DE3786955T2 - Auf einem piezoelektrischem Hochfrequenzelement montierte Kathode. - Google Patents

Auf einem piezoelektrischem Hochfrequenzelement montierte Kathode.

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Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Kathode einer Vorrichtung, die den Oberflächenzustand mit einem Elektronenstrahl beobachtet, vertreten durch ein Abtast-Tunneleffektmikroskop (STM).
  • Bei der Beobachtung des Oberflächenzustands einer Probe unter Durchfluß eines Tunnelstroms durch Aufsetzen einer Kathodenspitze sehr nahe der Probe, die als Anode dient, ist es anerkannte Praxis, die Kathodenspitze mit einem piezoelektrischen Material wie etwa Pb (Zr, Ti) O&sub3; (genannt PZT) zu versehen und die Kathode in sehr kleinen Beträgen entsprechend der Änderung des Tunnelstroms zu bewegen, um den Abstand zwischen Kathode und Anode konstant zu halten, wie beispielsweise beschrieben in Drake et al., Rev. Sci. Instrum. 57 (3), März 1986, Seiten 441 bis 445 und McCord et al., J. Vac. Sci. Technol. B4(1), Januar/Februar 1986, Seiten 86 bis 88. Das Abtast-Tunneleffektmikroskop unter Verwendung piezoelektrischen Materials wurde auch beschrieben von Binning et al., Surface Science 126 (1983), Seiten 236 bis 244.
  • Im allgemeinen wurde ein piezoelektrisches Element der Stapeltype für die grobe Bewegung und ein piezoelektrisches Element der Einzeltype für die feine Bewegung verwendet. Das piezoelektrische Material besteht jedoch aus einem gesinterten Körper; der ein ferroelektrisches Material mit spontaner Polarisation ist, so daß es Hysterese und Kriechcharakteristiken in der Belastung entwickelt, wenn eine Spannung angelegt wird. Daher muß die Kathode mit einer Frequenz so niedrig wie 1 kHz oder weniger betrieben werden. Aus diesem Grund war es bis jetzt unmöglich, die Oberfläche der Proben mit hohen Geschwindigkeiten mit einer Frequenz von mehr als 1 MHz zu messen.
  • Der Abstand zwischen der Probe und der Kathodenspitze unterliegt einer Änderung infolge der Ausdehnung oder Zusammenziehung der Kathodenspitze, die von der Temperaturänderung herrührt. So entstehen Meßfehler. Um das Entstehen von Fehlern zu verhüten, ist es erwünscht, die Abtastgeschwindigkeit der Kathodenspitze zu erhöhen. Wenn es erforderlich ist, den Oberflächenzustand der Probe in Form von Signalen einer hohen Frequenz zu erfassen, kann weiter dieses Ziel nicht mit der traditionell verwendeten Frequenz unterhalb 1 kHz zufriedenstellend erreicht werden.
  • Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine Kathode bereitzustellen, die es möglich macht, die Oberfläche einer Probe mit hoher Geschwindigkeit zu messen oder zu beobachten, wobei die Kathode einer Vorrichtung wie einem STM angepaßt ist, die dazu bestimmt ist den Oberflächenzustand der Probe mit einem Elektronenstrahl zu beobachten.
  • Um das oben genannte Ziel zu erreichen, wird eine Kathodenvorrichtung entsprechend Anspruch 1 vorgesehen. Die Kathode gemäß der vorliegenden Erfindung hat wenigstens einen piezoelektrischen Einkristall ohne spontane dielektrische Polarisation, der mit der Kathodenspitze verbunden ist. Der piezoelektrische Einkristall ohne spontaner Polarisation wird als piezoelektrisches Material für feine Bewegung der Kathode verwendet. Der piezoelektrische Einkristall ist frei von spontaner Polarisation infolge ionischer Polarisation oder Dipol-Polarisation, und seine Polarisation wird von dem äußeren elektrischen Feld induziert. Zu den Beispielen solcher piezoelektrischen Kristalle gehört ein Kristall, der aus Li&sub2;B&sub4;O&sub7; und Quarzkristall besteht
  • In solchen piezoelektrischen Kristallen findet die Polarisation teilweise statt, wenn die Elektronen eine Verschiebung relativ zu den Atomkernen erfahren, und folgt einem Hochfrequenzantrieb von höher als 1 MHz, ohne im wesentlichen Hysterese in der Belastung zu zeigen, die üblicherweise vom Ein- und Ausschalten der Spannung resultiert.
  • Der piezoelektrische Kristall ist auf einer Seite (im folgenden als Rückseite der Spitze bezeichnet) gegenüber der Kathodenspitze montiert, und ist mit zwei Elektroden zum Anlegen der Treibspannung versehen. Im allgemeinen wird er in Verbindung mit einem piezoelektrischen Kristall wie einem PZT für grobe Bewegung verwendet, der bei Anlegen einer Spannung eine Verschiebung in hohem Ausmaß erleidet. In diesem Fall werden auf der Rückseite der Kathodenspitze in Kaskade ein piezoelektrischer Kristall für feine Bewegung ohne spontane dielektrische Polarisation und ein piezoelektrischer Kristall wie ein konventioneller PZT für grobe Bewegung mit spontaner dielektrischer Polarisation verbunden, der Verschiebung in hohem Ausmaß erleidet. Es muß nicht betont werden, daß der Kristall, wie ein PZT, auch mit zwei Elektroden für den Antrieb in üblicher Weise versehen ist. Außerdem ist, wie wohl bekannt, die Kathodenspitze mit einer Elektrode versehen, um an ihr und der Probe eine Spannung anzulegen. An die Elektroden sind Verbindungsleitungen angeschlossen.
  • Form und Größe des piezoelektrischen Materials für feine Bewegung können bestimmt werden unter Bezugnahme auf Form und Größe eines piezoelektrischen Materials wie PZT in konventioneller Technik. Wenn das piezoelektrische Material für grobe Bewegung in Kombination verwendet werden soll, muß jedoch das piezoelektrische Material für feine Bewegung eine passende Form und Größe haben, um an das andere angeschlossen zu werden. Selbstverständlich kann Form und Größe des piezoelektrische Materials auf der Basis von Versuchen geeignet bestimmt werden.
  • Fig. 1 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der angelegten Spannung und der Belastung eines piezoelektrischen Elements darstellt, das aus einem L&sub2;B&sub4;O&sub7;-Einkristall besteht und in einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung verwendet wird;
  • Fig. 2 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der angelegten Spannung und der Belastung eines piezoelektrischen keramischen Pb (Zr; Ti) O&sub3;-Elements darstellt, das in der konventionellen Technologie verwendet wird; und
  • Fig. 3 ist ein Diagramm, das schematisch ein Abtast-Tunneleffektmikroskop darstellt, das das piezoelektrische Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Einkristall-Element entsprechend einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung enthält.
  • Zunächst wird die Beziehung zwischen der angelegten Spannung und der Belastung eines Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Einkristalls beschrieben, der in einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung verwendet wird, im Vergleich mit der des konventionellen PZT.
  • Fig. 2 zeigt die Beziehung zwischen Belastung und angelegter Spannung eines konventionellen piezoelektrischen keramischen Elements, das PbZrO&sub3; und PbTiO&sub3; in äquimolarer Menge enthält. Die Probe ist 4 mm dich Anlegen einer Spannung von 100 Volt erzeugt eine Belastung in der Größe von 0,15 um. Jedoch zeigt sich in unerwünschter Weise große Hysterese, wenn die Spannung ein- und ausgeschaltet wird.
  • Fig. 1 zeigt die Beziehung zwischen Belastung und angelegter Spannung eines Li&sub2;B&sub4;O&sub7; Einkristalls, der in einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung verwendet wird. Die Probe hat eine Dicke von 1,5 mm. Die Belastung gilt für einen Betrag der Verlängerung in der Z-Achsenrichtung, wenn eine Spannung in Z-Achsenrichtung an den Kristall angelegt wird. Die Belastung ist nur etwa 0,1 um, sogar wenn eine Spannung von 100() Volt angelegt wird, jedoch wird keine Hysterese beobachtet. Der L&sub2;B&sub4;O-Einkristall zeigt Charakteristiken, die sich nicht ändern, sogar wenn die äußere Temperatur in einem Bereich von 0ºC bis 50ºC geändert wird.
  • Die oben erwähnten Ergebnisse können durch die Tatsache verifiziert werden, daß das Pb (Zr; Ti) O&sub3; auf der Innenseite eine große spontane dielektrische Polarisation zeigt, während des Li&sub2;B&sub4;O&sub7; nur induzierte Polarisation zeigt. Im Fall von Pb (Zr; Ti) O&sub3; nimmt außerdem der absolute Wert der Verlängerung ab, wenn die Frequenz für das Anlegen der Spannung größer als 1 kHz wird. Andererseits nimmt im Fall von L&sub2;B&sub4;O&sub7; der Absolutwert der Verlängerung nicht ab, selbst mit einer Frequenz in der Höhe von 10 MHz.
  • Ein Quarzkristall zeigt die gleichen Charakteristiken wie Li&sub2;B&sub4;O&sub7;. Der Absolutwert der Verlängerung für die gleiche Spannung ist jedoch ein Zehntel von der Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristalls.
  • Ausführungsbeispiel 1:
  • Fig. 3 ist ein Diagramm, das schematisch das Abtast-Tunneleffektmikroskop mit einer Kathodenvorrichtung erklärt, die einen L&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristall entsprechend einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung enthält. Die Testvorrichtung war in gleicher Weise aufgebaut, wie in der vorher erwähnten Literaturstelle McCord et al., J. Vac. Sci. Technol. B4(1), Januar/Februar 1986, Seiten 86 bis 88 beschrieben.
  • Auf eine Wolfram-Kathodenspitze 1 mit einem Durchmesser von 0,15 mm und einer Länge von 4 mm wurden mittels Klebstoff in Kaskade ein quadratisches piezoelektrisches Pb (Zr; Ti) O&sub3;-Keramik-Element (PZT) 2 für grobe Bewegung, dessen Seiten je 5 mm messen und das eine Länge von 18 mm hat, und ein quadratisches piezoelektrisches Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristall- Element 3 befestigt, dessen Seiten je 5 mm messen und das eine Länge von 10 mm hat. Ein Abstand von etwa 20 · 10&supmin;&sup8; cm (20 Angström) wurde zwischen der Kathodenspitze 1 und einer Silizium-Platte 4 eingehalten, die die zu messende Probe war und auch als Anode diente, um dadurch einen Tunnelstrom 5 zu erzeugen. Indem man den Kathodenchip 1 nahe an die Silizium-Platte 4 brachte, wurde der Abstand zwischen beiden unter Verwendung des piezoelektrischen PZT-Elements 3 adjustiert. Ein Tunnelstrom 5 von 1 nA wurde erhalten, wenn eine Spannung von etwa 1 Volt zwischen der Kathodenspitze 1 und der Silizium-Platte 4 angelegt wurde. Die Silizium-Platte 4 besaß viele Stufen mit einer Höhe von etwa 10&supmin;&sup7; cm (10 Angström). Die Stufen wurden beobachtet unter Verwendung des piezoelektrischen Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristall-Elements 3 für feine Bewegung. Wenn die Silizium-Platte mit einer Geschwindigkeit von etwa einem 1 cm pro Sek. feinbewegt wurde, änderte sich der elektrische Strom mit einer so hohen Frequenz wie etwa 1 MHz. Um den Tunnelstrom von 1 nA ohne die Stromänderung, die von der Änderung des Abstands zwischen Kathode und Anode herrührt, konstant zu halten, wurde die angelegte Spannung 8 durch einen Servoverstärker 7 geändert unter Bezugnahme auf die Charakteristik: angelegte Spannung gegen Belastung des U&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristalls, die bereits, wie in Fig. 1 gezeigt, gemessen wurde, so daß eine Spannung zwischen den Endpunkten eines Widerstandes 6 mit einem Widerstandswert von 10 Megohin in Höhe von 10 mV eingehalten wurde, in einem Versuch, den Abstand zwischen der Kathode und der Anode konstant zu halten. Als Ergebnis sprach der piezoelektrische U&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristall-Körper auf die Änderung des Stroms von ungefähr 1 MHz an, und der Tunnelstrom von 1 nA konnte eingehalten werden, indem man den Abstand zwischen der Wolfram-Kathode und der Silizium-Platte auf 20 · 10&supmin;&sup8; cm (20 Angström) konstant hielt. Messung der an den Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristall angelegten Spannung machte es möglich, die Feinstruktur auf der Silizium-Oberfläche bei hohen Geschwindigkeiten zu beobachten.
  • Wurden die Stufen wie bisher unter Verwendung eines piezoelektrischen PZT-Elements 2 ohne die Verwendung des L&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristalls beobachtet, arbeitete die Vorrichtung nur dann richtig, wenn der Strom eine Frequenz von weniger als 1 kHZ besaß.
  • Elektroden der Kathodenspitze, des piezoelektrischen PZT-Kristalls und des piezoelektrischen Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristalls wurden hergestellt durch Ausformen eines Silberpastenfilms oder eines aufgedampften Goldfilms. Verbindungsleitungen wurden an diese Elektroden angeschlossen. Die Spannung wurde an die piezoelektrischen Kristalle in ihrer Axialrichtung angelegt, so daß die Kristalle in ihrer axialen Richtung ausgedehnt oder zusammengezogen wurden. Die Z-Achse des b&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristalls wurde in Übereinstimmung mit der axialen Richtung der Kathode gebracht.
  • Im allgemeinen wird ein elektrischer Strom, der zwischen Kathodenspitze und Anode fließt, ein Tunnelstrom, wenn der Abstand zwischen den beiden kleiner als etwa 20 · 10&supmin;&sup8; cm (20 Angström) ist, ein Feldemissionsstrom, wenn der Abstand größer als ungefähr 50 · 10&supmin;&sup8; cm (50 Angström), ist, und ein Übergangsstrom, wenn die Distanz zwischen 20 bis 50 · 10&supmin;&sup8; cm (20 bis 50 Angström)) liegt.
  • Ausführungsbeispiel 2:
  • Unter Verwendung der gleichen Vorrichtung wie bei der Fig. 3 wurde ein Feldemissionsstrom außerhalb der Tunnelstromregion gezogen, unter Einhaltung einer Distanz von 1 um zwischen der Wolfram-Kathodenspitze 1 und der Silizium-Platte 4, um die Stufen zu messen, die eine Höhe von etwa 10&supmin;&sup6; cm (100 Angström) auf der Silizium-Oberfläche aufweisen. Ein Strom von 1 nA wurde unter Anlegen einer Spannung von etwa 100 Volt erhalten. Wie im Ausführungsbeispiel 1 konnte der Feldemissionsstrom bei 1 nA konstant gehaften werden, selbst wenn die Silizium-Platte mit hoher Geschwindigkeit bewegt wurde, durch Anlegen der Spannung 8 an den Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Einkristall wechselnd über einen Bereich von 0 bis 1000 Volt mit einer Frequenz in Höhe von etwa 1 MHz, so daß der Abstand zwischen Kathode und Anode konstant gehalten wurde. In diesem Fall konnten grobe Strukturen von 10&supmin;&sup6; bis 10&supmin;&sup5; cm (100 bis 1000 Angström) auf der Silizium-Oberfläche mit hoher Geschwindigkeit identifiziert werden.
  • Wie beim Ausführungsbeispiel 1 erklärt, konnte man ferner nur einen elektrischen Strom einer Frequenz von weniger als 1 kHz verwenden, wenn die Stufen unter ausschließlicher Verwendung des piezoelektrischen PZT-Elements 2 beobachtet wurden, ohne den L&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristall zu verwenden, also in der traditionellen Weise.
  • Entsprechend der vorliegenden Erfindung kann, wie aus der obigen Beschreibung hervorgeht, der Oberflächenzustand der Anode unter Verwendung von Signalen einer Frequenz von größer als etwa 1 MHz verarbeitet werden, was es möglich macht, eine Bildabtastung hoher Geschwindigkeit in einem Abtast-Tunneleffektmikroskop oder dergleichen durchzuführen.

Claims (4)

1. Kathodenvorrichtung, die einen Kathodenkopf aufweist, der so angeordnet ist, daß ein Spalt bezüglich des zu messenden Musters erhalten wird, wobei das Muster als Anode dient, und mindestens einen piezoelektrischen Einkristall ohne spontane dielektrische Polarisation, der mit dem Kathodenkopf verbunden ist.
2. Kathodenvorrichtung nach Anspruch 1, in der der piezoelektrische Kristall ohne spontane dielektrische Polarisation aus einem Li&sub2;B&sub4;O&sub7;- oder einem Quarzkristall besteht.
3. Kathodenvorrichtung nach Anspruch 1, in der ein piezoelektrischer Kristall mit einer spontanen dielektrischen Polarisation für eine schnelle Bewegung kaskadenförmig mit dem piezoelektrischen Kristall ohne spontane dielektrische Polarisation verbunden ist.
4. Kathodenvorrichtung nach Anspruch 3, in der der piezoelektrische Kristall ohne Spontane Polarisation aus einem Li&sub2;B&sub4;O&sub7;-Kristall besteht.
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