DE37596C - Verfahren, Stahl, Gufs- und Schmiedeeisen mittelst Elektricität zu brüniren - Google Patents
Verfahren, Stahl, Gufs- und Schmiedeeisen mittelst Elektricität zu brünirenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C25D—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PRODUCTION OF COATINGS; ELECTROFORMING; APPARATUS THEREFOR
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 48: Chemische Metallbearbeitung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 25. April 1886 ab.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung besteht darin, Stahl, Gufs- und Schmiedeeisen
durch Brüniren gegen Oxydation zu ■ schützen* Das bisherige Brüniren von Jagd- und Armeegewehren
wurde durch eine langwierige und kostspielige Behandlung erhalten und besteht
thatsächlich in nichts anderem, als in einer Färbung des Metalles.
Man oxydirt künstlich die Oberfläche, indem man sich verschiedenartig zusammengesetzter
Bäder bedient, welche das Metall angreifen oder auf demselben Legirungen oder Amalgame
ablagern, oder man verwendete auch hauptsächlich für die Armeegewehre überhitzten
Wasserdampf, welcher das Eisenoxyd, Fe2 O8,
in schwarzes Magneteisen (Eisenoxyduloxyd),. Fe3 O4, umwandelt.
Dasselbe Resultat wird erhalten, wenn man das Metall (Stahl, Gufs- und Schmiedeeisen)
ganz einfach der Wirkung eines elektrischen Stromes in einem Bade von destillirtem oder
gewöhnlichem Wasser aussetzt, das auf 60 bis 700 C. erhitzt wird.
Das zu brünirende Metall wird.am-positiven
Pol angeordnet, während irgend ein anderes Metall oder eine Kohle den negativen Pol
bildet.
Man läfst einen Strom von 2 Volts und einer Anzahl von Amperes proportioneil zur
Gröfse der zu behandelnden Oberfläche durch das Wasserbad gehen. Hierbei bildet sich auf
dem Stahl, Gufs- oder Schmiedeeisen am positiven Pol augenblicklich eine Schicht des
schwarzen Eisenoxyduloxyds, Fe3 O4. Sobald
dieselbe gleichförmig über die ganze Oberfläche ausgebreitet ist (was binnen wenigen
Minuten geschieht), zieht man das betreffende jijtück aus dem. Bade und läfst es trocknen.
Da dasselbe heifs ist, so trocknet es in sehr kurzer Zeit. „JQjinn bürstet man es mit einer
gewöhnlichen Bürste, wodurch die schwarze Eisen oxyduloxydschicht stark glänzend wird.
Man giebf hierauf das Stück neuerdings in
dassflbe^Bad während der gleichen Zeit und
läfst denselben Strom wirken. Nach mehreren solchen Operationen wird das ' Metall vollkommen schwarz wie Ebenholz und widersteht
dieser Ueberzug selbst der härtesten Kratzbürste. Das Metall oxydirt nicht, selbst bei
einem längeren Aufenthalt im Wasser oder in einem feuchten Behälter.
Der Apparat, welcher sich für die Durchführung des obigen Verfahrens vorzugsweise
eignet, ist in der beiliegenden Zeichnung dargestellt; derselbe besteht aus einem eisernen
Bottich ABCD, der durch eiserne Querwände
ff ff in mehrere Abtheilurigen getheilt ist.
Der Umfang des Bottichs ist mit einem Rahmen abcd aus Holz oder irgend einem
isolirenden Material bedeckt.
Dieser Rahmen ist in dem mittleren Theil einer jeden Abtheilung mit einer Querstange t
aus Kupfer versehen, an welche die zu brünirenden Gegenstände aufgehängt werden, und
zwar mittelst der leitenden Metalldrähte s s s s, welche in das Bad eintauchen.
Die Querstangen 111 sind unter sich durch
einen Leiter m m ni verbunden.
Der positive Pol (-)-) des Stromes ist mit
einer der Querstangen t, der negative Pol (—) mit dem Körper des Bottichs verbunden.
Wie bereits früher erwähnt, wird das destillirte oder gewöhnliche Wasser auf 60 bis 700 C,
ja selbst bis auf ioo° C. erhitzt.
. Das Wasser wird hierdurch besser leitend^ das Material dehnt sich aus und wird gleichmäfsiger angegriffen.
. Das Wasser wird hierdurch besser leitend^ das Material dehnt sich aus und wird gleichmäfsiger angegriffen.
Dem Wasser kann man etwas Eisenchlorür oder Salzsäure zusetzen. Die Oxydation geht
dann rascher vor sich, aber das Eisenoxyduloxyd ist weniger zusammenhängend # weil es
mit Chloreisen gemengt ist.
Wie aus dem Vorhergehenden ersichtlich, bildet dieses Verfahren eine verkehrte Operation
der Galvanoplastik, weil hierbei am positiven Pol, anstatt am negativen Pol, ein Niederschlag
entsteht.
Das auf diese Weise gebildete Eisenoxyduloxyd, Fe3 O4, ist inniger mit dem Metall in
Verbindung, als nach den bisher gebräuchlichen Methoden. Das Verfahren selbst ist
höchst einfach, , billig und erfordert wenig Handarbeit.
Man kann statt des heifsen Wassers auch kaltes Wasser verwenden, doch vollzieht sich
dann das Verfahren viel langsamer und die elektromotorische Kraft des Stromes mufs erhöht
werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Das Verfahren, Stahl, Gufs- und Schmiedeeisen zu brüniren, d. h. gegen Oxydation dadurch zu schützen, dafs man auf der Oberfläche des Metalles durch die Wirkung des elektrischen Stromes in einem Bade von heifsem oder auch kaltem Wasser eine stark anhaftende Schicht von Eisenoxyduloxyd (Magneteisen) erzeugt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE37596C true DE37596C (de) |
Family
ID=313339
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT37596D Expired - Lifetime DE37596C (de) | Verfahren, Stahl, Gufs- und Schmiedeeisen mittelst Elektricität zu brüniren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE37596C (de) |
-
0
- DE DENDAT37596D patent/DE37596C/de not_active Expired - Lifetime
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