DE4100818C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Speicherung von Wärme - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Speicherung von WärmeInfo
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Description
Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren und eine Vor
richtung zur Speicherung von Wärme unter Einsatz eines ver
dampfbaren Wärmetransportmediums und eines schmelzbaren Wär
mespeichermediums, wobei das Wärmetransportmedium im Wärme
tausch mit dem Wärmespeichermedium steht.
Es sind eine Reihe von sogenannten Latent-Wärmespeichersyste
men bekannt, z. B. statische Speicher, bei denen das Wärme
speichermaterial in Kapseln (DE-OS 23 43 525) oder in porösen
Trägern (DE-OS 28 54 880) enthalten ist. Ferner gibt es soge
nannte dynamische Latent-Wärmespeicher, bei denen im Gegen
satz zu den statischen Speichern, bei denen das Speichermate
rial in Ruhe ist und der Wärmeeintrag durch Wärmeleitung er
folgt, hier das Speichermaterial bewegt ist, um durch Rühren
oder dgl. zusätzlich einen konvektiven Wärmeübergang zu errei
chen. Hier sei als Beispiel die DE-OS 25 43 686 genannt. Fer
ner ist ein Latent-Wärmespeicher aus der DE-Z: TAB 7/84, Sei
ten 512 und 513, bekannt, bei dem Wärme unter Einsatz eines
verdampfbaren Wärmetransportmediums und eines schmelzbaren
Wärmespeichermediums gespeichert wird. In der Beladephase
strömt das Wärmetransportmedium im dampfförmigen Zustand
durch das kristallisierte Wärmespeichermedium. Dabei konden
siert das Wärmetransportmedium unter Wärmeabgabe und das
Speichermedium verflüssigt sich unter Wärmeaufnahme. Dadurch
wird eine gute Durchmischung erreicht.
Aufgabe der Erfindung ist es, den Wärmeaustausch zwischen
Wärmetransportmedium und Wärmespeichermedium weiter zu opti
mieren, wobei eine Selbstregelung möglich gemacht werden soll.
Mit einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art wird diese
Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das bei der
Wärmeabgabe an das Wärmespeichermedium dampfförmige Wärmetrans
portmedium kurzzeitigen Druckerhöhungen unterworfen wird.
Die Erfindung bedient sich des Zusammenhanges zwischen Dampf
druck und Siedetemperatur eines Wärmetransportmediums und be
nutzt den Dampfdruck als Steuergröße des Speicherbetriebes.
Dies führt bei ansonst gleichen Bedingungen gegenüber den be
kannten Lösungen zur wenigstens kurzzeitigen Erhöhung der
Temperaturdifferenzen zwischen Speichermedium einerseits und
Transportmedium andererseits, so daß sich die Wärmeeintra
gungsleistung damit unmittelbar erhöht. Von ganz besonderem
Vorteil ist die Erfindung beim Laden derartiger Speicher.
In Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die kurzzeitigen Druck
erhöhungen des Wärmetransportmediums stufenweise vorgenommen
werden, so daß sich über den gesamten Weg des Wärmetransport
mediums durch das Wärmespeichermedium hindurch höhere Tempe
raturdifferenzen zwischen den beiden Medien ergeben, was zu
den oben genannten Vorteilen führt.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe sieht die Erfindung auch
Vorrichtungen unterschiedlicher Gestaltungen vor.
Eine besonders vorteilhafte Gestaltung einer solchen Vor
richtung zeichnet sich dadurch aus, daß kegelstumpf- oder
pyramidenstumpfförmige Wärmespeicherelemente vorgesehen
sind, die das Wärmespeichermedium enthalten. Die Wirkungs
weise einer solchen Gestaltung ist weiter unten noch näher
beschrieben.
Bei einer derartigen Vorrichtung kann erfindungsgemäß vorge
sehen sein, daß in einem Behälter eine Vielzahl von neben
einander und/oder übereinander angeordneten Speicherelemen
ten vorhanden sind. Diese Lösung ist insbesondere dann
zweckmäßig, wenn die einzelnen Speicherelemente in einer
Grundgröße werkseitig hergestellt werden und dann je nach
Größe des zu bildenden Wärmespeichers dort zu einer Mehrzahl
in einer Ebene zusammengefaßt oder auch in mehreren Ebenen
übereinander angeordnet werden können, um die Kapazität der
artiger Vorrichtungen zu vergrößern.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist es auch möglich, die
Vorrichtung derart zu gestalten, daß elastische Wellrohre
oder -schläuche als Speicherelemente vorgesehen sind, die
das Wärmespeichermedium enthalten, wobei in Ausgestaltung
vorgesehen sein kann, daß der Durchmesser der Wellrohre oder
-schläuche über die Länge gesehen kleiner ausgebildet ist.
Eine gegenüber den vorgenannten Gestaltungen abweichende,
das Erfindungsprinzip nutzende Gestaltung der Vorrichtung
besteht nach der Erfindung auch darin, daß zwischen dem Dom
und dem Wärmespeichermedium ein Lochboden mit regelbaren
Drosselöffnungen vorgesehen ist, über die dann die Druckbe
einflussung vorgenommen werden kann.
Eine technisch einfache Gestaltung ist dabei darin zu sehen,
daß die regelbaren Drosselöffnungen mit Drosselklappen ver
sehen sind, mit denen der Strömungswiderstand einstellbar
ist, etwa mit in Schließrichtung wirkenden einstellbaren Fe
dern, wobei sichergestellt sein soll, daß immer wenigstens
ein gewisser Querschnitt der Drosselöffnungen als Durch
strömbereich zur Verfügung steht.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung bei
spielsweise näher erläutert. Diese zeigt in den
Fig. 1A bis 1C ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsge
mäßen Vorrichtung mit Wellschläuchen, in
Fig. 2A bis 2C eine vereinfachte Wiedergabe der Vorrich
tung als Kegelstumpf jeweils in unter
schiedlichen Verfahrensstadien sowie in
Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfin
dung ebenfalls in schematischer, verein
fachter Darstellung.
Die in den Fig. 1A in unterschiedlichen Verfahrensstadien
dargestellte, allgemein mit 1 bezeichnete Vorrichtung
stellt ein mit 1a bezeichnetes Wärmespeicherelement in
Wellrohrgestaltung dar. Dieses Wärmespeicherelement be
steht im Ruhezustand aus drei Bereichen, nämlich einem un
teren Sumpf- oder Vorratsbereich 2 für ein mit 3 bezeichne
tes Wärmetransportmedium, einem mittleren Bereich 4, ausge
füllt von einem Wärmespeichermedium 5 und einem oberen Gasraum
oder Dom 6, der sich bei Betrieb der Vorrichtung 1
mit dampfförmigem Wärmetransportmedium 3′ füllt.
In Fig. 1B ist die Situation dargestellt, daß durch Wärme
zufuhr zum Wärmetransportmedium 3 dieses randseitig das Wärme
speichermedium 5 aufschmilzt, die Randzonen sind deshalb
in Fig. 1B mit 5′ bezeichnet und sollen flüssiges Wärmespeicher
medium bedeuten. Da auch und vor allem im unteren Be
reich zwischen flüssigem Wärmetransportmedium 3 und Wärmespeicher
medium 5 ein Flüssigkeitsbereich 5′′ des Speichermediums
entsteht, schwimmt das Speichermedium um einen
geringen Betrag nach oben, was durch einen Pfeil 7 in Fig.
1B bzw. Fig. 1C angedeutet ist. Damit stoßen in den nach
innen ragenden Bereichen des Wellrohres 1a′ die entspre
chenden, nach außen ragenden Vorsprünge des noch nicht auf
geschmolzenen Speichermediums 5 aneinander, so daß klei
ne Reservoire 5′′′ mit flüssigem Speichermedium entste
hen, wie dies in Fig. 1C angedeutet ist. Durch weitere Wär
mezufuhr und weiteres Aufschmelzen wird der Druck im Be
reich dieser Reservoire 5′′′ und unterhalb des noch nicht
verflüssigten Speichermediums erhöht und damit der Wär
meübergang zwischen Wärmetransportmedium und Speichermedium
gesteigert.
Bei dem Beispiel nach den Fig. 1A bis 1C erfolgt dies
ruck- oder intervallartig. Wenn nämlich durch den erhöhten
Wärmeübergang wiederum ein Teil des Speichermediums auf
geschmolzen ist, schwimmt dieses wieder um ein Stück gemäß
Pfeil 7 nach oben, der Druck sinkt kurzfristig wieder ab
und der Kleinzyklus der Druckerhöhung durch Verkanten oder
Verklemmen des noch nicht aufgeschmolzenen Speichermediums
5 beginnt von neuem. Damit ist eine unmittelbare
Selbstregelung im System sichergestellt.
Bei dem System in den Fig. 2A bis 2C ist dies grundsätz
lich ähnlich, wenn auch erreicht durch andere geometrische
Formen. Hier ist die Vorrichtung 1 als kegelstumpf- bzw.
pyramidenstumpfförmiges Speicherelement 1b gestaltet, wo
bei hier ansonsten die Bereiche, nämlich Wärmetransportmedium
reservoir 3, Wärmespeichermedium 5 und Dom 6, die
gleichen Bezugszeichen tragen, wie beim Ausführungsbei
spiel nach den Fig. 1A bis 1C.
Auch hier ist die Wirkungsweise ähnlich wie bereits oben
zu den Fig. 1A bis 1C dargestellt. Hier schwimmt der kegel
stumpfförmige Speichermediumklotz 5 nach bereichsweisem
Abschmelzen aufgrund der Wärmeabgabe durch das Wärmetransport
medium 3 nach oben gemäß Pfeil 7′ in Fig. 2B.
Durch die sich verjüngenden Seitenwände des Speicherelemen
tes 1b erfolgt kurzfristig später wiederum der Seitenkon
takt mit den Seitenwänden des Speicherelementes 1b und da
nach erfolgt durch kurzfristige Druckabsenkung durch das
Aufschwimmen nunmehr eine erneute Druckerhöhung durch das
Nachschmelzen des Speichermediums im unteren Bereich,
der auch hier in Fig. 2C mit 5′′′ bezeichnet ist.
In Fig. 3 ist schließlich wiederum ein abgewandeltes Aus
führungsbeispiel dargestellt, wobei hier das Wärmespeicher
element mit 1c bezeichnet ist.
Im unteren Flüssigkeitsreservoir oder Sumpf 2 ist ein unte
rer Wärmeaustauscher 8 dargestellt, während im Dom 6
ein oberer Wärmeaustauscher 9 angedeutet ist, wobei an die
ser Stelle erwähnt sei, daß unmittelbar die Gefäßwände als
Wärmetauscherflächen gestaltet sein können, die Wärmeaus
tauscher 8 und 9 sollen hier symbolisch nur die Wärmezu
fuhr bzw. Wärmeabfuhr in diesem Bereich andeuten.
Im Unterschied zu den Ausführungsbeispielen nach den Fig.
1 und 2 ist beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 zwischen
dem Wärmespeichermedium 5 und dem Dom 6 ein Lochboden
10 vorgesehen, der, wie angedeutet, eine Mehrzahl von
Drosselöffnungen 11 trägt, die wenigstens zum Teil oben
von Drosselklappen 12 beaufschlagt sind.
Ohne daß dies näher dargestellt ist, soll wenigstens ein
Teil der Drosselöffnungen 11 entweder grundsätzlich ohne
Drosselklappen ausgerüstet sein oder aber die Drosselklap
pen eine solche Niedrigstellung erreichen, daß immer noch
ein gewisser Gasdurchtritt des gasförmigen Wärmetransportme
diums 3 sichergestellt ist.
Die Wirkungsweise ist dabei die folgende:
Strömt eine gewisse Gasmenge des verdampften Wärmetransport
mediums 3 durch den Lochboden, werden durch den Gasstrom
die Drosselklappen geöffnet, die entweder durch die Schwer
kraft oder durch vorbestimmte Schließfedern od. dgl. die
ser Öffnungsbewegung entgegenwirken, derart, daß sich un
terhalb des Lochbodens der Druck im gasförmigen Wärmetransport
medium mit der Maßgabe erhöht, daß sich dadurch auch,
wie bereits beschrieben, die Wärmeübertragungsleistung er
höht und ein besseres Aufschmelzverhalten die Folge ist.
Dargestellt ist auch noch, daß ein gewisser Abstand zwi
schen Oberfläche, Speichermedium 5 und Lochboden 10 vor
handen ist, dies soll andeuten, daß es hier zu einem gewis
sen Aufschwimmen kommen kann, wobei der Abstand so getrof
fen ist, daß etwa noch nicht verflüssigtes Wärmetransportme
dium nicht die Durchtrittsöffnungen 11 im Lochboden zu
setzt oder verkrustet.
Natürlich sind die beschriebenen Ausführungsbeispiele der
Erfindung noch in vielfacher Hinsicht abzuändern, ohne den
Grundgedanken zu verlassen. So können
die
Wellrohre sich von unten nach oben verjüngen.
Auch können statt der Drosselklappen beim Ausführungsbei
spiel gemäß Fig. 3 Überdruckventile mit sensiblem Ansprech
verhalten vorgesehen sein.
Claims (8)
1. Verfahren zur Speicherung von Wärme unter Einsatz eines ver
dampfbaren Wärmetransportmediums und eines schmelzbaren Wär
mespeichermediums, wobei das Wärmetransportmedium im Wärme
tausch mit dem Wärmespeichermedium steht,
dadurch gekennzeichnet,
daß das bei der Wärmeabgabe an das Wärmespeichermedium
dampfförmige Wärmetransportmedium kurzzeitigen Druckerhöhun
gen unterworfen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die kurzzeitigen Druckerhöhungen des Wärmetransportme
diums stufenweise vorgenommen werden.
3. Vorrichtung zur Speicherung von Wärme, bestehend aus einem
Behälter mit einem Sumpf mit einem Lade-Wärmeaustauscher und
einem Dom mit einem Entlade-Wärmeaustauscher sowie mit einem
schmelzbaren Wärmespeichermedium und einem verdampfbaren
Wärmetransportmedium, zur Durchführung des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß kegelstumpf- oder pyramidenstumpfförmige Wärmespei
cherelemente (1b) vorgesehen sind, die das Wärmespeicherme
dium enthalten.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einem Behälter eine Vielzahl von nebeneinander und/
oder übereinander angeordneten Speicherelementen (1a, 1b)
vorgesehen ist.
5. Vorrichtung zur Speicherung von Wärme, bestehend aus einem
Behälter mit einem Sumpf mit einem Lade-Wärmeaustauscher und
einem Dom mit einem Entlade-Wärmeaustauscher sowie mit einem
schmelzbaren Wärmespeichermedium und einem verdampfbaren
Wärmetransportmedium, zur Durchführung des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß elastische Wellrohre oder -schläuche (1a′) als Speicher
elemente (1a) vorgesehen sind, die das Wärmespeichermedium
enthalten.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser der Wellrohre oder -schläuche (1a′) über
die Länge gesehen kleiner werdend ausgebildet ist.
7. Vorrichtung zur Speicherung von Wärme, bestehend aus in einem
Behälter mit einem Sumpf mit einem Lade-Wärmeaustauscher
und einem Dom mit einem Entlade-Wärmeaustauscher sowie mit
einem schmelzbaren Wärmespeichermedium und einem verdampfba
ren Wärmetransportmedium, zur Durchführung des Verfahrens
nach den Ansprüchen 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Dom (6) und dem Wärmespeichermedium (5) ein
Lochboden (10) mit regelbaren Drosselöffnungen (11) vorgese
hen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die regelbaren Drosselöffnungen (11) mit Drosselklappen
(12) versehen sind, mit denen der Strömungswiderstand ein
stellbar ist.
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