DE406409C - Schwelen oder Verkohlen von Schieferkohle, Braunkohle u. dgl. - Google Patents

Schwelen oder Verkohlen von Schieferkohle, Braunkohle u. dgl.

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DE406409C
DE406409C DES64410D DES0064410D DE406409C DE 406409 C DE406409 C DE 406409C DE S64410 D DES64410 D DE S64410D DE S0064410 D DES0064410 D DE S0064410D DE 406409 C DE406409 C DE 406409C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B53/00Destructive distillation, specially adapted for particular solid raw materials or solid raw materials in special form
    • C10B53/02Destructive distillation, specially adapted for particular solid raw materials or solid raw materials in special form of cellulose-containing material
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02EREDUCTION OF GREENHOUSE GAS [GHG] EMISSIONS, RELATED TO ENERGY GENERATION, TRANSMISSION OR DISTRIBUTION
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Description

  • Schwelen oder Verkohlen von Schieferkohle, Braunkohle u. dgl. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verschwelen von kohlenstoffhaltigen Materialien, wie Schieferkohle, Braunkohle, Steinkohle u. dgl., bei niedriger Temperatur zwecks Gewinnung wertvoller flüchtiger Bestandteile aus dem Mineral, wobei die feuchte, säulenartige Kohlenschicht infolge abwärts gehenden Zuges des Schwelmittels von der Schwelzone von oben nach unten durchwandert und, solange die Schwelzone nicht bis an das untere Ende der Säule gelangt ist, hier kühl gehalten wird und hier die Destillationserzeugnisse abgezogen werden.
  • Das Verschwelen von Kohle in dieser Weise ist bereits bekannt. Wie die britische Patentschrift ißßoig beschreibt, wird dabei der Schwelbrand der Kohlensäule durch einen auf die Säule aufgebrachten und angezündeten Brennstoff eingeleitet und durch eine am Fußende der Säule wirkende Saugv orrichtung unterhalten.
  • Die Neuerung besteht nun darin, daß dein säulenartigen Kohlenstock ein brennender Strom von brennbarem Gas und Luft zugeführt und das Weiterziehen der Verschwelungszone durch Ausgleichung der Heizwirkung und des Volumens des brennenden Gasstromes gegen die Kühlwirkung der Feuchtigkeit in der Weitergangsrichtung geregelt wird. Dabei kann die Gasverbrennungszone über der Kohlensäule in einem geschlossenen, senkrechten Langraume zwecks Einleitung und Erhaltung der Entschwelungszone in dein Raume erzeugt werden.
  • Bei der Destillation von Schieferkohle, Braunkohle, Steinkohle u. dgl. zwecks Gewinnung von Ölen, Teer und Ammoniak zersetzen sich zuerst die darin vorhandenen, bituminösen Stoffe in einem Vorgange, der als Ganzes, wenn er nicht wirklich exothermisch verläuft, jedenfalls nur eine geringe Zufuhr von Wärme erfordert, nachdem die Masse erst einmal auf die Reaktionstemperatur gebracht worden ist. Ist dies an irgendeiner Stelle der heißen Brennstoffsäule geschehen, so breitet sich die Zersetzungsreaktion von selbst nach irgendeiner Seite weiter aus. Möglicherweise ist die wirkliche Zersetzung selbst immer eine exothermische; allein als Folge der unter Verzehrung von Wärme stattfindenden Vorgänge und Verdampfung der gebildeten flüchtigen Produkte kann wohl Wärme entbunden werden oder nicht. Wenn jedoch eine Wärmezufuhr nötig ist, so ist deren Menge in Wärmeeinheiten, gewöhnlich sehr gering. Mit verschiedenartiger Kohle unter verschiedenen Verhältnissen gefundene Ergebnisse liegen zwischen einer Freiwerdung von etwa Soo Wärmeeinheiten auf o,5 kg Kohle und einer Absorption von etwa 170 Einheiten. 1,-ines der Produkte der ersten Zersetzung ist stets ein hrennbares Gas (Äthylen, Äthan usw.), und werden die Wärmeverhältnisse nicht sorgfältig geregelt, so vermehrt sich die Menge dieses Gases erheblich durch die weitere Zersetzung der zuerst entstandenen Öle und Teere. Will man also nicht gerade dieses Gas herstellen, so ist seine Entstehung natürlich unerwünscht.
  • Es ist bekannt, daß man, um möglichst viel Öle und Teere -zu erhalten, am besten mit niedrigerer Temperatur arbeitet, und zahlreiche Destillationsverfahren sind von diesem Gesichtspunkte aus bereits in Vorschlag gebracht worden. In den meisten Fällen kommt man mit ihnen aber nicht zu einem vollen Erfolge wegen der maschinellen und technischen Schwierigkeiten beim gleichmäßigen Erhitzen einer pulverförmigen oder körnigen Masse durchweg auf bestimmte Temperaturhöhen und namentlich, wenn, wie hier, eine sich selbst ausbreitende exothermische Reaktion die Folge ist oder doch sein kann. Gewöhnlich stellen sich diese Verfahren überdies auch vom wärmetechnischen Standpunkt aus sehr kostspielig; sie erfordern einen großen Aufwand an Wärme, insbesondere bei von außen beheizten Retorten, und dies vornehmlich dann, wenn es sich um hohe Ausbeute an Ammoniak handelt und strömender Dampf zu dessen Entwicklung benutzt wird. Die Frage der erforderlichen Wärme ist ganz besonders beim Verarbeiten von Schieferkohle und Braunkohle zu beachten, die reich an unorganischen Bestandteilen, aber von geringem Heizwert sind.
  • Das neue Verfahren ist nun vorzugsweise für die Verarbeitung von öliger Schieferkohle gedacht, aber auch für Braun- und Steinkohle anwendbar, und geht darauf aus, eine möglichst hohe Ausbeute an Ölen, Teeren und Ammoniak bei einem möglichst geringen Brennstoffverbrauch zu gewinnen. Der feste Rückstand kann dabei je nach dein Ausgangsmaterial aus mineralischen Stoffen, auch Asche, oder aber aus einer koksartigen Masse von Heizwert bestehen. Zu dein angegebenen Zweck wird bei dem neuen Verfahren die Selbstausbreitung der Entschwelungs- oder Verkokungsreaktion nutzbar gemacht, indem eine solche Reaktion am oberen Ende der Kohlensäule in einem geeigneten Behälter eingeleitet und ein geregelter Niedergang dieser Zone bis ans untere Ende der Säule durchgeführt wird. Die Entschwelung oder Verkokung ist, wie gesagt, gewöhnlich eine exotherinische, d. h. mit einer örtlichen Wärmeentwicklung und einem Temperaturanstieg verbunden. Zur Regelung der Reaktion und ihrer Ausbreitung wird die Wärme und der Umfang einer in der Ausbreitungsrichtung sich abwärts bewegenden Masse brennender Gase gegen die kühlende Wirkung der in der Bewegungslinie vorhandenen Feuchtigkeit ausgeglichen. Damit wird eine schnelle Entschwelung oder Verkokung bei einer geregelten und niedrigen Temperatur erreicht. Im gewerblichen Betriebe werden über dem oberen Ende der Kohlensäule Gase verbrannt, um eine höhere Temperatur als diejenige zu erzeugen, die zur Einleitung der Entschwelung oder Verkokung erforderlich ist, während die Kohlensäule bis unter der Stelle, an die die Entschwelung usw. vorgedrungen ist, naß oder feucht ist und daher keine höhere Temperatur als etwa ioo° C besitzt. Die Beschickung besteht gewöhnlich aus Kleinkohle von etwa 5 cm Stückdurchmesser, obschon auch rohe Förderkohle verwendet werden kann, und sie hält an Wasser, so viel daran haftenbleibt, während der Überschuß abtropft. Heiße Gase werden durch die Kohle gegen das kalte Ende der Säule hin niedergetrieben. Durch Regelung der Menge und Temperatur dieser Gase läßt sich eine genaue Cberwachung des Fortganges der V erschwelungszone durchführen. Es handelt sich dabei um ein Ausgleichen von Hitze und Voluinen der abwärts ziehenden Gase gegen die Kühlwirkung der Feuchtigkeit in der Kohle unterhalb der Zone.
  • Gewöhnlich werden aus dem Betriebe stammende und hinter den Kondensatoren abgenommene, verbrennbare Gase (Abfallgase) zum Apparat zurückgeleitet und darin oberhalb der Beschickung unter Luftzuführung verbrannt. Das durch den Kohlenstock niedergehende heiße Gasgemisch liefert die zur Einleitung und Unterhaltung des Entschwelungsvorganges erforderliche Wärme, d. h. die Wärme, die zum Ausgleich für Strahlung, zur Beheizung der Feststoffe auf eine etwas höhere Temperatur, zur Verdampfung u. dgi. benötigt wird. Die Ab-«-ärtsbewegung oder der Niederzug führt Wärme sowohl wie Dämpfe und Gase über die untere, vorgehende Grenze der Entschwelungszone hinaus mit und wärmt die zu entschwelenden Stoffe an, wobei die ersten Produkte der Entschwelung abgekühlt werden, so daß sie die vorrückende Grenze in Form einer Art Nebel oder Dampf, gut verteilt durch den ziehenden Strom, verlassen und der Kohlenstock sich nicht -mit Teer verstopft. Die Vorwärmezone unterhalb .der vorrückenden Grenze der Verschwelungszone wird, «-as ihre Länge betrifft, durch das unterhalb vorhandene flüssige Wasser begrenzt. Nahe unterhalb der vorrückenden Grenze der Verschwelungszone, die gewöhnlich in einer Temperatur von 4250 C gehalten wird, kann daher die Temperatur der Kohle ioo° C nicht übersteigen.
  • Zwischen dieser Stelle unterhalb der Grenze und der Grenze selbst liegt eine Vorwärme- und Trocknungszone. Die Feuchtigkeit der Kohle verdampft in der Vorwärmezone unter entsprechendem Verbrauch von Wärmeeinheiten; allein diese Wärmeeinheiten «-erden der Kohle wieder zurückerstattet, wenn der Wasserdampf niedergeht und durch die darunterliegenden Schichten kalter Kohle wieder verdichtet wird. Die Gegenwart des Wasserdämpfes gerade unterhalb der vorrückenden Grenze der Entschwelungszone trägt wesentlich mit zu einer reichen Ammoniakausbeute bei und ist überdies auch wegen der Herbeiführung einer schnellen Kühlung der die Entschwelungszone mit dem Niederzuge verlassenden Dämpfe von Vorteil. Ölschiefer mit 15 bis 2o Prozent 01 oder bituminösen Stoffen kann an ä bis 12 Prozent Wasser führen und hält selbst eine erhebliche Menge Wasser zurück, wenn er durch einen Trockner, Vorwärmer oder Wärmeaustauscher geschickt wird. In dem beschriebenen Verfahrensvorgange ist das in der Kohle natürlich vorhandene Wasser zwar nicht durchaus wesentlich, es ist aber entschieden von Vorteil und keinesfalls schädlich. Außer der Feuchtigkeit oder dem Wasser in der Kohle kommt noch etwas bei der Verbrennung der wieder eingeführten Kohlengase (Abfallgase) sich bildendes Wasser hinzu. Diese Gase sind gewöhnlich feucht und verlassen den Skrubber mit Wasserdampf gesättigt; oft ist es aber dienlich, bei wasserfreiem Material etwas Wasser zuzusetzen. Das in dem Material vorhandene oder zugesetzte Wasser wird nach seiner Verdampfung in dem Verfahren weitgehend wieder verflüssigt, und in dem Maße bedingt die Verdampfung keinen Verlust an Wärmeeinheiten. Bei Verarbeitung einer Schieferkohle mit etwa io Prozent Wassergehalt wird ein großer Teil dieses Wassers in flüssiger Form aus der Kohle ausgezogen.
  • Am Fußende des Kohlenstocks gehen flüssiges Wasser, flüssige, ölige und teerige Produkte zusammen mit verschiedenen Gasen und Dämpfen ab. Gewöhnlich beträgt die Temperatur, bis sich die Entschwelungs- und V orwärmezonen dem Fußende des Kohlenstocks nähern, etwa 6o' bis 70' C an dieser Stelle. Die hier abgezogenen Gase bestehen aus einem Gemisch von bei der Entschwelung erzeugten Kohlenwasserstoffgasen mit durch die Einwirkung der Luft auf die Kohle entstehendem Generatorgas und sind mit Wasserdampf von der am Boden der Kohlensäule oder des Kohlenstocks herrschenden Temperatur gesättigt, führen auch viel 01 und Wasser in Form eines Nebels oder Dampfs mit sich. Gewöhnlich werden öle und flüssiges Wasser in einen Absetzbehälter zur Scheidung abgelassen, und die Gase werden durch Kühltürtne oder Skrubber geschickt, wobei eine weitere Gewinnung von flüssigen Ölen erfolgt. Die Schlußgase können ebenso von nicht kondensierten Dämpfen befreit werden. Die Abfallgase oder ein Teil derselben kann aufgespeichert oder unmittelbar dem oberen Ende des Kohlenstocks zur Bildung des heizenden Niederzugs zugeführt werden.
  • Werden mehrere Apparate in Betrieb gesetzt, so hält man sie zweckmäßig außer Phase zueünander, so daß die viel Gas erzeugenden Apparate die anderen finit ungenügender Gasentwicklung mit beliefern können. Im allgemeinen ist es besser, bei reichlich verfügbarer Gasentwicklung mehr Gas als Luft dem oberen Ende des Kohlenstocks zuzuführen, um dem Niederzug reduzierende Eigenschaften zu verleihen, indem die zugegebene Luft nicht genügt, um alles Gas zu verbrennen. In manchem Stadium des Verfahrens mag nun aber, wie gesagt, nicht genügend Gas dazu vorhanden sein, und in dem Falle wird eine solche Menge Luft verwendet, als erforderlich ist, um die Wärme und das Volumen der Zuggase zu liefern. Die Luft reagiert auf die Kohle im Rückstande unter Bildung von Generatorgas.
  • Es ist gesagt worden, die Verbrennung der Gase finde über dem Kohlenstock oder der Materialsäule statt, jedoch mag sie auch in mehr oder weniger weitgehendem Maße in den Zwischenräumen der oberen Schichten als eine Art Oberflächenverbrennung erfolgen. Die besondere Art, in der dies über der Säule stattfindet, hängt in gewissem Grad von dem Material ab. Ist dies eine Schieferkohle von hohem Gehalt an schmelzbaren Mineralstoffen, so sollte die Verbrennungstemperatur zweckmäßig nicht zu hoch gehen; enthält der abgeschwelte Rückstand dagegen genügend Kohle, um ihn als Brennstoff wertvoll erscheinen zu lassen, wie bei der Verarbeitung von Braun- und Steinkohle, so wird man die Luftzufuhr so weit als möglich auf das zur Gewinnung des Wärme- und Zugvolums erforderliche Maß einschränken. In beiden Fällen ist das Vorhandensein eines verhältnismäßig großen Anteils verbrennbarer Gase von Vorteil. Wie sich zeigt, hat die Anwesenheit dieser Gase zur Folge, daß die Bildung gleicher Gase bei der Entschwelung gehemmt wird, sie scheinen die öle gleichsam zu schützen. Onydation ist in der Entschw elungszone nicht erwünscht.
  • Die am Fußende des Kohlenstocks abgezogenen und die in den verschiedenen Skrubbern o. dgl. gesammelten Öle werden in bekannter Weise zwecks Gewinnung handelsfähiger Ware umdestilliert. Da die Verschwelung der Schieferkohle in einer Wasserdampf enthaltenden Atmosphäre vor sich geht, so findet sich ein großer Teil des im Ausgangsmaterial vorhandenen Stickstoffs als Ammoniak wieder, und eine vorzügliche Ammoniakausbeute wird erhalten. Die Gewinnung des Ammoniaks aus dem abfließenden Wasser erfolgt in bekannter Weise.
  • Die Zeichnung stellt eine Anlage oder Apparatur zur Ausführung des Verfahrens dar. Die Entschwelungskammer oder der Generator i besitzt eine Beschickungseinrichtung 2, einen Rost 3 mit Olpfannen q. darunter sowie einen Einlaß 5 für Luft und einen Einlaß 6 für Gas am oberen Ende, wie auch eine Ablaufleitung 7 für Gase und Kondensate an seinem unteren Ende oder Boden. Die Kondensate werden in eine Scheidewanne 8 geleitet, um 0I und Wasser zu trennen und das Öl dann einer Destillation, das Wasser einem Ammoniakabscheider zuzuführen. Die Gase in der Leitung 7 gehen durch ein Zweigrohr 9 in einen wassergekühlten Kondensator io über, wo eine weitere Scheidung von Öl und Wasser stattfindet, das durch ein Rohr i i in die Wanne 8 oder in eine andere geeignete Scheidevorrichtung geleitet wird, während die gekühlten Restgase durch einen Ventilator i2 abgesaugt und in einen zweiten Kondensator 13 gesandt werden. Wenn, wie gewöhnlich, Ammoniak zu gewinnen ist, so leitet man die Gase dann weiter in einen oder mehrere Ammoniakskrubber 1d. gewöhnlicher Bauart über, und es ist üblich, sie zum Schluß noch durch einen ölskrubber oder Absorptionsturm 1s zu senden. Die aus dem Rohr 16 abgesandten Abfallgase werden endlich durch den mit Ventilen bewehrten Rohrstrang 17 in den Einlaß 6 des Generators übergeführt. Ein überschuß an diesem verbrennbaren Gase kann durch die Leitung i8 einem Gasoineter als Vorrat und zum Ausgleich von Schwankungen zugeleitet werden.
  • Für den Betrieb mit Schieferkohle wird der Generator oder die Kammer i mit dem Mineral bis zu einer mit _4 angegebenen Normalhöhe gefüllt, und dann werden oben Luft und Gas eingelassen, um unter der Saugwirkung des Ventilators i2 einen heißen Niederzug in der Kammer zu erzeugen. Man kann das Luftgasgemisch aber auch unter Druck durchleiten. Die niederziehenden, brennenden Gase erzeugen eine Querzone der Verschwelung in der Beschickung, die ständig nach unten hin fortschreitet. In der Zeichnung ist diese Zone mit B bezeichnet, und darunter befindet sich eine Trocknungs-und Vorwärinezone C. Mit dem Niedergange der Entschwelungszone bewirken die vorangehenden heißen Zuggase eine Vorwärmung und Austrocknung der vorliegenden Zone C und gelangen dann in eine kalte Materialzone D, wo sie ihre Feuchtigkeit, Teer und Üle ausfallen lassen, die dann niederrieseln. Dies geht so weiter, bis die Entschwelungszone den Boden der Materialsäule in der Zone D erreicht, die unausgesetzt bis dahin eine Temperatur von etwas unter ioo° C beibehält. Erreicht rlie Entschwelungszone den Rost 3, so wird der Betrieb unterbrochen und die entstandene Asche oder Koks, je nachdem, in geeig:,eter Weise entfernt. Beim Verarbeiten von Schieferkohle besitzt der abgeschwelte Rückstand gewöhnlich nur geringen Heizwert (Asche), dagegen erhält man beim Verarbeiten von Braunkohle u. d-1. einen Rückstand (Koks) von erheblichem Heizwert. Das Verfahren ist aus dem Grunde auch besonders zum Verarbeiten von Braunkohle geeignet, weil dabei ein großer Teil ihres Wassers in flüssiger Form entfernt werden kann, d. h. ohne Verbrauch von Wärme für die sonst übliche Trocknung.
  • Vorteilhaft ist in jedem Falle die Benutzung der Abfallgase für den Betrieb des Generators, wie beschrieben, man kann sie aber auch ganz oder teilweise durch brennbare Gase anderer Herkunft, z. B. durch natürliches Gas, das im wesentlichen aus Äthan besteht und mancherlei Vorteile bietet, ersetzen. Der Betrieb ist ein unterbrochener, wenn man mit Neufüllungen im Generator arbeitet; es läßt sich jedoch die Anlage durch zusätzliche Apparate und Einrichtungen auch für einen stetigen Betrieb ausgestalten.

Claims (3)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Schwelen oder Verkohlen von Schieferkohle, Braunkohle u. dgl. bei niedriger Temperatur, wobei die feuchte Gutssäule infolge abwärts gehenden Zuges des Schwelmittels von der Schwelzone von oben nach unten durch-,vandert und, solange die Schwelzone nicht bis an das untere Ende gelangt ist, hier kühl gehalten wird und hier die Destillationserzeugnisse abgezogen werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Gutssäule ein brennender Strom von brennbarem Gas und Luft zugeführt und das Weiterziehen der Verschwelungszone durch Ausgleichung der Heizwirkung und des Volumens des brennenden Zuges der Gase, die durch die Kohlensäule in der Weitergangsrichtung jener Zone ziehen, gegen die Kühlwirkung der Feuchtigkeit in der Weitergangsrichtung geregelt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Erzeugung einer Gasverbrennungs7one über der Kohlensäule in einem geschlossenen, senkrechten l.angrauni z-,vecks Einleitung und Erhaltung einer Entschwelungszone in dem Raume, und Niederführen dieser Entschwelungszone durch die ganze Kohlensäule.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung der Verbrennungszone aus dem Verschwelungsvorgange stammende Abfallgase benutzt und mit Luft gemischt verbrannt werden, wobei der Luftzusatz so gering gehalten werden kann, daß die Gase nicht vollständig verbrennen, sondern das brennende Gasgemisch reduzierende Wirkung ausübt.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1258386B (de) * 1961-01-25 1968-01-11 Marathon Oil Co Verfahren zur kontinuierlichen Entgasung von Kohle in einem Schachtofen

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1258386B (de) * 1961-01-25 1968-01-11 Marathon Oil Co Verfahren zur kontinuierlichen Entgasung von Kohle in einem Schachtofen
DE1471571B1 (de) * 1961-01-25 1970-10-22 Marathon Oil Co Kontinuierlich ablaufendes Verfahren zum Kalzinieren von Koks

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