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Unterkleid. für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom 2.
Juni igi i die Priorität auf Grund der Anmeldung in den Vereinigten Staaten von
Amerika vom ig. September 1923 beansprucht. Leichte Sommerkleider haben infolge
ihrer Leichtigkeit und geringen Steifigkeit das Bestreben, sich -an den Körper anzuschmiegen,
insbesondere wenn man gesessen hat und aufsteht. Dieser Nachbeil kann in gewissem
Maße dadurch beseitigt werden, daß unter dem Rock oder Kleid ein oder mehrere Unterröcke
oder andere Unterkleider aus verhältnismäßig schwerem Stoff getragen werden; hierbei
werden jedoch die Leichtigkeit und Kühle, die gerade für Sommerkleider erwünscht
sind, geopfert.
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Ein Zweck der Erfindung besteht darin, ein Unterkleid zu schaffen,
welches bewirkt, daß das Oberkleid oder der Rock in natürlichem Fall herabhängt
und sich nicht an die Gestalt der Trägerin anschmiegt, ohne daß in irgendwie in
Betracht kommendem Maße die erwünschte Leichtigkeit und Kühle des Kleides dabei
beseitigt sind. Gemäß der Erfindung soll ferner das aus einem leichten biegsamen
Stoff bestehende Unterkleid die Oberkleider am Anschmiegen an den Körper verhindern,
ohne dabei das Gewicht des Stoffes wesentlich zu vermehren oder den Sitz oder Wurf
des Kleides zu beeinträchtigen.
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Weitere Erfindungszwecke bestehen in der Schaffung eines Unterkleides,
das die Masse der oberen Teile der gewöhnlichen Unterkleider nicht wesentlich vermehrt,
das ferner einen lichtundurchlässigen Schirm im unteren Teil des Kleides bildet,
das w=eiterhin beim Tragen seine Lage beibehält und das endlich wasserdicht gemacht
werden kann, ohne die übrigen Eigenschaften des Kleidungsstückes zu beeinträchtigen.
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Das Unterkleid nach der Erfindung, das die Form einer Schürze hat,
hängt hinten von der Hüftgegend unter dem Rock herab. Das Unterkleid ist so schmiegsam,
daß @es sich dem Rock ausreichend anpaßt, um diesem die Möglichkeit zu belassen,
in normaler Weise herabzuhängen. An einem Teil seiner Gesamtfläche, nämlich in der
Sitzgegend, ist es jedoch durch leichte Versteifungen, beispielsweise aus Fischbein,
die in der Sitzgegend so angeordnet sind, daß sie Biegungen nach etwa senkrechten
Linien dieses Teiles widerstehen, versteift. Diese Versteifungen dienen dazu, diesen
Teil des Unterkleides für sich und vom Körper abzuhalten und dem Oberrock eine Anschmiegfläche
zu bieten, ohne daß ein besonders schwerer Stoff hinzugefügt ist.
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Der auf den Hüften liegende Oberteil des Unterkleides besteht zweckmäßig
aus netzartigem Stoff, der stark genug ist, ohne dabei aufzutragen und dadurch den
Sitz -des Rockes zti beeinträchtigen. Um den Teil des Unterkleides, der sich seitlich
an den versteiften Sitzteil anschließt, ausgebreitet und faltenlos
zu
erhalten, ist ein Paar kurzer Versteifungsglieder vorgesehen, und zwar eins davon
an jedem Rand des Unterkleides. Diese Versteifungsglieder erstrecken sich nach innen
bis zu einer Stelle, die dicht unter den Außenkanten des versteiften Teiles des
Unterkleides hegt.
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Auf der Zeichnung ist das Unterkleid nach der Erfindung in einer Ausführungsform
veranschaulicht.
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Abb. i zeigt das Unterkleid in Ansicht und läßt die Art erkennen,
wie es getragen wird. Abb. 2 ist eine Vorderansicht des Unterkleides, wobei einige
Teile fortgebrochen sind.
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Das Unterkleid besteht in der Hauptsache aus einem Stoffstück i o
in der Form einer Schürze von solcher Länge, daß der Rock ausreichend geschützt
wird. Dieses Stück kann aus irgendwelchem nicht lichtdurchlässigen Stoff bestehen,
dessen Farbe zweckmäßig so gewählt wird, daß sie zu der des darüber getragenen Rockes
oder-Kleides paßt. Das Unterkleid wird z. B. durch Bänder 12, i a an seinen oberen
Ecken am Körper befestigt.
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Im oberen Teil des Unterkleides, der gegen die Hüften anliegt und
nicht lichtundurchlässig zu sein braucht, ist zweckmäßig ein Netzstoff 16 verwendet.
Die Unterkante dieses Teiles, an der der Stoff i o befestigt ist, kann leicht nach
unten gebogen oder abgerundet sein, damit das Unterkleid sich in richtiger Form
um die Hüften legt. Zur Verstärkung können senkrechte Bandstreifen 18, 2o an dem
Netzstoff 16 zwischen dem unteren Stoffteil io und dem oben liegenden Bunde 22 befestigt
sein. Beide Teile io, 16 sind außen mit einem Band oder einer Spitze 24 eingefaßt.
' In dem mittleren Oberteil des Stoffteiles i o ist eine Anzahl von Stangen 28,
3o, 32, beispielsweise Fischbein, vorgesehen, die zweckmäßig parallel und wagerecht
angeordnet sind, weil sie in dieser Lage die Bewegungen des Körpers am wenigsten
stören und die Oberkleidung frei von den Unterkleidern halten. Die Versteifungsstangen
sind auf dem Stoff mittels eines darühergelegten Bandes oder Stoffstreifens 34 befestigt.
Diese Streifen erstrecken sich zweckmäßig über die ganze Breite des Unterkleides,
so daß die Fischbeinstangen noch nachträglich in ihre richtige Lage geschoben werden
können. Bei paralleler, wagerechter Anordnung der Fischbeinstangen werden die unteren
Stücke zweckmäßig von allmählich zunehmender Länge gemacht, damit sie sich der Form
des Rokkes anpassen. Die Versteifungsteile gehen nicht bis zu den Seitenkanten des
Unterkleides oder über den Sitzteil hinaus., weil sonst das Unterkleid flach hervorstehen
und den Sitz und Wurf der Oberkleider beeinträchtigen würde. Es isst jedoch zweckmäßig,
das Unterkleid weiter zu halten, als es dem zu versteifenden Oberkleid entspricht,
damit diesem einte gewisse Spannung erteilt wird, um. es in der richtigen Lage zu
halten. Um zu verhindern, daß die äußeren Seitenteile des Unterkleides sich sacken
oder faltig werwerden, sind noch zwei kurze wagerechte Fischbeinstücke 36, 38 vorgesehen,
die von einer dicht unter dem Ende des untersten Streifens 32 liegenden Stelle nach
den Kanten des Unterkleides gehen. Die Stücke 36,38
sind zweckmäßig um einen
Betrag, der etwa der Entfernung zwischen den Streifen 28, 30 entspricht, unter dem
Streifen 32 angeordnet. Infolgedessen halten diese Stücke die äußeren Seitenteile
des Unterkleides in der richtigen Lage, ohne die erforderliche Biegsamkeit des Unterkleides
zu beeinträchtigen.
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Der Stoff, aus dem das Unterkleid gemacht ist, kann mit einer Imprägnierflüssigkeit
wasserdicht gemacht werden, wodurch der Oberkleidung die Lichtdurchlässigkeit genommen
und außerdem ein gewisser Schutz erteilt wird.