DE3914830C3 - Gleismeßvorrichtung - Google Patents
GleismeßvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Gleißmeßvorrichtung mit einem verwindungssteifen
Meßrahmen und mehreren, vorzugsweise drei Meßeinrichtungen, wobei alle Meß
einrichtungen direkt am Meßrahmen angebracht sind und jede Meßeinrichtung je
Schienenstrang des Gleises einen in Meßstellung an den Schienenstrang horizontal
und vertikal anstellbaren Meßkopf aufweist und mit den Meßköpfen an den
Schienensträngen gegen den Meßrahmen als Meßbasis gemessen wird, wobei je Meß
kopf ein in der Meßstellung etwa horizontal liegender Längslenker fester Länge
vorgesehen ist, der mit seinem anderen Ende am Meßrahmen in erheblicher Ent
fernung vom Meßkopf und von der Mittellinie des Meßrahmens schwenkbar angelenkt
ist, und wobei, vorzugsweise, der Meßrahmen Teil eines einen Fahrzeugbau,
einen Fahrzeugboden und mindestens zwei am Fahrzeugboden aufgehängte Tragachsen
aufweisenden Gleismeßfahrzeuges, insbesondere der Fahrzeugboden eines solchen
Gleismeßfahrzeuges ist.
Für die Instandhaltung des Oberbaues von Schienenanlagen sind regelmäßige Kontrollen
erforderlich. Zur Durchführung dieser Kontrollen befährt man ein zu
kontrollierendes Gleis regelmäßig mit einer Gleismeßvorrichtung in Form eines
Gleismeßfahrzeuges, mit dessen Hilfe die Gleisgeometrie erfaßt, ausgezeichnet
und anschließend einer Bewertung unterzogen wird. Gleismeßfahrzeuge sind daher
seit sehr langer Zeit bekannt. Einen Überblick über die Problematik gibt die
Veröffentlichung ETR 36 (1987), Seiten 73 bis 79.
Ausgangspunkt für die Lehre der Erfindung ist eine Gleismeßvorrichtung (OE-PS
313 343) in Form eines Gleismeßfahrzeuges. Von diesem Stand der Technik geht
die Erfindung aus.
Bei dem zuvor angesprochenen, bekannten Gleismeßfahrzeug wird ein verwindungs
steifer Meßrahmen vom Fahrzeugboden gebildet, an diesem Meßrahmen sind drei
Meßeinrichtungen direkt angebracht. Jede Meßeinrichtung weist zwei in einem
Meßfahrwerk zusammengefaßte Abnahmeachsen mit jeweils an beiden Stirnseiten
angebrachten Spurkranzrädern auf. Jedes Meßfahrwerk ist an zwei parallel an
beiden Seiten des Gleismeßfahrzeugs am Fahrzeugboden angebrachten Längslenkern
geführt, die an beiden Enden um jeweils eine horizontal liegende Achse schwenk
bar angelenkt sind. Das Meßfahrwerk kann also insgesamt eine Aufwärts- und Ab
wärts-Bewegung ausführen. Die im Meßfahrwerk gelagerten Abnahmeachsen sind ge
genüber dem Meßfahrwerk seitlich verschiebbar, so daß eine Abnahmeachse gegen
den linken Schienenstrang und die andere Abnahmeachse gegen den rechten Schie
nenstrang des Gleises angestellt werden kann. Dazu dient jeweils ein entsprechend
gerichtet Kraft aufbringender Hydraulikzylinder. Der Verstellweg jeder
Abnahmeachse wird gegenüber dem Meßrahmen erfaßt, und zwar mittels eines dop
pelarmigen Hebels, der am Meßrahmen gelagert ist und dessen von der Bewegung
der Abnahmeachse verursachte Schwenkbewegung an eine Meß- und Auswerteein
richtung übertragen wird.
Bei der bekannten Gleismeßvorrichtung in Form eines Gleismeßfahrzeuges befindet
sich jeweils eine Meßeinrichtung vor einer vorderen bzw. hinter einer hinteren
Tragachse, mit der das Gleismeßfahrzeug insgesamt auf dem Gleis läuft, die
dritte Meßeinrichtung befindet sich etwa in der Mitte am Meßrahmen bzw. am
Gleismeßfahrzeug zwischen den Tragachsen. Die Verschiebung der Meßköpfe dieser
mittleren Meßeinrichtung gegenüber den Meßköpfen der beiden anderen Meß
einrichtungen wird als Meßsignal zur Errechnung der Pfeilhöhe der Schienenstränge
und damit des Kurvenradius der jeweils durchfahrenden Gleiskurve herangezogen.
Außerdem dient diese mittlere Meßeinrichtung der Verwindungsmessung. Eine der
Meßeinrichtungen, ggf. auch die mittlere Meßeinrichtung, kann auch der Spurwei
tenmessung dienen. Die Hydraulikzylinder der verschiedenen Meßeinrichtungen
dienen auch zum Abheben von den Schienensträngen bei Überstellungsfahrten oder
bei Auftreten irgendwelcher Störungen.
Die Messungen bei der bekannten Gleismeßvorrichtung, insbesondere die Pfeil
höhenmessung, sind mit einem systematischen Fehler behaftet, da die parallel
zueinander in dem jeweiligen Meßfahrwerk verschiebbaren Abnahmeachsen, die
in Längsrichtung des Meßrahmens hintereinander angeordnet sind, jeweils nur
zufällig einmal exakt senkrecht zur Gleismittellinie liegen können. Das liegt
daran, daß das jeweilige Meßfahrwerk an den Längslenkern exakt in Längsrichtung
des Meßrahmens ausgerichtet ist, diese aber regelmäßig nicht mit der Gleismit
tellinie übereinstimmt. Da dieser Fehler in der Größe unvorhergesehen schwankt,
ist er praktisch nicht rechnerisch kompensierbar. Daraus ergibt sich ein syste
matischer Fehler bei der Pfeilhöhenmessung wie bei der Spurweitenmessung.
Neben Verwindung, Pfeilhöhenmessung beider Schienenstränge und Spurweitenmessung
des Gleises lassen sich mit der bekannten Gleismeßvorrichtung auch noch
andere Parameter messen. Beispielsweise ist eine Stoßlagenmessung und daran
anschließend auch eine Längshöhenmessung möglich.
Für sich ist es aus dem Stand der Technik im übrigen bekannt (GB-PS 748 987),
von einem Gleismeßfahrzeug einen Meßrahmen schleppen zu lassen, der beid
seits jeweils Spurkranzräder als gekoppelte Meßköpfe aufweist, die an die
beiden Schienenstränge des Gleises unter Federkraft angestellt sind. Der Meß
rahmen insgesamt ist gegenüber dem Gleismeßfahrzeug nach allen Richtungen be
grenzt schwenkbar und kann sich folglich in einem Winkel zum Gleismeßfahrzeug
einstellen. Damit kann sich der Meßrahmen insgesamt senkrecht zur Gleismittel
linie ausrichten, wenn man voraussetzt, daß die beiden Schienenstränge des
Gleises exakt bogengleich verlaufen. Bei Abweichungen jedoch ergibt sich auch
hier ein systembedingter und laufend schwankender und daher rechnerisch nicht
kompensierbarer Fehler. Die selbe Situation ergibt sich auch bei einem soge
nannten Prüfkopfträgerwagen, der an einem Gleismeßfahrzeug aufgehängt ist
(ETR (25) 6-1976, Seite 374-381).
Aus dem Stand der Technik ist ferner eine Schienenschleifmaschine für das Ab
schleifen von Unregelmäßigkeiten der Schienenfahrfläche (DE 26 12 174 C3) bekannt.
Mit Hilfe dieser Schienenschleifmaschine können Riffelungen und sonstige
Unregelmäßigkeiten der Schienenfahrfläche so abgeschliffen werden, daß der
Schienenkopf seine auf den Spurkranz eines normalen Rades abgestimmte Kontur
beibehält. Hierzu ist es notwendig, daß die Schleifwerkzeuge über dem jeweiligen
Spurkopf einjustiert werden. Dies geschieht durch hydraulisch angestellte Spur
kranzränder, wobei diese an einem Maschinenrahmen in den Fahrwerken auf einer
nur in Längsrichtung verschiebbaren, jedoch winkelmäßig nicht veränderlich ein
stellbaren Achse gelagert sind. Eine Meßvorrichtung stellt die Veränderung der
Spurweite fest, wobei der Maschinenrahmen als Bezugsbasis für die Messung
dient.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs erläuterte, bekannten
Gleismeßvorrichtung meßtechnisch, und zwar insbesondere bzgl. der Genauigkeit
der Pfeilhöhenmessung und der Spurweitenmessung, zu verbessern.
Die erfindungsgemäße Gleismeßvorrichtung löst die zuvor aufgezeigt Aufgabe
dadurch, daß jeder Meßkopf einer Meßeinrichtung am Ende eines in der Meß
stellung etwa horizontal liegenden Teleskoparms angeordnet ist, daß der Teles
koparm mit seinem anderen Ende am Meßrahmen nahe der Mittellinie des Meßrahmens
fest, aber nach allen Richtungen begrenzt schwenkbar gelagert ist, daß am Meß
kopf bzw. am ihn tragenden Ende des Teleskoparms das eine Ende des zugeordneten
Längslenkers angelenkt ist, daß beide Enden jedes Längslenkers nach allen Rich
tungen begrenzt schwenkbar angelenkt sind und daß der Teleskoparm sich stets
in Richtung des Kurvenradius der Schienenstrangkurve ausrichtet und damit jeder
Meßkopf stets in Richtung des Kurvenradius der Schienenstrangkurve an den
Schienenstrang angestellt ist.
Wie die bekannte Gleismeßvorrichtung, von der die Erfindung ausgeht, ist auch
die erfindungsgemäße Gleismeßvorrichtung zunächst völlig eigenständig, bedarf
also nur des Meßrahmens und der Meßeinrichtung und ist von Tragachsen des
Gleismeßfahrzeuges unabhängig. Sie ist zwar ebenfalls in einem Gleismeßfahr
zeug, auch besonders vorteilhaft, einsetzbar, das Vorhandensein des Gleismeß
fahrzeuges ist aber nicht notwendige Voraussetzung für die Funktion dieser
Gleismeßvorrichtung. Jede Meßeinrichtung fährt für sich unabhängig von den an
deren Meßeinrichtungen die Schienenstränge des Gleises ab, wobei der Meßrahmen
lediglich die mechanische Korrelation der Meßeinrichtung vorgibt.
Wesentlich für die hohe Meßpräzision der erfindungsgemäßen Gleismeßvorrichtung
ist nun aber die Tatsache, daß jeder Meßkopf jeder Meßeinrichtung stets ge
nau in Richtung des Kurvenradius der Schienenstrangkurve an den jeweiligen
Schienenstrang angestellt ist. Das wird dadurch erreicht, daß jeder Meßkopf für
sich mit Teleskoparm und Längslenker aufgehängt ist und eine entsprechende
Bogenbewegung auszuführen vermag. Das bedeutet, daß jeder Meßkopf dem tatsäch
lichen Verlauf der jeweiligen Schienenstrangkurve zu folgen vermag, also nicht
durch eine bestimmte Lagerausrichtung am Meßrahmen präjudiziert ist. Durch die
Auswertung der Meßsignale der einzelnen Meßeinrichtungen in einem Auswertungs
rechner kann dann ohne weiteres die jeweilige Pfeilhöhe des jeweiligen Schienen
stranges sowie die Spurweite ermittelt werden. Gleichzeitig erlaubt die besondere
Anordnung der Meßeinrichtungen bei der erfindungsgemäßen Gleismeßvor
richtung die Intergration der Längshöhenmessung und einer eventuellen Riffel
messung in die vorhandenen Meßeinrichtungen. Auch die Längshöhenmessung und Rif
felmessung kann für jeden Schienenstrang spezifisch erfolgen.
Die Lehre der Erfindung gibt an, wie es auf konstruktiv besonders zweckmäßige
Weise erreicht werden kann, daß jeder Meßkopf im Ergebnis stets in Richtung des
Kurvenradius der Schienenstrangkurve an den jeweiligen Schienenstrang ange
stellt ist.
Ergänzend wird verwiesen auf die Beschreibung eines
bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung, die auch
die Erläuterung allgemein relevanter Merkmale, die Erläuterung von Alternati
ven und die Erläuterung verschiedener erreichter Vorteile umfaßt.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 in einer Seitenansicht, schematisch, eine als
Gleismeßfahrzeug ausgeführte Gleismeßvorrichtung,
Fig. 2 die Gleismeßvorrichtung aus Fig. 1, aufgebockt, in einer Stirn
ansicht,
Fig. 3 eine schematische Darstellung der Anordnung der Tragachsen und
der Meßeinrichtungen bei der Gleismeßvorrichtung aus Fig. 1 in
Draufsicht, so daß das Meßprinzip bei der erfindungsgemäß ausgebildeten
Gleismeßvorrichtung erkennbar ist,
Fig. 4 in einer Ansicht in Fahrtrichtung den einem Schienenstrang zuge
ordneten Teil einer Meßeinrichtung einer Gleis
meßvorrichtung,
Fig. 5 den Teil der Meßeinrichtung, der in Fig. 4 dargestellt ist, in ei
ner Ansicht von oben,
Fig. 6 den Gegenstand aus Fig. 4 in einer Ansicht von der Seite der
Gleismeßvorrichtung her und
Fig. 7 in einem Schnitt, vergrößert dargestellt, einen für eine Riffel
messung ausgerüsteten Meßkopf einer Meßeinrichtung gemäß Fig. 4.
Die Gleismeßvorrichtung ist, wie zuvor erläutert worden ist,
eine selbständige Vorrichtung, insbesondere also von irgendwelchen Teilen
eines Gleismeßfahrzeuges und vom Vorhandensein von Tragachsen unabhängig.
Diese Unabhängigkeit bedingt gerade die Eliminierung des weiter oben erläu
terten systematischen Meßfehlers, der durch fehlerbehaftete Ausrichtung
eines Gleismeßfahrzeugs im Gleis verursacht wird. Ungeachtet dessen ist auch
die erfindungsgemäß ausgebildete Gleismeßvorrichtung zweckmäßig in einem Gleismeßfahr
zeug zu realisieren, wenn man es bei der Unabhängigkeit von Meßrahmen und
von Meßeinrichtungen gegenüber dem übrigen Gleismeßfahrzeug, insbesondere
gegenüber eventuell vorhandenen Tragachsen beläßt.
Im folgenden wird daher die Gleismeßvorrichtung in ihrer
Ausgestaltung in einem Gleismeßfahrzeug erläutert, ohne daß dies einschrän
kend zu verstehen ist.
Das in Fig. 1 dargestellte Gleismeßfahrzeug zeigt zunächst einen Fahrzeug
aufbau 1 mit einem verwindungssteifen Fahrzeugboden. Am Fahrzeugboden ange
bracht bzw. im hier dargestellten Ausführungsbeispiel vom Fahrzeugboden ge
bildet ist ein Meßrahmen 2. Der Meßrahmen 2 ist Teil der
Gleismeßvorrichtung, er könnte auch auf völlig anderer Art über dem Gleis
gehalten werden, beispielsweise auch am Fahrzeugboden des Gleismeßfahrzeugs
allseitig verlagerbar aufgehängt sein.
Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind am Fahrzeugboden 2 zwei Trag
achsen 3 aufgehängt. Im Fahrzeugaufbau 1 befinden sich einerseits der An
triebsmotor, im hier dargestellten Ausführungsbeispiel ein Dieselmotor, an
dererseits die umfangreiche Auswerteelektronik und der Meß- und Auswerte
platz für die Gleismessung. Im hier dargestellten und bevorzugten Ausfüh
rungsbeispiel sind nur genau zwei Tragachsen 3 vorgesehen, in größeren
Gleismeßfahrzeugen könnten auch Achsdrehgestelle vorgesehen sein, wie das an
sich bekannt ist.
Vorgesehen sind nun mehrere Meßeinrichtungen 4 für eine umfassende Ausmes
sung des Gleises. Im hier dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel
sind drei Meßeinrichtungen 4 vorhanden. Die Anzahl von drei Meßeinrichtun
gen 4 wird durch die Vorgaben der Pfeilhöhenmessung bestimmt. Grundsätzlich
könnten aber auch noch weitere Meßeinrichtungen 4 vorhanden sein. Jede Meß
einrichtung 4 weist je Schienenstrang 5 bzw. 6 des Gleises einen in Meßstellung an den
Schienenstrang 5 bzw. 6 horizontal und vertikal anstellba
ren Meßkopf 7 auf. In Fig. 2 ist diese Vorgabe besonders gut zu erkennen,
wobei die Schienenstränge 5 und 6 hier durch den Testaufbau einer Winkelkante
ersetzt sind. Unter Meßkopf 7 wird hier die Gesamtheit der elektrischen,
elektronischen und mechanischen Einrichtungen verstanden, die einem Schie
nenstrang 5 bzw. 6 zugeordnet sind und der Ausmessung des Gleises dienen.
Die technischen Hintergründe der Gleismessung mit einer Gleismeßvorrich
tung der in Rede stehenden Art sind im allgemeinen Teil der Beschreibung
ausführlich erläutert worden, so daß hier auf weitere Erläuterungen ver
zichtet werden kann.
Die Gleismeßvorrichtung zeichnet sich nun besonders da
durch aus, daß mit den Meßköpfen 7 an den Schienensträngen 5 und 6 gegen den
Meßrahmen 2 als Meßbasis gemessen wird und dazu alle Meßeinrichtungen 4
direkt am Meßrahmen 2 angebracht sind. Die Meßeinrichtungen 4 arbeiten da
mit völlig unabhängig von den hier auch verwirklichten Tragachsen 3. Jede
Meßeinrichtung 4 weist verschiedene mit dem vom Fahrzeugboden gebildeten
Meßrahmen 2 verwindungssteif verbundenen Träger 8 auf, an denen verschie
dene Teile der Meßeinrichtung angebracht sind. Diese Träger 8 sind meßtech
nisch wie der Meßrahmen 2 zu behandeln. Die wesentlichen Vorteile der von
den Tragachsen 3 unabhängigen Ausgestaltung der Meßeinrichtungen 4 sind oben im
allgemeinen Teil der Beschreibung erläutert worden, darauf darf verwiesen
werden.
Aus Fig. 1 ist erkennbar, daß die mittlere Meßeinrichtung 4 zu den äußeren
Meßeinrichtungen 4 asymmetrisch angeordnet ist, was gewisse meßtechnische
Vorteile hat.
Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Meßeinrichtungen 4 der
Gleismeßvorrichtung konkret zu realisieren. Wesentlich ist da
bei, daß der Meßkopf 7 immer in Richtung des Kurvenradius der Schienenstrang
kurve an den Schienenstrang 5 bzw. 6 angestellt ist. Dafür bietet der Stand
der Technik eine große Anzahl Anregungen. Im dargestellten Ausführungsbei
spiel ergibt sich allerdings eine ganz besonders zweckmäßige Lösung dadurch,
daß jeder Meßkopf 7 einer Meßeinrichtung 4 am Ende eines in der Meßstellung
im wesentlichen horizontal liegenden Teleskoparms 9 angeordnet ist, daß der
Teleskoparm 9 mit seinem anderen Ende am Meßrahmen 2 nahe der Mittellinie 10
des Meßrahmens 2 fest, aber vorzugsweise nach allen Richtungen begrenzt
schwenkbar, gelagert ist und daß der Teleskoparm 9 sich stets in Rich
tung des Kurvenradius der Schienenstrangkurve ausrichtet. Diese bevor
zugte Ausgestaltung der Erfindung ist in den Fig. 2, 3, 4 und 5 beson
ders deutlich zu erkennen.
Während beim Stand der Technik eine starre Meßachse mit den beiden Meßköpfen
an beiden Enden durch den achsparallel aufgehängten Doppel-Teleskoparm ge
bildet wird, nimmt die Lehre der Erfindung von dieser Konstruktionsweise
Abschied. Anstattdessen wird jeder Meßkopf der Meßeinrichtung an einem
eigenen Teleskoparm aufgehängt, der seinerseits am Meßrahmen 2, und zwar
nahe der Mittellinie 10, durchaus auch an der Mittellinie 10, am Meßrah
men 2 schwenkbar gelagert ist. Dadurch läßt sich der Meßkopf 7 an seinem
eigenen Teleskoparm an den zugeordneten Schienenstrang 5 bzw. 6 exakt
senkrecht zur Tangente anstellen, das heißt der Teleskoparm 9 kann
sich stets in Richtung des Kurvenradius der vom entsprechenden Schienen
strang 5 bzw. 6 gebildeten Kurve ausrichten. Aus den unterschiedlichen
Anlenkpunkten der Teleskoparme resultierende Abweichungen lassen sich
durch entsprechende rechnerische Korrekturen bei der Auswertung der Meß
ergebnisse berücksichtigen. Wesentlich ist letztlich, daß beide Schienen
stränge 5 und 6 jeweils separat und unabhängig vom jeweils anderen Schienen
strang 5 bzw. 6 ausgemessen werden und daß die Verknüpfung der Meßwerte
nur im Rechner erfolgt.
Bei entsprechender Gestaltung des Meßkopfes 7 läßt sich erreichen, daß der
Teleskoparm 9, vertikale Führung vorausgesetzt, sich weitestgehend selbständig
in der richtigen Richtung gegenüber dem Schienenstrang 5 bzw. 6 ausrichtet.
Die Lehre der Erfindung zeigt in einer weiteren, sehr vorteilhaften Ausgestal
tung aber die sehr wesentliche Zusatzmaßnahme, daß am Meßkopf 7 bzw. am ihn
tragenden Ende des Teleskoparms 9 ein Ende eines in der Meßstellung etwa
horizontal liegenden Längslenkers 11 fester Länge, vorzugsweise nach
allen Richtungen begrenzt schwenkbar, angelenkt ist und daß der Längslenker 11
mit seinem anderen Ende am Meßrahmen 2 in erheblicher Entfernung vom Meß
kopf 7 und von der Mittellinie 10 fest, aber vorzugsweise nach allen
Richtungen begrenzt schwenkbar, gelagert ist. Längslenker zur Führung der Dop
pel-Teleskoparme der Meßeinrichtungen des Standes der Technik sind als solche
bekannt, wirken aber nur als Parallelogrammlenker. Die Wirkung des Längslen
kers 11 in Verbindung mit dem Teleskoparm 9 für nur einen Meßkopf 7 der Meß
einrichtung 4 hingegen ist eine völlig andere. Da der Längslenker 11 am Meß
kopf 7 bzw. an dem diesen tragenden Ende des Teleskoparms 9 angelenkt ist,
nimmt das Ende des Teleskoparms 9 das Ende des Längslenkers 11 beim Ausfahren
mit. Wegen der festen Länge des Längslenkers 11 wird diese translatorische Be
wegung des Endes des Teleskoparms 9 in eine Schwenkbewegung des Endes des Längs
lenkers 11 umgesetzt, so daß der Meßkopf 7 beim Herausschieben oder Hereinziehen
des Endes des Teleskoparms 9 während dieser dem Verlauf des Schienenstranges 5
bzw. 6 folgt, eine entsprechende, durch den Längslenker 11 bestimmte Bogenbe
wegung ausführt. Damit wird auf sehr einfache Art zwangsweise die Ausrichtung
des Teleskoparms 9 in Richtung des Kurvenradius der Schienenstrangkurve reali
siert. Mit anderen Worten verlaufen alle Linien der Meßeinrichtungen 4 bei der
Gleismeßvorrichtung auf den geometrischen Mittelpunkt der aus
gemessenen Gleiskurve zu. Die Länge des Längslenkers 11 wird jeweils im Rahmen
der rechnerischen Auswertung berücksichtigt. Sie ist so vorher bestimmt, daß
die betriebsmäßig maximal zu erwartende Auslenkung ohne großen Meßfehler auf
genommen werden kann. Bei den für übliche Gleisbögen gegebenen maximalen Aus
lenkungen von weniger als 100 mm empfiehlt sich dabei eine Versetzung des
Längslenkers 11 gegenüber dem Meßkopf am Meßrahmen 2 etwas nach innen zu,
so daß sich insgesamt eine trapezförmige Lenker-Gesamtanordnung ergibt.
Fig. 3 macht schematisch das Meßprinzip deutlich, mit dem bei dieser Gleismeßvor
richtung mittels der Meßeinrichtungen 4 gearbeitet wird. Dünn eingezeichnete
Bogenlinien B lassen jeweils den vom jeweiligen Längslenker 11 definierten
Schwenkbogen für den Meßkopf 7 erkennen. Durch die Lenkerführung der beiden
Teleskoparme 9 in einer Meßeinrichtung 4 erfolgt eine für jeden Schienen
strang 5 bzw. 6 spezifische Anstellung des jeweiligen Meßkopfes 7 weitestgehend
exakt, jedenfalls ohne weiteres rechnerisch exakt anpaßbar in Richtung
des Kurvenradius der Schienenstrang
kurve. Die unterschiedliche Anstellung der Meß
köpfe 7 erkennt man besonders deutlich in der in Fig. 3 ganz rechts zu finden
den Meßeinrichtung 4.
Fig. 4 läßt nun verschiedene Details der Meßeinrichtung 4 der
Gleismeßvorrichtung erkennen. Zunächst ist gut erkennbar, daß hier dem Längslen
ker 11 ein zweiter, oberhalb des Längslenkers 11 parallel angeordneter Hilfs
lenker 12 zugeordnet ist und der Längslenker 11 mit dem Hilfslenker 12 ein et
wa vertikal stehendes Lenkerparallelogramm bildet. Durch diese Konstruktion
ist gewährleistet, daß bei Höhenbewegungen des Meßkopfs 7 jedenfalls keine
Neigungsänderung eintritt, sondern der Meßkopf 7 jeweils nur parallel zu sich
selbst angehoben bzw. wieder abgesenkt wird.
Mittels des Teleskoparms 9 muß eine erhebliche Anstellkraft auf den Meßkopf 7
ausgeübt werden, um den notwendigen Anpreßdruck am Schienenstrang 5 bzw. 6 zu
gewährleisten. Die entsprechend erforderliche Dimensionierung des Teleskop
arms 9 läßt es meßtechnisch als zweckmäßig erscheinen, daß dem Teleskoparm 9
eine das eigentliche Meßsignal erzeugende Wegmeßeinrichtung, insbesondere ein
paralleles Meßteleskop 13, zugeordnet ist. Anstelle eines Meßteleskops 13 kön
nen auch übliche andere Wegmeßeinrichtungen eingesetzt werden. Auch dies er
kennt man in Fig. 4 und Fig. 5 besonders deutlich.
Bislang ist noch nichts dazu ausgeführt worden, wie bei der Gleis
meßvorrichtung im Meßkopf 7 tatsächlich nun die Abtastung des Schienenstranges 5
bzw. 6 stattfindet. Das kann hier wie auch im Stand der Technik durch zylindri
sche Meßrollen mit Spurkränzen geschehen. Jedenfalls ist es dabei zweckmäßig,
wenn, wie an sich bekannt, seitlich der eigentlichen Meßrolle Führungsschleif
elemente 14 vorhanden sind, die die im allgemeinen Teil der Beschreibung erläu
terte Funktion beim Überfahren des Herzstücks einer Weiche od. dgl. haben. Die
Führungsschleifelemente erkennt man besonders gut in den Fig. 5 und 6.
Es hat sich gezeigt, daß meßtechnisch eine Ausgestaltung des Meßkopfes 7 mit
einer oder, vorzugsweise, zwei an der Innenseite des Schienenkopfes 15 des
Schienenstrangs 5 bzw. 6 abrollenden Schneidenrollen 16 besonders zweckmäßig
ist. Bei einer Meßrolle mit an der Innenseite des Schienenkopfes 15 gleiten
dem Spurkranz ist einerseits der Verschleiß durch Gleitreibung relativ hoch,
ist andererseits der an der Innenseite des Schienenkopfes 15 normalerweise
vorhandene Fettbelag, der für den normalen Bahnbetrieb von Bedeutung ist,
wegen des starken Anpreßdrucks in horizontaler Richtung schnell zerstört.
Gleichzeitig wird Fett auf die Schienenoberseite 17 geschleudert, wo es nun
wirklich nicht hingehört. Die erfindungsgemäß vorhandenen Schneidenrollen 16
hingegen lassen den Fettfilm an der Innenseite des Schienenkopfs 15 praktisch
ungestört, so daß auch mit sehr hohen Fahrgeschwindigkeiten
gefahren werden kann. Hinzu kommt, daß auch meßtechnisch die Verwen
dung von Schneidenrollen 16 exaktere Ergebnisse bringt, denn an sich muß am Schie
nenkopf 15 stets in einem bestimmten, genormten Abstand von der Schienenober
kante gemessen werden. Es handelt sich bei der Deutschen Bundesbahn um
den Abstand von 14 mm von der Schienenoberkante. Mit flächigen Spurkränzen
läßt sich dieser Abstand nur ungenau erreichen, wohingegen die Schneiden der
Schneidenrollen 16 exakt im Abstand von 14 mm von der Schienenoberkante lau
fen können. Die Verwendung von zwei Schneidenrollen 16 gegenüber nur einer
Schneidenrolle 16 ist beim Überfahren von Stößen und anderen Unebenheiten meß
technisch vorteilhaft.
Zum Stand der Technik ist erläutert worden, daß dort die Längshöhenmessung usw.
nicht mit den Meßeinrichtungen für die Pfeilhöhenmessung und die Spurweitenmes
sung erfolgen kann. Die erfindungsgemäßen Meßeinrichtungen 4 lassen sich, sogar
ganz besonders zweckmäßig, aber auch für die Längshöhenmessung nutzen. Beson
ders zweckmäßig ist die Nutzung für die Längshöhenmessung deswegen, weil die
Meßeinrichtungen 4 von Tragachsen 3 völlig unabhängig sind. Durch das
Überrollen einer Tragachse 3 ausgelöste Einfederbewegungen des Schienen
stranges 5 bzw. 6 lassen sich also meßtechnisch sehr viel besser erfassen
als mit dem bekannten Meßsystem.
Auch für die Längshöhenmessung in den Meßeinrichtungen 4 las
sen sich verschiedene Techniken anwenden. Besonders zweckmäßig ist es im Rahmen
des bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung, daß am Meßkopf 7 bzw. am
ihn tragenden Ende des Teleskoparms 9 ein Ende eines vertikal
angeordneten Hubteleskoparms 18, vorzugsweise nach allen Richtungen begrenzt
schwenkbar, angelenkt ist und daß der Hubteleskoparm 18 mit seinem anderen En
de am Meßrahmen 2 fest, aber vorzugsweise nach allen Richtungen begrenzt
schwenkbar, gelagert ist. Diese Ausgestaltung läßt, neben den Fig. 1 und 2, ins
besondere Fig. 4 und Fig. 6 sehr gut erkennen. Selbstverständlich kann der Hub
teleskoparm 18 auch zum bestimmungsgemäß gewollten Hochfahren des Meßkopfes 7
bei Nichtbenutzung verwendet werden. In diesem Fall werden zweckmäßigerweise
beide Teleskoparme 9 und 18 auf die kürzeste Länge eingezogen. Dadurch ergibt
sich die in den Fig. 5 und 6 angedeutete Einziehbewegung des Meßkopfs 7.
Aus den gleichen Gründen, aus denen das schon zuvor im Zusammenhang mit dem
Teleskoparm 9 erläutert worden ist, empfiehlt es sich auch für den Hubteleskop
arm 18, diesem eine das eigentliche Meßsignal erzeugende Wegmeßeinrichtung, ins
besondere ein paralleles Hubmeßteleskop 19 zuzuordnen.
Die Meßeinrichtungen 4 am vorderen und hinteren Ende der Gleismeßvorrichtung ge
ben die Meßbasis für die Längshöhenmessung, die dann letztlich durch die mitt
lere Meßeinrichtung 4, nämlich durch die dortige auf und ab gehende Bewegung
des Meßkopfs 7 auf der Schienenoberseite 17 vorgegeben wird. Die an sich hier
angewandte Meßtechnik ist als solche bekannt, sie gewinnt aber ihre besondere
Bedeutung dadurch, daß sie in die Meßeinrichtungen 4 für die Pfeilhöhen
messung und die Spurenweitenmessung ohne weiteres integriert werden
konnte.
Der Meßkopf 7 ist für die Lagerung auf der Schienenoberseite 17
und für die Ausführung der Längshöhenmessung so ausgestaltet, daß er eine mittig
angeordnete, auf der Schienenlauffläche laufende Zylinderrolle 20 und, vorzugs
weise, zwei mit Abstand vor und hinter der Zylinderrolle 20 angeordnete, gegen
über der Zylinderrolle 20 etwas nach oben versetzte Hilfsrollen 21 aufweist.
Fig. 6 macht die Anordnung der Zylinderrolle 20 und der Hilfsrollen 21 in Längs
abstand von der Zylinderrolle 20 sehr gut deutlich. Die Hilfsrollen 21 laufen
normalerweise ein wenig oberhalb der Schienenoberseite 17 ohne Berührung mit
dieser, ähnlich wie die Führungsschleifelemente 14 normalerweise ohne Berührung
mit der Innenseite des Schienenkopfes 15 laufen. Lediglich beim Überfahren ganz
extremer Unebenheiten bzw. dem Überfahren von Weichen treten dann die Hilfsrol
len 21 in Funktion, um ein Absacken der Zylinderrolle 20 zu
verhindern. Das eigentliche Meßsignal für
die Längshöhenmessung wird von dem von der Zylinder
rolle 20 beeinflußten Hubmeßteleskop 19 erzeugt.
Der Meßkopf 7 läßt durch einfachen Austausch der
Zylinderrolle 20 auch die Durchführung einer Riffelmessung zu, nämlich dann,
wenn anstatt der Zylinderrolle 20 im Meßkopf ein mittig angeordneter, vertikal
nach unten ausgerichteter Riffelmessungssensor 22 eingesetzt wird. Es kann sich
hier nach bevorzugter Lehre um einen induktiven Annäherungssensor handeln.
Fig. 7 zeigt die Anordnung dieses Riffelmessungssensors 22, wobei hier auch
besonders schön die Relativlage der Schneidenrolle 16 zum Schienenkopf 15 er
kennbar ist. Man erkennt gut, wie hier die Schneide der Schneidenrolle 16
exakt im Normabstand von der Schienenoberseite 17 an der Innenseite des Schie
nenkopfs 15 rollt. Selbstverständlich muß bei der Riffelmessung die Fahr
geschwindigkeit wesentlich geringer sein als bei der normalen, zuvor erläu
terten Gleismessung. Ein Riffelmessungssensor 22 in Form eines induktiven
Annäherungssensors hat gegenüber einer kleinen, federbelasteten Tastrolle
den erheblichen Vorteil, daß die Meßgenauigkeit wesentlich größer ist und
daß auch verschleißbedingte Meßabweichungen nicht auftreten können.
Ganz allgemein läßt die Darstellung der Gleismeßvorrich
tung in den Fig. 1, 3, 5 und 6 sehr gut erkennen, daß nach weiter bevorzug
ter Lehre der Meßkopf 7 einen starren, sich parallel zum Schienenstrang 5
bzw. 6 bzw. senkrecht zum Teleskoparm 9 erstreckenden Tragrahmen 23 auf
weist und daß am Tragrahmen 23 alle Teile des Meßkopfes 7 angebracht bzw.
angelenkt sind. Fig. 6 zeigt die langgestreckt-profilförmige Gestaltung des
Tragrahmens 23.
Generell empfiehlt es sich für die Betätigung, Anstellung und weitere Bewe
gung der Meßköpfe 7 in den Meßeinrichtungen 4,
mit hydraulischem Druckmittel zu arbeiten, wenngleich auch pneumatische
Energie verwendbar wäre. Man arbeitet mit einem Anpreßdruck von einigen bar,
wobei Druckstöße durch einen hydraulischen Speicher abgefangen werden können.
Dieser braucht nur ein relativ kleines Volumen zu haben, sofern gewährleistet
ist, daß eine automatische Druckmittelnachführung erfolgt.
Die Meßeinrichtungen 4 lassen über die für die
Längshöhenmessung vorgesehenen Zylinderrollen 20 auch eine Verwindungsmessung
zu, weil eben eine Messung unabhängig von den Tragachsen 3 und neben diesen,
also mit Längsabstand von diesen erfolgt. Die sonst noch erforderliche Mes
sung, beispielsweise die Überhöhungsmessung, wird
mit einem Kreiselmeßsystem durchgeführt.
Fig. 4 zeigt nun noch eine besondere Gestaltung der Gleis
meßvorrichtung, die dadurch gekennzeichnet ist, daß eine Meßeinrichtung 4,
insbesondere die mittlere Meßeinrichtung 4, eine seitlich über den Schienen
strang 5 bzw. 6 hinaus ragenden Stromschienenmeßkopf 24 aufweist und durch
den Stromschienenmeßkopf 24 die Position einer Stromschiene 25 bezogen auf
die Mittellinie 10 des Meßrahmens 2 meßbar ist. Derartige Stromschienen 25
finden sich häufig gerade bei Untergrundbahnen und konnten bisher nur in
ihrer Relativlage zu dem nächstliegenden Schienenstrang ausgemessen werden.
Die beschriebene Gleismeßvorrichtung erlaubt nun auch hier eine unab
hängige Messung gegenüber der Mittellinie 10 des Meßrahmens 2 mit den
gleichen Vorteilen wie bei der Ausmessung der Schienenstränge 5 und 6 selbst.
Claims (14)
1. Gleismeßvorrichtung mit einem verwindungssteifen Meßrahmen und mehreren,
vorzugsweise drei Meßeinrichtungen, wobei alle Meßeinrichtungen direkt am Meß
rahmen angebracht sind und jede Meßeinrichtung je Schienenstrang des Gleises
einen in Meßstellung an den Schienenstrang horizontal und vertikal anstellbaren
Meßkopf aufweist und mit den Meßköpfen an den Schienensträngen gegen den Meß
rahmen als Meßbasis gemessen wird, wobei je Meßkopf ein in der Meßstellung etwa
horizontal liegender Längslenker fester Länge vorgesehen ist, der mit seinem
anderen Ende am Meßrahmen in erheblicher Entfernung vom Meßkopf und von der
Mittellinie des Meßrahmens schwenkbar angelenkt ist, und wobei, vorzugsweise,
der Meßrahmen Teil eines einen Fahrzeugaufbau, einen Fahrzeugboden und mindestens
zwei am Fahrzeugboden aufgehängte Tragachsen aufweisenden Gleismeßfahr
zeuges, insbesondere der Fahrzeugboden eines solchen Gleismeßfahrzeuges ist,
dadurch gekennzeichnet, daß jeder Meßkopf (7) einer Meßeinrichtung (4) am Ende
eines in der Meßstellung etwa horizontal liegenden Teleskoparms (9) ange
ordnet ist, daß der Teleskoparm (9) mit seinem anderen Ende am Meßrahmen (2)
nahe der Mittellinie (10) des Meßrahmens (2) fest, aber nach allen Richtungen
begrenzt schwenkbar gelagert ist, daß am Meßkopf (7) bzw. am ihn tragenden
Ende des Teleskoparms (9) das eine Ende des zugeordneten Längslenkers (11)
angelenkt ist, daß beide Enden jedes Längslenkers (11) nach allen Richtungen
begrenzt schwenkbar angelenkt sind und daß der Teleskoparm (9) sich stets in
Richtung des Kurvenradius der Schienenstrangkurve ausrichtet und damit jeder
Meßkopf (7) stets in Richtung des Kurvenradius der Schienenstrangkurve an den
Schienenstrang (5 bzw. 6) angestellt ist.
2. Gleismeßvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Längs
lenker (11) gegenüber dem Meßkopf (7) etwas nach innen versetzt am Meßrahmen
(2) angelenkt ist.
3. Gleismeßvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Länge und die Winkelstellung des Längslenkers (11) nach Maßgabe der betriebs
mäßig maximal zu erwartenden Auslenkung bestimmt ist.
4. Gleismeßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teleskoparme (9) und die Längslenker (11) für die beiden Meßköpfe (7)
einer Meßeinrichtung (4) zusammen mit den Verbindungslinien ihrer am Meßrahmen
(2) fest angelenkten Enden ein Trapez oder eine trapezähnliche Figur aufspannen.
5. Gleismeßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Längslenker (11) ein zweiter, oberhalb des Längslenkers (11) parallel
angeordneter Hilfslenker (12) zugeordnet ist und der Längslenker (11) mit dem
Hilfslenker (12) ein etwa vertikal stehendes Lenkerparallelogramm bildet.
6. Gleismeßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Teleskoparm (9) eine das eigentliche Meßsignal erzeugende Wegmeßein
richtung, insbesondere ein paralleles Meßteleskop (13), zugeordnet ist.
7. Gleismeßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Meßkopf (7) eine oder vorzugsweise zwei an der Innenseite des Schienen
kopfes (15) abrollende Schneidenrollen (16) aufweist, und daß die Schneiden
der Schneidenrollen (16) im Normabstand von der Schienenoberseite (17), vorzugs
weise also in einem Abstand von ca. 14 mm von der Schienenoberseite (17), liegen.
8. Gleismeßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßeinrichtungen (4) auch für die Längshöhenmessung nutzbar sind.
9. Gleismeßvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Meßkopf
(7) bzw. am ihn tragenden Ende des Teleskoparms (9) ein Ende eines etwa vertikal
angeordneten Hubteleskoparms (18) vorzugsweise nach allen Richtungen be
grenzt schwenkbar angelenkt ist und daß der Hubteleskoparm (18) mit seinem an
deren Ende am Meßrahmen (2) fest, aber vorzugsweise nach allen Richtungen be
grenzt schwenkbar gelagert ist.
10. Gleismeßvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß dem Hub
teleskoparm (18) eine das eigentliche Meßsignal erzeugende Wegmeßeinrichtung,
insbesondere ein paralleles Hubmeßteleskop (19) zugeordnet ist.
11. Gleismeßvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Meßkopf (7) eine mittig angeordnete, auf der Schienenlauf
fläche laufende Zylinderrolle (20) angeordnete, gegenüber der Zylinderrolle (20)
etwas nach oben versetzte Hilfsrollen (21) aufweist.
12. Gleismeßvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Meß
kopf (7) anstatt der Zylinderrolle (20) einen mittig angeordneten, vertikal
nach unten ausgerichteten Riffelmessungssensor (22), insbesondere ausgeführt
als induktiver Annäherungssensor, aufweist.
13. Gleismeßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß der Meßkopf (7) einen starren, sich parallel zum Schienenstrang (5 bzw.
6) senkrecht zum Teleskoparm (9) erstreckenden Tragrahmen (23) aufweist und daß
am Tragrahmen (23) alle Teile des Meßkopfes (7) angebracht bzw. angelenkt sind.
14. Gleismeßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Meßeinrichtung (4), insbesondere die mittlere Meßeinrichtung (4),
eine seitlich über den Schienenstrang (5 bzw. 6) hinaus ragenden Stromschienen
meßkopf (24) aufweist und durch den Stromschienenmeßkopf (24) die Position einer
Stromschiene (25) bezogen auf die Mittellinie (10) des Meßrahmens (2) meß
bar ist.
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