuung er
reicht den gewünschten Effekt dadurch, daß die Glasmatrix
feine, in der Matrix dispergierte Partikel aus bei
spielsweise Natriumsulfat und Natriumsulfid enthält (DE-
38 20 600 A1). In diesem Fall ist also das Glas selbst
ein Opalglas mit insgesamt verringerter Lichtdurchlässig
keit, die bei einer Glasdicke von 10 mm im Wellenlängen
bereich von 400 bis 700 nm 20 bis 80% beträgt. Derartige
Glassteine sind nur mit speziellen Glaszusammensetzungen
mit insbesondere erhöhtem Schwefelgehalt herstellbar. Der
Schmelzprozeß solcher Gläser führt jedoch zu einer erhöh
ten Umweltbelastung.
Es ist ferner bekannt, einen Glasstein mit diffuser
Lichtstreuung dadurch herzustellen, daß die äußere Ober
fläche der für den Lichtdurchtritt bestimmten Wand durch
Sandstrahlbehandlung oder durch Säure mattiert wird (DE-
GM 1.874.435). Derartig mattierte Oberflächen sind sehr
schmutzempfindlich. Außerdem verlieren sie ihre licht
diffundierende Wirkung, wenn sie, etwa bei Regen, naß
werden. Die oberflächige Mattierung bedingt ferner eine
zusätzliche Bearbeitungsstufe, was zwangsläufig zu einer
Verteuerung des Produktes führt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hohlen
Glasstein mit hoher diffuser Lichtstreuung zu schaffen,
der aus den gleichen Glaszusammensetzungen herstellbar
ist wie Glassteine mit Ornamentprägungen und der insbe
sondere auf wirtschaftliche Weise, das heißt ohne zusätz
lichen Verfahrensschritte, hergestellt werden kann. Der
Glasstein soll außerdem auf seinen äußeren Oberflächen
schmutzunempfindlich sowie unempfindlich gegen atmosphä
rische Einflüsse sein.
Der Glasstein gemäß der Erfindung zeichnet sich dadurch
aus, daß die dem Hohlraum zugewandte Oberfläche der für
den Lichtdurchtritt bestimmten Wand wenigstens eines der
den Glasstein bildenden Halbsteine mit einer Oberflächen
prägung aus einem Muster mit einem wellenförmigen Profil
versehen ist, dessen Wellenlänge 200 bis 1000 Mikrometer
und dessen Profiltiefe 10 bis 80 Mikrometer betragen.
Der erfindungsgemäße Glasstein ist also auf der Innen
seite mit einer derartig feinen Prägung versehen, daß da
durch der visuelle Eindruck und die optische Wirkung ei
ner aufgerauhten, das heißt einer mattierten, Oberfläche
entsteht, obwohl es sich um eine geprägte Oberfläche han
delt, die keiner nachträglichen Oberflächenbehandlung un
terworfen wurde. Im Vergleich zu nachträglich mechanisch
aufgerauhten Glasoberflächen ist die erfindungsgemäß ge
prägte Glasoberfläche als solche wesentlich unempfindli
cher, da die Glasoberfläche trotz ihrer Feinstruktur
keine mikroskopischen Oberflächenverletzungen aufweist.
Von besonderem Vorteil ist jedoch, daß die lichtstreuende
Oberfläche auf der Innenseite des hohlen Glassteines
liegt. Das bedeutet, daß die matte Oberfläche dauerhaft
geschützt ist, und daß keine Beeinträchtigungen der Ober
fläche durch mechanische Einflüsse, beispielsweise beim
Reinigen oder durch Witterungseinflüsse, erfolgen. Ferner
sind weder beim Transport noch beim Einbau der Glassteine
besondere Vorrichts- oder Schutzmaßnahmen erforderlich,
und auch das Reinigen der Glassteine kann wie bei den
bekannten Ornament-Glassteinen mit üblichen Geräten und
Putzmitteln erfolgen.
Das wellenförmige Profil des geprägten Oberflächenmusters
hat vorzugsweise eine Wellenlänge von 400 bis 800 Mikro
metern, und insbesondere von 300 bis 600 Mikrometern,
während die Profiltiefe vorzugsweise 20 bis 50 Mikrometer
beträgt.
Die erfindungsgemäßen Glassteine bestehen aus Glas der
für Glassteine üblichen Zusammensetzung. Ihre Herstellung
erfolgt ebenfalls in der üblichen Weise durch Pressen
zweier Halbsteine mit einer Preßform und einem Preßstem
pel und anschließendes Verschweißen der beiden Halb
steine.
Um die gewünschte Oberflächenstruktur auf der inneren
Oberfläche der Halbsteine zu erreichen, wird ein Preß
stempel verwendet, der auf der die Prägestruktur aufwei
senden Fläche nach einem Erodierverfahren behandelt wird,
insbesondere durch Funkenerosion oder durch Sandstrahlen,
wobei die Erosionsbedingungen so zu wählen sind, daß die
beschriebene Oberflächenstruktur erzielt wird. Vorzugs
weise wird die gewünschte Oberflächenstruktur auf dem
Preßstempel mit Hilfe einer Erodiermaschine durch Fun
kenerosion erzeugt, wobei die Erosionsbedingungen bei
spielsweise so einzustellen sind, daß sich gemäß VDI 3400
eine Oberflächenstruktur mit der Rauhtiefe 36 ergibt.
Die mit der beschriebenen Rauheitsstruktur versehene
Oberfläche des Glassteins kann eine ebene Fläche sein. In
diesem Fall vermittelt der Glasstein den Eindruck eines
opalisierenden Glassteins mit glatten Oberflächen. Die
gewünschte lichtdiffundierende Wirkung kann jedoch auch
bei Glassteinen erzeugt werden, die ein Ornament oder
eine andere Grobstruktur aufweisen. In diesem Fall werden
die das Ornament bzw. die Grobstruktur aufweisenden
Oberflächen der Prägestempel zusätzlich durch entspre
chende Erosionsbehandlung mit der erfindungsgemäßen
Rauheitsstruktur versehen.
In der Zeichnung ist ein erfindungsgemäßer Glasstein im
Schnitt dargestellt.
Der Glasstein besteht aus den beiden Halbsteinen 1 und 2,
deren Stege durch die Schweißnaht 3 miteinander verbunden
sind. Die für den Lichtdurchtritt bestimmten Wände 4 und
5 des Glassteins weisen auf ihrer nach außen gerichteten
Oberfläche 6 und 7 eine ebene und glatte Oberfläche auf,
was dadurch erreicht wird, daß die entsprechende Fläche
der Preßform eine ebene polierte Oberfläche aufweist. Die
dem Hohlraum des Glassteins zugewandten Oberflächen 8 und
9 der Wände 4 und 5 weisen die erfindungsgemäße Fein
struktur auf.
Die Oberflächen 8 und 9 werden beispielsweise mit einer
Rauheitsstruktur mit einem wellenförmigen Profil verse
hen, das als solches keine Vorzugsrichtung aufweist und
durch langgezogene Bergrücken und schmale Täler gebildet
wird. Die Wellenlänge des Profils, das heißt der Abstand
zwischen zwei Tälern, liegt im Bereich zwischen 300 und
600 Mikrometern, und die Profiltiefe beträgt maximal etwa
50 Mikrometer. Die diese Rauheitsstruktur aufweisenden
Oberflächen 8 und 9 sind im übrigen eben, so daß die Ab
lenkung bzw. Streuung der Lichtstrahlen ausschließlich
durch die Feinstruktur der Oberflächen 8 und 9 erfolgt.
Ein derartig ausgebildeter Glasstein hat bei der üblichen
Wandstärke solcher Steine und der üblichen Glas Zusammen
setzung eine Gesamtlichttransmission von etwa 80%. Bei
der im Beispiel beschriebenen Feinstruktur werden 56%
des den Glasstein durchdringenden Lichts diffus gestreut,
während 44% des gesamten Lichts ohne Änderung der Ein
strahlungsrichtung den Glasstein durchdringen.
Claims (9)
1. Aus zwei Halbsteinen zusammengesetzter hohler Glas
steine mit diffuser Lichtstreuung, dadurch
gekennzeichnet, daß die dem Hohlraum
zugewandte Oberfläche (8, 9) der für den Lichtdurch
tritt bestimmten Wand (4, 5) wenigstens eines der den
Glasstein bildenden Halbsteine (1, 2) mit einer
Oberflächenprägung aus einem Muster mit wellenförmi
gem Profil versehen ist, dessen Wellenlänge 200 bis
1000 Mikrometer und dessen Profiltiefe 10 bis 80 Mi
krometer betragen.
2. Hohler Glasstein, nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Oberflächenprägung aus einem aperi
odischen Muster von langen Bergrücken und schmalen
Tälern ohne Vorzugsrichtung besteht.
3. Hohler Glasstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß das wellenförmige Profil des ge
prägten Oberflächenmusters eine Wellenlänge von 400
bis 800 Mikrometern, vorzugsweise 300 bis 600 Mikro
metern, und eine Profiltiefe von 20 bis 50 Mikrome
tern aufweist.
4. Hohler Glasstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Oberflächen
prägung versehene Wand (4, 5) eben ist und planparal
lel zu der Außenfläche (6, 7) verläuft.
5. Hohler Glasstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Oberflächen
prägung versehene Wand zusätzlich eine Grobstruktur
in Form eines Ornaments, eines Dekors oder von licht
lenkenden Erhebungen und/oder Vertiefungen aufweist.
6. Hohler Glasstein nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Halbsteine
(1, 2) miteinander verschweißt sind.
7. Hohler Glasstein nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Halbsteine
miteinander verklebt sind.
8. Verfahren zur Herstellung eines hohlen Glassteins
nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Halbsteine nach einem Preßverfahren
mit Hilfe eines Preßstempels hergestellt werden, des
sen die innere Oberfläche der für den Lichtdurchtritt
bestimmten Wand prägende Oberfläche nach einem Fun
kenerosionsverfahren mit einer der Oberflächenstruk
tur der Wand des Glassteins entsprechenden Struktur
versehen ist.
9. Verfahren zur Herstellung eines hohlen Glassteins
nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Halbsteine nach einem Preßverfahren
mit Hilfe eines Preßstempels hergestellt werden, des
sen die innere Oberfläche der für den Lichtdurchtritt
bestimmten Wand prägende Oberfläche mit Hilfe des
Sandstrahlverfahrens mit einer der Oberflächenstruk
tur der Wand des Glassteins entsprechenden Struktur
versehen ist.
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
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