DE4137475C2 - Flachringdichtung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Flachringdichtung aus kompressiblem
Dichtungswerkstoff für Flanschverbindungen mit hohen Dichtigkeits
anforderungen, welche mehrere Bereiche unterschiedlicher Dichte
aufweist.
Flachringdichtungen für Rohrleitungsflansche und Behälter bestehen in
der Regel aus plastisch und/oder elastisch verformbaren Weichstoff-
Dichtungswerkstoffen oder Kombinationen von metallischen Träger-,
Verstärkungs- oder Kammerungselementen mit Weichstoffauflagen bzw.
-einlagen.
Kennzeichnend für die überwiegende Anzahl der verwendeten
Flachringdichtungen ist es, daß diese in der Regel aus großformatigem
Plattenmaterial ausgestanzt sind. Diese so hergestellten Dichtungen mit
flachen oder weitgehend planparallelen Dichtoberflächen werden
zwischen den Dichtflächen von Flanschen mit Hilfe von Schrauben so
verpreßt, daß eine möglichst ganzflächige Anpassung der Weichstoff
oberflächen an die Oberflächenunebenheiten, wie Bearbeitungsriefen und
Welligkeiten der Flanschdichtflächen erfolgt, so daß keine Spalte mehr
vorhanden sind, welche ein Austreten von Betriebsstoffen ermöglichen
könnten.
Die Flachringdichtungen erfahren beim Anziehen der Schrauben eine von
der Flanschblattsteifigkeit abhängige, annähernd planparallele Dicken
verringerung.
Flachringdichtungen aus Weichstoff-Dichtungswerkstoffen, wie z. B.
faserverstärkten kautschukgebundenen Materialien, ungesintertem PTFE,
porösen Elastomeren oder flexiblem Graphit, sind in der Regel nicht
vollkommen dicht, sondern haben eine von der anstehenden Flächen
pressung abhängige Restporosität und damit verbunden eine
Restdurchlässigkeit für die Betriebsstoffe. Diese, als Leckage bezeich
nete Durchlässigkeit, ist bei unterschiedlichen abzudichtenden Betriebs
stoffen verschieden groß und von einigen Parametern, wie z. B.
Molekülgröße, Viskosität oder Polarität des Mediums abhängig. Am
größten ist sie bei niedermolekularen Gasen.
Die Leckage, insbesondere von gasförmigen Betriebsstoffen, wird bei
Weichstoff-Flachringdichtungen sowohl von der bei der Montage aufge
brachten, wie auch von der während des Betriebes einer Flansch
verbindung auf den Dichtflächen anstehenden Flächenpressung
beeinflußt. Je höher die Flächenpressung, desto geringer ist
normalerweise die Leckage.
Leider ist es in der Praxis oft nicht möglich, die für eine geforderte
Dichtigkeit benötigte Flächenpressung aufzubringen. Die Gründe liegen
zum einen oft in einer nicht ausreichenden Druckfestigkeit des
Dichtungswerkstoffes, zum anderen aber meistens darin, daß mit dem
abzudichtenden Flansch aus Festigkeitsgründen die erforderliche
Flächenpressung nicht aufgebracht werden werden kann. Begrenzendes
Element können sowohl die Schrauben als auch die Flansche selber sein.
In DE 29 06 127 A1 wird am Beispiel einer Zylinderkopfdichtung
beschrieben, sowohl einen hohen Schutz als auch eine optimale
Pressung der Dichtung am eingefaßten Dichtungsrand dadurch zu
erzielen, daß eine Einfassung vorgesehen ist, welche aus mindestens
zwei übereinanderliegenden U-förmigen Einfassungsblechen mit unter
schiedlichen Schenkellängen besteht, wobei der Bereich unterhalb der
Einfassungen mit Weichstoff voll ausgefüllt ist. Der Dichtungswerkstoff
soll vorzugsweise imprägniert sein. Es liegt auf der Hand, daß die
Herstellung einer solchen Dichtung schwierig und aufwendig ist. Zur
eigentlichen Abdichtung trägt nur der Bereich der Einfassungen
wesentlich bei, so daß schon bei einer leichten Beschädigung der
Einfassungen die Dichtigkeit nicht mehr gewährleistet ist.
Aus DE 37 22 561 A1 (entspr. FR 26 18 515 A1) ist ebenfalls eine
Zylinderkopfdichtung bekannt. Sie ist aus übereinander angeordneten,
miteinander verpreßten Lagen unterschiedlicher Ausdehnung aufgebaut,
so daß Zonen unterschiedlicher Dichte und/oder Dicke vorhanden sind.
Da die Lagen nur durch die Verpressung miteinander verbunden sind,
besteht die Gefahr, daß Betriebsstoffe zwischen diese Lagen bzw.
zwischen die Dichtung und die Dichtflächen eindringen und die Dichtung
durch Korrosion zerstört wird.
Eine Zylinderkopfdichtung gemäß DE 34 03 875 A1 weist Außenschichten
aus flexiblem Graphit auf, welche zwischen Öffnungen aufweisenden
Dichtflächen einspannbar ist, wobei jene Teile der Graphitschichten, die
dazu bestimmt sind, unabgedeckt im Bereich einer Öffnung einer
Dichtfläche zu verlaufen oder den Rand einer Öffnung zu begrenzen,
relativ zu den abdichtenden Teilen der Graphitschichten vorverdichtet
sind. Beim Spannen dieser Dichtung kann man nicht beobachten, ob der
vorverdichtete Bereich überhaupt mit den Dichtflächen in Berührung
kommt. Auch hier können zwischen Dichtflächen und Dichtung
eindringende Betriebsstoffe die Dichtstellen durch Korrosion zerstören.
DE 84 23 563 U1 bezieht sich auf eine durch mindestens einen Wellring
verstärkte Flachringdichtung, wobei wenigstens eine Kante des
Wellringes von Graphitfolien überlappt wird, welche einen unverstärkten
Saum bilden, dessen Breite wenigstens 25% der Gesamtdichtungsbreite
beträgt. Dieser Saum bzw. seine zum Medienbereich weisende Kante ist
der Delaminationsgefahr und damit der Korrosionsgefahr durch den
Betriebsstoff ausgesetzt.
Schließlich beschreibt DE 22 62 431 A1 eine Flachdichtung aus
kompressiblem, einheitlichem Dichtungswerkstoff mit einem Dichtungs
wulst von geringerer Dichte als die innen und außen angrenzenden
Bereiche. Die Korrosionsgefahr durch Eindringen von Betriebsstoffen
zwischen Dichtung und Dichtflächen in den dem Wulst zur
Durchtrittsöffnung hin vorgelagerten Bereichen ist auch hier gegeben.
Abgesehen davon ist diese Dichtung schon von der Gattung her nicht
zum Abdichten hoher Drücke geeignet.
Allen diesen bekannten Dichtungen ist mehr oder weniger gemeinsam,
daß ihr Anwendungsbereich hinsichtlich der Drücke der abzudichtenden
Medien begrenzt ist und daß Korrosionsgefahr an der Dichtungsstelle
besteht.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Flachringdichtung für
einen erweiterten Einsatzbereich durch verbesserte Abdichtungswirkung
auch bei höheren Drücken des abzudichtenden Betriebsstoffes zu
schaffen, wobei die Korrosionsgefahr an der Dichtstelle ausgeschaltet ist.
Gelöst wird diese Aufgabe durch zwei konzentrische, ringförmige und
flächige Bereiche, von denen der äußere Bereich gegenüber dem inneren
Bereich eine Vorverdichtung (Flächenpressung) von mindestens 50 N/mm²
bei geringerer Dicke besitzt, dessen Breite 30 bis 70% der Breite
beider Bereiche beträgt, und durch einen inneren Bereich mit einer
Kompressibilität des Dichtungswerkstoffes von mindestens 10%, und
wobei der innere Rand des inneren Bereiches eine Einfassung aus Blech
einer Dicke von 0,05 bis 0,3 mm aufweist.
Dadurch wird erreicht, daß ohne Veränderung der Flanschverbindung
unter Verwendung gebräuchlicher Dichtungswerkstoffe beim Abdichten
erheblich höhere Flächenpressungen aufgebracht werden können. Die
standardisierten Außenabmessungen der Flachringdichtungen brauchen
nicht geändert zu werden, obwohl die wirksame Dichtungsfläche
gegenüber herkömmlichen Flachringdichtungen erheblich verringert ist. In
Kombination mit der Einfassung aus Blech des inneren Bereiches wird
eine unerwartet hohe Dichtwirkung insbesondere gegenüber gasförmigen
Betriebsstoffen und hohe Korrosionsstandfestigkeit erzielt.
Entsprechend der Verringerung der Dicke des äußeren Bereiches erhöht
sich die Flächenpressung des inneren Bereiches und die Querschnitts
dichtigkeit ist wesentlich verbessert. Beide Bereiche der neuen Flachring
dichtung bestehen aus einem Stück gleichen Dichtungswerkstoffes.
Deshalb ist die Fertigung besonders einfach und rationell: Entweder
werden die Flachringdichtungen aus einer Platte von Dichtwerkstoff
material ausgestanzt und in einem zweiten Arbeitsgang der äußere
Bereich mittels eines Preßwerkzeuges in der gewünschten Weise
vorverpreßt oder man verwendet ein kombiniertes Stanz- und
Preßwerkzeug, so daß die Herstellung insoweit in einem einzigen
Arbeitsgang geschieht. In einem weiteren Arbeitsgang wird die
metallische Einfassung vorgenommen.
Vorzugsweise besitzt der äußere Bereich eine Vorverdichtung von 100
bis 200 N/mm².
Dadurch wird eine Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten auf höhere
Betriebsdrücke erzielt.
Die Schenkel der Einfassung decken vorzugsweise 30 bis 70% der
Breite des inneren Bereiches ab.
Der Dichtungswerkstoff besteht vorzugsweise aus Graphit.
Es eignen sich zwar auch die anderen bekannten Weichstoff-
Dichtungswerkstoffe für die meisten Anwendungsfälle; flexibles Graphit
jedoch erlangt bei einer Vorverdichtung auf eine Rohdichte von 1,6 bis
1,8 g/cm² eine wesentliche Erhöhung der Festigkeit.
Für besondere Einsatzgebiete weist die neue Flachringdichtung
metallische Einlagen auf.
Solche sind an sich bekannt. Sie bestehen in der Regel aus glatten,
strukturierten und/oder gelochten Blechen oder Folien.
In der Zeichnung ist die neue Flachringdichtung in einem
Ausführungsbeispiel im Schnitt rein schematisch dargestellt und
nachstehend näher erläutert:
Die Flachringdichtung besteht aus Graphit als Dichtungswerkstoff und enthält eine metallische Einlage aus einem gelochten strukturierten Blech 1 von 0,15 mm Dicke. Sie ist aufgeteilt in einen äußeren Bereich 2 und einen inneren Bereich 3, welche zueinander konzentrisch sind und über Anfasungen 4 ineinander übergehen. Die Breite des äußeren Bereiches 2 beträgt etwa 50% der Breite beider Bereiche 2, 3. Der äußere Bereich hat eine Vorverdichtung mit einer Flächenpressung von 150 N/mm² erfahren und besitzt gegenüber dem inneren nicht vorverdichteten Bereich 3 eine dementsprechend höhere Dichte bei geringerer Dicke. Der innere Bereich 3 weist eine Kompressibilität von 20% auf. Die Kompressibilität wurde nach ASTM F36, Methode A ermittelt. Der innere Rand 5 der Flachringdichtung ist mit einer metallischen Einfassung 6 aus Blech von 0,15 mm Dicke versehen, wobei die Schenkel 7 dieser Einfassung 6 etwa 45% der Breite des inneren Bereiches 3 abdecken.
Die Flachringdichtung besteht aus Graphit als Dichtungswerkstoff und enthält eine metallische Einlage aus einem gelochten strukturierten Blech 1 von 0,15 mm Dicke. Sie ist aufgeteilt in einen äußeren Bereich 2 und einen inneren Bereich 3, welche zueinander konzentrisch sind und über Anfasungen 4 ineinander übergehen. Die Breite des äußeren Bereiches 2 beträgt etwa 50% der Breite beider Bereiche 2, 3. Der äußere Bereich hat eine Vorverdichtung mit einer Flächenpressung von 150 N/mm² erfahren und besitzt gegenüber dem inneren nicht vorverdichteten Bereich 3 eine dementsprechend höhere Dichte bei geringerer Dicke. Der innere Bereich 3 weist eine Kompressibilität von 20% auf. Die Kompressibilität wurde nach ASTM F36, Methode A ermittelt. Der innere Rand 5 der Flachringdichtung ist mit einer metallischen Einfassung 6 aus Blech von 0,15 mm Dicke versehen, wobei die Schenkel 7 dieser Einfassung 6 etwa 45% der Breite des inneren Bereiches 3 abdecken.
Claims (5)
1. Flachringdichtung aus kompressiblem Dichtungswerkstoff für Flansch
verbindungen mit hohen Dichtigkeitsanforderungen, welche mehrere
Bereiche unterschiedlicher Dichte und Dicke, aber gleichen Dichtungs
werkstoffes aufweist, gekennzeichnet durch zwei konzentrische,
ringförmige und flächige Bereiche (2, 3), von denen der äußere Bereich
(2) gegenüber dem inneren Bereich (3) eine Vorverdichtung
(Flächenpressung) von mindestens 50 N/mm² bei geringerer Dicke
besitzt, und dessen Breite 30 bis 70% der Breite beider Bereiche (2, 3)
beträgt, und durch einen inneren Bereich (3) mit einer Kompressibilität
des Dichtungswerkstoffes von mindestens 10%, und wobei der innere
Rand (5) des inneren Bereiches (3) eine Einfassung (6) aus Blech einer
Dicke von 0,05 bis 0,3 mm aufweist.
2. Flachringdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorverdichtung des äußeren Bereiches (2) 100 bis 200 N/mm² beträgt.
3. Flachringdichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einfassung (6) Schenkel (7) aufweist, welche 30 bis 70% der
Breite des inneren Bereiches (3) abdecken.
4. Flachringdichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Dichtungswerkstoff Graphit ist.
5. Flachringdichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet
durch eine metallische Einlage (1).
Priority Applications (1)
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| DE19914137475 DE4137475C2 (de) | 1991-11-14 | 1991-11-14 | Flachringdichtung |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19914137475 DE4137475C2 (de) | 1991-11-14 | 1991-11-14 | Flachringdichtung |
Publications (2)
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| DE4137475A1 DE4137475A1 (de) | 1993-05-27 |
| DE4137475C2 true DE4137475C2 (de) | 1996-03-28 |
Family
ID=6444806
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
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| US20160369657A1 (en) * | 2015-06-16 | 2016-12-22 | Caterpillar Inc. | Insert for turbocharger support housing |
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- 1991-11-14 DE DE19914137475 patent/DE4137475C2/de not_active Expired - Lifetime
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