DE4041871C2 - Massenspektrometer mit Plasmaionenquelle - Google Patents
Massenspektrometer mit PlasmaionenquelleInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Massenspektrometer
mit einer Plasmaionenquelle gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs,
das dazu geeignet
ist, Spurenelemente nachzuweisen, die in einer zu
analysierenden Probe vorhanden sind. Ein solches Massenspektrometer
ist aus US 4 886 966 bekannt.
In US 4 886 966 wird ein Gerät für die Injektion von Proben
in ein Plasma-Massenspektrometer
beschrieben. Dieses umfaßt ein induktives Plasmaerzeugungssystem, eine
Ionenextraktions-Elektrode, ein Massenspektrometrie-System
sowie ein Ionennachweissystem. Zwischen Ionenextraktions-
Elektrode und Massenspektrometrie-System befindet sich bei
diesem Stand der Technik ein Linsensystem aus drei zylindrischen
Elektroden. Ein Photonenstopper ist in Form einer
scheibenförmigen Metallplatte auf der Mittelachse des Linsensystems
angeordnet. Mit einer solchen Anordnung läßt
sich jedoch keine besonders gute Extraktion von Ionen
aus dem Plasmavolumen in das Massenspektrometrie-System erzielen.
Auch ist die Transmission der Ionen bei diesem
Stand der Technik noch nicht sehr gut.
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Massenspektrometer
mit einer Plasmaionenquelle zu schaffen, das besonders
hohe Extraktions- und Transmissionseffizienz für Ionen
des Plasmavolumens gewährleistet.
Diese Aufgabe wird bei einem Massenspektrometer mit einer
Plasmaionenquelle erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruchs gelöst.
Mit dem erfindungsgemäßen Massenspektrometer wird es möglich,
die zu analysierenden Ionen effizient vom Plasma,
in dem sie erzeugt werden, an ein Massenfilter
(Massenspektrometrie-System) zu befördern. Dadurch kann das S/R-
Verhältnis des Nachweissignals verbessert werden, so daß
die Massenspektrometrie von in der Probe enthaltenen
Spurenelementen mit hoher Empfindlichkeit und niedriger
Nachweisgrenze ausgeführt werden kann.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von bevorzugten
Ausführungsformen mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert,
es zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt zur Erläuterung
einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfin
dung;
Fig. 2 einen schematischen Querschnitt zur Erläuterung
einer zweiten Aus
führungsform der vorliegenden Erfindung;
Fig. 3 einen schematischen Querschnitt, mit dem das An
legen der Potentiale
bei der zweiten Ausführungsform
erläutert wird.
Nun wird mit Bezug auf Fig. 1 der Aufbau
eines Massenspektrometers mit Plasmaio
nenquelle gemäß einer ersten Ausführungsform der vorlie
genden Erfindung beschrieben.
Das Bezugszeichen 10 bezeichnet ein Plasma, das mittels
einer Hochfrequenz- oder Mikrowellenentladung in einem
Bereich unter Atmosphärendruck erzeugt wird, wobei die zu
analysierende Probe in dieses Plasma eingeleitet und dort
ionisiert wird.
Das Bezugszeichen 20 bezeichnet eine Probenentnahmevor
richtung, die aus einem metallischen Material wie etwa
Nickel und Kupfer hergestellt wird und in ihrer Mitte mit
einer Öffnung (mit 0,3 bis 1,0 mm Durchmesser) 21 verse
hen ist. Durch diese Öffnung 21 diffundiert ein
Teil des Plasmas 10 in einen
Bereich 11 mit mittlerem Druck (1,3 bis 130 Pa).
Das Bezugszeichen 30 bezeichnet eine Ionenextrak
tionselektrode, die aus einem metallischen Material wie
etwa Nickel, Kupfer oder rostfreiem Stahl hergestellt
ist, in der in ihrer Mitte eine Öffnung (mit 0,5 bis 1,0 mm
Durchmesser) 31 vorgesehen ist. Durch diese Öffnung 31
gelangen die Ionen aus dem Bereich 11 in einen
Hochvakuumbereich.
Das Bezugszeichen 40 bezeichnet eine Ionenbeschleuni
gungselektrode, die aus einem metallischen Material wie
etwa Kupfer oder rostfreiem Stahl hergestellt ist und in
ihrer Mitte mit einer Öffnung (mit 0,4 bis 1,0 mm Durch
messer) 41 versehen ist. Durch diese Öffnung 41 tritt ein
beschleunigter Ionenstrahl.
Mit dem oben beschriebenen Ionenstrahl-Ausbildungssystem,
das die Probenentnahmevorrichtung 20, die Ionenextrak
tionselektrode 30 und die Ionenbeschleunigungselektrode
40 aufweist, können die im Plasma 10 erzeugten
Ionen mit hohem Wirkungsgrad aus
dem Plasma extrahiert werden.
Das Bezugszeichen 50 bezeichnet ein Linsensystem, mit dem
der durch die Öffnungen 31 und 41 eintretende Ionenstrahl ef
fizient zur Seite des Massenspektrometrie-Systems gelei
tet werden kann. Das Linsensystem weist eine erste Elek
trode 51, eine zweite Elektrode 52 und eine dritte Elek
trode 53 auf. In der vorliegenden Ausführungsform ist die
erste Elektrode 51 einteilig mit einem zylindrischen Teil
42 ausgebildet, der am hinteren Bereich der Ionenbe
schleunigungselektrode 40 vorgesehen ist.
Das Bezugszeichen 60 bezeichnet einen scheibenförmigen
Photonenstopper (mit 1 bis 10 mm Durchmesser), der aus
einem metallischen Material wie etwa rostfreiem Stahl
hergestellt ist und auf der Mittelachse der zweiten Elek
trode 52 angeordnet ist, um die Strahlung der im Plasma
10 erzeugten und durch die Öffnungen 21, 31 und 41 gerad
linig eintretenden Photonen zu unterbrechen.
Das Bezugszeichen 70 bezeichnet eine aus rostfreiem Stahl
oder ähnlichem hergestellte erste Aperturöffnungsplatte
mit einer Aperturöffnung 71. Das Bezugszeichen 80 be
zeichnet ein Massenfilter (Massenspektrometer-System), das bei
spielsweise ein Quadrupol-Massenfilter sein kann. Das Be
zugszeichen 90 bezeichnet eine aus rostfreiem Stahl oder
ähnlichem hergestellte zweite Aperturöffnungsplatte mit
einer Aperturöffnung 91. Das Bezugszeichen 100 bezeichnet
einen Ionendetektor, beispielsweise ein "Channeltron".
Die erste Elektrode 51 des Linsensystems 50 kann auch un
abhängig, d. h. getrennt vom zylindrischen Teil 42 der Io
nenbeschleunigungselektrode 40 vorgesehen werden, wie in
Fig. 2 gezeigt ist.
Ferner kann, wie in Fig. 2 gezeigt ist, zwischen der
dritten Elektrode 53 und der ersten Aperturöffnungsplatte
70 eine Aperturöffnungselektrode 160 vorgesehen werden.
Wenn, wie in Fig. 3 gezeigt ist, an die Aperturöffnungs
elektrode 160 ein Potential E5 (z. B. +20 V) angelegt wird,
ist es möglich, daß der durch das Linsensystem 50 gelei
tete Ionenstrahl effizienter in das Massenfilter 80 ge
führt werden kann.
In dem oben beschriebenen Aufbau des Massenspektrometers
wird an jede Elektrode ein Potential angelegt, wie in
Fig. 3 gezeigt ist. Genauer wird an die Ionenbeschleuni
gungselektrode 40 und die erste Elektrode 51 ein Poten
tial E1 (üblicherweise -100 bis -500 V) angelegt, während
an die zweite Elektrode 52 ein Potential E2
(üblicherweise +5 bis +20 V) und an die dritte Elektrode
53 ein Potential E3 (üblicherweise -10 bis +50 V) ange
legt wird. An die Aperturöffnungselektrode 160 wird ein
Potential E5 (üblicherweise +30 bis -300 V) angelegt. Die
Elektrode 20 der Probenentnahmevorrichtung und die Ionen
extraktionselektrode 30 sind üblicherweise geerdet, gege
benenfalls kann an sie jedoch auch ein positives Poten
tial angelegt werden. Der Abstand zwischen der Elektrode
20 der Probenentnahmevorrichtung und der Ionenextrak
tionselektrode 30 beträgt üblicherweise zwischen 2 und 10 mm.
An den Photonenstopper 60 wird entweder das gleiche Po
tential wie an die zweite Elektrode 52 (d. h. das Poten
tial E2) oder ein hiervon verschiedenes Potential E4
(üblicherweise -5 bis +20 V) angelegt. Im ersten Fall ist
der Photonenstopper 60 mit der zweiten Elektrode 52 über
eine Halteplatte 61 elektrisch verbunden. Im zweiten Fall
ist die Halteplatte 61 über einen Isolator 170 an der
zweiten Elektrode 52 befestigt.
Die drei das Linsensystem 50 aufbauenden Elektroden sind
aus rostfreiem Stahl, Aluminium oder dergleichen herge
stellt. Der Innendurchmesser des Zylinders beträgt 15 bis
40 mm, während seine Länge 5 bis 30 mm beträgt. Wie in
Fig. 3 gezeigt, kann der Zylinder mit Flanschbereichen
versehen werden. Vorzugsweise wird der Innendurchmesser
der zweiten Elektrode 52 größer als derjenige der ersten
und der dritten Elektrode 51 bzw. 53 ausgebildet. Der
Photonenstopper 60 kann beispielsweise durch ein Verfah
ren hergestellt werden, in dem eine dünne Platte aus
rostfreiem Stahl (mit 0,1 bis 1 mm Dicke) einem Ätzprozeß
unterworfen wird. Die Abstände zwischen den Linsenelek
troden betragen zwischen 5 und 30 mm.
Die dem Linsensystem 50 zugeführten Ionen werden zunächst
im Linsensystem 50 abgebremst (Divergenz) und dann in
Richtung der ersten Aperturöffnungsplatte
(Massepotential) 70 beschleunigt (Konvergenz), was die in
Fig. 1 gezeigten gekrümmten Bahnen zur Folge hat. Genauer
werden die zugeführten Ionen (positiven Ionen) abgebremst
und aufgrund des zwischen der ersten Elektrode 51 und der
zweiten Elektrode 52 ausgebildeten Linsenfeldes aufge
spalten (Divergenz), da die zweite Elektrode 52 auf posi
tivem Potential liegt, während die erste Elektrode 51 auf
negativem Potential liegt. Der so aufgespaltene Ionen
strahl 110 verläuft in diesem divergenten Zustand durch
die zweite Elektrode 52 und wird dann durch das zwischen
der zweiten Elektrode 52 und der dritten Elektrode 53 ge
bildete Linsenfeld und durch das zwischen der dritten
Elektrode 53 und der ersten Aperturöffnungsplatte 70 ge
bildete Feld beschleunigt und gebündelt (Konvergenz).
Wie oben beschrieben, verläuft der Ionenstrahl in der
zweiten Elektrode 52 in einem divergenten Zustand. Folg
lich bewegen sich die meisten Ionen auf einem Umweg 110 um
den Photonenstopper 60 und werden so effizient in das
Massenfilter 80 befördert. Andererseits setzen die im
Plasma 10 erzeugten und durch die Öffnungen 21, 31 und 41
in das Linsensystem 50 eingelassenen Photonen 180 ihren
geraden Weg fort und treffen somit auf den Photonenstop
per 60, wodurch die Photonenstrahlung unterbrochen wird.
Daher werden die meisten Photonen durch den Photonenstop
per 60 ausgeblendet, während durch diesen Stopper 60 nur
ein Teil der Ionen ausgeblendet wird und folglich das
Verhältnis der Photonenmenge zur Menge der in den Ionen
detektor 100 eintretenden Ionen stark verkleinert und das
S/R-Verhältnis des Nachweissignals stark verbessert wird
(um mehr als eine Größenordnung).
Claims (2)
- Massenspektrometer mit einer Plasma-Ionenquelle,
- - mit einem Plasmaerzeugungssystem (10), das ein eine zusammengesetzte Probe enthaltendes Plasma erzeugt,
- - mit einer Ionenextraktions-Elektrode (30) zum extrahieren der Ionen aus dem Plasma, die zum Plasmaerzeugungssystem (10) konisch zulaufend eine enge Eingangsöffnung aufweist,
- - mit einem Massenspektrometrie-System (80),
- - mit einem Ionennachweissystem (100), das die massenanalysierten Ionen nachweist,
- - mit einem Linsensystem (50) mit erster, zweiter und dritter zylindrischer Elektrode (40, 51, 52, 53), das zwischen der Ionenextraktions-Elektrode (30) und dem Massenspektrometrie-System (80) angeordnet ist, und
- - mit einem Photonenstopper (60) mit einer scheibenförmigen Metallplatte, der auf der Mittelachse des Ionenstrahls in dem Bereich, in dem der Strahl durch das Linsensystem (50) aufgeweitet ist, angeordnet ist,
- dadurch gekennzeichnet, daß die erste zylindrische Elektrode (40, 51) auf das Plasmaerzeugungssystem konisch zulaufend eine enge Eingangsöffnung aufweist und daß sie gegenüber der Ionenextraktions- Elektrode (30) mit einer Ionenbeschleunigungsspannung beaufschlagt ist.
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