DE36554C - Neuerungen an elektrischen Apparaten mit Solenoidwirkung auf conaxiale Kerne - Google Patents
Neuerungen an elektrischen Apparaten mit Solenoidwirkung auf conaxiale KerneInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. September 1885 ab.
Die Verwendung eines Solenoids in- Verbindung mit einem conaxialen; einziehbaren' Eisenkern
zur Herstellung von elektrischen- Apparaten,, wie z. B.. Bogenlampenregulatoren, Mefsinstrumenten
u. dergl. m., mufste bisher aus folgenden. Gründen, eine beschränkte bleiben:
Es ändert sich die;Kraft der Anziehung mit
der relativen; Lage des Kernes zum: Sölenoide
beträchtlich,,, und es findet Anziehung- in dem
nämlichen: Sinne überhaupt nur für V.erschie-·
bung des Kernes; um eine zu-, seiner Länge'
yerhältnifsmäfsig kurze Strecke statt. So liefert die Combination eines cylindrischen Kernes
mit einern Sölenoide Bewegung im nämlichen Sinne nur hei Verschiebung des; ersteren um
seine halbe Länge, da der. Comcidenz- von Kernmitte. und Solenoidmitte die Gleichgewichtslage,
also- der Nullwerth der Anziehung entspricht. Auch: bei Verwendung: eines konischen Eisenkernes von den üblichen Dimensionen kann man nur um. etwa 2/s. der Kernlänge verschieben,, bis die Gleichgewichtslage,
erreicht ist.
Bessere Resultate, sowohl, in Bezug; auf die
Gröfse: der zulässigen Verschiebung; wie auch
auf die Constanz der Wirkung, als bei. den
eben besprochenen Anordnungen erreicht man mit einem Apparat von folgender einfacher
Construction:
Ein Cylinderelektromagnet ist innerhalb eines kürzeren festen Doppelsolenoids mit Doppelpol
(Folgepunkt) in der Mitte und gleichen Polen an den Enden verschiebbar und wird der
Wirkung eines das letztere umkreisenden Stromes ausgesetzt. Die beiden Theilsolenöide
können hinter einander oder parallel geschaltet sein, wenn nur der Bedingung genügt wird,
dafs ihre nach aufsen liegenden' Endpole die
nämlichen sind. Der regulärpolige Elektromagnet kann extra erregt werden oder mit
dem" Sölenoide in demselben Stromkreis liegen.
Natürlich kann man statt der hier angegebenen Combination auch einen festen Elektromagneten
mit einem beweglichen Sölenoide in Wechselwirkung, treten lassem
Das Functioniren eines derartigen Apparates erkennt' man. am leichtesten, wenn man sich
die Anziehung zwischen einem einfachen Sölenoide und einem conaxialen Magneten oder
Elektromagneten graphisch veranschaulicht.
Sind die Pole des Solenoids und des Elektromagneten wie in Fig. 1 gewählt und denkt
man sich das Solenoid von der Lage I in die
Lage II und III bei feststehendem Elektromagneten gerückt, so ist die dieser Verschiebung
entsprechende Anziehüngscurve die ebenfalls in Fig. ι gezeichnete; dafs in Lage II
keine Wirkung stattfindet, ist ohne Weiteres klar, und dafs für I und III die: Maximalwirkung
eintritt, folgt aus dem hier vorhandenen sehr geringen Abstande des einen
Solenoidpoles von- dem bezüglichen Elektromagnetpol,
sowie daraus, dafs die auftretenden Kräfte in einer höheren Potenz der Entfernung
der beiden wirksamen Pole abnehmen.
Denkt man sich nun ein zweites dem ersten gleiches, aber entgegengesetztpoliges Solenoidin
derselben Richtung wie jenes über den Elektromagneten geschoben, so ist die diesem
entsprechende Anziehüngscurve offenbar der ersten entgegengesetzt gleich und hat die Form,
wie sie Fig. 2 zeigt. Endlich stelle man sich vor, Solenoid 1 sei zusammen und in starrer
Verbindung mit Solenoid 2 wie oben bewegt, dann ist die anziehende Kraft für jeden Ort
dieses Systems gegeben durch die algebraische Summe der Anziehungen, die den Einzelsolenoiden
für die von ihnen eingenommenen (und von einander verschiedenen) Orte entsprechen.
Befindet sich nun Solenoid 2 rechts von Solenoid 1 (s. Fig. 3), so ist die auf das
letztere ausgeübte Kraft absolut genommen bei der Bewegung von I nach II kleiner und bei
der von II nach III gröfser als die, mit welcher Solenoid 1 bewegt wird, und es findet
also für das ganze System und die ganze Verschiebung von I nach III immer ein Ueberwiegen
der positiven. Kraft statt. Die Anziehungscurve für das Doppelsolenoid erhält
man einfach durch algebraische Addition der für jede Lage in Betracht kommenden beiden
Einzelkräfte; sie verfäuft stets auf der positiven Seite der Abscissenachse und hat die Form,
wie sie Fig. 3 zeigt.
Es fragt sich jetzt noch, ob man nicht die Gröfse der Kraft, mit welcher das Doppelsolenoid
durch den Elektromagneten bewegt wird, bei gleichbleibenden Dimensionen des ersteren steigern kann. Letzteres ist in der
That allerdings auf Kosten der für die Verschiebung zulässigen Strecke I bis III möglich.
Man kann z. B. die Gröfse der Kraft gleich der in Fig. 1 und 2 gezeichneten maximalen
machen, wenn man sich mit einer Verschiebung halb so grofs, wie sie in Fig. 3 zulässig ist,
begnügt. Man fügt, um dies zu erreichen, die beiden Halbsolenoide nicht unmittelbar an
einander, sondern verbindet sie starr so, dafs zwischen ihnen ein freier Raum bleibt und
dafs sich das zweite Halbsolenoid in der Mitte des Elektromagneten befindet, während das
erste noch das Ende desselben umgiebt (siehe Fig. 4). Bildet man jetzt die algebraische
Summe der beiden Einzelkräfte, so ist sie gleich der maximalen Kraft, die auf das erste
Solenoid wirkt, und behält diese Gröfse nahezu constant bei, wenn man das System der beiden
Solenoide so weit verschiebt, bis das Ende des zweiten mit dem Ende des Elektromagneten
zusammenfällt.
Aus dem Vorstehenden ergiebt sich, dafs in der That die beschriebene Combination zweier
entgegengesetztpoligen Solenoide mit einem Elektromagneten geeignet ist zur Erzielung
einer bei Verschiebung des beweglichen Theiles auf gröfsere Strecken immer positiv und nahezu
constant wirkenden Kraft, und dafs man mittelst derselben Solenoide nach Belieben entweder
eine weniger starke, aber bedeutende Verschiebungen zulassende Wirkung oder bei Verschiebung innerhalb engerer Grenzen eine
verhältnifsmäfsig beträchtliche Wirkung erhalten kann. Für Bogenlampenregulatoren
z. B. oder für elektrische Mefsinstrumente wird also das Doppelsolenoid in Verbindung mit
einem Elektromagneten eine sehr vortheilhafte Verwendung finden.
Dafs man statt des Elektromagneten auch ein gewöhnliches regulärpoliges Solenoid von
gleicher Länge verwenden, sowie dafs man das beschriebene System ganz oder theilweise aus
permanenten Stahlmagneten combiniren kann, ist ersichtlich; ebenso auch, dafs Elektromagnet
und Doppelsolenoid von gekrümmter Form sein dürfen.
Unter Umständen wird die in Fig. 5 gezeichnete Combination vortheilhaft sein, welche
sich nur dadurch von den vorigen unterscheidet, dafs die beiden Theilsolenoide jedes
mit einem besonderen Elektromagneten in Wechselwirkung treten. Im übrigen sind dieselben
auch starr mit einander verbunden und entsprechen in ihrer Lage gegen die zugehörigen
Elektromagnete der Fig. 4.
Endlich kann man auch umgekehrt denselben Elektromagnet mit mehreren in starrer Verbindung
stehenden Doppelsolenoiden combiniren, um die Constanz der Wirkung zu erhöhen.
Claims (1)
- Patent-AnSPRhch:Die Verbindung eines Magnetkernes, der entweder aus einem Elektromagneten oder permanenten Magneten oder einem Solenoide bestehen kann, mit einem relativ zu diesem Kern beweglichen und derartig angeordneten Doppelsolenoide, dafs die entgegengesetzten Pole der beiden Solenoide dieses letzteren einander gegenüberliegen oder, wie in Fig. 5, neben einander liegen, und dafs diese beiden Solenoide entweder, wie in Fig. 3 oder in Fig. 4 oder in Fig. 5 gezeichnet ist, zu einander und dem Kern gelagert sind.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE36554C true DE36554C (de) |
Family
ID=312364
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT36554D Expired - Lifetime DE36554C (de) | Neuerungen an elektrischen Apparaten mit Solenoidwirkung auf conaxiale Kerne |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE36554C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1083930B (de) * | 1956-09-26 | 1960-06-23 | Int Computers & Tabulators Ltd | Elektrisch betaetigte Antriebsvorrichtung |
-
0
- DE DENDAT36554D patent/DE36554C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1083930B (de) * | 1956-09-26 | 1960-06-23 | Int Computers & Tabulators Ltd | Elektrisch betaetigte Antriebsvorrichtung |
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