DE3817816A1 - Verfahren zur herstellung von dimethylether - Google Patents
Verfahren zur herstellung von dimethyletherInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein in eine Methanol-Syntheseanlage
integriertes Verfahren zur Herstellung von Dimethylether durch
katalytische Dehydratisierung von Methanol ohne vorherige Ab
trennung des im Methanolreaktor nicht umgesetzten Synthese
gases.
Bis zur Entwicklung der Methanol-Niederdruck-Synthese-Verfah
ren wurde Dimethylether als Nebenprodukt der Methanol-Hoch
druck-Synthese in einer Menge von etwa 2-5 Gew.-% erhalten,
bezogen auf die Gesamtmenge des Synthesereaktor-Ausgangspro
dukts und bei der Gewinnung von Reinmethanol destillativ aus
dem weitere Verunreinigungen enthaltenden Vorlauf abgetrennt.
Nach Einführung der Niederdruck-Methanolsynthese-Verfahren,
bei denen keine nennenswerten Mengen an Dimethylether anfallen,
wurden Syntheseverfahren zur Herstellung von Dimethylether
durch katalytische Dehydratisierung von Methanol entwickelt.
Zahlreiche Verfahren sind in der Patentliteratur beschrieben
worden. So lassen sich nach DE-PS 6 80 328 aliphatische Ether
durch Erhitzen von Alkoholen in Gegenwart von Zinkchlorid er
zeugen.
Weitere geeignete Katalysatoren zur Herstellung von Ethern
aus Alkoholen sind gemäß GB-PS 3 32 756, GB-PS 3 50 010, GB-PS
4 03 402, US-PS 18 73 537 und FR-PS 7 01 335 Eisenchlorid, Kup
fersulfat, Zinnchlorid, Manganchlorid, Aluminiumchlorid und
-sulfat, Chromsulfat, Alaune, Thorium-Verbindungen, Aluminium
oxid, Titanoxid, Bariumoxid, Silicagel oder Aluminiumphosphat.
In "Industrial and Engineering Chemistry", Vol. 41, No. 12,
S. 2928, 1949 wird die Verwendung von Bauxiten mit SiO2-Gehal
ten von 4,40-13,99 Gew.-% beschrieben.
In US-PS 30 36 134 wird ein Aluminiumsilikat-Katalysator offen
bart, zur Herstellung von Dimethylether aus Methanol, der ein
Al2O3 : SiO2-Verhältnis von 1 Teil zu 1,35 bis 0,3 Teilen
aufweist.
Auch die Synthese vom Dimethylether direkt aus Synthesegas
(CO+H2) ist beschrieben worden (DE-PS 23 62 944, DE-PS
27 57 788 und DE-PS 32 20 547).
Als technisch wichtigste Katalysatoren haben sich gemäß DE-PS
28 18 831, DE-OS 32 01 155, EP-A 00 99 676 und EP-A 01 24 078
insbesondere Aluminiumoxid- und Aluminiumsilikat-Katalysatoren
mit und ohne Dotierung durchgesetzt.
In DE-PS 28 18 831 wird ein Katalysator zur Herstellung von
Dimethylether offenbart, der jedes beliebige Aluminiumoxid-
Grundmaterial mit genügend großer Oberfläche enthalten kann,
in dem zusatzlich seltene Erden mit 1-30 Gew.-% SE2O3 vor
handen sind.
Schließlich ist in EP-A 00 99 676 ein Katalysator beschrieben,
der 1-20 Gew.-% SiO2, vorzugsweise 1-10 Gew.-% SiO2 und
noch bevorzugter 6 Gew.-% SiO2 enthält.
In diesen Synthese-Anlagen wird reines, spezifikationsgerech
tes Methanol eingesetzt.
Eine Verbesserung der bekannten Verfahren wird in der vorlie
genden Erfindung offenbart, durch ein Verfahren zur kataly
tischen Herstellung von Dimethylether aus Methanol über Dehy
dratisierungskatalysatoren bei einer Temperatur von 140-500°C
und einem Druck von 1 bis 350 bar und destillative Aufar
beitung des Dehydratisierungsprodukts, dadurch gekennzeichnet,
daß das aus dem Methanolsynthesereaktor austretende Gemisch
zumindest teilweise, ohne vorherige Abtrennung nicht umgesetz
ten Synthesegases und ohne Reinigung des erzeugten Methanols,
in einem Dehydratisierungsreaktor zur Gewinnung von Dimethyl
ether umgesetzt wird.
Erfindungsgemäß kann nach beliebigen Verfahren Synthesegas
erzeugt werden und in Methanol-Syntheseanlagen eingesetzt wer
den. Im allgemeinen handelt es sich bei letzteren um sog. Nie
derdrucksyntheseanlagen, wie z.B. das Lurgi-Verfahren, das
bekanntlich unter 100 bar arbeitet oder das ICI-Verfahren,
das um 100 bar arbeitet. Das Methanol kann jedoch nach anderen
Verfahren erzeugt werden, auch durch sog. Mitteldruckverfahren.
Niederdruckverfahren sind bevorzugt, da die Investitionskosten
für die Folgeanlagen, also den Dehydratisierungsreaktor und
die Waschapparatur niedriger sind als bei Anwendung höherer
Drücke. Grundsätzlich kann das Methanol jedoch auch in Hoch
druckanlagen erzeugt werden, wobei man Dehydratisierungs- und
Waschvorrichtungen bevorzugt bei niedrigeren Drücken betreiben
würde. Das Kreislaufgas ist dann durch einen Kompressor wie
der auf Methanolsynthesedruck zu bringen.
Da Niederdruckmethanolanlagen im allgemeinen bei niedrigerer
Temperatur arbeiten als Dehydratisierungsreaktoren, ist es
von Vorteil das Einsatzgemisch in dem Dehydratisierungsreak
tor in einem Wärmetauscher durch das Produktgemisch aus dem
Dehydratisierungsreaktor aufzuheizen.
Übliche Temperaturen in Niederdruckmethanolreaktoren liegen
beispielsweise bei 200-300°C, während Dehydratisierungsre
aktoren bevorzugt oberhalb 300°C betrieben werden.
Das Einsatzprodukt in dem Dehydratisierungsreaktor besteht
aus dem im Methanolreaktor erzeugten Rohmethanol und der nicht
umgesetzten Synthesegasmenge (Kreislaufgas).
Nach Verlassen des Dehydratisierungsreaktors gelangt das Pro
duktgemisch in eine im allgemeinen unter Druck arbeitende
Waschvorrichtung, in welcher der erzeugte Dimethylether aus
gewaschen wird, bevorzugt mit Methanol oder Methanol/Wasser-
Gemischen als Waschflüssigkeit, wobei im oberen Teil der Wasch
vorrichtung das Kreislaufgas abgezogen wird. Letzteres gelangt
wieder vor den Methanolreaktor, wo ihm Frischgas (Synthesegas)
zugeführt wird. Auch Wasser kann erfindungsgemäß als Wasch
flüssigkeit eingesetzt werden.
Wird die Waschvorrichtung bei niedrigem Druck betrieben, so
ist das Kreislaufgas durch einen Kompressor wieder auf Metha
nolsynthesedruck zu bringen.
Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt es, dem Bedarf angepaßt,
nur einen Teil des Methanolreaktor-Ausgangsgemischs in dem
Dehydratisierungsreaktor umzusetzen, während der andere Teil
über eine By-pass-Leitung direkt zur Waschvorrichtung geführt
werden kann. Dieser Teil kann auch in einem üblichen unter
Methanolsynthese-Druck stehenden Abscheider geführt werden,
in dem nach Kühlung das Methanol abgeschieden werden und aus
diesem entspannt werden kann.
Jedoch auch die Waschvorrichtung selbst kann bei Fahrweisen
als Abscheider dienen, bei denen nur Methanol oder Methanol
und Dimethylether erzeugt werden. Wird in dem in Methanol-Syn
theseanlagen üblichen Hochdruckabscheider nur Methanol abge
schieden, so kann dieses dimethyletherfreie Rohmethanol auch
als Waschflüssigkeit in die Waschvorrichtung für Dimethylether
eingesetzt werden.
Es ist auch eine Fahrweise möglich, das aus diesem Abscheider
abgezogene Rohmethanol im Dehydratisierungsreaktor synthese
gasfrei umzusetzen. Es kann auch reines aus der Destillation
gewonnenes Methanol im Dehydratisierungsreaktor umgesetzt wer
den.
Erfindungsgemäß kann Methanolsynthese und Dehydratisierung
auch in einem Reaktor, insbesondere in einem sog. Abschnitts
reaktor durchgeführt werden. Grundsätzlich können solche Kata
lysatoren verwendet werden, die zur Methanolbildung führen
und zusätzlich wasserabspaltende Eigenschaften besitzen. Es
können auch Gemische von Methanolkatalysatoren und Dehydra
tisierungskatalysatoren eingesetzt werden.
Möglich ist auch eine Fahrweise, bei der der Dehydratisierungs
katalysator dem Methanolkatalysator getrennt, jedoch im glei
chen Reaktor, nachgeschaltet ist.
Im allgemeinen wird in diesem Fall die Dehydratisierung bei
dem gleichen Druck betrieben wie die Methanolsynthese, wäh
rend im Bereich der Dehydratisierung durch eine zusätzliche
Beheizung auch bei höherer Temperatur gearbeitet werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist daher außerordentlich flexi
bel.
Die flüssige Phase aus der Waschapparatur wird einer destilla
tiven Aufarbeitung zugeführt. Diese kann beispielsweise so
erfolgen, daß in einer ersten Kolonne unter Druck, zweckmäßigerweise
zwischen 1-50 bar, bevorzugt bei Drucken <10
bar reiner Dimethylether an einem der oberen Destillationsbö
den abgezogen wird, wobei Abgase wie z.B. kleine Mengen an
H2 und CO über Kopf abgenommen und einer Waschanlage zugeführt
werden, in der kleine Mengen an Dimethylether bevorzugt mit
Methanol ausgewaschen werden.
In einer 2. Kolonne können die zwischen Dimethylether und Me
thanol siedenden Verunreinigungen abgezogen werden, während
in einer 3. Kolonne reines Methanol gewonnen wird, das als
solches aus der Anlage entnommen werden kann und den Waschan
lagen oder dem Dehydratisierungsreaktor zugeführt werden kann.
Die Destillation kann jedoch auch in beliebiger anderer Weise
erfolgen. So kann beispielsweise in der ersten Kolonne der
reine Dimethylether abgezogen werden und an einem tieferen
Boden zumindest ein Teil der Verunreinigungen, während in einer
2. Kolonne Methanol am Kopf abgezogen wird und höher als Me
thanol siedende Verunreinigungen an einem Seitenabzug.
Es ist beispielsweise auch eine destillative Aufarbeitung mög
lich, bei der in der ersten Kolonne der reine Dimethylether
gewonnen wird, in der 2. Kolonne über Kopf die zwischen Dime
thylether und Methanol siedenden Verunreinigungen abgezogen
werden und reines Methanol an einem Seitenabzug.
Der Sumpf der 1. Kolonne kann auch als Waschflüssigkeit für
die Waschvorrichtung zum Auswaschen des Dimethylethers ver
wendet werden. Als Katalysator kann im Dehydratisierungsreaktor
grundsätzlich jeder geeignete, Wasser abspaltende Katalysator
eingesetzt werden, also insbesondere saure Katalysatoren.
Bevorzugt sind γ-Al2O3-Katalysatoren, insbesondere solche mit
niedrigem SiO2-Gehalt nämlich von 0,0001-0,5, bevorzugt
0,001-0,4 Gew.-% SiO2.
Mit Hilfe der Figur wird das erfindungsgemäße Verfahren bei
spielhaft näher erläutert.
In (1) wird Synthesegas erzeugt. Es kann sich hierbei um eine
beliebige Anlage handeln wie z.B. eine Shell- oder Texaco-Öl
druck-Vergasung, einen Wirbelschicht-Vergaser wie z.B. einen
Hochtemperatur-Winklervergaser, einen Lurgi- oder Koppers-Tot
zek-Vergaser oder einen ICI-Steamreforming-Vergaser. In (2)
wird das Gas H2S- und CO-frei gewaschen. Auch hier sind be
liebige Waschverfahren möglich. Beispielhaft sei das Rectisol-
Verfahren genannt. Bekanntlich ist eine solche Wäsche im Falle
der Synthesegaserzeugung nach dem ICI-Verfahren nicht erfor
derlich. Das Synthesegas gelangt über (3) in Methanolreaktor
(4). Im Methanolreaktor (4) wird auf bekannte Weise Methanol
erzeugt. Das Gemisch aus dem Reaktor (4) gelangt über Wärmetau
scher (10) in den Dehydratisierungsreaktor (11). Zum Anfahren
des Reaktors (11) kann beispielsweise ein elektrischer Vorhei
zer (9) eingeschaltet werden, der nach Inbetriebnahme umfahren
werden kann. Das Produktgemisch gelangt nunmehr über Kühler
(12) in die im allgemeinen unter Druck arbeitende Wäsche (13).
Über (14) wird Waschflüssigkeit, wie beispielsweise Methanol
oder Methanol/Wasser-Gemisch zugeführt. Aus dem Sumpf von (13)
gelangt ein Dimethylether/Methanol/Wasser-Gemisch in Destilla
tionskolonne (15).
Methanol kann über (16) vor den Eingang des Dehydratisierungs
reaktors (11) geführt werden.
Je nach Bedarf kann das Gemisch aus (4) teilweise oder voll
ständig direkt nach Wärmetausch in (31) über (17) nach (13)
oder nach Kühlung in (18) in den Hochdruckabscheider (19) ge
führt werden. (13) kann ebenfalls als Hochdruckabscheider ver
wendet werden. Aus letzterem kann Rohmethanol über (20) direkt
zur Kolonne (21) und zur Kolonne (22) geführt werden, während
das Kreislaufgas über (6) in den Methanolreaktor (4) geleitet
wird.
Aus (19) kann auch Rohmethanol über (29) nach (11) gefahren
werden. Schließlich kann dieses auch über (30) als Waschflüs
sigkeit in (13) eingesetzt werden. In (6) und (16) befinden
sich Gasumlaufpumpen bzw. Kompressoren. In (15) erfolgt die
Gewinnung von reinem Dimethylether über (23). Über Kopf gehen
des Abgas (H2, CO, N2, CH4 u.a.) wird in (24) mit Methanol
(25) gewaschen. Der Sumpf aus (15) gelangt in Destillationsko
lonne (21) in der über Kopf Verunreinigungen (26) abgezogen
werden. Der Sumpf aus (21) gelangt in Destillationskolonne
(22), in der reines Methanol (27) gewonnen wird. Über (28)
wird aus (22) Abwasser abgezogen.
Claims (10)
1. Verfahren zur katalytischen Herstellung von Dimethylether
aus Methanol über Dehydratisierungskatalysatoren bei einer
Temperatur von 240-500°C und einem Druck von 1 bis 350
bar und destillative Aufarbeitung des Dehydratisierungs
produkts, dadurch gekennzeichnet, daß das aus dem Methanol
synthesereaktor austretende Gemisch zumindest teilweise,
ohne vorherige Abtrennung nicht umgesetzten Synthesegases
und ohne Reinigung des erzeugten Methanols, in einem Dehy
dratisierungsreaktor zur Gewinnung von Dimethylether umge
setzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dehydratisierungsreaktor bei gleichem oder nur bis zu 10
bar geringerem Druck als der Methanolreaktor betrieben
wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Wärme des aus dem Dehydratisierungsreaktor
austretenden Gemischs zur Aufheizung des aus dem Methanol
reaktor austretenden Gemischs durch Wärmetausch genutzt
wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1-3, dadurch gekennzeich
net, daß der Dimethylether aus dem Gemisch, das aus dem
Dehydratisierungsreaktor austritt, in einer Druckwaschappa
ratur ausgewaschen wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1-4, dadurch gekennzeich
net, daß die Druckwaschapparatur bei dem gleichen Druck
bzw. nahezu dem gleichen Druck wie der Dehydratisierungs
reaktor betrieben wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1-5, dadurch gekennzeich
net, daß als Waschflüssigkeit in der Druckwaschapparatur
Methanol oder Methanol/Wasser-Gemische verwendet wird.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1-6, dadurch gekennzeich
net, daß im Gegenstrom gewaschen wird.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 1-7, dadurch gekennzeich
net, daß über eine By-pass-Leitung das aus dem Methanol
synthesereaktor austretende Gemisch unter Umgehung des De
hydratisierungsreaktors über einen Wärmetauscher direkt
in die Druckwaschanlage gelangt, in der die flüssige Phase
vom nicht umgesetzten Synthesegas (Kreislaufgas) abgetrennt
wird.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 1-8, dadurch gekennzeich
net, daß Dehydratisierungskatalysatoren auf γ-Al2O3-Basis
eingesetzt werden.
10. Verfahren nach den Ansprüchen 1-9, dadurch gekennzeich
net, daß der γ-Al2O3-Kontakt 0,0001 bis 0,5, bevorzugt
0,001-0,4 Gew.-% SiO2 enthält.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE19883817816 DE3817816A1 (de) | 1988-05-26 | 1988-05-26 | Verfahren zur herstellung von dimethylether |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: RWE-DEA AG FUER MINERALOEL UND CHEMIE, 2000 HAMBUR |
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| 8130 | Withdrawal |