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Einrichtung zur Fehlerortsbestimmung von Kabeln oder isolierten Leitungen.
Im Hauptpatent ist eine Einrichtung zur Fehlerortsbestimmung von Kabeln oder isolierten
elektrischen Leitungen nach dem Prinzip der Wheatstoneschen Brücke beschrieben,
wobei der Anfang eines Widerstandsdrahtes mit dem Anfang des Kabels oder der Leitung
unddas Ende des Kabels- bzw. der Leitung mit einem Kontakt verbunden wird, der mittels
einer Kurbel verschoben wird. Durch diese Kurbel wird gleichzeitig ein Zählwerk
angetrieben, welches die eingestellte Kabellänge bzw. die entsprechende eingestellte
Widerstandsdrahtlänge -anzeigt. Durch eine andere Kurbel wird ein Kontakt am Widerstandsdraht
verschoben, der in der Brücke liegt, und gleichzeitig -wird durch diese Kurbel ein
Zählwerk angetrieben, welches die Entfernung -des Fehlerortes von dem einen Ende
des Kabels unmittelbar abzulesen-gestattet, sobald die Stromlosigkeit der Brücke
angezeigt ist. Sonach ist in dem Hauptpatent eine Einrichtung beschrieben, welche
die direkte Ablesung der Entfernung des Fehlerortes unmittelbar am Zählwerk gestattet.
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Hierdurch ist wohl größte Bequemlichkeit und Sicherheit der Ablesung
geschaffen. Die Einrichtung ist aber verhältnismäßig teuer, obwohl andere Einrichtungen
für.den gleichen Zweck ohne Zählwerke und Kurbelantrieb bei einiger sonstiger Brauchbarkeit
sogar noch höher im Preise stehen. Die Erfindung erwägt nun, daß die Einstellung
der Kabellänge am Widerstandsdraht einen Kurbelantrieb . mit -zugehörigem Zählwerk,
eine- Vorrichtung zum Bewegen des Kontaktes am Widerstandsdraht usw. erfordert.
Könnte diese Vorrichtung erspart werden, so würde der Apparat ganz erheblich verbilligt
werden können. Es ist ' nun die Weglassung dieses Zählwerkes samt Kurbel ohne weiteres
möglich, -wenn man .ein für allemal eine bestimmte Länge des Widerstandsdrahtes
ein-' stellt und an seinen Enden das Kabel bzw. die Leitung bekannter Länge anschließt.
Wird nun die Kurbel zur Verstellung des Kontaktes auf dem Widerstandsdraht bewegt,
welcher in der Brücke liegt, so wird das Zählwerk gleichfalls in Ziffern jedesmal
eine Zahl unmittelbar ablesen lassen, wenn Stromlosigkeit der Brücke eintritt. Diese
Zahl ist dann aber nicht mehr die Entfernung des Fehlerortes von dem Kabelende.
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Wird das Zählwerk und die dazugehörige Übertragung so ausgeführt,
daß das Zählwerk von o bis ioo- anzeigt, wenn man den an der Brücke liegenden Kontakt
von dem einen Ende des Widerstandsdrahtes bis zum anderen Ende bewegt, sti wird
die Ziffer des Zählwerks bei der Fehlerortsmessung nicht mehr die absolute Entfernung
des Fehlerorts .vorn Kabelende angeben, wohl aber wird sie in Prozenten der bekannten
Kabellänge diese Entfernung angeben.
Zeigt also das Zählwerk z.
B. die Ziffer 53, so heißt dies, daß der Fehlerort 53 Prozent der bekannten Kabellänge
von dem einen Kabelende entfernt ist. Diese Ziffer wird wiederum durch ein Zählwerk
unmittelbar angegeben und subjektive Beobachtungsfehler, wie bei einem Zeigerinstrument,
sind ausgeschlossen. Man erspart also derart vollkommen ein Zählwerk mit Kurbel
und beweglichem Kontakt, man verliert trotzdem nicht den Vorteil, .der durch das
Hauptpatent geschützten Erfindung, eine objektive, von Beobachtungsfehlern freie
Anzeige zu erhalten, und man braucht nur die angezeigte Ziffer durch einfache Rechnung
mit der bekannten Kabellänge zu multiplizieren und durch ioo zu dividieren, um sogleich
die Entfernung des Fehlerortes genau zu erhalten.
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Es ist klar, daß die Entfernung des Fehlerortes an Stelle in Prozenten
auch in Promille angegeben werden könnten, wenn das Zählwerk von o bis iooo anzeigt,
wenn man den Brückenkontakt von dem einen Ende des Widerstandsdrahtes bis zum anderen
Ende verschiebt. Die Rechenoperätionbleibt die gleiche, man erhält aber eine größere
Genauigkeit der Fehlerortsbestimmung. Man kann aber auch jede beliebige andere Grundzahl
wählen und dementsprechend das Zählwerk von i bis 250,
x bis 500 usw.
anzeigen lassen können.
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Eine solche Einrichtung gemäß der Erfindung wird nicht jede. Minute
gebraucht, und es ist daher kein Schade, wenn man eine ganz kurze Rechnung (einfache
Multiplikation)- ausführen muß, wenn hierdurch der Apparat derart verbilligt werden
kann.
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Der Apparat wird auch nicht stets. für gleiche Kabellängen benutzt,
sondern diese Längen wechseln, und daher ist auch im Hauptpatent, welches für größte
Bequemlichkeit und unmittelbare Ablesbarkeit der Fehlerentfernung sorgt, auch der
bewegliche Kontakt am Widerstandsdraht vorgesehen, mit welchem die Kabellänge eingestellt
wird. Bei dem vereinfachten Apparat gemäß der Erfindung ist#mun auf die Einstellung
der Kabellänge am Widerstandsdraht verzichtet. Während aber beim Apparat gemäß dem
Hauptpatente die Widerstandsdrahtlänge vergrößert oder verkleinert wurde je nach
der angelegten Kabellänge; bleibt diese bei der Erfindung gleich groß unabhängig
von dieser Kabellänge. Auch dann, wenn die Kabellänge verhältnismäßig klein ist,
bleibt der Widerstandsdraht in voller Länge eingeschaltet. Infolgedessen wird auch
bei Messung von kürzeren Kabellängen größte' Empfindlichkeit erreicht, da die Empfindlichkeit
der Brücke beim längsten Widerstandsdraht stets am größten ist.
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im übrigen ist der Apparat ebenso wie zur Fehlermessung auch zur Messung
von Erdströmen, zur Wechselstromprüfung und zur Messung des Isolationswiderstandes
brauchbar, wenn er bei der erwähnten dritten Untersuchung an Stelle einer Gleichstromquelle
eine W echselstromquelle, z. B. einen Summer aufweist, oder wenn bei der vierten
Messung mit Wechselstrom auch ein Vergleichswiderstand eingeschaltet ist. Diese
Umstellung kann auch selbsttätig durch einen zugehörigen Schalter erfolgen und der
Summer, der Vergleichswiderstand usw. können in dem Apparat unmittelbar eingebaut
sein.