DE4104992C2 - Vorrichtung zur zielgenauen Steuerung von Überlagerungsbohrungen - Google Patents
Vorrichtung zur zielgenauen Steuerung von ÜberlagerungsbohrungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur zielgenauen
Steuerung des Bohrgestänges beim Herstellen von bei
spielsweise Überlagerungsbohrungen gemäß dem Oberbe
griff des Anspruchs 1.
Bekannt sind mehrere steuerbare Bohrsysteme für die
Herstellung von Bohrungen, die teilweise drehend mit
Unterstützung von Hochdruckspülung oder im Rammbohrver
fahren arbeiten (Stein, Dr., Möllers, K., Bielecki, R.:
Leitungstunnelbau, Verlag Ernst und Sohn, Berlin, 1988,
S. 35 ff). Hierbei ist ein einen Innenkanal aufweisendes
Bohrgestänge im Einsatz, das aus einzelnen Abschnitten
dem Bohrfortschritt entsprechend zusammengesetzt wird.
Diese bekannten Bohrsysteme haben jedoch Schwierigkei
ten, Hartgestein zu durchörtern. Außerdem können Rich
tungskorrekturen beim Abweichen des Bohrkopf es von der
vorgesehenen Richtung nur im oberflächennahen Bereich
durchgeführt werden. Ansonsten kann in der Regel nicht
einmal überprüft werden, welchen Weg der Bohrkopf genau
genommen hat. Aus der AT-PS 2636 ist ein exzentrischer
Bohrkopf bekannt, der von einem Bohrgestänge geführt
wird, der zentriert wird, um einen größeren Durchmesser
zu erbohren. Die Vorrichtung dient nicht zur Steuerung
der Bohrung, sondern lediglich zu Erweiterung des Bohr
loches bzw. zum Ziehen des Bohrmeißels bzw. Bohrkopfes.
Der US-PS 25 98 454 ist eine Bohranlage mit einem im
Loch angeordneten Hammer, der im Bohrloch zentrisch ge
führt wird, zu entnehmen. Die gesamte Bohranlage kann in die ge
wünschte Bohrrichtung geneigt werden. Während der Boh
rung ist allerdings eine Veränderung des Bohrlochver
laufes nicht zu erreichen, weil sich eine Änderung der
Neigung dann nicht mehr auf den Bohrkopf auswirkt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bohrvor
richtung der genannten Gattung mit einer Richtungskor
rekturmöglichkeit zu schaffen, die einfach aufgebaut,
leicht zu betätigen und zu überwachen ist.
Diese Aufgabe löst die Erfindung durch eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Das Bohrgestänge wird nach wie vor als Innengestänge
zur Übertragung von Andruck und Drehmoment verwendet
und erbohrt drehend oder drehschlagend den gesamten
Bohrdurchmesser. Das Außengestänge dagegen umfaßt das
Bohrgestänge und hält bei Bohrungen im standfesten und
besonders auch im nicht standfesten Gebirge das er
bohrte Bohrloch offen. Gleichzeitig hat dieses Außenge
stänge aber die wesentliche Aufgabe, die notwendige
Meßtechnik aufzunehmen und gleichzeitig auch die Steue
rung des Bohrgestänges zu übernehmen. Hierzu ist im
vorderen Bereich, d. h. im ersten Rohr des Außenge
stänges eine exzentrische Führung vorgesehen, so daß
das Innengestänge durch Drehen dieser exzentrischen
Führung jeweils in die Lage gebracht werden kann, die
notwendig bzw. gewünscht ist. Dies wird einfach dadurch
erreicht, daß das Außenrohr entsprechend um den not
wendigen Betrag gedreht wird, wodurch sich gleichzeitig
auch die exzentrische Führung dreht, die damit das
Bohrgestänge in die neue vorgesehene Lage bringt. Damit
kann der gewünschte Bohrlochverlauf hergestellt werden,
indem der bisherige Bohrlochverlauf korrigiert wird.
Gleichzeitig wird die genaue Position des Bohrkopfes im
Außenrohr während des Bohrvorganges gemessen, zur Bohr
maschine geleitet und auf einem Kontrollgerät mit dem
Bohrlochverlauf dargestellt. Durch einen Soll-Ist-Wert
vergleich kann damit der Bohrlochverlauf ständig kon
trolliert und korrigiert werden. Hierzu werden jeweils
über 360° die Neigung, der Rollwinkel und die Richtung
gemessen, wobei die Richtung mit umlaufend ausgerichte
ten Magnetometern ermittelt wird.
Nach einer zweckmäßigen Ausbildung der Erfindung ist
vorgesehen, daß das Außengestänge vom Bohrlochmund aus
drehbar ist, so daß auf diese Art und Weise bei ent
sprechend festgestellten Soll-Ist-Wertabweichungen so
fort eine Korrektur des Bohrlochverlaufes vom Bohrloch
mund aus vorgenommen werden kann, was insbesondere da
durch günstig möglich ist, daß das Außengestänge vom
Drehen des Bohrgestänges unbeeinflußt angeordnet ist.
Hierzu ist das Außengestänge nicht drehend ausgeführt,
so daß das aus dem Bohrlochmund herausragende Ende des
Außengestänges einfach nur gedreht werden muß, um unten
im Bereich des Bohrlochtiefsten die notwendigen Bohr
lochverlaufskorrektur vorzunehmen.
Um die notwendigen Soll-Ist-Wertvergleiche optimal
durchführen zu können, ist vorgesehen, daß das erste,
die Führung aufweisende Rohr des Außengestänges
zugleich als Träger der Meßtechnik dienend ausgebildet
ist. Damit ist eine optimale Vermessung des Bohrloch
verlaufes sichergestellt und zwar genau dort, wo auch
die Korrekturen eingeleitet bzw. veranlaßt werden.
Die exzentrische Führung ist von einem Ring gebildet,
in dem die das Bohrgestänge führende Bohrung und Aus
nehmungen zur Bohrkleinförderung eingebracht sind. Die
Exzentrizität dieser Bohrung bzw. der gesamten Führung
kann je nach Einsatzfall unterschiedlich sein. Um hier
einen Austausch gegebenenfalls vornehmen zu können oder
auch um notwendig werdende Reparaturen zu vereinfachen,
ist vorgesehen, daß die exzentrische Führung als lösbar
mit dem Außengestänge verbundener Ring ausgebildet ist.
Dieser Ring kann einfach gelöst werden, da er über
Halte- und Zentrierschrauben mit dem Außengestänge ver
bunden ist. Die Halte- und Zentrierschrauben stellen
sicher, daß der Ring auch jeweils in der vorgegebenen
Position im Außengestänge fixiert ist und damit eine
immer gleiche bzw. genau vorgesehene Position einnimmt,
da nur so die einwandfreie Bohrlochsverlaufkorrektur
vom Bohrlochmund aus vorgenommen werden kann.
Die Meßtechnik kann optimal am ersten Rohr des Außenge
stänges angebracht werden, wenn, wie erfindungsgemäß
vorgesehen, die Meßtechnik im Bereich der Führung in
das erste Rohr des Außengestänges integriert und zwar
in einem innenseitig Ausnehmungen aufweisenden Schutz
ring, der in das Rohr eingelassen ist, angeordnet ist.
Auf diese Art und Weise kann die Meßtechnik dicht an
die exzentrische Führung herangebracht werden, wodurch
die Auswertung der jeweiligen Ergebnisse optimiert ist.
Gleichzeitig ist die Möglichkeit gegeben, die notwendi
gen Teile der Meßtechnik genau dort anzubringen, wo sie
optimal benötigt werden, und auch eventuelle Über
wachungs- und Reparaturmaßnahmen vorzunehmen, da dazu
nur der Schutzring entfernt bzw. ausgewechselt werden
muß. Die notwendige Meßtechnik kann dann im Schutzring
vormontiert werden, so daß die notwendigen Arbeiten we
sentlich vereinfacht sind. Gleichzeitig ist eine genaue
Montage gesichert.
Als deutliche Vorteile sind die sicher und zugleich
schnell vorzunehmende Bohrlochverlaufskorrektur auch
bei Überlagerungsbohrungen und ähnlichen Bohrungen auch
außerhalb des oberflächennahen Arbeitsbereiches. Damit
ist die Möglichkeit gegeben, zielgenaue Bohrungen her
zustellen, wobei eine ständige Überwachung des Bohr
lochverlaufes möglich ist. Der dafür notwendige Aufwand
ist verhältnismäßig gering. Das zielgenaue steuerbare
Bohrsystem bringt somit erhebliche betriebliche und
kostenmäßige Vorteile.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren wei
ter erläutert. Dabei zeigen
Fig. 1 den im Bohrloch stehenden vorderen Bereich
des Bohrgestänges im Längsschnitt und
Fig. 2 eine Vorkopfansicht im geschnitten Bereich.
Fig. 1 zeigt das übliche Bohrgestänge 1, das entweder
einen Innenkanal 2 aufweisen kann oder aus Vollmaterial
besteht und das vom Außengestänge 3 umfaßt ist. Über
das Bohrgestänge 1 wird der notwendige Andruck und das
Drehmoment übertragen, wobei der das vordere Ende des
Bohrgestänges 1 bildende Bohrkopf hier nicht darge
stellt ist.
Fig. 2 verdeutlicht die Anordnung des Ringes 11, d. h.
zur exzentrischen Führung 10 innerhalb des Außengestän
ges 3, wobei das Bohrgestänge 1, daß in der exzentri
schen Führung 10 bzw. der Innenbohrung 12 geführt ist,
ausgezogen als Rohr und gestrichelt als Vollmaterial
wiedergegeben ist.
Das Bohrgestänge 1 und das Außengestänge 3 sind, wie
aus Fig. 1 entnommen werden kann, lediglich im Rahmen
der Führung 10 mit Reibschluß miteinander verbunden.
Das Außengestänge 3 dreht sich somit mit dem Bohrge
stänge 1 nicht mit, sondern bleibt in der vorgesehenen
Stellung stehen, während sich das Bohrgestänge 1 darin
dreht. Die Reibung im Bereich der Führung 10 reicht im
übrigen nicht aus, um das Außengestänge 3 mitzunehmen.
Damit wird das Bohrgestänge 1 durch die Exzentrizität
der Führung 10 genau in die Richtung geleitet, die es
für einen einwandfreien Bohrlochverlauf braucht.
Wird nun anhand der Meßtechnik ermittelt, daß der Bohr
lochverlauf mit dem Vorgesehenen nicht mehr überein
stimmt, so wird das Außengestänge 3 um einen ent
sprechenden Betrag gedreht. Damit verändert das
Bohrgestänge 1 automatisch seine Bohrrichtung und der
Bohrlochverlauf kann, wie vorgesehen, verändert und
korrigiert werden. Nachdem das Bohrgestänge 1 seine
richtige Richtung wieder eingenommen hat, verbleibt das
Außengestänge 3 in dieser Position, bis eine weitere
Korrektur notwendig werden sollte. Natürlich können
durch Drehen des Außengestänges 3 auch kleine Ände
rungen vorgenommen werden, so daß durchaus von einer
Feinjustierung gesprochen werden kann.
1 Bohrgestänge
2 Innenkanal
3 Außengestänge
4 erste Rohr von 3
5 dem Kopf zugewandtes Ende
6 Meßtechnik
7 Ausnehmung
8 Schutzring
10 Führung exzentrisch
11 Ring
12 Innenbohrung exzentrisch
13 Halte- und Zentrierschrauben
14 Halte- und Zentrierschrauben
15 Vorsprung
16 Ausnehmungen zur Bohrkleinab förderung
2 Innenkanal
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4 erste Rohr von 3
5 dem Kopf zugewandtes Ende
6 Meßtechnik
7 Ausnehmung
8 Schutzring
10 Führung exzentrisch
11 Ring
12 Innenbohrung exzentrisch
13 Halte- und Zentrierschrauben
14 Halte- und Zentrierschrauben
15 Vorsprung
16 Ausnehmungen zur Bohrkleinab förderung
Claims (7)
1. Vorrichtung zur zielgenauen Steuerung des Bohr
gestänges beim Herstellen von beispielsweise Über
lagerungsbohrungen mit einer Meßtechnik, wobei das
den Bohrkopf tragende Bohrgestänge drehend oder
drehschlagend von der Bohrmaschine beeinflußt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bohrgestänge (1)
von einem Außengestänge (3) umgeben ist, das an
dem Bohrkopf zugewandten Ende (5) eine das Bohrge
stänge (1) umfassende exzentrische Führung (10)
aufweist und drehbar ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Außengestänge (3) vom Bohr
lochmund aus drehbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Außengestänge (3) vom Drehen
des Bohrgestänges (1) unbeeinflußt angeordnet
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das erste, die Führung (10) auf
weisende Rohr (4) des Außengestänges (3) zu
gleich als Träger der Meßtechnik (6) dienend
ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die exzentrische Führung (10)
als lösbar mit dem Außengestänge (3) ver
bundene Ring (11) ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Ring (11) über Halte- und
Zentrierschrauben (13, 14) mit dem Außenge
stänge (3) verbunden ist.
7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 + 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßtechnik (6) im Be
reich der Führung (10) in das erste Rohr (4)
des Außengestänges (3) integriert und zwar in
einem innenseitig Ausnehmungen (7) auf
weisenden Schutzring (8), der in das Rohr (4)
eingelassen ist, angeordnet ist.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4104992A DE4104992C2 (de) | 1991-02-19 | 1991-02-19 | Vorrichtung zur zielgenauen Steuerung von Überlagerungsbohrungen |
| PCT/EP1992/000251 WO1992014905A2 (de) | 1991-02-19 | 1992-02-05 | Vorrichtung zur zielgenauen steuerung von überlagerungsbohrungen |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4104992A DE4104992C2 (de) | 1991-02-19 | 1991-02-19 | Vorrichtung zur zielgenauen Steuerung von Überlagerungsbohrungen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4104992A1 DE4104992A1 (de) | 1992-08-20 |
| DE4104992C2 true DE4104992C2 (de) | 1994-06-09 |
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ID=6425306
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4104992A Expired - Fee Related DE4104992C2 (de) | 1991-02-19 | 1991-02-19 | Vorrichtung zur zielgenauen Steuerung von Überlagerungsbohrungen |
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- 1991-02-19 DE DE4104992A patent/DE4104992C2/de not_active Expired - Fee Related
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- 1992-02-05 WO PCT/EP1992/000251 patent/WO1992014905A2/de not_active Ceased
- 1992-02-14 ZA ZA921087A patent/ZA921087B/xx unknown
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
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Owner name: SMART DRILLING GMBH, 45307 ESSEN, DE |
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