DE3705121A1 - Polyquaternaere polysiloxan-polymere, deren herstellung und verwendung in kosmetischen zubereitungen - Google Patents
Polyquaternaere polysiloxan-polymere, deren herstellung und verwendung in kosmetischen zubereitungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft neuartige polyquaternäre Polysiloxan-Polymere
und Verfahren zur Herstellung dieser Verbindungen. Sie betrifft ferner
die Verwendung dieser Polymeren in kosmetischen Zubereitungen.
Es ist bekannt, Organopolysiloxane zur Herstellung von Haarpflegemitteln
zu verwenden. In "Chemie und Technologie der Silicone" von
Walter Noll, Verlag Chemie, 2. Auflage, 1968, Seite 536, heißt es allerdings,
daß die Aufgabe, die Frisur unabhängig von Feuchtigkeitseinflüssen
zu erhalten, mit normalen Polydimethylsiloxanolen nicht zu lösen
sei. Das Silicon müsse vielmehr mit Hilfe von funktionellen Gruppierungen
auf dem Haar fixiert werden.
Aus der DE-AS 14 93 384 sind Organosiloxanverbindungen oder -verbindungsgemische
der Formel
in der R für Wasserstoff oder CH₃ und X für Halogen steht und x=1
bis 10 und y=0 bis 8,5 sind, wobei y : x nicht größer als 8,5 : 1
ist, bekannt.
Diese Organosiloxane mit quaternären Ammoniumgruppen können dadurch
hergestellt werden, daß man ein Epoxysiloxan der Formel
auf an sich bekannte Weise mit Dimethylamin umsetzt und das erhaltene
Dimethylaminoorganosiloxan der Formel
in an sich bekannter Weise mit einem Halogenwasserstoff oder mit einem
Methylhalogenid in die quaternäre Ammoniumverbindung der vorgenannten
Formel überführt.
Die vorgenannten Organopolysiloxane mit quaternären Ammoniumgruppen
können entsprechend der US-PS 41 85 087 für Haarpflegemittel verwendet
werden. Dort ist ausgeführt, daß zwar einfache wäßrige Haarwaschmittel
das Haar von Schmutz befreien und einen Überschuß an Fett entfernen
könnten. Bei den meisten Haarwaschmitteln würde jedoch die Entfettung
des Haares so gründlich vorgenommen, daß eine Schädigung des Haares zu
beobachten sei. Die Haare würden sich nach der Wäsche elektrostatisch
aufladen und deshalb schlecht kämmbar sein.
Der Zusatz von Lanolinderivaten, Glykol, Fettsäureestern oder Proteinen
verbessere zwar die Handhabbarkeit des Haares nach dem Waschen,
beeinträchtige aber gleichzeitig die Schaumbildung. Die Haare würden
etwa klebrig und fühlten sich unnatürlich an.
Die vorbeschriebenen Organopolysiloxane mit quaternären Ammoniumgruppen
sollen nach den Angaben der US-PS 41 85 087 diese Nachteile beseitigen
und die Kämmbarkeit der gewaschenen Haare, den Halt der Frisur,
den Glanz der Haare verbessern.
Für die Herstellung der in der DE-AS 14 93 384 beschriebenen Verbindungen
geht man von den entsprechenden Methylwasserstoffpolysiloxanen
aus. Diese sind im allgemeinen äquilibrierte Gemische, d. h. Siloxangemische,
bei denen die Anzahl der Methylwasserstoffsiloxy- und Dimethylsiloxyeinheiten
einer statistischen Verteilung entsprechen. Bei
Siloxanen mit niedrigem Wert von x sind deshalb stets nicht zu vernachlässigende
Anteile an solchen Siloxanen vorhanden, bei denen x=0
ist. Im Verfahrensendprodukt ist deshalb ein Anteil an unmodifizierten
Siliconölen nicht zu vermeiden. Dieser Anteil trägt jedoch nicht zur
Verbesserung der Kämmbarkeit des Haares, der Frisur und des Glanzes
des Haares bei.
Ein weiterer Nachteil der in der DE-AS 14 93 384 beschriebenen Verbindungen
besteht ferner darin, daß die Dimethylsiloxyketten stets durch
Methylsiloxygruppen unterbrochen werden, welche seitenständig quaternäre
Stickstoffgruppen aufweisen. Der typische Siloxancharakter, der
zur Verbesserung der Eigenschaften des Haares erwünscht ist, beruht
aber gerade auf der Anwesenheit von Dimethylsiloxyketten. Die Kämmbarkeit
und der Glanz des Haares sind deshalb nicht optimal gewährleistet.
Eine ähnliche Lehre ergibt sich aus der EU-PS 00 17 121 (entsprechend
DE-OS 29 12 485). Auch hier sind Organopolysiloxane mit quaternären
Ammoniumgruppen in Haarwasch- und Haarbehandlungsmitteln zur Verbesserung
der frisiertechnischen Eigenschaften der Haare beschrieben. Die
Verbindungen entsprechen dabei der allgemeinen Formel
in der R₁ und R₂ einen Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
oder einen Arylrest, p die Zahlen 0 bis 50 und R die Reste
oder
darstellen, wobei R₃ einen Alkyl- oder Hydroxy-alkylrest mit 1 bis
3 Kohlenstoffatomen, R₄ einen Rest gleich R₃ oder Aryl-CH₂- oder
den Allylrest, R₅ Wasserstoff oder den Methylrest, X⊖ die Anionen
Cl⊖, Br⊖, J⊖, CH₃SO₄⊖ oder C₂H₅SO₄⊖ und m die
Zahlen 2 bis 10, n die Zahlen 2 bis 4 bedeuten.
Ein Nachteil dieser Verbindungen besteht darin, daß sie bei kleinen
Werten von p, also relativ niedrigen Molekulargewichten, leicht ausgewaschen
werden können, da der organische Charakter der Verbindungen
überwiegt und ihre Substantivität gering ist. Bei hohen Molekulargewichten
überwiegen zunehmend die Eigenschaften der Dimethylsiloxyeinheiten,
während der Einfluß der quaternären Ammoniumgruppen abnimmt.
Im Hinblick auf die gewünschten anwendungstechnischen Eigenschaften
ist man deshalb gezwungen, einen relativ engen Molekulargewichtsbereich
einzuhalten, um eine Ausgewogenheit der gewünschten Eigenschaften
zu gewährleisten.
Aus der DE-OS 33 40 708 sind polyquaternäre Polysiloxan-Polymere bekannt,
die im wesentlichen aus den folgenden, wiederkehrenden Einheiten
der allgemeinen Formel bestehen:
worin
Aeine α,ω-Bis-alkylpolysiloxangruppe oder eine lineare oder verzweigte,
gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffkette, die
bis zu 6 aufeinanderfolgende Kohlenstoffatome enthält und die eine
oder mehrere Hydroxygruppe(n) aufweisen und durch ein oder mehrere
Sauerstoffatom(e) und/oder durch einen oder mehrere aromatische
Ring(e) unterbrochen sein kann, bedeutet;
R₁, R₂, R₃ und R₄,die gleich oder verschieden sein können,
einen C1-6-Alkylrest oder ienen Phenylrest bedeuten;
R₅einen Methyl-, Ethyl- oder Hydroxyethylrest bedeutet;
R₆einen C1-18-Alkylrest oder einen bivalenten -CH₂-Rest
bedeutet, wobei im letzteren Fall die beiden Reste R₆ miteinander
verbunden sind und zusammen mit den beiden Stickstoffatomen und dem
Rest A, der eine -CH₂-CH₂-Gruppe bedeutet, eine bivalente Piperazinogruppe
bilden;
oder wobei die Reste R₅ und R₆ jeweils eine -CH₂-Gruppe bedeuten und zusammen mit den beiden Stickstoffatomen und dem Rest A, der eine CH₂-CH₂-Gruppe darstellt, einen bivalenten Triethylendiamino- Rest bilden;
oder wobei die Reste R₅ und R₆ miteinander verbunden sind und zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen Heterocyclus, z. B. einen Piperidino-, Morpholino- oder Pyrrolidino- Cyclus, bilden; Y⁻ein Cl⁻-, Br⁻-, CH₃SO₃⁻- oder Anion bedeutet; meine ganze Zahl von 1 bis 6 bedeutet; und peine ganze Zahl oder Dezimalzahl von 1 bis 50 bedeutet.
oder wobei die Reste R₅ und R₆ jeweils eine -CH₂-Gruppe bedeuten und zusammen mit den beiden Stickstoffatomen und dem Rest A, der eine CH₂-CH₂-Gruppe darstellt, einen bivalenten Triethylendiamino- Rest bilden;
oder wobei die Reste R₅ und R₆ miteinander verbunden sind und zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen Heterocyclus, z. B. einen Piperidino-, Morpholino- oder Pyrrolidino- Cyclus, bilden; Y⁻ein Cl⁻-, Br⁻-, CH₃SO₃⁻- oder Anion bedeutet; meine ganze Zahl von 1 bis 6 bedeutet; und peine ganze Zahl oder Dezimalzahl von 1 bis 50 bedeutet.
Polyquaternäre Polysiloxan-Polymere dieses Typs weisen die oben beschriebenen
Nachteile der Verbindungen gemäß DE-OS 29 12 485 nicht
auf. Der praktischen Verwendung dieser Verbindungen steht jedoch deren
aufwendiges Herstellverfahren entgegen. Die Verbindungen sind in wirtschaftlich
nicht vertretbaren Ausbeuten von ≦60% der Theorie
herstellbar.
Schließlich sei noch auf die veröffentlichte europäische Patentanmeldung
00 95 238 verwiesen, die eine Zusammensetzung betrifft, die im
wesentlichen aus folgenden Bestandteilen besteht:
- A) einem Siloxan der allgemeinen Formel R a X3-a Si(OSiX₂) n (OSiX b R2b ) m OSiX3-a R a wobei R nur aufgabenhaft als eine funktionelle Gruppe angegeben ist, welche die Haftung am Haar bewirkt, z. B. eine Amino-, Carbonsäure- oder quaternäre Ammoniumgruppe. X ist ein Wasserstoffrest oder eine Phenyl-, Hydroxyl- oder gesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, a hat einen Wert von 0 bis 3, b hat einen Wert von 0 bis 1 und n+m hat einen Wert von 1 bis 1999, wobei n einen Wert von 0 bis 2000 und m einen Wert von 1 bis 2000 hat,
- B) einem Tensid,
- C) einem Zusatz zur Verbesserung der Gefrier/Auftau-Stabilität und
- D) Wasser.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, polyquaternäre Polysiloxan-
Polymere zu finden, welche sich mit wesentlich höheren Ausbeuten, als
es nach dem Stand der Technik möglich ist, herstellen lassen und darüber
hinaus das gewünschte Eigenschaftsprofil aufweisen, welches durch
die Kombination folgender Eigenschaften gegeben ist: gute Kämmbarkeit
der behandelten Haare, ansprechender Glanz der Haare, erhöhte Substantivität
und hierdurch bedingt verminderte Auswaschbarkeit der Verbindungen
auf der Oberfläche der Haare, hohe antistatische Wirksamkeit
der Verbindungen, gute physiologische Verträglichkeit der Verbindungen
gegenüber den Haaren sowie dem Haarboden.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß diese Eigenschaften bei polyquaternären
Polysiloxan-Polymeren zu finden sind, die im wesentlichen
aus sich wiederholenden Einheiten
bestehen, wobei
Xein zweiwertiger Kohlenwasserstoffrest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen
ist, der eine Hydroxylgruppe aufweist und der durch
ein Sauerstoffatom unterbrochen sein kann,
Yein zweiwertiger Kohlenwasserstoffrest mit mindestens 2 Kohlenstoffatomen
ist, der eine Hydroxylgruppe aufweisen und der durch
ein Sauerstoff- oder Stickstoffatom unterbrochen sein kann,
R¹, R², R³, R⁴gleich oder verschieden sind und Alkylreste mit
mindestens 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder Benzylreste sind oder
jeweils die Reste R¹ und R³ oder R² und R⁴ Bestandteile
eines verbrückenden Alkylenrestes sein können,
A⊖anorganisches oder organisches Anion,
n =5 bis 200,
m =ganze Zahl ≧1.
Die Polymeren entsprechen in ihrem Aufbau dem Typ AB, wobei der
Block A durch die Formel
und der Block B durch die Formel
wiedergegeben wird.
Ein besonderer Vorteil dieses polymeren Typus besteht darin, daß bei
gegebenem Verhältnis der Blöcke A und B das Molekulargewicht praktisch
beliebig eingestellt werden kann, ohne daß sich das Verhältnis der Dimethylsiloxyeinheiten
zu der Anzahl der Einheiten mit quaternären
Stickstoffatomen verändert. Dies ist deshalb von Bedeutung, da eine
Reihe von anwendungstechnischen Eigenschaften, wie die Viskosität der
Lösungen der Polymeren, deren Pflegeeigenschaften für das Haar und
weitere Eigenschaften, von dem Molekulargewicht abhängig sind und
gerade in der Kosmetik Produkte mit höheren Molekulargewichten besonders
erwünscht sind.
In der allgemeinen Formel I sind keine Endgruppen angegeben. Liegen
die Polymeren in cyclischer Form vor, fehlen diese Gruppen. Falls die
Polymeren jedoch lineare Struktur aufweisen, ergeben sich die Endgruppen
aus dem Herstellungsverfahren. Lineare Polymere können durch die
allgemeine Formel
wiedergegeben werden.
Z¹kann dabei H, OH oder ein Alkoxyrest sein.
Z¹kann auch die Bedeutung eines Kohlenwasserstoffrestes mit mindestens
4 Kohlenstoffatomen haben, der eine oder mehrere Hydroxylgruppe(n)
aufweist und durch ein oder mehrere Sauerstoffatome unterbrochen
sein kann. Beispiele von Endgruppen Z¹ sind
Z²kann die Gruppe
oder die Gruppe
bedeuten.
In der Formel I ist X ein zweiwertiger Kohlenwassersdtoffrest mit mindestens
4 Kohlenstoffatomen, der eine Hydroxylgruppe aufweist und der
durch ein Sauerstoffatom unterbrochen sein kann. Vorzugsweise weist
der zweiwertige Kohlenwasserstoffrest 4 bis 10 Kohlenstoffatome auf.
Besonders bevorzugt sind die folgende Reste
Beispiele weiterer Reste X sind
Y ist ein zweiwertiger Kohlenwasserstoffrest mit mindestens 2 Kohlenstoffatomen,
der eine Hydroxylgruppe aufweisen und der durch ein
Sauerstoff- oder Stickstoffatom unterbrochen sein kann. Bevorzugt sind
zweiwertige Kohlenwasserstoffreste mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, insbesondere
Reste der Formel -(CH₂)₀-, wobei 0=2 bis 6 ist.
Weitere Beispiele geeigneter Reste Y sind
Die Reste R¹, R², R³ und R⁴ können gleich oder verschieden
sein und die Bedeutung von Alkylresten mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
oder die von Benzylresten haben. Die Reste R¹ und R³ sowie die
Reste R² und R⁴ können Bestandteil eines verbrückenden Alkylenrestes
sein. Der Polymerblock B kann dabei folgende Struktur annehmen:
Vorzugsweise sind die Reste R¹, R², R³ und R⁴ Methylreste.
A⊖ ist ein beliebiges anorganisches oder organisches Anion. Bei
Verwendung der erfindungsgemäßen neuen Polymeren als Bestandteil von
Haarpflegemitteln ist darauf zu achten, daß das Anion von einer physiologisch
verträglichen Säure herrührt. Beispiele geeigneter Anionen
sind Acetationen, Chloridionen, Bromidionen, Hydrogensulfationen, Sulfationen.
n definiert die Anzahl der Dimethylsiloxyeinheiten im Block A und ist
eine Zahl von 5 bis 200. Da es sich bei der angegebenen Formel I um
eine allgemeine Formel handelt, stellen diese Zahlenwerte Mittelwerte
dar.
m definiert die Anzahl der Polymerblöcke AB und ist gleich oder
größer 1.
Beispiele erfindungsgemäßer Polymerer sind
Die erfindungsgemäßen Produkte sind viskose bis hochviskose, ölige bis
pastenartige, farblose bis schwach gelb oder rötlich gefärbte Produkte.
Die Löslichkeit der erfindungsgemäßen Polymeren wird durch das
Verhältnis der Dimethylsiloxyeinheiten und der Zahl der quaternären
Ammoniumgruppen und durch das Molekulargewicht der Verbindungen bestimmt.
Für die Anwendung in der Kosmetik, speziell in Haarpflegemitteln, sind
im allgemeinen Produkte bevorzugt, die in Wasser oder in wassermischbaren
Hilfslösungsmitteln, wie ein- oder mehrwertigen Alkoholen, löslich
sind.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung besteht in der Herstellung
der erfindungsgemäßen Verbindungen. Das erfindungsgemäße Verfahren
ist dadurch gekennzeichnet, daß man zunächst α,ω-Wasserstoffpolysiloxane
der allgemeinen Formel
mit, bezogen auf SiH-Gruppen, äquimolaren Mengen eines Epoxides, welches
endständig eine olefinische Bindung hat, wobei das Epoxid mindestens
4 Kohlenstoffatome aufweist und zusätzlich eine nichtcyclische
Ethergruppe enthalten kann, in Gegenwart eines Hydrosilylierungskatalysators
bei Temperaturen von 50 bis 150°C in an sich bekannter Weise
umsetzt und das so erhaltene Reaktionsprodukt mit einem ditertiären
Diamin der allgemeinen Formel
in Gegenwart von 2 Moläquivalenten Säure HA, bezogen auf Diamin, bei
Temperaturen von 40 bis 120°C in solchen Mengen umsetzt, daß jeder
Epoxidgruppe eine tertiäre Amingruppe entspricht.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist ein in an sich bekannter Weise ablaufendes
Verfahren. Das Verfahren geht von Wasserstoffpolysiloxanen
mit endständigen SiH-Gruppen aus, wobei die Anzahl der Dimethylsiloxyeinheiten
entsprechend dem gewünschten Endprodukt ausgewählt wird. An
die endständigen SiH-Gruppen der Wasserstoffpolysiloxane werden nun
äquimolare Mengen eines Epoxides angelagert, wobei das Epoxid endständig
eine olefinische Doppelbindung aufweist, mindestens 4 Kohlenstoffatome
hat und zusätzlich eine nichtcyclische Ethergruppe enthalten
kann. Die Anlagerung der endständigen olefinisch ungesättigten Gruppe
an die SiH-Gruppe erfolgt in Gegenwart eines Hydrosilylierungskatalysators
bei Temperaturen von 50 bis 150°C. Als Hydrosilylierungskatalysator
können die hierfür bekannten Platinkatalysatoren, wie z. B. Hexachloroplatinsäure
oder cis-Dichlorodiaminplatin, verwendet werden.
Vorzugsweise werden als Epoxide mit endständiger olefinischer Gruppe
solche der Formel
eingesetzt.
Dieser erste Reaktionsschritt wird durch folgende Gleichung verdeutlicht:
Das so erhaltene Reaktionsprodukt wird nun mit einem ditertiären Diamin
der allgemeinen Formel
in Gegenwart von 2 Moläquivalenten der Säure HA, bezogen auf Diamin,
bei Temperaturen von 40 bis 120°C in solchen Mengen umgesetzt, daß
jeder Epoxidgruppe eine tertiäre Amingruppe entspricht.
Vorzugsweise verwendet man als ditertiäre Diamine solche der Formel
(CH₃)₂N-(CH₂)₀-N(CH₃)₂
wobei 0 = 2 bis 6 ist.
Die erste Stufe des zweistufigen Herstellungsverfahrens wird vorzugsweise
ohne Verwendung eines Lösungsmittels durchgeführt. Die zweite
Stufe der Umsetzung erfolgt vorzugsweise in wäßriger oder wäßrig-alkoholischer
Lösung. Die maximale Umsetzungstemperatur der Reaktion der
zweiten Stufe ergibt sich deshalb im allgemeinen aus der Rückflußtemperatur
des verwendeten Lösungsmittels. Sie soll jedoch 120°C nicht
überschreiten.
Die Ausbeuten bei dem erfindungsgemäßen Verfahren betragen im allgemeinen
mindestens 90, meist jedoch 95% der Theorie und liegen zum
Teil noch darüber.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung liegt in der Verwendung der erfindungsgemäßen
Verbindungen in der Kosmetik, insbesondere, wie eingangs
ausgeführt, in der Verwendung der Verbindungen in Zubereitungen
zur Pflege der Haare. Die erfindungsgemäßen Verbindungen weisen die
geforderte Kombination der Eigenschaften, die eingangs aufgezählt
worden sind, auf.
Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen und die
Eigenschaften dieser Verbindungen sind in den folgenden Beispielen
näher beschrieben.
Herstellung eines erfindungsgemäßen Polymeren der allgemeinen Formel
In einem 0,5-l-Vierhalskolben, versehen mit Rührer, Tropftrichter,
Thermometer und Rückflußkühler, werden 30 g (0,26 Mol (Allylglycidether
zusammen mit 0,022 g (7,4×10-5 Mol) (NH₃)₂PtCl₂ unter
Stickstoffatmosphäre auf 115°C erwärmt. Hierzu werden innerhalb 15 Minuten
228 g (0,1 Mol) eines α,ω-Wasserstoffsiloxans der allgemeinen
Formel
getropft. Das Reaktionsgemisch wird weitere 3 Stunden bei 115°C gerührt,
anschließend wird der überschüssige Allylglycidether bei
0,2 bar und 100°C abdestilliert.
Erhalten:
246 g (0,098 Mol; 98%) eines α,ω-Diepoxysiloxans der allgemeinen Formel
246 g (0,098 Mol; 98%) eines α,ω-Diepoxysiloxans der allgemeinen Formel
Zur weiteren Umsetzung werden in einem 1-l-Vierhalskolben, versehen
mit Rührer, Tropftrichter, Thermometer und Rückflußkühler, 14,1 g
(0,098 Mol) N,N,N′,N′-Tetramethyl-1,4-butandiamin mit 40 g H₂O vorgelegt
und bei 20°C mit 12 g (0,2 Mol) Essigsäure versetzt. Nach
30 Minuten wird auf 50°C erwärmt, das oben erhaltene α,ω-Diepoxysiloxan
zugetropft und nach Zugabe von 100 ml Isopropanol auf Rückflußtemperatur
erwärmt und 6 Stunden gerührt. Das Wasser/Isopropanol-Gemisch
wird bei 100°C und 0,2 bar abdestilliert.
Erhalten:
268 g polyquaternäres Polysiloxan-Polymer; gelbes bis rötlich gefärbtes Produkt, bei Raumtemperatur kaum fließfähig;
quaternärer Stickstoff gef.: 0,9% theor.: 1,0%.
268 g polyquaternäres Polysiloxan-Polymer; gelbes bis rötlich gefärbtes Produkt, bei Raumtemperatur kaum fließfähig;
quaternärer Stickstoff gef.: 0,9% theor.: 1,0%.
Herstellung eines Polymeren der allgemeinen Formel
Durchführung wie in Beispiel 1 beschrieben mit N,N,N′,N′-Tetramethyl-
1,6-hexandiamin anstelle von N,N,N′,N′-Tetramethyl-1,4-butandiamin.
Ansatz:
N,N,N′,N′-Tetramethyl-1,6-hexandiamin: 16,8 g (0,098 Mol) Essigsäure: 12 g (0,2 Mol) α,ω-Diepoxysiloxan aus Beispiel 1:245 g (0,098 Mol) Wasser: 40 g Isopropanol:100g
N,N,N′,N′-Tetramethyl-1,6-hexandiamin: 16,8 g (0,098 Mol) Essigsäure: 12 g (0,2 Mol) α,ω-Diepoxysiloxan aus Beispiel 1:245 g (0,098 Mol) Wasser: 40 g Isopropanol:100g
Erhalten:
272 g polyquaternäres Polysiloxan-Polymer; gelbes bis rötlich gefärbtes Produkt, bei Raumtemperatur kaum fließfähig;
quaternärer Stickstoff gef.: 1,0% theror.: 1,0%.
272 g polyquaternäres Polysiloxan-Polymer; gelbes bis rötlich gefärbtes Produkt, bei Raumtemperatur kaum fließfähig;
quaternärer Stickstoff gef.: 1,0% theror.: 1,0%.
Herstellung eines Polymeren der allgemeinen Formel
In einem 0,5-l-Vierhalskolben, versehen mit Rührer, Tropftrichter,
Thermometer und Rückflußkühler, werden 57 g (0,5 Mol) Allylglycidether
zusammen mit 0,022 g (7,4×10-5 Mol) (NH₃)₂PtCl₂ unter Stickstoffatmosphäre
auf 115°C erwärmt. Hierzu werden innerhalb 15 Minuten
145 g (0,2 Mol) eines α,ω-Wasserstoffsiloxans der allgemeinen Formel
getropft. Das Reaktionsgemisch wird weitere 3 Stunden bei 115°C gerührt,
anschließend wird der überschüssige Allylglycidether bei
0,2 bar und 100°C abdestilliert.
Erhalten:
182 g (0,19 Mol; 95%) eines α,ω-Diepoxysiloxans der allgemeinen Formel
182 g (0,19 Mol; 95%) eines α,ω-Diepoxysiloxans der allgemeinen Formel
Zur weiteren Umsetzung werden in einem 1-l-Vierhalskolben, versehen
mit Rührer, Tropftrichter, Thermometer und Rückflußkühler, 32,7 g
(0,19 Mol) N,N,N′,N′-Tetramethyl-1,6-butandiamin mit 40 g H₂O vorgelegt
und bei 20°C mit 24 g (0,4 Mol) Essigsäure versetzt. Nach 30 Minuten
wird auf 50°C erwärmt, das oben erhaltene α,ω-Diepoxysiloxan zugetropft
und nach Zugabe von 100 ml Isopropanol auf Rückflußtemperatur
erwärmt und 5 Stunden gerührt. Das Wasser/Isopropanol-Gemisch wird bei
100°C und 0,2 bar abdestilliert.
Erhalten:
236 g polyquaternäres Polysiloxan-Polymer; gelbes bis rötlich gefärbtes Produkt, bei Raumtemperatur kaum fließfähig;
quaternärer Stickstoff gef.: 2,2% theor.: 2,2%.
236 g polyquaternäres Polysiloxan-Polymer; gelbes bis rötlich gefärbtes Produkt, bei Raumtemperatur kaum fließfähig;
quaternärer Stickstoff gef.: 2,2% theor.: 2,2%.
Herstellung und Überprüfung von Haarbehandlungsmitteln unter Verwendung
der in den Beispielen 1 bis 3 hergestellten polyquaternären Polysiloxan-
Polymeren (%-Angaben in Gew.-%).
Zur Herstellung werden die Bestandteile in der aufgeführten Reihenfolge
(A → E) zusammengegeben. Jede Mischung muß vor Zugabe weiterer
Komponenten klar gelöst sein
Zur Herstellung werden A und B zusammengegeben, homogenisiert und
unter Rühren abgekühlt.
1)Tego®-Betain L 7 = Cocamidopropyl-Betain (1-alkylamino-3-dimethylammonium-
propan-3-carboxymethyl-betain)
2)ANTIL® 141 LIQUID ist ein flüssiges Verdickungsmittel auf der
Basis eines nichtionogenen Fettsäure-polyalkylenglykolesters
3)TEGINACID® X ist ein O/W-Emulgator auf der Basis einer Mischung
von Glycerinmono/distearaten mit Polyglykolfettalkoholethern
In der praktischen Anwendung beim halbseitigen Vergleichstest auf
menschlichem Haar ergibt sich gegenüber Shampooformulierungen bzw.
Cremespülungen mit polyquaternären Siloxanen aus dem Stand der Technik
sowie gegenüber Konditioniershampoos und Cremespülungen des Marktes
auf Basis rein organischer Polyquats eine verbesserte Naß- und Trockenkämmbarkeit,
verbesserter Glanz sowie verringerte elektrostatische
Aufladung der behandelten Haare.
Claims (9)
1. Polyquaternäre Polysiloxan-Polymere, die im wesentlichen aus sich
wiederholenden Einheiten
bestehen, wobeiXein zweiwertiger Kohlenwasserstoffrest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen
ist, der eine Hydroxylgruppe aufweist und der durch
ein Sauerstoffatom unterbrochen sein kann,
Yein zweiwertiger Kohlenwasserstoffrest mit mindestens 2 Kohlenstoffatomen
ist, der eine Hydroxylgruppe aufweisen und der
durch ein Sauerstoff- oder Stickstoffatom unterbrochen sein
kann,
R¹, R², R³, R⁴gleich oder verschieden sind und Alkylreste
mit mindestens 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder Benzylreste sind
oder jeweils die Reste R¹ und R³ oder R² und R⁴ Bestandteile
eines verbrückenden Alkylenrestes sein können,
A⊖anorganisches oder organisches Anion,
n =5 bis 200,
m =ganze Zahl ≧1.
2. Polymere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß X ein Rest
der Gruppe
ist.
3. Polymere nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Y ein
Rest -(CH₂)₀- ist, wobei 0=2 bis 6 ist.
4. Polymere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß R¹, R², R³ und R⁴ Methylreste
sind.
5. Verfahren zur Herstellung der Polymeren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß man zunächst α,ω-Wasserstoffpolysiloxane
der allgemeinen Formel
mit, bezogen auf SiH-Gruppen, äquimolaren Mengen eines Epoxides,
welches endständig eine olefinische Bindung hat, wobei das Epoxid
mindestens 4 Kohlenstoffatome aufweist und zusätzlich eine nichtcyclische
Ethergruppe enthalten kann, in Gegenwart eines Hydrosilylierungskatalysators
bei Temperaturen von 50 bis 150°C in an sich
bekannter Weise umsetzt und das so erhaltene Reaktionsprodukt mit
einem ditertiären Diamin der allgemeinen Formel
in Gegenwart von 2 Moläquivalenten Säure HA, bezogen auf Diamin,
bei Temperaturen von 40 bis 120°C in solchen Mengen umsetzt, daß
jeder Epoxidgruppe eine tertiäre Amingruppe entspricht.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die
α,ω-Wasserstoffpolysiloxane mit einem Epoxid aus der Gruppe
umsetzt.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man das in
der ersten Stufe erhaltene Epoxidgruppen aufweisende Polysiloxan
mit Aminen der Formel
(CH₃)₂N-(CH₂)₀-N(CH₃)₂wobei 0 = 2 bis 6 ist, umsetzt.
8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung
des in der ersten Stufe erhaltenen Epoxidgruppen aufweisenden
Polysiloxans mit dem ditertiären Diamin in wäßriger oder
wäßrig-alkoholischer Lösung durchführt.
9. Verwendung der Verbindungen der Ansprüche 1 bis 4 in kosmetischen
Zubereitungen, insbesondere in Zubereitungen zur Pflege der Haare.
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