DE4117014C2 - Scharnier - Google Patents

Scharnier

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Scharnier nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Ein wesentliches Kriterium für die Einbruchsicherheit einer Tür ist die Sicherung der Bandseite gegen Ausheben des Türblattes aus den Bändern, die meist durch an dem Türstock befestigten, nach oben stehenden Zapfen und an dem Türblatt befestigten, auf die Zapfen aufschiebbaren Hülsen gebildet sind. Bei solchen Lösungen ergibt sich der Nachteil, dass das Türblatt an der Bandseite mittels einer Brechstange ausgehoben werden kann.
Weiters wurden auch schon Bandsicherungen vorgeschlagen, bei denen an der Bandseite ein separater Beschlag an dem Türblatt befestigt ist, der mit seitlich abstehenden kegelförmigen Ansätzen oder Zapfen versehen ist, die bei geschlossener Türe in, im Türstock angeordnete entsprechende Öffnungen eingreifen.
Mit dieser Lösung wird zwar ein entsprechender Schutz gegen ein Ausheben der Tür erreicht, doch erfordert diese Lösung einen sehr erheblichen Aufwand bei der Adaptierung eines Türblattes und Türstockes.
In DE 79 02 777 U1 wird eine Verschlusseinheit vorgeschlagen, bei der an der Umfangsfläche des Aufschlages eine Befestigungsplatte angeschraubt ist, die eine Gewindebohrung zur Aufnahme eines Gewindezapfens des flügelrahmenseitigen Bandteils aufweist. Letzterer weist überdies eine flügelrahmenseitige Bandhülse auf, welche zwischen zwei blendrahmenseitige Bandhülsen des blendrahmenseitigen Beschlagteils liegt und gemeinsam mit diesen von einem Gelenkzapfen durchsetzt ist. Diese Ausführungsform kann aber nicht verhindern, dass der Gelenkzapfen entfernt und das flügelrahmenseitige Bandteil ausgehoben werden kann.
Ziel der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und ein Scharnier der eingangs erwähnten Art vorzuschlagen, das einen sehr weitgehenden Schutz gegen ein Ausheben des Türblattes gewährleistet.
Erfindungsgemäß wird dies durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 erreicht.
Durch diese Maßnahmen ist sichergestellt, dass das Türblatt durch die im geschlossenen Zustand der Tür durch die Scharnierzapfen bzw. Ansätze gegen ein gegenseitiges axiales Verschieben gesicherten Scharnierplatten der Scharniere gegen ein Ausheben im Bereich der Bandseite gesichert ist, wobei aufgrund des Eingreifens des Scharnierzapfens in das Türblatt sehr große Kräfte aufgenommen werden können und damit ein hohes Maß an Sicherheit gegen ein Ausheben der Tür erreicht wird.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung können die im Anspruch 2 angeführten Merkmale vorgesehen sein.
Durch diese Maßnahmen ist es auch bei relativ dünnen Türblättern möglich, kräftige Scharnierzapfen oder Ansätze an einer der beiden Scharnierplatten des Scharniers anzuordnen, die eben ein entsprechend hohes Maß an Festigkeit aufweisen und daher auch bei Anwendung entsprechend hoher Kräfte beim Versuch das Türblatt auszuheben, nicht verbogen oder abgeschert werden können.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung können die im Anspruch 3 angegebenen Maßnahmen vorgesehen sein.
Auf diese Weise wird eine sehr belastbare Verbindung der Scharnierplatte des Scharniers mit dem Türblatt mit geringem konstruktiven Aufwand ermöglicht.
Weiters können die im Anspruch 4 angegebenen Merkmale vorgesehen sein.
Auf diese Weise können die Scharniere sehr einfach und genau eingestellt werden. Es genügt dazu das Türblatt in seiner gewünschten Höhe zu halten und die entsprechende Scharnierplatte des jeweiligen Scharniers mit einem Ankerkörper zu verbinden, wobei sich der Ankerkörper gegen die geneigt verlaufenden Seitenwände der Nut des Türstockes presst und das Türblatt durch den entstehenden Reibungsschluss hält. Bei entsprechend kleinen Neigungswinkeln der Seitenwände von z. B. 2 bis 10° gegen eine Senkrechte zum Nutgrund lassen sich auch bei relativ geringen, zwischen Ankerkörper und Scharnierplatte wirkenden Zugkräften sehr hohe, zwischen Türstock und Ankerkörper wirkende Haltekräfte erreichen.
Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigen:
Fig. 1 schematisch einen Schnitt durch einen mit einer Verkleidung versehenen Türstock samt Türblatt,
Fig. 2 einen Teilschnitt durch ein erfindungsgemäßes Scharnier,
Fig. 3 eine Draufsicht auf den am Türblatt befestigten Teil des Scharniers,
Fig. 4 eine Draufsicht auf den am Türstock befestigten Teil des Scharniers,
Fig. 5 eine Draufsicht auf einen Ankerkörper zur Befestigung des Scharniers am Türstock, und
Fig. 6 und Fig. 7 Schnitte durch den Ankerkörper.
Der in der Wand 1 gehaltene und bereits bestehende Türstock 2, der in Fig. 1 in einer horizontalen Ebene geschnitten dargestellt ist, ist mit einer Verkleidung 3 versehen. Diese besteht aus einem aus einem Blechzuschnitt hergestellten Profil.
Dieses Profil weist einen im wesentlichen L-förmigen Quer­ schnitt auf, wobei der eine Schenkel 4 im wesentlichen parallel zur Ebene der Wand 1 verläuft, jedoch an seinem freien Ende eine Abwinkelung 5 aufweist, die sich in Richtung zur Wand hin erstreckt.
In dem im wesentlichen in Achsrichtung 6 des Durchganges 7 verlaufenden Schenkel 8 der Verkleidung 3 ist eine über die Länge, bzw. Höhe der Verkleidung 3 durchgehende Nut 9 eingearbeitet, die einen schwalbenschwanzförmigen Querschnitt aufweist und sich gegen den Nutgrund zu verbreitert.
Diese Nut 9 weist eine zur Aufnahme von in der Tür 10 angeordneten Sperrorganen, wie Fallen 11 und Riegel 12, ausreichende Breite auf.
Die eine Wand der Nut 9 wird von einer Umbiegung des Schenkels 4 um einen relativ kleinen Radius um etwas mehr als 360° gebildet. Die zweite Seitenwand der Nut 9 dient gleichzeitig als Anlage zur Abstützung auf dem verkleideten Türstock 1, wo­ bei auch diese Seitenwand der Nut 9 mit der Wandebene einen spitzen Winkel von z. B. 3° einschließt.
Durch die Abstützung des Schenkels 4 der Verkleidung 3 über die Abwinkelung 5 und die Seitenwand der Nut 9 verbleibt zwischen dem Schenkel 4 und dem Türstock 1 Platz, um das am verkleideten Türstock 1 verbliebene Scharnier 14 aufzunehmen zu können.
Der Schenkel 8 der Verkleidung 3 weist eine schmale Nut 22 auf, in die, wie strichliert angedeutet ist, ein weiterer, ebenfalls im wesentlichen L-förmiger Verkleidungsteil 23 ein­ geschoben werden kann, wobei dieser Verkleidungsteil 23 die Befestigungsschrauben 24, mit denen die Verkleidung 3, bzw. deren Schenkel 8, mit dem Türstock 2 verbunden ist, abdeckt. Die Befestigung des Verkleidungsteiles 23 am Türstock kann mittels entsprechender Kleber erfolgen.
In diesen Nuten 9 sind auch noch Ankerkörper 13, die einen trapezförmigen Querschnitt aufweisen, verschiebbar gehalten, an denen Scharniere 14 mittels Schrauben befestigt werden können.
Neben der Nut 9 ist eine weitere Nut 16 in den Schenkel 8 ein­ gearbeitet, in die eine Scharnierplatte 17 des Scharniers 14 mit einem durch eine Nut 18 getrennten Abschnitt eingreift und in dieser geführt ist. Diese Scharnierplatte 17 ragt auch mit ihrem mittleren Abschnitt in die Nut 9 hinein und ist mittels Schrauben, die die Scharnierplatte 17 durchsetzen und in Gewindebohrungen 33 des Ankerkörpers 13 eingreifen, mit letzterem verbunden (Fig. 5 und 7). Mittels dieser Schrauben wird der Ankerkörper 13 mit der Scharnierplatte 17 zusammengespannt, wobei aber zwischen den einander zugekehrten Seiten dieser Teile ein Spalt 19 verbleibt. Durch die Verspannung des Ankerteiles 13 in der Nut 9 wird dieser gegen die sich gegen die Nutöffnung zu einander annähernden Seitenwände der Nut gepresst und dadurch ein sicherer Reibungsschluss zwischen dem Ankerkörper 13 und den Wänden der Nut 9 sichergestellt. Dabei schließen die Seitenwände der Nut 9 mit einer Senkrechten zum Nutgrund einen Winkel von je 3° ein.
Die zweite Scharnierplatte 20 des Scharniers 14 ist an dem Türblatt 10 befestigt. Dabei sind in der Scharnierplatte 20 Scharnierzapfen 21 gehalten, die auch in das Türblatt 10 eindringen und an beiden Seiten aus der Scharnierplatte 20 vorragen. Die einen aus der Scharnierplatte 20 vorragenden Abschnitte des Scharnierzapfens 21 greifen bei geschlossener Tür in Bohrungen 42 der Scharnierplatte 17 und in mit diesen fluchtende Bohrungen 43 des Ankerteiles 13 ein (Fig. 5). Bei den Bohrungen 42 der Scharnierplatte 17 handelt es sich um Langlöcher, deren längere Achse senkrecht zur Achse des Scharniers 14 verläuft (Fig. 4), sodass der vorragende Abschnitt des Scharnierzapfens 21 beim Schließen der Tür in diese Bohrungen 43 einschwenken kann.
Durch diese Scharnierzapfen 21 wird ein Ausheben der Tür mittels eines Einbruchswerkzeuges wesentlich erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht, da durch die Scharnierzapfen 21 eine Festlegung der Tür in Bezug auf die Hochachse der Tür gegeben ist. Dabei kann auch vorgesehen sein, dass die Tür mit einer Mehrfachverriegelung versehen ist, sodass eben eine entsprechende Anzahl von Sperrorganen in die Nuten 9 eingreifen und dadurch ein Wegdrücken der Tür aus dem Türstock zur Ermöglichung des Ansetzens einer Brechstange verhindert wird.
Die beiden Scharnierplatten 20, 17 weisen Abwinkelungen 44, 25 auf, die einstückig mit Scharnieraugen 26 bzw. 27 verbunden sind (Fig. 3 und 4). Diese Scharnieraugen, von denen das Scharnierauge 27 der Scharnierplatte 17 zwischen die beiden Scharnieraugen 26 der Scharnierplatte 20 einschiebbar ist, sind von einem nicht dargestellten Scharnierbolzen durchsetzt, der als Drehachse dient.
Die Bohrungen 42 der Scharnierplatte 17 weisen, wie aus der Fig. 2 zu ersehen ist, an der der Schwenkachse des Scharniers 14 näheren Innenseite eine gekrümmt verlaufende Wand 28 auf, wobei der Radius der Krümmung dieser Wand 28 im wesentlichen dem Radius der Bahn des der Schwenkachse des Scharniers 14 nächstgelegenen Punktes der Mantelfläche des Scharnierzapfens 21 bei dessen Einschwenkbewegung beim Schließen der Tür entspricht.
Jeder Scharnierzapfen 21 ist mit einem Bund 29 versehen, der in einer Ansenkung 30 einer Bohrung 31 der Scharnierplatte 20 aufgenommen ist, wobei der Scharnierzapfen 21 mit Spiel in der zugehörigen Bohrung 31 gehalten ist. Durch diesen Bund 29 ist es möglich, die Scharnierplatte 20 mit den Scharnierzapfen 21, deren türblattseitig aus der Scharnierplatte 20 vorragender Abschnitt mit einem Gewinde 32 versehen ist, an dem Türblatt 10 zu befestigen.

Claims (4)

1. Scharnier zur schwenkbaren Befestigung eines Verschlusses einer Raumöffnung an einem Türstock, bei dem eine mit mindestens einem Scharnierauge verbundene Scharnierplatte mit dem Verschluss, insbesondere einem Türblatt, und eine zweite, ebenfalls mit mindestens einem Scharnierauge verbundene Scharnierplatte mit dem Türstock verbindbar ist und die Scharnieraugen von einem Scharnierstift durchsetzt sind, wobei in einer der beiden Scharnierplatten mindestens ein in der Schließstellung des Scharniers gegen die jeweils andere Scharnierplatte vorragender und in das Türblatt ein­ greifender Scharnierzapfen gehalten und die jeweils andere Scharnierplatte mit mindestens einer dem, bzw. den Scharnierzapfen entsprechenden Ausnehmung(en) versehen ist, die zur Aufnahme des Scharnierzapfens bzw. der Scharnierzapfen dient bzw. dienen, dadurch gekennzeichnet, dass der bzw. die Scharnierzapfen (21) die Scharnierplatte (20) des Scharniers (14) durchsetzen und mit ihren einen Enden im Türblatt (10) verankert sind.
2. Scharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die der Schwenkachse des Scharniers (14) nähere Innenwand jeder Ausnehmung (42) als gekrümmt-zylindrische Fläche geformt ist, auf der der zugeordnete Scharnierzapfen (21) bzw. Ansatz der anderen Scharnierplatte (20) beim Öffnen und Schließen der Tür abrollen kann, wobei die Ausnehmung(en) (42) vorzugsweise als Durchbrüche ausgebildet sind.
3. Scharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der bzw. die Scharnierzapfen (21) mit einem mit einer Ansenkung (30) einer Aufnahmebohrung (31) zusammenwirkenden Bund (29) versehen sind, in welcher Aufnahmebohrung die Scharnierzapfen (21) mit Spiel gehalten sind und gleichzeitig zur Befestigung der sie aufnehmenden Scharnierplatte (20) an dem Türblatt (10) dienen und an deren türblattseitig aus der Scharnierplatte (20) vorragenden Abschnitt vorzugsweise mit einem Gewinde (32) versehen sind.
4. Scharnier nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der bzw. den Ausnehmung(en) (42) zur Aufnahme des Scharnierzapfens (21) bzw. der Scharnierzapfen versehene Scharnierplatte (17) weiters mit Bohrungen (34) zur Aufnahme von in Ankerkörpern (13), die in schwalbenschwanzförmigen Nuten (9) des Türstockes verschiebbar gehalten sind, eingreifenden Befestigungsschrauben versehen ist.
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