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Verfahren zur Erzeugung von Gegenständen aller Art mit Hilfe eines
stabilisierenden Füllkernes aus Wasserglasmörtel. Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zum rationellen Erzeugen oder zum Verbessern von Gegenständen aller
Art mit Hilfe eines stabilisierend wirkenden Füllkernes aus Wasserglasmasse, wobei
der an sich bekannte Umstand, d'aß Wasserglas= mörtelmasse beim Erhitzen unter Volumvergrößerung
zu einer festen Masse erstarrt, die wasserunlöslich, im hohen. Grade feuer- und
säurefest und zugleich gut isolierend ist, seine praktische Nutzanwendung findet.
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Nach :diesem Verfahren wird die Was;serglasmas.se, Mörtel oder Beton,
als. satte Füllung in die Hohlwand oder das leere Innere des am besten mit metallener
Außenhülfe erstellten Gegenstandes eingebracht, fugendicht abgeschlossen und alsdann
.das Ganze kräftig und mindestens so lange erhitzt, bis kein Dämpf mehr aus den
Anschlußfugen dringt. Der Vorgang ist hierbei folgernder: Beim; Erhitzen dehnt sich
.alles: aus, auch. die Füllmasse, nun geht aber die letztere im Moment der größten
Ausdehnung in den starren Zustand über, während die äußere Hülle des Gegenstandes
sich beirrt Abkühlen mit großer Kraft wieder zusammenzieht und damit das Ganze unter
dauernder Verspannung und solider Verbindung fest in sich zusammenschließt.
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Die praktischen Nützanwendungsmöglichkeitendavon sind- naturgemäß
ganz außerordentlich mannigfaltig.
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Mit am einfachsten und wirksamsten ist die Anwendung dieses Verfahrens
bei Gegenständen von zylindrischer Form, wie z. B. bei Achsen, Kolben, Wellen, Säulen,
Stützen, Wandstielen, Masten, Eisenbahnschwellen, Trägern u. dgl., weil bei solchen
infolge des kreisförmigen Querschnittes " und der beträchtlichen Längenausdehnung
das Insichzusammenschließen besonders exakt und intensiv ausfällt.
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Ganz ähnlich liegt der Fall bei Röhren nach dem Verfahren- mit Außen-
und Innenmantel aus Metall oder Außenmantel aus Metall und innerem Rohr aus Steinzeug
u..dgl. Erhalten solche Röhren Verbindungsmuffen oder Verbindungsflanschen, so werden
dieselben am besten .am äußeren Rohr angebracht. Steinzeugröhren können danach selbst
bei großen Lichtweiten mit sehr dünner Wandung verwendet werden.
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In ähnlichem Sinne vorteilhaft sind ferner hälftig gehöhlte Füllringe
aus Metall zum stabilisierenden Umspannen von irdenen Kochtöpfen u. dgl. nach .diesem
Verfahren, sowie ganze metallene Mäntel zum stabilisierenden und "isolierenden Umspannen
der ganzen Seiten bei irdenen oder metallenen .Kochtöpfen oder von großen Lagergefäßen
für Bier, Wein u. dgl.
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Auch ein vollständiges Umspannen von Transport- und Lagergefäßen,
die besonders stabil und gut -isolierend sein müssen, ist nach diesem Verfahren
leicht ausführbar.
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,Bei solchen Ringen und Mänteln kann das
Füllen. auch
durch eine kleine Füllöffnung hindurch erfolgen, die vor dem Erhitzen wieder fugendicht
geschlossen wird.
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Pfeifenköpfe können nach dem Verfahren in zweierlei Metall zur Ausführung
kommen, außen etwa in Aluminium, Messing, Bronze oder Edelmetall und innen in Stahlblech.
Holzpfeifen können so 4n sehr zweckdienlicher Weise einen Metalleinsatz erhalten.
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Doppelwandige Blechrohre nach dem Verfahren werden als Rauch- und,
Abluftröhren recht praktisch sein wegen der damit zugleich verbundenen 2-uten Isolierung.
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Sehr zweckmäßig werden nach dem Verfahren hergestellte, in dünner
Schale gemauerte Dampfschornsteine sein, die man mit einem Blechmantel umspannt,
der in schmalen Ringen anmontiert und der Reihe nach gefüllt wird. Die Füllung ist
in diesem Falle am besten Wasserglasmörtel mit Zusatz aus grobem Bimskies. Das Erhitzen
kann hierbei im ganzen nach .der Fertigstellung des Schornsteines erfolgen, bzw.
ergibt es sich dabei durch die Benutzung ganz von selbst.
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Da das die Hülle mit der Füllung verbindende Verspannen nach dem Verfahren
auch schon bei einem lediglich pfannenartig abgebogenen Blech eintritt, so sind
auch plattenförmige Gegenstände, wie z. B. Biberschwanzdachplatten und gut isolierende
Verblendplatten, damit leicht ausführbar.
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Noch stärker isolierende Platten erhält man nach dem Verfahren, wenn
man ein dünnes, wabenförmig gedrücktes, pfannenartiges Blech mit der Masse ausfüllt
und als schließende Decke ein etwas stärkeres, pfannenartiges Blech verwendet.
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Ebene Flächen: der umschließenden Hülle müssen beim Brennen stets
gestützt werden, damit ein Auftreiben durch den Innendruck und ein Hohlliegen der
Hülle nicht eintreten kann. Platten. legt man aus diesem Grunde zum Brennen. am
besten zu größeren Kolonnen zusammen und mit den Breitseiten gegeneinander. Wagenräder
ergeben sich nach dem Verfahren vorteilhaft in der Art, daß man zwei runde Blechstreifen
mit ihren nach außen gehenden Aufkrempungen zwischen Nabe und Umfassungsreifen einnietet
und en. Zwischenraum zwischen beiden von einer Öffnung -der Umfassung her ausfüllt.
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Recht praktisch erweist sich dieses Verfahren auch für Gebrauchs-
oder Ziergegenstände aus Bronze u. dgl°. teuerem Material, die auf .diese Weise
äußerst dünn in den Wandungen erzeugt werden können..
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Der dabei in allen Fällen alsi Füllmasse dienende Wasserglasmörtel
wird je nach der Art und Größe des Gegenstandes von verschiedener Konsistenz sein
und vom Feinmörtel bis zum groben Beton wechseln, und es sind dabei im Innern. auch
noch besondere Armierungseisen mit verwendbar, ähnlich wie dies beim, gewöhnlichen,
Eisenbeton geschieht.
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Diese gegebenen Ausführungsbeispiele sind natürlich nicht erschöpfend,
sondern bieten nur eine orientierende Übersicht.