DE4103196C2 - Bohrgerät - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Bohrgerät
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein derartiges Bohrgerät ist in der deutschen Gebrauchs
musterschrift 83 37 248 beschrieben. Bei diesem bekannten
Bohrgerät ist das Schub-Schlag-Aggregat gemeinsam mit dem
Drehantrieb mit Bezug auf den Schlitten verschiebbar. Da
durch wird nicht nur das Bohrgestänge, sondern auch der
Drehantrieb durch die Schläge des Schub-Schlag-Aggregats
beschleunigt, was die Schlagwirkung auf das Bohrgestänge
vermindert und die mechanischen Beanspruchungen des Dreh
antriebes vergrößert. Der sich dadurch einstellende Ver
schleiß führt dazu, daß der Drehantrieb und das Schub-
Schlag-Aggregat zum Auswechseln der betroffenen Teile
vollständig zerlegt werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein konstruktiv
einfaches Bohrgerät zu schaffen, das mit einem einfach zu
wartenden und problemlos auswechselbare Verschleißteile
aufweisenden Schub-Schlag-Aggregat ausgestattet ist.
Diese Aufgabe löst die Erfindung durch ein Bohrgerät
mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Das Schub-Schlag-Aggregat ist somit kraftbeaufschlagt mit
Bezug auf den Drehantrieb verschiebbar, so daß die Axial
kraft direkt auf das Bohrgestänge wirkt und der Drehan
trieb von Axialkräften frei ist. Auch die Schläge des
Schub-Schlag-Aggregats beanspruchen den Drehantrieb
nicht, so daß dieser weniger verschleißanfällig ist und
leichter gebaut sein kann.
Das Schub-Schlag-Aggregat erzeugt die Schlagkraft über
einen mittels einer Druckfeder vorgespannten Schlagkol
ben, der an einer Seite mit einem Kolbenfortsatz auf dem
Stößel ruht, während auf der anderen Seite eine Kolben
stange aus dem Gehäuse herausragt, die zum Vorspannen der
Druckfeder mittels einer in eine Nut der Kolbenstange
eingreifenden Kurvenscheibe dient. Auf diese Weise ent
steht jedesmal ein Schlag auf den Stößel, wenn die Kur
venscheibe die Kolbenstange am Ende des Vorspannens der
Druckfeder freigibt und der Kolbenfortsatz, angetrieben
von der Druckfeder, wieder vorschnellt. Somit übt nicht
der Antrieb des Schub-Schlag-Aggregats die Schläge aus,
vielmehr werden sie durch die Druckfeder ausgelöst, wäh
rend der Antrieb mittels der Kurvenscheibe nur zum Vor
spannen der Druckfeder dient und daher ebenfalls von
Stößen durch die Schläge befreit ist und einem geringeren
Verschleiß unterliegt. Vorteilhaft ist bei dem
erfindungsgemäßen Gerät, daß sich die Kurvenscheibe und
der Schlagkolben mit dem Kolbenfortsatz und der Kolben
stange, die die einzigen Verschleißteile bilden, auf
einfache Weise austauschen lassen, ohne daß der An
triebsmotor davon berührt wird. Es läßt sich damit trotz
einer Systemtrennung eine funktionelle Verschmelzung er
reichen. Die bedarfsweise unterstützend aufgebrachte
Schlagkraft geht ohne Umweg über den Schub-Schlag-Schlit
ten des Schub-Schlag-Aggregats voll auf das Bohrgestänge.
Dem Schlagkolben läßt sich eine Druckfeder zuordnen, die
als Schlagimpulse erzeugende Antriebsfeder dient, um den
Schlagkolben in schneller Folge nach vorn zu beschleuni
gen. Anstatt einer Druckfeder eignen sich auch andere,
für einen entsprechenden Impuls sorgende Druckspeicher,
z. B. Stickstoffspeicher.
Die sich entgegen der Vortriebsrichtung bewegende, vor
teilhafterweise Nocken aufweisende Kurvenscheibe zieht
den Kolben somit gegen die Kraft der Druckfeder zurück,
die sich dabei vorspannt. Da jeweils nur eine Nocke der
Kurvenscheibe mit einem kurvenförmig ausgebildeten Ende
in die außerhalb des Gehäuses angeordnete Nut eingreift,
ergeben sich günstige, einer Rollreibung ähnliche Rei
bungsverhältnisse.
Wenn der Kurvenscheiben-Antriebsmotor vertikal angeordnet
ist, wird kein zusätzlicher Platz benötigt und läßt sich
in der Baugrube der nach oben ohnehin freie Raum für den
Motor ausnutzen.
Es empfiehlt sich, daß der Schub-Schlag-Schlitten ange
trieben und mit dem Drehantriebsschlitten zugfest verbun
den ist. Die vorteilhafte System-Trennung läßt sich mit
lediglich einem Antrieb verwirklichen, der ein Zahnstan
genantrieb sein kann und damit - im Gegensatz
beispielsweise zu einem den Schub aufbringenden Hydrau
lik- oder Pneumatikzylinder - eine nicht so große Bau
länge erfordert, um den Vortrieb zu erreichen; über die
zugfeste Verbindung, beispielsweise eine Kette oder ein
Seil, nimmt der Schub-Schlag-Schlitten den Drehantriebs
schlitten beim Zurückfahren mit, wenn ein neues Gestänge
angesetzt werden muß. Für den Schub-Schlag-Schlitten eig
nen sich neben den genannten Antrieben alle eine lineare
Bewegung erzeugenden Antriebe, wie ein Seilantrieb oder
ein Kettenantrieb mit entsprechender Umlenkung.
Wenn das Bohrgestänge drehfest mit einem in dem Drehan
trieb längsbeweglich gelagerten Stößel verbunden ist,
lassen sich Schäden an dem vorteilhaft als Kettenantrieb
ausgebildeten, das Bohrgestänge über zumindest eine Kette
antreibenden Drehantrieb vermeiden, bei dem der Stößel in
einem das Drehmoment übertragenden Zahnrad lagert. Zwi
schen dem Schlagwerkzeug und dem Bohrgestänge befindet
sich somit ein bewegliches Glied, und das Schlagwerkzeug
wirkt mittelbar auf das rückwärtige Ende des Bohrgestän
ges ein. Das Schub-Schlag-Aggregat und der Antrieb zum
Drehen des Bohrgestänges lassen sich unabhängig voneinan
der betätigen.
Für sämtliche, vorzugsweise hydraulischen oder pneuma
tischen Antriebe wird lediglich ein Antriebsmedium benö
tigt; die Antriebe lassen sich auf einfache Weise an auf
der Baustelle üblicherweise vorhandene, hydraulische oder
pneumatische Trägergeräte (Bagger oder Kompressor) an
schließen.
Wenn das Bohrgestänge mit einem eine Schrägfläche aufwei
senden Kopf versehen ist, der als Lenkkopf mit einer
elektronischen, den Bohrvortrieb exakt verfolgenden und
steuernden Einheit ausgebildet sein kann, läßt sich je
nach Stellung des schrägen Lenkkopf es, die auf einer
Skala eines Meßgerätes außerhalb der Erdbohrung angezeigt
wird, durch Unterbrechen der Rotation bei translatori
schem Vortrieb eine zielgerichtete Kursänderung errei
chen, um so Hindernissen auszuweichen oder eine Kurve zu
fahren.
Wenn der Gestängekopf austauschbar ist, lassen sich bei
unterschiedlichen Lenkradien Köpfe mit entsprechend ange
paßten Neigungen der Schrägfläche einsetzen.
Bei einem mit einer Drillnut versehenen Gestängekopf er
gibt sich aufgrund der wie ein Schraubengewinde wirkenden
Nut eine das Bohrgestänge in das Erdreich hineinziehende
Wirkung; die vom Schub-Schlag-Aggregat aufzubringende
Schubkraft kann dann geringer und entsprechend die Ab
stützung der Lafette weniger aufwendig sein. Außerdem er
möglicht die Drillnut ein Abfördern des Kleinmaterials
(Bohrklein) nach hinten.
Wenn ein Gestängekopf mit einer Zentrierspitze versehen
ist, wird der Geradeauslauf des Bohrgestänges unter
stützt. Die Zentrierspitze zieht sich nämlich - insbeson
dere beim Arbeiten in massivem Erdreich - bei voller Dre
hung des Bohrgestänges voreilend in das Erdreich hinein.
Bei Verwendung hohler Bohrgestänge kann zudem die Gestän
gelängsbohrung dazu beitragen, daß über ein Drehgelenk,
das zentrisch zwischen dem Drehantrieb und dem jeweils
letzten Gestänge angeordnet ist, Flüssigkeit zum Schmie
ren der Gestänge bzw. zum Kühlen des Bohrkopfes einge
bracht wird. Die Flüssigkeit bewirkt weiterhin, daß ein
im Lenkkopf befindlicher Sender durch die laufende
Rotation und die dadurch entstehende Reibung am Erdreich
nicht zu heiß wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläu
tert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 ein Erdbohrgerät mit am rückwärtigen Ende des
Bohrgestänges angeordnetem Schub-Schlag-Aggregat
in einer Längsansicht;
Fig. 2 das Bohrgerät gemäß Fig. 1 in einem Schnitt ent
lang der Linie II-II und
Fig. 3 einen in einem Gehäuse des Schub-Schlag-Aggrega
tes gemäß Fig. 1 angeordneten, von einer Nocken
scheibe vorgespannten Schlagkolben im Quer
schnitt, in Pfeilrichtung A von Fig. 1 gesehen.
Ein Erdbohrgerät 1 besteht aus einer Lafette 2 und einem da
rauf angeordneten Schub-Schlag-Aggregat 3 sowie einem Dreh
antrieb 4. Das Schub-Schlag-Aggregat 3 und der Drehantrieb
4 sind auf Schlitten 5, 6 angeordnet, die auf Führungsstan
gen 7 gleiten. Die Schlitten 5, 6 sind voneinander getrennt
und lediglich durch eine Kette 8 zugfest miteinander ver
bunden. Zum Vortreiben eines durch Ansetzen neuer Teil
stücke beliebig zu verlängernden Bohrgestänge 9 in Vor
triebsrichtung 11 wird das Schub-Schlag-Aggregat 3 von ei
nem Zahnradantrieb 12 vorwärtsbewegt, der aus einem Motor
13 mit einem Ritzel 14 besteht, das mit einer sich über die
gesamte Länge der Lafette 2 erstreckenden Zahnstange 15
kämmt (vgl. Fig. 2).
Zum Übertragen der Schubkraft liegt ein Kolbenfortsatz 16
eines in einem Gehäuse 17 des Schlittens 5 des Schub-
Schlag-Aggregates 3 angeordneten Schlagkolbens 18 (vgl.
Fig. 3) kraftschlüssig an einer Stößelflasche 19 (vgl. Fig. 1)
eines zwischen dem Bohrgestänge 9 und dem Kolbenfortsatz
16 angeordneten Stößels 21 an. Der Stößel 21 lagert in
Richtung des Doppelpfeils 22 längsbeweglich in Zahnrädern
23 des als Kettenantrieb - in Fig. 2 sind eine Kette 10 und
ein diese antreibender Hydraulikmotor 20 schematisch darge
stellt - ausgebildeten Drehantriebes 4. Zum Drehen des
Bohrgestänges 9 ist dieses an der in Fig. 1 mit 24 gekenn
zeichneten Anschlußstelle drehfest mit dem Stößel 21 verbun
den. Das Bohrgestänge 9 ist mit einem austauschbaren, eine
schraubengewindeartige Drillnut 25, eine Schrägfläche 26
und eine Zentrierspitze 27 aufweisenden Gestängekopf 28
versehen.
Trifft das Bohrgestänge 9 beim Vortrieb auf einen Wider
stand, der durch Schubkraft allein nicht überwunden werden
kann, wird das Bohrgestänge 9 über den zwischengeschalteten
Stößel 21 mittels des Kolbens 18 (vgl. Fig. 3) und somit
vom rückwärtigen Ende her durch Schläge mit hoher Impulsfol
ge beaufschlagt. Der Schlagkolben 18 wird zu diesem Zweck -
wie in Fig. 3 dargestellt ist - von einer im Gehäuse 17 des
Schub-Schlag-Aggregates 3 angeordneten Druckfeder 29 be
schleunigt, die unter Vorspannung steht. Zum Vorspannen der
Druckfeder 29 greift eine mit drei Nocken 31 ausgebildete
Kurvenscheibe 32 in eine Nut 33 einer sich durch das
Gehäuse 17 nach außen erstreckenden Kolbenstange 34 ein.
Die Kurvenscheibe 32 ist über eine Antriebswelle 35 an
einen Hydraulikmotor 38 angeschlossen, der beim Inbetrieb
setzen die Nocken 31 in schneller Folge in Eingriff mit der
Nut 33 bringt und entsprechend jeweils die Druckfeder 29
vorspannt, so daß sich eine schnelle Folge des Entspannens
und Spannens der Druckfeder und damit eine entsprechend
schnelle Hubfolge des Schlagkolbens 18 ergibt. Sobald der
Widerstand überwunden ist, wird der Motor 36 ausgeschaltet
und das Bohrgestänge 9 wieder nur allein durch Schubkraft
in Vortriebsrichtung 11 ins Erdreich vorgetrieben.
Claims (13)
1. Bohrgerät mit einem auf einem in einer Lafette ge
führten Schlitten angeordneten, kombinierten, ein
Bohrgestänge auf nehmenden Drehantrieb und einem auf
einen am Ende des Bohrgestänges angreifenden Stößel
wirkenden, kraftbeaufschlagt verschiebbaren Schub-
Schlag-Aggregat, dadurch gekennzeichnet, daß das
Schub-Schlag-Aggregat (3) gegenüber dem Drehantrieb
(4) verschiebbar ist und ein Schlagwerkzeug mit einem
in einem Gehäuse (17) angeordneten, vorgespannten
Schlagkolben (18), der an einer Seite mit einem Kol
benfortsatz (16) und an der anderen Seite mit einer
Kolbenstange (34) aus dem Gehäuse (17) herausragt,
aufweist, wobei eine angetriebene, eine Druckfeder
(29) vorspannende Kurvenscheibe (32) in eine Nut (33)
der Kolbenstange (34) eingreift.
2. Bohrgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Schlagkolben (18) eine Druckfeder (29) zuge
ordnet ist.
3. Bohrgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kurvenscheibe (32) drei Nocken (31)
aufweist.
4. Bohrgerät nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein Kurvenscheiben-Antriebsmotor (36)
vertikal angeordnet ist.
5. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schub-Schlag-Schlitten (5)
angetrieben und mit einem Drehantriebsschlitten (6)
zugfest verbunden ist.
6. Bohrgerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, gekennzeichnet durch ein Schub-Schlag-Aggregat
(3) mit einem Zahnstangenantrieb.
7. Bohrgerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Bohrgestänge
(9) drehfest mit einem in dem Drehantrieb (4) längs
beweglichen Stößel (21) verbunden ist.
8. Bohrgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Bohrgestänge (9) über zumindest eine Kette
angetrieben ist und der Stößel (21) in einem das
Drehmoment übertragenden Zahnrad (23) lagert.
9. Bohrgerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 8, gekennzeichnet durch hydraulische oder pneuma
tische Antriebe.
10. Bohrgerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Bohrgestänge
(9) mit einem eine Schrägfläche (26) aufweisenden
Kopf (28) versehen ist.
11. Bohrgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gestängekopf (28) austauschbar ist.
12. Bohrgerät nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Gestängekopf (28) mit einer Drill
nut (25) versehen ist.
13. Bohrgerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 10
bis 12, gekennzeichnet durch einen Gestängekopf (28)
mit einer Zentrierspitze (27).
Priority Applications (2)
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| DE4103196A DE4103196C2 (de) | 1991-02-02 | 1991-02-02 | Bohrgerät |
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| DE4103196C2 true DE4103196C2 (de) | 1994-06-09 |
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ID=25900729
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Country Status (2)
| Country | Link |
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Also Published As
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