DE4039745C2 - Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß - Google Patents
Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-AmboßInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß gemäß dem
Oberbegriff des Anspruches 1 zum Zerkleinern langgestreckter stab- oder plattenförmiger
Aufgabestücke, vorzugsweise aus Stahlbeton.
Die sinkenden Möglichkeiten einer Endlagerung verschlissener oder unbrauchbarer Stahlbeton-
Bauelemene auf Deponien und der Materialwert dieser in steigendem Maße bei Sanierungs
arbeiten anfallenden Bauelemente zwingt die einschlägige Industrie zum Einsatz von Recycling-
Anlagen. Diese Anlagen haben die Aufgabe, die Stahlbeton-Bauelemente mittels einer oder
mehrerer Zerkleinerungsmaschinen so zu zerkleinern, daß sich der Beton von der
Stahlarmierung löst und beide Produkte nach einem Sortierprozeß weiter zu verarbeiten.
Für die Zerkleinerung von Bauschutt werden bisher zwei Gruppen von Zerkleinerungs
maschinen eingesetzt:
- a) Zerkleinerungsmaschinen, wie Backenbrecher oder Schlagprallbrecher, bei denen das Brechgut den Brechraum unter der Wirkung der Schwerkraft im wesentlichen vertikal passiert und
- b) Zerkleinerungsmaschinen, wie Backenbrecher, Schlagwalzenbrecher oder Hammer brecher, bei denen das Brechgut den Brechraum durch die Wirkung der Schleppkraft eines Stegkettenförderers im wesentlichen horizontal passiert.
Beide Maschinengruppen wurden ursprünglich für die Zerkleinerung natürlicher mineralischer
Rohstoffe entwickelt, die im wesentlichen eine gedrungene Form haben. Sollen nun mit den
unter a) genannten Zerkleinerungsmaschinen langgestreckte stab- oder plattenförmige Stahl
beton-Bauelemente, wie z. B. Spannbeton-Eisenbahnschwellen, Masten, Balken,
Decken
elemente u. ä. zerkleinert werden, müssen diese durch mechanische, elektrische oder thermische
Trennverfahren so vorzerkleinert werden, daß sie die Einlauföffnung der Zerkleinerungs
maschine problemlos passieren können. Bei der dann folgenden Zerkleinerung gelangen die
Stahlbeton-Bruchstücke ohne Vorzugsorientierung in den Brechraum der Zerkleinerungs
maschine und werden demzufolge in Richtung jeder Körperachse beansprucht. Das führt dazu,
daß ein Teil der Bruchstücke in Richtung der Stahlarmierung beansprucht wird, was sich
ungünstig auf:
- - den Energieverbrauch bei der Zerkleinerung,
- - den Verschleiß und die Belastung der Brechwerkzeuge
- - sowie die Transportfähigkeit und Sortierung der beim Zerkleinern deformierten Armierungsstäbe
auswirkt.
Die unter b) genannten Zerkleinerungsmaschinen können auf die Vorzerkleinerung lang
gestreckter Betonelemente verzichten, und auch die Deformation der längsgerichteten
Armierungsstäbe hält sich in Grenzen. Es muß jedoch bedacht werden, daß:
- - die Rinnenböden und Stege der Stegkettenförderer den Belastungen im Brechraum auf die Dauer nur gewachsen sind, wenn sie durch Feingut geschützt werden. Bei der ausschließlichen Zerkleinerung von Betonelementen, wie z. B. Spannbeton- Eisenbahnschwellen, ist das nicht möglich.
- - Bei den Schlagwalzen- und Hammerbrechern erschwert die hohe Schlagfrequenz der Nasen bzw. Hämmer das Eindringen kompakter Betonelemente in den Schlagkreis, so daß es bei jedem neuen Stück zu einem Stau kommt. Gleichzeitig gleiten die Nasen bzw. Hämmer an der Stirnfläche des Betonelementes entlang und unterliegen dabei einem hohen Reibverschleiß; und
- - unabhängig davon, ob die Schlagkraft der Nasen eines Schlagwalzenbrechers, wie in DE 34 23 474 C1 und DE 36 22 280 C1 dargestellt, vom Rinnenboden und auf den darauf gleitenden Stegen des Stegkettenförderers aufgenommen wird, oder ob die Schlagkraft der Hämmer eines Hammerbrechers von den allgemein bekannten Roststäben oder, wie in DE 32 19 289 A1 beschrieben, von einem als Walze ausgeführten Amboß aufgenommen wird, stets resultiert sie aus einer momentanen Verzögerung der rotierenden Massen und ist tangential gerichtet.
- - Bei Schlagwalzen- und Hammerbrechern kann somit nicht ausgeschlossen werden, daß die Armierungsstäbe von den Hämmern bzw. Nasen erfaßt und aus dem Brechraum geschleudert werden. Derartige Brecher erfordern daher hinter dem eigentlichen Brechraum einen Fangraum, der die Armierungsstäbe in voller Länge aufnehmen kann.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Zerkleinerungsmaschine für langgestreckte
stab- oder plattenförmige Aufgabestücke, vorzugsweise aus Stahlbeton, zu schaffen, welche
diese ohne Vorzerkleinerung aufnehmen und in der zerkleinerungstechnisch günstigen
Beanspruchungsrichtung quer zur Armierung beanspruchen kann, wobei auf einen Steg
kettenförderer und einen Fangraum verzichtet werden soll.
Erfindungsgemäß wird das Problem durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst, daß die
Aufgabestücke mittels einer Rollenbahn, die aus mehreren angetriebenen oder nicht
angetriebenen Transportwalzen besteht, quer zu den Achsen dieser Transportwalzen transportiert
werden, und daß sich im hinteren Bereich der Rollenbahn eine angetriebene Exzenterwalze
mit glatter, gerillter oder gezahnter Oberfläche befindet, die als Amboß für die darüber
befindlichen und mit großem Spiel auf den Bolzen eines mit hoher Drehzahl umlaufenden
Rotors gelagerten ringförmigen Hämmer mit glatter, gezahnter oder gerillter Oberfläche dient.
Durch die Drehbewegung der Exzenterwalze wird das daraufliegende langgestreckte
Aufgabestück angehoben und in den Schlagkreis der ringförmigen Hämmer gedrückt. Diese
heben sich dadurch von ihren Bolzen ab und übertragen ihre kinetische Energie vorzugsweise in
radialer Richtung auf das Aufgabestück und zerschlagen es. Die längsgerichteten Armierungsstäbe
werden dabei nicht verformt oder in Längsrichtung aus dem Brecher geschleudert. Die
Exzenterwalze kann sowohl einen kreisförmigen Querschnitt haben und exzentrisch gelagert
sein, als auch mittig gelagert sein und einen elliptischen Querschnitt haben. In jedem Fall
besteht sie aus einem Walzenkern und einem darauf befestigten Walzenmantel aus verschleißfestem
Material.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist, daß die Exzenterwalzen fest im Maschinenrahmen
gelagert sind, während der Rotor mittels Schwenkrahmen oder Gleitführung sowie Paßstück
und Hydraulikzylinder oder mittels Keilen oder Spindeln fixiert ist.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß sich unterhalb der Transport- und
Exzenterwalzen ein Stetigförderer, z. B. ein Gurtförderband, befindet, der das gebrochene Gut
abtransportiert.
Die Erfindung soll nachstehend an Ausführungsbeispielen erläutert werden. Dabei zeigt
Fig. 1 den Längsschnitt durch einen Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß in
horizontaler Anordnung,
Fig. 2 die Seitenansicht und den Längsschnitt durch eine Exzenterwalze mit kreisförmigem
Querschnitt und gerilltem Walzenmantel,
Fig. 3 die Seitenansicht und den Längsschnitt durch eine Exzenterwalze mit elliptischem
Querschnitt und glattem Walzenmantel,
Fig. 4 die Außenansicht eines Hammerbrechers mit Exzenterwalzen-Amboß und
Fig. 5 den Längsschnitt durch einen Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß in geneigter
Anordnung.
Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 liegt das Aufgabestück 1 auf den angetriebenen Trans
portwalzen 2 und gelangt durch deren Drehbewegung in den Bereich der Exzenterwalze 4.
Infolge der Drehbewegung der Exzenterwalze 4 wird das Aufgabestück 1 angehoben und in
den Schlagkreis der ringförmigen Hämmer 6 gedrückt, die sich entgegen ihrer Fliehkraft von
den mit dem Rotor 7 umlaufenden Bolzen abheben, ihre kinetische Energie auf das
Aufgabestück 1 übertragen und es dabei zerschlagen. Dadurch löst sich der Betonbruch 9 von
der Armierung 10. Während die Armierung 10 in der ursprünglichen Förderrichtung weiter
bewegt wird, kann der Betonbruch 9, wie in Fig. 1 und 5 dargestellt, durch den Stetigförderer
11 auch in die entgegengesetzte Förderrichtung abtransportiert werden.
In Fig. 2 wird eine Exzenterwalze 4 in Seitenansicht und Schnitt dargestellt, bei welcher der
Walzenkern 4a einen kreisförmigen Querschnitt und exzentrische Lagerzapfen 4c hat. Der
kreisförmige Walzenmantel 4b hat in diesem Beispiel eine gerillte Oberfläche.
In Fig. 3 wird eine Exzenterwalze 5 in Seitenansicht und Schnitt dargestellt, bei welcher der
Walzenkern 5a einen kreisförmigen Querschnitt und zentrische Lagerzapfen 5c hat. In diesem
Beispiel hat der Walzenmantel 5b einen elliptischen Querschnitt und eine glatte Oberfläche.
Um den Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß an die Dicke der Aufgabestücke 1
anzupassen, ist der Achsabstand zwischen Rotor 7 und Exzenterwalze 4; 5 durch Paßstücke 12,
Hydraulikzylinder 13 und Schwenkrahmen 14 einstellbar.
Eine Möglichkeit der konstruktiven Ausführung ist in Fig. 4 dargestellt. Eine andere Möglichkeit
besteht darin, den Hydraulikzylinder 13 drücken zu lassen, d. h. oberhalb des Schwenkrahmens
14 anzuordnen, oder den Schwenkrahmen 14 durch eine Gleitführung zu ersetzen. In
allen Fällen können die Hydraulikzylinder 13 im Zusammenwirken mit bekannten
Hydraulikelementen als Überlastungsschutz dienen. Es sind aber auch starre Anpassungen des
Achsabstandes durch Keile oder Spindeln denkbar.
Bei dem in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiel liegt das Aufgabestück 1 auf den nicht
angetriebenen Transportwalzen 3 einer geneigten Rollenbahn und gelangt durch deren
Hangabtriebskraft in den Bereich des Rotors 7 und der Exzenterwalze 5, die hier mit elliptischem
Querschnitt dargestellt wurde. Die Wirkungsweise dieses Hammerbrechers mit
Exzenterwalzen-Amboß ist die gleiche wie zuvor beschrieben.
Claims (5)
1. Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß, dessen Rotor
mit ringförmigen Hämmern bestückt ist, die mit
großem Spiel auf den Bolzen des Rotors gelagert sind,
dadurch gekennzeichnet, daß sich unterhalb des Rotors
(7) eine geneigte oder horizontale Rollenbahn mit
angetriebenen oder nicht angetriebenen Transportwalzen
(2; 3) befindet, in deren hinteren Bereich und
gegenüber dem Rotor (7) eine angetriebene Exzenterwalze
(4; 5) als Amboß angeordnet ist.
2. Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Exzenterwalze (4) aus
einem Walzenkern (4a) mit exzentrischen Lagerzapfen
(4c) besteht, auf der sich ein kreisförmiger
Walzenmantel (4b) aus verschleißfestem Material mit
glatter, gerillter oder gezahnter Oberfläche befindet.
3. Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Exzenterwalze (5) aus
einem Walzenkern (5a) mit zentrischen Lagerzapfen (5c)
besteht, auf der sich ein elliptischer Walzenmantel (5b)
aus verschleißfestem Material mit glatter, gerillter
oder gezahnter Oberfläche befindet.
4. Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß nach den
Ansprüchen 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Exzenterwalzen (4; 5) fest im Maschinenrahmen (15)
gelagert sind, während der Rotor (7) mittels
Schwenkrahmen (14) oder Gleitführung sowie Paßstück
(12) und Hydraulikzylinder (13) oder mittels Keilen oder
Spindeln fixiert ist.
5. Hammerbrecher mit Exzenterwalzen-Amboß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sich unterhalb der
Transportwalzen (2; 3) und der Exzenterwalzen (4; 5) ein
Stetigförderer (11) befindet.
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Cited By (1)
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