DE4018346C2 - Bolzen mit Sollbruchstelle - Google Patents
Bolzen mit SollbruchstelleInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Bolzen mit Sollbruchstelle, wie er
im Stand der Technik in mannigfaltigen Ausführungsvarianten und für
unterschiedliche Anwendungszwecke bekannt ist.
Unter den an dieser Stelle gebrauchten Begriff - Bolzen - fallen defi
nitionsgemäß auch andere stabförmige Elemente, die keinen kreisförmigen
Querschnitt aufweisen.
Die Sollbruchstelle ergibt sich in der Regel durch eine bereichsweise
Querschnittsverringerung, beispielsweise herbeigeführt durch eine Ein
kerbung. Ein solcher Bolzen ist an seinem Einsatzort üblicherweise mehr
oder weniger starken statischen und dynamischen Belastungen ausgesetzt.
Dies erschwert die exakte Festlegung bzw. Dimensionierung der Soll
bruchstelle, da insbesondere sie durch die genannten Belastungen über
Gebühr beansprucht wird und dadurch vorzeitig Schaden nehmen, d. h. bei
Belastungswerten bereits brechen könnte, die unterhalb der rechnerisch
ermittelten Sollbruchbelastung liegen.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, einen Bolzen mit Sollbruchstelle in
der Weise auszubilden, daß diese in ihrer Funktionsfähigkeit und Le
bensdauer durch während des Betriebes auftretende zusätzliche statische
und dynamische Belastungen nicht beeinträchtigt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Bolzen gelöst, wie er
durch die Merkmale des Patentanspruches 1 definiert ist.
Ein besonders geeigneter Anwendungsfall ist mit Patentanspruch 12 auf
gezeigt.
Zwar sind in den beiden deutschen Patentschriften 36 11 483 und 36 22
361 bereits Lenkschlösser für Kraftfahrzeuge beschrieben, bei denen an
geeigneter Stelle ebenfalls Sollbruchstellen vorgesehen sind. Weder der
Ort der Anbringung der Sollbruchstelle noch deren konstruktive Ausbil
dung vermochten allerdings den erfindungsgemäß ausgebildeten Bolzen
nahezulegen bzw. dessen aufgezeigte vorteilhafte Verwendung vorwegzu
nehmen.
Durch die Verwendung eines Bolzens mit Sollbruchstelle bei Lenkschlös
sern ist eine Trennung zwischen oberem Lenkschloßgehäuse und der Lenk
spindel möglich. Dies ist, wie Untersuchungen gezeigt haben, im Falle
eines Fahrzeugzusammenstoßes oder eines ähnlich gearteten Unfalles in
sicherheitstechnischer Hinsicht von Vorteil. Die eingangs erwähnten
statischen und dynamischen Belastungen, denen der Bolzen ausgesetzt
ist, ergeben sich insbesondere aufgrund seiner häufigen Axialverschie
bungen beim Verriegeln bzw. Entriegeln der Lenkspindel und durch auf
tretende Querkräfte bei Lenkradbewegungen im verriegelten Zustand.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung gehen aus den Unteransprü
chen hervor, die bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen be
anspruchen.
Die Erfindung ist nachstehend anhand diverser Ausführungsbeispiele be
schrieben und in der Zeichnung dargestellt. Diese zeigt in
Fig. 1 ein Lenkschloß für ein Kraftfahrzeug in schematisierter
Darstellung mit eingesetztem erfindungsgemäßen Bolzen und
Fig. 2-6 eine Anzahl bevorzugter Ausführungsformen von Bolzen-
Sollbruchstellen
Fig. 1 zeigt ein Lenkschloßgehäuse 1, welches auf unten näher beschrie
bene Art und Weise mit einem Fortsatz 2 eines eine Lenkspindel 3 auf
nehmenden Mantelrohres 4 verbunden ist. Das Lenkschloßgehäuse 1 weist
eine zum Fahrgastraum hin gerichtete Ausnehmung 5 auf, die der Aufnahme
eines Schließzylinders dient. Der Ausnehmung 5 gegenüberliegend ist ein
Schalterelement 6 in das Lenkschloßgehäuse 1 eingesetzt, von dem aus
über Kabel-Steckverbindungen die einzelnen Elektrik-Funktionselemente
ansteuerbar sind. Nähere Erläuterungen zu Aufbau und Funktionsweise
eines Kraftfahrzeug-Lenkschlosses sind entbehrlich, da dies bekannter
Stand der Technik ist.
Eine seitlich abragende und einstückig angeformte Führungshülse 7 des
Lenkschloßgehäueses 1 ist in eine Bohrung 8 des Fortsatzes 2 eingesetzt
und über eine Abreißschraube 9 gesichert. Die Führungshülse 7 dient im
wesentlichen der Aufnahme eines Bolzens 10, der durch die Drehbewegung
des Zündschlüssels und diese Bewegung weiterleitende Übertragungsmittel
axial verschiebbar ist (Pfeil 13).
Ein der Lenkspindel 3 zugewandtes Ende des Bolzens 10 ist mit einer Ab
flachung 14 versehen, so daß er in eine Bolzenaufnahme 15 der Lenkspin
del 3 eindringen kann. Um dies zu ermöglichen, durchdringt der Bolzen
10 überdies eine im Mantelrohr 4 eingearbeitete und zur Führungshülse 7
bzw. zur Bohrung 8 des Fortsatzes 2 konzentrisch angeordnete weitere
Bohrung 16, die ihm als zusätzliche Führung dient.
Der Bolzen 10 besteht aus zwei Bolzenteilen 10.1, 10.3, die jeweils
einander zugewandte, im Querschnitt verjüngte Zapfen 10.2, 10.4 aufwei
sen, die in der Weise zueinander korrespondierend S-förmig geformt
sind, daß hinsichtlich von auf den Bolzen 10 wirkenden Axialkräften
eine Formschlußverbindung zwischen beiden Bolzenteilen 10.1, 10.3 gege
ben ist.
Die so miteinander verbundenen Bolzenteile 10.1, 10.3 sind von einer
Hülse 17 umgeben, so daß damit eine handhabbare Einheit, nämlich der
Bolzen 10 entsteht. Fertigungstechnisch ergibt sich die Anbringung der
Hülse 17 durch Anwendung des Spritzgußverfahrens, indem beide Bolzen
teile 10.1, 10.3 zusammengesetzt und in eine geeignete Spritzgußform
eingelegt werden, in die der Hülsenwerkstoff (z. B. Kunststoff) einge
spritzt werden kann. Gegenüber dem Bolzenquerschnitt sollte der äußere
Hülsendurchmesser ein geringfügiges Untermaß aufweisen, so daß die
Hülse 17 bei der Axialbewegung des Bolzens 10 nicht störend wirken
kann.
Anstelle der vorstehend beschriebenen Hülse wäre beispielsweise auch
denkbar, einen radial aufweitbaren Stahlfederring auf die Zapfen 10.2,
10.4 aufzusetzen. Auch könnte ein elastischer (radial aufweitbarer)
Gummiring oder ein Schrumpfschlauch endseitig über eines der Bolzentei
le 10.1, 10.3 auf die Zapfen 10.2, 10.4 aufgeschoben werden.
Der besondere Vorteil des erfindungsgemäß ausgebildeten Bolzens 10 ist,
daß an der Sollbruchstelle eine gewisse Elastizität mit damit einherge
hendem Bewegungsspiel vorhanden ist, so daß die eingangs erwähnten, zu
sätzlich auftretenden statischen und dynamischen Belastungen das Werk
stoffgefüge des Bolzens 10 an seiner Sollbruchstelle nicht beeinträch
tigen können. Darüberhinaus ist insoweit eine Notlaufeigenschaft vor
handen, als selbst bei beispielsweise zerstörter Hülse 17 nach wie vor
eine Formschlußverbindung bezüglich Axialbewegungen der Bolzenteile
10.1, 10.3 gegeben ist und somit die Funktionsfähigkeit erhalten bleibt.
Im Bereich der bolzenseitigen Sollbruchstelle weist auch die Führungs
hülse 7 des Lenkschloßgehäuses 1 eine umlaufende Kerbe 18 auf, so daß
an der so definierten Stelle das Lenkschloßgehäuse 1 von der Lenkein
heit trennbar ist (ausknicken entsprechend Pfeil 12).
Die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform des Bolzens 10 ist in Fig. 2 zur
weiteren Verdeutlichung in einer vergrößerten Darstellung nochmals ge
zeigt.
Die Fig. 3-6 zeigen weitere Ausführungsformen mit mehr oder weniger
stark ausgeprägten Abwandlungen im Bereich der Sollbruchstellen. Den
Bolzenteilen und Zapfen 19.1-19.4; 20.1-20.4; 21.1-21.4; 22.1-22.4 der
Bolzen 19; 20; 21; 22 fallen dabei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 und 2
prinzipiell entsprechende Funktionen zu.
Die einander gegenüberliegenden Anlageflächen der Zapfen 19.2, 19.4 ge
mäß Ausführungsform nach Fig. 3 verlaufen geradlinig und sind Z-förmig,
wobei die die Axialkräfte aufnehmenden Anlageflächen 26 in einer Nor
malebene zur Kraftflußrichtung liegen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 sind die korrespondierenden Zapfen-
Anlageflächen in der Weise gestaltet, daß ein geringfügiger Spalt ent
steht, der beim Herstellen der Hülse 23 (Spritzgußverfahren) vom Hül
senwerkstoff ausgefüllt wird. Die Sollbruchstelle eines solchen Bolzens
20 erhält dadurch eine noch höhere Elastizität, ohne die Notlaufeigen
schaft zu verlieren.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 sind die miteinander korrespondie
renden Zapfen 21.2 und 21.4 hakenförmig ausgebildet. Auch hier liegen
die kraftübertragenden Anlageflächen 27 wiederum in einer Normalebene
bezüglich der Kraftflußrichtung der Axialkraft. Sämtliche Hohlräume
werden beim Herstellen der Hülse 24 durch den Hülsenwerkstoff ausge
füllt.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 6 haben die einander zugewandten
Zapfen 22.2, 22.4 keine Formschlußverbindung (keine Notlaufeigenschaft
vorhanden) sondern sind lediglich mit einer jeweiligen endseitigen
Querschnittserweitung ausgeführt. Sie sind geringfügig beabstandet, so
daß der Zwischenraum wiederum mit Hülsenwerkstoff ausgefüllt wird. Die
Axialkräfte werden unmittelbar durch die Hülse 25 übertragen, was bei
der Werkstoffauswahl zu berücksichtigen ist. Der Vorteil dieser Aus
führungsform ist in der besonderen Elastizität im Bereich der Soll
bruchstelle zu sehen.
Claims (12)
1. Bolzen mit Sollbruchstelle, dadurch gekennzeichnet, daß der Bolzen
(10; 19; 20; 21; 22) an der Sollbruchstelle geteilt ist und daß die
Bolzenteile (10.1, 10.3; 19.1, 19.3; 20.1, 20.3; 21.1, 21.3; 22.1, 22.3)
an dieser Stelle durch ein Verbindungselement (17, 23, 24, 25) mit
einander verbunden sind.
2. Bolzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einander zuge
wandte Bolzenzapfen (10.2, 10.4; 19.2, 19.4; 20.2, 20.4; 21.2; 21.4) in
der Weise zueinander korrespondierend geformt sind, daß sie hin
sichtlich von auf den Bolzen (10; 19; 20; 21) einwirkenden Axialkräf
ten eine Formschlußverbindung aufweisen.
3. Bolzen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einander
zugewandten Anlageflächen der Zapfen (10.2, 10.4) S-förmig ausge
führt sind.
4. Bolzen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einander
zugewandten Anlageflächen der Zapfen (19.2, 19.4) Z-förmig ausge
führt sind.
5. Bolzen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zapfen
(21.2, 21.4) hakenförmig ausgebildet sind.
6. Bolzen nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß kraft
übertragende Anlageflächen (26; 27) der Zapfen (19.2, 19.4; 21.2, 21.4)
in einer Normalebene bezüglich der Kraftflußrichtung der Axialkraft
liegen.
7. Bolzen nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zapfen (10.2, 10.4; 19.2, 19.4; 20.2, 20.4; 21.2, 21.4; 22.2, 22.4) von
einer Hülse (17, 23, 24, 25) umgeben sind.
8. Bolzen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (17;
23; 24; 25) als Kunststoff-Spritzgußteil ausgeführt ist.
9. Bolzen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den
miteinander korrespondierenden Zapfen (20.2, 20.4; 21.2, 21.4; 22.2,
22.4) vorhandene Hohlräume von Hülsenwerkstoff ausgefüllt sind.
10. Bolzen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Hülse wahl
weise ein radial aufweitbarer Stahlfederring, ein radial aufweit
barer Gummiring oder ein Schrumpfschlauch verwendet wird.
11. Bolzen nach einem der Ansprüche 7-10, dadurch gekennzeichnet, daß
der äußere Hülsendurchmesser gegenüber dem Bolzenquerschnitt ein
geringfügiges Untermaß aufweist.
12. Verwendung eines Bolzens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-11
als Sicherungsbolzen in Kraftfahrzeug-Lenkschlössern.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904018346 DE4018346C2 (de) | 1990-06-08 | 1990-06-08 | Bolzen mit Sollbruchstelle |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904018346 DE4018346C2 (de) | 1990-06-08 | 1990-06-08 | Bolzen mit Sollbruchstelle |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4018346A1 DE4018346A1 (de) | 1991-12-12 |
| DE4018346C2 true DE4018346C2 (de) | 1998-08-13 |
Family
ID=6408019
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904018346 Expired - Fee Related DE4018346C2 (de) | 1990-06-08 | 1990-06-08 | Bolzen mit Sollbruchstelle |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4018346C2 (de) |
Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE202019002050U1 (de) | 2019-05-09 | 2019-09-11 | Frank Gnisa | Definiert selbstlösendes Verbindungselement mittels Neodym-Magnetpaaren |
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- 1990-06-08 DE DE19904018346 patent/DE4018346C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4018346A1 (de) | 1991-12-12 |
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