DE3545598C2 - Verfahren zur Herstellung von Polyoxyalkylen-polyaminen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polyoxyalkylen-polyaminen

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polyoxyalkylen-polyaminen durch Umsetzung einer OH-end­ ständigen Polyoxyalkylen-Verbindung, die in Molekular­ gewicht von mindestens etwa 500 aufweist, mit Ammoniak und Wasserstoff in Gegenwart eines Raney-Nickel-Kata­ lysators unter Bedingungen der wasserfreien reduktiven Aminierung.
Gemäß US-PS 3 236 895 werden Polyoxyalkylendiamine durch Umsetzung eines Polyoxyalkylendiols mit Ammoniak in Gegenwart von Wasserstoff hergestellt. Die Beispiele 8-14 dieser Patentschrift sind auf die Umsetzung eines Polypropylen-glykols mit Ammoniak in Gegenwart von Was­ serstoff und einem konventionellen Raney-Nickel-Kata­ lysator gerichtet. Die Ausbeute an dem gewünschten Produkt liegt im Bereiche von etwa 40 bis etwa 70%.
US-PS 3 215 742 offenbart ebenfalls die Herstellung von Alkylendiaminen und zwar insbesondere die Herstellung von Hexamethylendiamin aus 1,6-Hexandiol durch Um­ setzung des Diols mit Ammoniak in Gegenwart von Raney- Nickel.
In US-PS 3 347 926 ist ein Verfahren zur Herstellung aliphatischer Amine, wobei OH-enthaltende Ausgangsma­ terialien mit einem Aminierungsmittel in Gegenwart ei­ nes Raney-Nickel-Katalysators umgesetzt wird, wobei der Katalysator eine kleinere Menge Chrom enthält.
US-PS 3 654 370 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polyoxyalkylen-polyaminen, wobei ein Polyoxyalkylen­ polyol mit Ammoniak in Gegenwart von Wasserstoff und einem Katalysator umgesetzt wird, wobei der Katalysator durch die Reduktion eines Gemisches von Oxiden des Nickels, Kupfers und Chroms hergestellt wurde.
Die europäische Patentanmeldung 0 022 532 offenbart den Einsatz von pelletiertem Raney-Nickel in einem kontinu­ ierlichen Verfahren zur reduktiven Aminierung einer Verbindung von niedrigem Molekulargewicht, wie z. B. von Neopentylalkohol zur Herstellung des entsprechenden Neopentylamins. Ausbeuten und Selektivitäten der Umsetzung sind niedrig.
Die europäische Patentanmeldung 0 081 701 offenbart den Einsatz von konventionellem Raney-Nickel bei der Aminierung eines Polyethertriols mit einem Molekular­ gewicht von 600. Die Aminogruppen werden lediglich zu 80% umgesetzt.
Aus DE-OS 24 12 057 ist ein Verfahren zur partiellen Aminierung von Polyoxyalkylenpolyolen in Gegenwart eines Ni/Co/Cr-Katalysators bekannt.
US-PS 4 124 758 betrifft die reduktive Aminierung von Cellulosederivaten über einem Katalysator aus der Gruppe, die u. a. Raney-Nickel umfaßt, in Gegenwart von Wasser.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Polyoxyalkylen­ polyamine in hoher Ausbeute und Selektivität herzustellen.
Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Verfahren erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen von Anspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
Zur Bereitstellung des erfindungsgemäßen Katalysators wird beispielsweise eine Nickel/Aluminium-Legierung mit einer Base, wie beispielsweise Natriumhydroxid, so behandelt, daß das Aluminium nur teilweise aus der Legierung herausgelöst wird, so daß das Endprodukt etwa 60 Gew.-% bis etwa 75 Gew.-% Nickel und entsprechend etwa 25 Gew.-% bis etwa 40 Gew.-% Aluminium enthält. Der Katalysator liegt vorzugsweise in Nugget- Form vor. Er wird eingesetzt als Katalysator zur re­ duktiven Aminierung von OH-endständigen Polyoxyalky­ len-Verbindungen mit einem Molekulargewicht von etwa 500 oder mehr, wodurch überraschenderweise die ent­ sprechenden Polyoxyalkylenamine in vorzüglicher Aus­ beute und vorzüglicher Selektivität hergestellt wer­ den.
Der erfindungsgemäße Katalysator liegt in der Form von Raney-Nickel vor, genauer gesagt in der Form von Raney-Nickel/Aluminium zur Abgrenzung ge­ genüber der konventionellen Form des Raney-Nickels, welche nicht mehr als etwa 10 Gew.-% Aluminium enthält. Der erfindungsgemäße Katalysator wird von der Firma W. H. Grace & Co. hergestellt und vertrieben. Die Her­ stellung erfolgt durch Auslaugen des Aluminiums aus einer Aluminium/Nickel-Legierung mit einer Base wie beispielsweise Natriumhydroxid. Während zur Herstellung des konventionellen Raney-Nickel-Katalysators im we­ sentlichen alles Aluminium herausgelöst wird, enthält der erfindungsgemäße Katalysator mindestens noch etwa 25 Gew.-% Aluminium. Raney-Nickel/Aluminium-Katalysatoren für das erfindungsgemäße Verfahren enthalten geeigne­ terweise etwa 60-75 Gew.-% Nickel und 25-40 Gew.-% Aluminium. Der erfindungsgemäße Katalysator enthält insbesondere etwa 65 Gew.-% bis etwa 75 Gew.-% Nickel und entsprechend etwa 25 Gew.-% bis etwa 35 Gew.-% Aluminium.
Der Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator kann in Pulver­ form zur chargenweisen Durchführung des erfindungsge­ mäßen Verfahrens eingesetzt werden. Vorzugsweise wird jedoch der Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator in der Form eines Festbettes zur kontinuierlichen Durchführung eingesetzt, wobei der Katalysator in Nugget-Form vor­ liegt, das heißt in Stück- oder Brockenform mit einer Teilchengröße von etwa 1 mm bis 20 mm, so daß die Teilchen mindestens 1 mm in ihrer längsten Dimension lang sind und vorzugsweise etwa 1-10 mm in ihrer längsten Dimension. Die Oberfläche des Raney-Nickels in Pulver­ form ist normalerweise etwa 80-100 m2/g, während die Oberfläche des Raney-Nickel/Aluminium-Katalysators, wie er erfindungsgemäß eingesetzt wird, etwa 25 m2/g oder geringer ist. Der bevorzugt eingesetzte Kataly­ sator in Nugget-Form hat auch eine verhältnismäßig niedrige Porosität von etwa 0,01 bis etwa 0,03 ml/g.
Der Fachmann erwartet an sich, daß die Umsetzungsge­ schwindigkeit mit steigendem Molekulargewicht des Einsatzmaterials langsamer wird. Ebenso ist an sich zu erwarten, daß eine hohe Katalysatoraktivität ver­ bunden ist mit großer Oberfläche und hoher Porosität. Entgegen diesen Erwartungen wurde überraschenderwei­ se festgestellt, daß bei der kontinuierlichen Durch­ führung des erfindungsgemäßen Verfahrens unter Ein­ satz eines Reaktors mit einem Festbett des Raney- Nickel/Aluminium-Katalysators in Nugget-Form das hochmolekulare OH-endständige Polyoxyalkylen-Einsatz­ material durch das Katalysatorbett in Gegenwart von Ammoniak und Wasserstoff unter den Bedingungen der reduktiven Aminierung mit einem hohen stündlichen Durchsatz und ohne wesentlichen Austrag des Kata­ lysators durchgeführt werden kann. Die Umsatzgeschwin­ digkeiten sind überraschenderweise größer mit Einsatz­ materialien von hohem Molekulargewicht gemäß der vor­ liegenden Erfindung als mit niedermolekularem Einsatz­ material.
Die erfindungsgemäß eingesetzten Polyoxyalkylenpolyole sind OH-endständige Polyoxyalkylen-Verbindungen, her­ gestellt durch die Umsetzung eines Epoxids, wie bei­ spielsweise Ethylenoxid, Propylenoxid oder Butylenoxid mit einem Initiator zur Bildung eines OH-endständigen Alkoxylierungsproduktes. Bevorzugtes Einsatzmaterial sind OH-endständige Polyoxypropylen- und Poly(oxyethylen­ oxypropylen)-diole und -triole. Die Funktionalität des Einsatzmaterials ist jedoch nicht kritisch für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. So kön­ nen beispielsweise Verbindungen so verschieden wie Monoalkylether von Polyoxypropylenglykolen, -tetrolen, -hexolen usw. eingesetzt werden. Es ist jedoch wich­ tig, daß das Einsatzmaterial ein durchschnittliches Molekulargewicht von mindestens etwa 500 und insbeson­ dere ein durchschnittliches Molekulargewicht von etwa 500 bis etwa 10.000, wie beispielsweise ein durch­ schnittliches Molekulargewicht von etwa 1.000 bis etwa 8.000 aufweist.
Monoalkyl-glykolether, die erfindungsgemäß eingesetzt werden können, weisen die folgende allgemeine Formel auf
worin
R' eine C1 bis C12-Alkylgruppe,
R Wasserstoff, Methyl, Ethyl, Propyl und/oder Butyl, und
x eine positive Zahl mit einem Wert von etwa 4 bis 100 bedeuten, wobei das Molekulargewicht mindestens etwa 500 beträgt.
Diole, die erfindungsgemäß eingesetzt werden können, weisen die folgende allgemeine Formel auf:
worin
R Wasserstoff und/oder Methyl, Ethyl oder Butyl bedeuten und
x eine positive Zahl mit einem Wert von etwa 3 bis etwa 170 ist, wobei das Molekulargewicht mindestens etwa 500 ist.
Geeignete Polyoxyalkylendiole, wie beispielsweise Poly­ oxypropylendiole, haben die folgende Formel:
worin
x eine Zahl mit einem Wert von etwa 3 bis etwa 100 bedeutet, wobei das Min­ destmolekulargewicht des Moleküls etwa 500 beträgt.
Beispiele von Einsatzmaterial mit der Struktur der For­ mel II sind Polyoxypropylendiole mit einem durchschnitt­ lichen Molekulargewicht von etwa 500 oder mehr, worin x einen Wert von 6-7 bedeutet, Polyoxypropylendiole mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von etwa 2.000, worin x einen durchschnittlichen Wert von etwa 33 hat, und Polyoxypropylendiole mit einem durchschnitt­ lichen Molekulargewicht von etwa 4.000, worin x einen durchschnittlichen Wert von etwa 60 aufweist.
Als weiteres Beispiel für ein Polyoxyalkylendiol, das erfindungsgemäß eingesetzt werden kann, wird ein Ein­ satzmaterial mit der folgenden Formel
angegeben,
worin
b einen Wert von etwa 8 bis etwa 100 und a+c einen Wert von etwa 2 bis etwa 3 hat.
Beispiele für Einsatzmaterialien mit der Struktur der Formel IV sind die folgenden
Eine weitere Klasse von bevorzugten Einsatzmaterialien sind Polyoxyalkylen-triole, wie beispielsweise solche der allgemeinen Formel:
worin
R' eine Methylengruppe bedeutet und
R'' Wasserstoff oder Methyl und
n 0 oder 1 bedeutet und worin die Summe von x+y+z einen Wert im Bereiche von etwa 5 bis etwa 170 und vorzugsweise bis etwa 100 auf­ weist.
Beispiele von Verbindungen der Formel V sind folgende:
Eine weitere Klasse von Einsatzmaterialien, welche für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet sind, sind Tetrole, Pentole, Hexole und Heptole der fol­ genden Formel:
worin
n eine positive Zahl mit einem Wert von etwa 2-5 ist und
die Summe von x+y+z einen Wert von etwa 7 bis 170 aufweist.
Im folgenden ist die Herstellung der Polyoxyalkylen-poly­ amine beschrieben:
Die Produkte des erfindungsgemäßen Verfahrens werden er­ halten durch Umsetzung eines Polyoxyalkylenpolyol-Ein­ satzmaterials mit Ammoniak in Gegenwart von Wasserstoff und Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator unter den Bedin­ gungen der reduktiven Aminierung.
Hierzu werden insbesondere etwa 4 bis etwa 150 Mol Ammoniak pro OH-Äquivalent des Einsatzmaterials und etwa 0,5 bis etwa 10 Mol-Äquivalent Wasserstoff pro OH-Äquiva­ lent des Einsatzmaterials eingesetzt.
Die Reaktionstemperatur beträgt zweckmäßigerweise etwa 150 bis 280°C und vorzugsweise etwa 170 bis 250°C. Der Druck liegt zweckmäßigerweise im Bereiche von etwa 35 bis etwa 700 bar und vorzugsweise im Bereiche von etwa 70 bis etwa 277 bar.
Die Reaktionszeit beträgt im Chargenverfahren zweckmä­ ßigerweise etwa 0,1 bis etwa 6 Stunden und insbesondere etwa 0,15 bis etwa 2 Stunden.
Wird die Umsetzung im kontinuierlichen Verfahren durch­ geführt unter Einsatz des Katalysators in Nugget-Form, beträgt die Reaktionszeit zweckmäßigerweise etwa 0,1 bis etwa 2,0 g des Einsatzmaterials pro Stunde und cm-3 des Katalysators und insbesondere etwa 0,3 bis etwa 1,6 g des Einsatzmaterials pro Stunde und cm3 Katalysator.
Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Er­ findung:
Beispiel 1 (5838-63)
In einen Rohrreaktor, der annähernd 95 ml Raney-Nickel/Alu­ minium-Katalysator in Nugget-Form mit einem durch­ schnittlichen Durchmesser von 6,35 min (1/4'') enthielt, wurden gleichzeitig 47,6 g/h Polyoxypropylen-glykol mit einem Molekulargewicht von 2000, 51 g/h Ammoniak und 8 l/h Wasserstoff gegeben. Der Reaktor wurde bei 200°C und 13,9 MPa gehalten. Eine Probe der Reaktionsmischung wurde nach Abstreifen in einem Rotationsverdamp­ fer bei 98°C/4000 Pa (30 mm Hg) analysiert. Hierbei wurden die folgenden Werte erhalten: 1,03 mÄq/g Gesamt-Acetylier­ bare, 0,87 mÄq/g Gesamt-Amine und 0,86 mÄq/g primäre Amine.
Der Reaktor wurde sodann im wesentlichen auf die glei­ che Weise jedoch bei Temperaturen von 210, 220 und 230°C betrieben. Die Reaktionsbedingungen und Analysenwerte der jeweils erhaltenen abgestreiften Reaktionsprodukte sind im folgenden angegeben:
Tabelle 1
Beispiele 2-6 (5868-66, 5868-67, 5868-74, 5868-77, 5868-81)
Der Reaktor mit Raney-Ni/Al-Katalysator wurde unter den in Tabelle II angegebenen Bedingungen betrieben. Die Analysenwerte für diese Beispiele ebenso wie Be­ dingungen und Analysenwerte für Beispiel 1 sind in Tabelle II angeführt.
Nach der Durchführung des letzten Ansatzes der Tabelle II war der Katalysator 147 Stunden in Betrieb gewesen. Die physikalischen Bedingungen waren die gleichen wie beim Einsatz. Wie aus dem letzten Ansatz (5838-81-3) zu entnehmen ist, war die Aktivität des Katalysators vorzüglich.
Den Tabellen I und II kann entnommen werden, daß ein Polyoxypropylen-diamin mit einem Molekulargewicht von 2000 mit hohem Umsatz und Selektivität bei hoher Diol-Zugabegeschwindigkeit hergestellt wurde.
Beispiel 7 (5777-77)
Als Katalysatorbett wurde in diesem Falle ein pelletier­ ter Ni/Cu/Cr-Katalysator der gleichen Zusammensetzung wie in der US-PS 3 654 370 eingesetzt (75 Mol% Nickel, 23 Mol% Kupfer und 2 Mol% Chrom). Die Umsetzung erfolgte unter den in Tabelle III angegebenen Bedingungen. Es ist festzustellen, daß der jeweilige Umsatz sogar bei niedrigeren Beschickungsgeschwindigkeiten niedri­ ger liegt als für die Ansätze bei entsprechender Tempe­ ratur und Druck gemäß Tabelle II.
Beispiele 8, 9, 10 (5868-43, 5868-44, 5868-46)
Der Reaktor mit Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator in Nugget-Form mit einer Größe von 3,327-2,362 mm (6-8 mesh) wurde unter den Bedingungen der Tabelle IV be­ trieben. Die Ergebnisse sind ebenfalls in Tabelle IV angegeben und lassen erkennen, daß dieser Katalysator sogar aktiver ist als der Katalysator mit einer Korn­ größe von 6,35 mm der Beispiele 1-6. Nach einem Ein­ satz von etwa 60 Stunden befand sich der benutzte Ka­ talysator noch in ausgezeichneter physikalischer Kon­ dition. Es waren bei der Durchführung der Beispiele etwa 1 Gew.-% bezogen auf das Katalysatorgesamtgewicht Katalysator in Pulverform gebildet worden.
Beispiele 11, 12 (5868-22, 5868-26)
Ein größerer Reaktor mit 1100 ml eines anderen Her­ stellungsansatzes des Raney-Nickel/Aluminium-Kataly­ sators in Nugget-Form mit einer Korngröße von 6,35 mm (1/4'') (verschieden von dem Katalysator der Beispiele 1-6) wurde unter den Bedingungen der Tabelle V be­ trieben. Die Ergebnisse, die ebenfalls in Tabelle V zusammengestellt sind, zeigen auf, daß die Aktivität des Katalysators der in diesen Beispielen eingesetzt wurde, obgleich dieser Katalysator weniger aktiv war als der Katalysator der Beispiele 1-6, dennoch mindestens so gut war, wie die Aktivität des Ni/Cu/Cr-Katalysators des Beispieles 7.
Beispiel 13 (5868-31)
Es wurde der gleiche Reaktor und der gleiche Kataly­ sator wie in den Beispielen 11 und 12 verwendet. Als Einsatzmaterial wurde ein Polyoxypropylen-glykol einge­ setzt, das ein Molekulargewicht von 5000 besaß und drei endständige OH-Gruppen besaß. Die Umsetzung wurde unter den Bedingungen der-Tabelle VI durchgeführt. Aus den Ausgaben dieser Tabelle ist zu entnehmen, daß mit diesem Kata­ lysator auch dieses Polyol zu einem Polyamin umgesetzt wurde.
Beispiel 14 (5868-32)
Es wurde der Reaktor und der Katalysator der Beispiele 11-13 eingesetzt und ein Polyoxypropylen-glykol mit einem Molekulargewicht von 230 und zwei endständigen OH- Gruppen umgesetzt. Die Umsetzung erfolgte unter den in Tabelle VII angegebenen Bedingungen. Die Angaben der Tabelle VII zeigen auf, daß nach diesem Beispiel le­ diglich Ergebnisse erhalten wurden, wie diese auch mit den gleichen niedermolekularen Alkanolen über Raney- Nickel erhalten werden. Sogar bei niedrigeren Diol-Be­ schickungs-Geschwindigkeiten waren die Umsetzungen niedriger als für das Polyol mit einem Molekulargewicht von 5000.
Beispiel 15 (5868-23)
Handelsüblicher Raney-Nickel-Katalysator (Grace 2800) wurde durch wiederholtes Waschen des nassen Katalysators mit tert.-Butylamin und anschließendes Trocknen in ei­ ner Stickstoffatmosphäre wasserfrei gemacht. Ein Rühr­ autoklav mit einem Inhalt von einem Liter wurde mit 217,79 g des Polyols des Beispieles 13 mit einem Moleku­ largewicht von 5000, 50,16 g des wasserfreien Katalysa­ tors und 88,4 g Ammoniak beschickt. Der Autoklav wurde mit Wasserstoff gespült und ein Wasserstoffdruck bei Raumtemperatur von 32 bar eingestellt. Sodann wurde der Autoklav schnell auf 245°C erhitzt und die Temperatur im Bereiche von 242 bis 250°C (durchschnittlich 248 °C) 26 Minuten lang gehalten. Der Druck betrug 186,5 bis 18,7 MPa (187,2 bar) . Der Autoklav wurde sodann schnell auf Raum­ temperatur abgekühlt. Ein Teil des Inhaltes wurde fil­ triert und abgestreift (im Rotationsverdampfer bei 98°C, 3300 Pa (25 mm Hg). Die Analyse ergab die folgenden Werte: 0,59 mÄq/g Gesamt-Acetylierbare, 0,57 mÄq/g Gesamt-Amine und 0,56 mÄq/g primäre Amine.
Dieses Beispiel demonstriert die schnelle Umsetzung ei­ nes Polyoxypropylenglykols mit hohem Molekulargewicht unter Anwendung eines konventionellen Raney-Nickel-Ka­ talysators.
Beispiel 16 (5838-84)
Dieses Beispiel wurde wie Beispiel 15 durchgeführt, wo­ bei jedoch der Katalysator nicht wasserfrei war. Es wur­ de vielmehr ein wasserfeuchter Katalysator,wie er vom Hersteller erhalten worden war eingesetzt. Die Menge des Katalysators betrug 69,5 g und die Menge des eingesetzten Polyols 162,5 g sowie die Menge des Ammoniaks 119,7 g. Die Reaktionstemperatur von 225°C wurde 1,5 Stunden auf­ rechterhalten. Der Druck betrug 20,9 MPa (209 bar). Die Analyse des Umsetzungsproduktes ergab 0,63 mÄq/g Gesamt-Acety­ lierbare, 0,14 mÄq/g Gesamt-Amine und 0,12 mÄq/g primäre Amine.
Dieses Beispiel illustriert die Notwendigkeit, daß die reduktive Aminierungsreaktion im wesentlichen in Abwe­ senheit von Wasser durchgeführt werden muß.
Beispiel 17 (5868-6)
Beispiel 16 wurde im wesentlichen wiederholt, wobei je­ doch der eingesetzte Katalysator wasserfreies Raney- Nickel war und davon 45,2 g eingesetzt wurden. Die Ana­ lyse des Produkts ergab die folgenden Werte: 0,62 mÄq/g Gesamt-Acetylierbare, 0,57 mÄq/g Gesamt-Amine und 0,56 mÄq/g primäre Amine.
Beispiel 18
Ein Polyoxypropylen-glykol mit einem Molekulargewicht von annähernd 8000, hergestellt durch mehrfache Addition von Propylenoxid an Sucrose, wurde mit einer Beschickungs­ geschwindigkeit von 336 g/h zusammen mit 504 g/h Ammoniak und 50 l/h Wasserstoff durch einen Rohrreaktor mit ei­ nem Inhalt von 1200 ml gepumpt, wobei in einem Rohrreaktor ein Granulat von Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator 3,327-2,362 mm, (6 × 8 mesh) enthalten war. Die Temperatur wurde bei etwa 215°C und der Druck bei 14,6 MPa (146 bar) gehalten. Der flüssige Abstrom wurde bei 98°C/4000 Pa (30 mm Hg) abgestreift und die Analyse ergab die folgenden Werte: 1,02 mÄq/g Gesamt-Acetylierbare, 0,98 mÄq/g Gesamt-Amine und 0,97 mÄq/g primäre Amine.

Claims (7)

1. Verfahren zur reduktiven Aminierung von Polyolen in Gegenwart von Raney-Nickel, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung von Polyoxyalkylen-polyaminen OH- endständige Polyoxyalkylen-Verbindungen, die ein Molekulargewicht von mindestens etwa 500 aufweisen, mit Ammoniak und Wasserstoff in Gegenwart eines Raney-Nickel- Katalysators unter Bedingungen der wasserfreien reduktiven Aminierung umsetzt, wobei als Katalysator ein Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator eingesetzt wird, der mindestens etwa 25 Gew.-% Aluminium enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator einge­ setzt wird, der erhalten wurde aus einer Nickel/Alu­ minium-Legierung, welche mit einer starken Base so behandelt ist, daß das Aluminium aus der Legierung nur teilweise ausgelaugt wurde und der Katalysator etwa 60 bis etwa 75 Gew.-% Nickel und etwa 25 bis etwa 40 Gew.-% Aluminium enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator einge­ setzt wird, der durch Behandlung mit Natriumhy­ droxid erhalten wurde.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator in Nugget- Form eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine OH-endständige Polyoxyalkylen-Verbindung, die ein Molekulargewicht von etwa 500 bis 10.000 aufweist, mit etwa 4 bis etwa 150 Mol-Äquivalenten Ammoniak und etwa 0,5 bis etwa 10 Mol-Äquivalenten Wasserstoff unter wasserfreien Bedingungen in ei­ nem Reaktor, der den Katalysator in einem Festbett enthält, bei einer Temperatur im Bereich von etwa 150°C bis etwa 280°C und einem Druck im Bereich von etwa 35 bis etwa 700 bar für eine Zeit in Kontakt gebracht wird, die ausreicht, mindestens einen Teil der Verbindung zum entsprechenden Polyoxyalkylen-polyamin umzusetzen.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Raney-Nickel/Aluminium-Katalysator in Nugget- Form eingesetzt wird, der eine Oberfläche von nicht mehr als etwa 25 m2/g, eine Porosität von etwa 0,01 bis etwa 0,03 ml/g und eine Teilchengröße von etwa 1 mm bis etwa 20 mm aufweist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung bei einer Temperatur im Bereich von etwa 170°C bis 250°C und einem Druck im Bereich von etwa 70 bis etwa 277 bar durchgeführt wird.
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