DE3907171C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Ordner mit den im
Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen. Die
Erfindung ist auf Ordner üblicher Gestaltung, also
Briefordner, aber auch beispielsweise auf Ringbücher und
ähnliche Gegenstände anwendbar, bei denen jeweils ein
zusammenhängender Zuschnitt einen Rücken und über zwei
Biegungen schwenkbar einen Vorderdeckel und einen Rückdeckel
bildet.
Ein Ordner der eingangs beschriebenen Art ist aus dem DE-GM
88 08 683 bekannt. Der zusammenhängende Zuschnitt aus Pappe
ist mindestens auf einer seiner beiden Seitenflächen mit
einer Papierschicht buchbinderisch überzogen, die mit einer
Kunststoffschicht extrusionsbeschichtet ist. Auf diese Weise
wird die Papierschicht von der Kunststoffschicht geschützt.
Ein ähnlicher Stand der Technik ist aus der DE-OS 31 18 153
bekannt. Der relativ steife Zuschnitt aus Karton, Pappe
o. dgl., der den Rücken und die beiden Deckel bildet, ist mit
einer flexiblen Schutzmateriallage belegt und vollflächig
verklebt. Durch das Umlegen der Randbereiche der
Schutzmateriallagen ergibt sich eine dopppelte Folienlage als
Kantenschutz. Die Schutzmateriallagen können aus
verhältnismäßig dünnem Material, z. B. PVC, bestehen, so daß
ein solcher Ordner den auf ihn zukommenden Belastungen über
eine lange Benutzungsperiode standzuhalten vermag, da eine
Kunststoffolie ausreichend dehn- und widerstandsfähig ist.
Die Verwendung einer PVC-Folie als Schutzmateriallage ist
insofern vorteilhaft, als sie neben ihrer dekorativen
Funktion auch eine Reihe technischer Funktionen wie
Schmutzunempfindlichkeit, Abwaschbarkeit, Kratzfestigkeit
usw. erbringt. Auch ist eine solche Kunststoffolie oder ein
mit Kunststoff beschichtetes Papier ohne weiteres in der
Lage, die erforderliche Biegebeanspruchung im Bereich der
Biegungen aufzunehmen und dauerhaft zu ertragen, ohne daß
sich ein nennenswerter Verschleiß zeigt. Bei der Entsorgung
derartig ausgebildeter benutzter Ordner findet jedoch oft
eine Verbrennung statt, so daß bei der Verwendung von
PVC-Folie als Hüllmaterial bzw. Schutzmateriallage in
nachteiliger Weise Salzsäure frei wird. In der DE-OS 31 18
153 wird auch ein Stand der Technik beschrieben, bei dem die
Pappenzuschnitte über die gesamte Fläche beklebt werden und
der überstehende Rand eingeschlagen wird. Die Innenseite des
Deckels wird durch einen sogenannten Spiegel abgedeckt. Bei
diesem buchbinderischen Verfahren verwendet man als
Außenmaterial Papier, Buchbindergewebe, Kunstleder oder auch
dünne PVC-Folie. Bei Verwendung von dünneren und dadurch
preiswerteren Materialien als Hüllmaterial ist jedoch die
untere Kante des Ordners vor allem im Scharnierbereich des
Rückens sehr anfällig, wodurch eine bestimmte Materialstärke
notwendig ist.
Das DBGM 66 02 670 zeigt einen Ordner aus einem Zuschnitt aus
Pappe, an welchem über Biegungen an einem Rücken einerseits
ein Vorderdeckel und andererseits ein Rückdeckel schwenkbar
gelagert sind. Der gesamte Zuschnitt aus Pappe ist beidseitig
mit Kunststoffolien belegt, die an den Papprändern
miteinander verschweißt sind. Als Kunststoffolien werden
vorzugsweise PVC-Folien eingesetzt, die zweckmäßig auf ihrer
der Pappe zugekehrten Innenseite mit einem Leimauftrag
versehen sind, in Ausnahmefällen aber auch unbeleimt zum
Einsatz kommen können. Die beiden Kunststoffolien werden über
den Zuschnitt aus Pappe im Randbereich hinübergezogen und
gemeinsam miteinander verschweißt. Diese Schweißnaht im
Randbereich bildet die Schwachstelle dieses Ordners,
insbesondere im Bereich der Biegungen. Damit an diesen
Stellen jede Spannung auf die Schweißnaht vermieden ist und
diese nicht mehr aufspringt, weist der Randbereich des
Zuschnitts aus Pappe an der Stelle der Biegungen eine völlige
oder teilweise Materialabnahme, z. B. in Form einer
Ausnehmung oder einer Abschrägung, auf. Hierdurch wird
erreicht, daß die Kunststofffolie, die über den Zuschnitt
längsgezogen und in diesem unter Zug stehenden Zustand mit
der Schweißnaht versehen wird, aufgrund ihres
Rückstellvermögens im Bereich der Biegungen einen Freiraum
vorfindet, in den hinein sie sich einziehen kann, wodurch die
Schweißnaht im Bereich der Biegungen einerseits geschont ist
und andererseits die Spannungen in der Kunststoffolie und in
der Schweißnaht an dieser Stelle zumindest gemindert wird.
Über die Vermeidung von Kunststoffolien an einem Ordner
enthält diese Druckschrift keine Hinweise. Es wird auch
nichts darüber ausgesagt, ob sich die Kunststoffolie im
Bereich der Aussparungen beim Einziehen mit der Pappe
verbindet oder nicht. Da die Kunststoffolie jedoch unter Zug
stehend mit der Schweißnaht versehen wird, legt sie sich auch
im Bereich der Aussparungen bei dem Einziehvorgang an das
Material des Zuschnitts im Bereich der Aussparungen an.
Im Buchbindergewerbe ist Einbandmaterial aus Zellstoff
bekannt, mit dem ein Vorderdeckel, ein Rücken und ein
Rückdeckel des betreffenden Buchs, die hier jeweils als
separate, voneinander getrennte Teile eingesetzt werden,
miteinander verbunden und umschlossen werden. Dieses
Einbandmaterial wird aus besonders ausgewählten, festen
Zellstoffen hergestellt. Es muß in der Lage sein, die
Scharnierfunktion zwischen Rücken und Vorderdeckel einerseits
sowie zwischen Rücken und Rückdeckel andererseits zu
erfüllen. Dies ist jedoch insofern vergleichsweise einfach,
als die Scharniere ausschließlich aus dem Einbandmaterial
gebildet werden, so daß das Scharnier eine sehr geringe
Wandstärke aufweist und daher weit weniger beansprucht ist
als eine Biegung eines Ordners, an der das Material der Pappe
durchlaufend vorgesehen ist. Das bekannte Einbandmaterial ist
auch abwaschbar, schmutzunempfindlich, stoß- und schlagfest.
Es verfügt über gute Einreißfestigkeit und
Weiterreißfestigkeit und weist einen hohen Falzwiderstand
auf. Durch eine spezielle Imprägnierung können seine
Eigenschaften, wie sie beim Binden von Büchern gewünscht
werden, weiter gesteigert werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Ordner der
eingangs beschriebenen Art mit einem Hüllmaterialzuschnitt
auszustatten, der einerseits die beim Biegen und Aufstellen
des Ordners auftretenden Beanspruchungen aufnehmen kann, ohne
daß der Hüllmaterialzuschnitt einreißt, und der andererseits
bei seiner Entsorgung wenig umweltbelastend ist.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß der
Hüllmaterialzuschnitt aus zur buchbinderischen Verarbeitung
geeignetem Einbandmaterial aus Zellstoff besteht, und daß im
Bereich der Enden der Biegungen an der Pappe Aussparungen
vorgesehen sind, die die Biegungen überbrücken und wobei im
Bereich der Aussparungen der Hüllmaterialzuschnitt mit der
Pappe unverbunden ist.
Wichtig ist zunächst, einen Hüllmaterialzuschnitt aus solchem
Einbandmaterial aus Zellstoff zu benutzen, wie es im
Buchbindergewerbe üblich ist. Das Einbandmaterial aus festen
Zellstoffen muß über gute Einreißfestigkeit und
Weiterreißfestigkeit sowie einen hohen Falzwiderstand
verfügen und geeignet sein, sich buchbinderisch verarbeiten
zu lassen, also leicht um den Zuschnitt der mehrlagigen Pappe
herumlegen und umfalten zu lassen. Das Einbandmaterial muß
weiterhin zumindest in Verbindung mit dem Zuschnitt aus
mehrlagiger Pappe geeignet sein, die Scharnierfunktion
zwischen Rücken und Vorderdeckel einerseits sowie zwischen
Rücken und Rückdeckel andererseits zu erfüllen. Die
Verwendung eines solchen, auf dem Gebiet der Herstellung von
Ordner bisher nicht eingesetzten Einbandmaterials als
Hüllmaterialzuschnitt sowie sein Verkleben mit der
mehrlagigen Pappe des Vorderdeckels, des Rückens und des
Rückdeckels führt allein nicht zum Erfolg. Da der
Hüllmaterialzuschnitt mit der mehrlagigen Pappe fest
verbunden, insbesondere verklebt wird, entstehen beim
Verschwenken des Vorderdeckels und/oder des Rückdeckels
gegenüber dem Rücken beachtliche Biege- und Zugkräfte in dem
Hüllmaterialzuschnitt, so daß das Hüllmaterial an den
gefährdeten Stellen an den freien Rändern der Biegungen
einreißt. Wenn jedoch Aussparungen im Bereich der freien
Enden der Biegungen vorgesehen sind, wie sie an sich in
anderem Zusammenhang, d. h. in Verbindung mit einer
Schweißnaht an den Zuschnitt umgebenden Kunststoffolien
bekannt sind, ergibt sich die Lösung der gestellten Aufgabe.
Dabei ist es besonders wichtig, daß im Bereich der
Aussparungen der Hüllmaterialzuschnitt mit der Pappe
unverbunden ist, damit dieser Bereich des Ausschnitts von dem
Hüllmaterial lose überspannt bzw. überbrückt wird, so daß
sich die Kräfte und Spannungen im Hüllmaterial nicht
konzentriert auf die Biegungen aufwirken, sondern auf einer
größeren Strecke aufgenommen werden können. Wichtig ist dabei
auch, daß die Aussparungen hinreichend groß dimensioniert
sind, also die Biegungen überbrückt werden.
Vorteilhaft kann zur Herstellung des Ordners ein sehr hoher
Anteil Altpapier eingesetzt werden. Auch läßt sich umgekehrt
das wesentliche Material des Ordners, abgesehen von der
Ordnermechanik und sonstigen Teilen aus Metall, einer
Altpapierverwertung zuführen. Die Verwendung eines solchen
Einbandmaterials aus Zellstoff, wie es bisher aus der
Fabrikation von Ordnern nicht bekannt ist, sondern
beispielsweise im Buchbindegewerbe angewendet wurde, erbringt
noch den weiteren Vorteil, daß es preisgünstiger ist als die
Verwendung von Kunststoffolie.
Die Aussparungen erstrecken sich über den Bereich der
Biegungen hinaus entlang der freien Ränder bis in den
Vorderdeckel, den Rücken und den Rückdeckel hinein. Freilich
wird von den Aussparungen nicht die gesamte Länge der freien
Ränder des Vorderdeckels, des Rückdeckels oder des Rückens
überspannt, sondern es handelt sich vergleichsweise um kurze,
jedoch die Biegungen beidseitig überragende Aussparungen, die
im Gegensatz zu den insoweit unveränderten freien
Rändern an Vorderdeckel, Rücken und Rückdeckel vorgesehen
sind.
Die Aussparungen können zweckmäßig durch Ausstanzungen,
Anschnitte o. dgl. gebildet sein. Hierzu ist es lediglich
erforderlich, den mehrlagigen Zuschnitt aus der Pappe
entsprechend zu stanzen bzw. zu schneiden. Es ist aber auch
möglich, daß die Aussparungen durch randseitig an
Vorderdeckel, Rücken und Rückdeckel angeordnete Beilagen,
z. B. aus Drahtabschnitten, gebildet sind, die von dem
Hüllmaterialzuschnitt überdeckt sind. Im letzteren Fall
verläuft der Rand an Vorderdeckel, Rücken und Rückdeckel
gerade und die Aussparungen werden durch die zwischen den
Drahtabschnitten vorgesehenen Lücken gebildet.
In beiden Fällen können die Aussparungen eine Tiefe von etwa
0,5 mm und in Richtung der freien Ränder eine Länge von etwa
15 bis 25 mm aufweisen. Diese Gestaltung fällt bei flüchtiger
Betrachtungsweise eines Ordners nicht ins Auge, erbringt aber
den Vorteil der Langlebigkeit und der Unempfindlichkeit gegen
Einreißen im Bereich der vier freien Enden der Biegungen.
Es ist auch möglich, daß der Hüllmaterialzuschnitt sich über
den gesamten Vorderdeckel, den Rücken und den gesamten
Rückdeckel hinwegerstreckend vorgesehen ist. Dies kann
zumindest auf der Außenseite des Ordners so sein. Aber auch
eine Umhüllung auf Außen- und Innenseite mit dem Hüllmaterial
ist ohne weiteres möglich.
Der im unteren freien Randbereich des Vorder- und des
Rückdeckels vorgesehene Kantenschutz aus Metall kann etwa bis
zum Beginn der Aussparungen verlängert sein. Dies ist
insofern vorteilhaft, als auch beim Aufstellen des Ordners in
einem Regal die beiden unteren freien Ränder des
Hüllmaterialzuschnitts im Bereich der Umbiegungen nicht auf
dem Regalboden aufliegen, sondern etwas höher positioniert
sind, so daß kein nennenswerter Verschleiß durch das
Aufstellen und Verschieben des Ordners auf einen Regalboden
eintritt.
Das Einbandmaterial aus Zellstoff kann mit einer
Imprägnierung ausgestattet sein, um die gewünschten
technischen Eigenschaften zu verbessern, insbesondere die
Abwaschbarkeit, Schmutzunempfindlichkeit und die
Kratzfestigkeit. Das Einbandmaterial kann in verschiedenen
Farben hergestellt und angewendet werden, wobei durch eine
Imprägnierung auch eine weitgehende Lichtbeständigkeit
erreicht werden kann.
Die Erfindung wird anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert und beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Ordners,
Fig. 2 einen Schnitt durch das Material des Ordners im
Bereich einer Biegung bei geöffnetem Ordner,
Fig. 3 einen Schnitt durch das Material des Ordners im
Bereich einer Biegung bei geschlossenem Ordner,
Fig. 4 eine Detaildarstellung einer Ordnerecke des Rückens
und
Fig. 5 eine ähnliche Darstellung wie Fig. 4, jedoch bei
einer anderen Ausführungsform.
In Fig. 1 ist ein üblicher Ordner dargestellt, der einen
Rücken 1 aufweist, an dem über eine Biegung 2 ein
Vorderdeckel 3 scharnierartig schwenkbar gelagert ist. Am
Rücken 1 ist über eine zweite Biegung 4 ein Rückdeckel 5
ebenfalls schwenkbar angelenkt. Rücken 1, Vorderdeckel 3 und
Rückdeckel 5 sind aus einem zusammenhängenden Zuschnitt aus
mehrlagiger Pappe gestaltet, wie dies die Fig. 2 und 3
erkennen lassen. Zumindest im Bereich des Rückens 1 und der
beiden anschließenden Biegungen 2 und 4 ist ein
Hüllmaterialzuschnitt 6 vorgesehen und mit der mehrlagigen
Pappe verklebt. Dieser Hüllmaterialzuschnitt 6 besteht aus
einem Einbandmaterial aus Zellstoff. Der
Hüllmaterialzuschnitt 6 kann sich auch über den gesamten
Bereich des Vorderdeckels 3 und des Rückdeckels 5 erstrecken,
und zwar entweder im wesentlichen nur auf den Außenseiten und
um die freien Ränder herum, in manchen Fällen jedoch auch den
gesamten Bereich auf der Innenseite des Ordners überdeckend.
Fig. 2 verdeutlicht in einer Schnittdarstellung den
Übergangsbereich der Biegungen 2 oder 4 bei geöffnetem
Ordner. Er zeigt also entweder den Vorderdeckel, der über die
Biegung 2 an dem Rücken 1 hängt. Die gleiche Darstellung
ergibt sich für die Verbindung des Rückens 1 über die Biegung
4 zum Rückdeckel 5. Aus Übersichtlichkeitsgründen ist das
Material der Pappe ohne Schnittschraffur dargestellt, so daß
die Zweilagigkeit der Pappe und die besondere Formgebung im
Bereich der Biegung 2, 4 besser erkennbar ist. Fig. 3 zeigt
eine ganz ähnliche Darstellung, jedoch bei geschlossenem
Ordner, bei dem der Rücken 1 etwa in einem Winkel von 90° zu
dem Vorderdeckel 1 oder dem Rückdeckel 5 angeordnet ist. Der
Hüllmaterialzuschnitt 6 ist in den Fig. 2 und 3 aus
Übersichtlichkeitsgründen ebenfalls nicht dargestellt. Die
Innenseite des Ordners ist durch einen Pfeil 7
gekennzeichnet.
Fig. 4 zeigt nun in Draufsicht und vergrößernder Darstellung
die untere Ecke 8 des Ordners in geöffnetem Zustand, und zwar
in Draufsicht auf die Innenseite 7. Da der Ordner im Bereich
des Rückens 1 vier solcher Ecken aufweist, muß die Ausbildung
an allen diesen vier Ecken, wie dargestellt, vorgenommen
sein. Man erkennt in Fig. 4 den Vorderdeckel 3 und den
Rücken 1, der über die Umbiegung 2 angelenkt ist. Im Bereich
des freien Rands der Biegung 2 sowie darüber hinaus ist eine
Aussparung 9 vorgesehen, die durch einen Ausschnitt aus dem
durchgehenden Zuschnitt der mehrlagigen Pappe gebildet ist.
Der freie Rand 10 des Vorderdeckels 1 tritt also in diesem
Bereich durch einen Anschnitt etwas zurück und erstreckt sich
im Bereich des Rückens 1 dann wiederum als Rand 11 parallel
zum Rand 10, während die Aussparung 9 demgegenüber eine Tiefe
12 von etwa 0,5 mm aufweist. Es wird aus Fig. 4 auch
deutlich, daß sich die Aussparung 9 nicht nur über die Breite
der Umbiegung 2 erstreckt, sondern noch um ein gewisses Maß
in den Bereich des Vorderdeckels 3 und des Rückens 1 hinein.
Die Länge 13 der Aussparung 9 beträgt etwa zwischen 15 und 25
mm. Der Hüllmaterialzuschnitt 6, der sich über die gesamte
Außenseite von Vorderdeckel 3, Rücken 1 und Rückdeckel 5
sowie über die Ränder übergreifend erstrecken möge, ist hier
in gestrichelter Linienführung angedeutet. Man erkennt, daß
der Hüllmaterialzuschnitt 6 im Bereich der Aussparung 9 frei
durchhängt bzw. die Aussparung 9 überbrückt, wobei die
Anordnung der Aussparung 9 zugleich den Zweck erfüllt, daß
eine Verbindung des Hüllmaterialzuschnitts 6 in diesem
Bereich mit der mehrlagigen Pappe nicht stattfindet bzw.
vermieden wird. Dies ist sehr wichtig, weil für die Aufnahme
der Kräfte und Spannungen sowie der Verformungen des
Hüllmaterialzuschnitts, die beim Öffnen und Schließen des
Öffners auftreten, ein insgesamt größerer Materialbereich des
Hüllmaterials 6 zur Verfügung gestellt wird, der diese
Beanspruchungen ohne Schaden aufzunehmen in der Lage ist.
Während die Biegung 2 etwa eine Länge in der Größenordnung
von 10 bis 12 mm aufweist, erstreckt sich die Länge 13 der
Aussparung 9 beidseitig über die Biegung 2 hinaus.
Fig. 5 verdeutlicht eine andere Ausführungsform, die jedoch
grundsätzlich nach gleichem Prinzip aufgebaut ist. Hier
verläuft der Rand des durchgehenden Zuschnitts zwischen
Vorderdeckel 3, Biegung 2 und Rücken 1 geradlinig. Zur
Erzeugung der Aussparung 9 sind Drahtstücke 14 und 15 oder
andere Beilagen angefügt, die von dem Hüllmaterialzuschnitt 6
umschlossen und an Ort und Stelle gehalten werden, so daß
auch hier die Aussparung 9 entsteht, in welcher der
Hüllmaterialzuschnitt 6 unverbunden zu der doppellagigen
Pappe bleibt. Sofern ein Kantenschutz 16 aus metallenem
Material angefügt wird, der strichpunktiert in Fig. 5
verdeutlicht ist, ist dieser Kantenschutz etwa bis zum Beginn
der Aussparung 9 an der Biegung 2 verlängert. Der
Kantenschutz 16 kann hier gleichzeitig auch zur besseren
Fixierung des Drahtstücks 15 eingesetzt werden.
Es versteht sich, daß der Rücken 1 vier solcher gefährdeten
Ecken, jeweils am freien Rand der Biegungen 2 und 4,
aufweist, und daß die Ausbildung gleich oder ähnlich in allen
diesen vier Ecken vorgenommen ist. Die Aussparung 9 kann eine
flache, langgestreckte Gestaltung aufweisen, wie dies in den
Fig. 4 und 5 dargestellt ist. Insbesondere bei einer
Stanzung kann aber auch eine mondförmige oder
halbkreisförmige Aussparung 9 vorgesehen sein, die ihre
größte Tiefe 12 etwa in der Mitte der Biegungen 2 oder 4
erreicht, wobei die Tiefe hier auch die Größenordnung von
etwa 1 mm annehmen kann.
Claims (6)
1. Ordner aus einem zusammenhängenden Zuschnitt aus
mehrlagiger Pappe, die einen Rücken und einen daran über
eine erste Biegung schwenkbar gelagerten Vorderdeckel sowie
einen daran über eine zweite Biegung schwenkbar gelagerten
Rückdeckel bildet und zumindest im Bereich des Rückens und
der beiden anschließenden Biegungen von einem Zellstoff
aufweisenden Hüllmaterialzuschnitt überzogen ist, der sich
auch über die freien Ränder des Rückens und der Biegungen
erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß der
Hüllmaterialzuschnitt (6) aus zur buchbinderischen
Verarbeitung geeignetem Einbandmaterial aus Zellstoff
besteht, und daß im Bereich der Enden der Biegungen (2, 4)
an der Pappe Aussparungen (9) vorgesehen sind, die die Biegungen
(2, 4) überbrücken und wobei im Bereich der Aussparungen (9)
der Hüllmaterialzuschnitt (6) mit der Pappe unverbunden ist.
2. Ordner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Aussparungen (9) sich über den Bereich der Biegungen (2, 4)
hinaus entlang der freien Ränder bis in den Vorderdeckel (3),
den Rücken (1) und den Rückdeckel (5) hinein erstrecken.
3. Ordner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Aussparungen (9) durch randseitig am Vorderdeckel (3),
Rücken (1) und Rückdeckel (5) angeordnete Beilagen, z. B. aus
Drahtabschnitten (14, 15) gebildet sind, die von dem
Hüllmaterialzuschnitt (6) überdeckt sind.
4. Ordner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Aussparungen (9) eine Tiefe von etwa 0,5 mm und in Richtung
der freien Ränder eine Länge (13) von etwa 15 bis 25 mm
aufweisen.
5. Ordner nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der im unteren freien Randbereich des Vorder- und des
Rückdeckels vorgesehene Kantenschutz (16) aus Metall bis etwa
zum Beginn der Aussparungen (9) verlängert ist.
6. Ordner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Einbandmaterial aus Zellstoff mit einer Imprägnierung
ausgestattet ist.
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1989
- 1989-03-06 DE DE19893907171 patent/DE3907171A1/de active Granted
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE9315962U1 (de) * | 1993-10-20 | 1994-10-20 | Wagner, Konrad, 86316 Friedberg | Ordner |
Also Published As
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| DE3907171A1 (de) | 1990-09-13 |
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