DE3540326C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Blasenspülvorrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Eine solche Blasenspülvorrichtung ist
aus der Literaturstelle "Iglesias Resectoscope with
Simultaneous Irrigation, Suction and Low Intravesical
Pressure" von Jos´ J. Iglesias, M. D., vorbekannt.
Das dort verwendete Resektoskop ist in der DE-OS
23 59 524 und der DE-OS 26 17 556 näher beschrieben.
Bei der vorbekannten Blasenspülvorrichtung wird mittels
des vorzugsweise 70 cm oberhalb des Operationstisches
angeordneten Irrigators Spülflüssigkeit dem Zuführkanal
des Resektoskops und über dieses der Blase des Patienten
zugeführt, und die mit bei der Resektion angefallenen
Gewebeteilen und Blut vermengte Flüssigkeit wird über den
an das Resektoskop angeschlossenen Abführkanal wieder über
die Saugeinrichtung abgeführt. Diese besteht aus unter
Vakuum gehaltenen Flaschen, deren Luftraum an eine Saug
pumpe angeschlossen ist. Mit dieser bekannten Blasen
spülvorrichtung kann die urethrale Resektion bei
durch die vergrößerte Prostata des Patienten verengter Harn
röhre durchgeführt werden, wobei mittels einer stromdurch
flossenen Schlinge Gewebeteile durch Hochfrequenz-Chirurgie
abgetragen werden.
Diese bekannte Blasenspülvorrichtung hat den Nachteil, daß es
bei größeren abgetragenen Gewebeteilen zum Flüssigkeitsstau
am relativ engen Abführkanal des Resektokopes kommen kann.
Andererseits besteht die Gefahr, daß die Blase kollabieren
kann, wenn keine Gewebeteile im Abführkanal befindlich sind
und wenn durch den Saugunterdruck der Saugeinrichtung die
Flüssigkeit zu schnell abgezogen wird. Diese bekannte Blasen
spülvorrichtung hat ferner einerseits zu wenig Differenz
druck, um die Blase freizuspülen, und birgt andererseits die
Gefahr, daß es bei zu hohem Druck zur Sprengung der Blase
kommen kann. Außerdem können die Druckverhältnisse des
Spülsystems bei dieser bekannten Blasenspülvorrichtung
nicht konstant gehalten werden, sondern differieren stark.
Aus der DE-OS 26 52 155 ist eine Blasenspülvorrichtung
vorbekannt, die jedoch ohne ein Resektoskop arbeitet. Hierbei
ist ein Vorratsbehälter für die Spülflüssigkeit über eine
Schlauchleitung mit einem als Dreiwegebahn ausgebildeten
Saughahn verbunden, der einerseits an einen Evakutions-oKatheter und andererseits über eine weitere Schlauchleitung
an einen Steinrezipient angeschlossen ist, der wiederum
über eine dritte Schlauchleitung mit einem Auffangeimer für
die Spülflüssigkeit verbunden ist. Mit dieser bekannten
Blasenspülvorrichtung, die im übrigen auch ohne jede
Saugpumpe arbeitet, ist eine Regelung und Überwachung des
Druckes der Spülflüssigkeit in der Blase nicht möglich.
Aus dem DE-GM 79 13 758 ist eine Vorrichtung zum Spülen
und Absaugen bei der Prokto- und Rektoskopie bekannt, bei
welcher eine Saugeinrichtung aus unter Vakuum gehaltenen
Flaschen vorgesehen ist, deren Luftraum an eine Saugpumpe
angeschlossen ist. Mit dieser Vorrichtung kann keine
gleichmäßige Entfaltung des Organes erfolgen. Es sind weder
eine Regelung noch eine direkte Messung von Druckverhältnissen
im Körperorgan möglich. Die Verwendung eines Resektoskopes
ist hierbei nicht vorgesehen.
Aus der DE-OS 33 38 758 ist eine weitere Vorrichtung zur
Perfusion von Flüssigkeiten in Körperhöhlen bekannt, bei
welcher unter Verwendung einer Peristaltikpumpe Flüssigkeiten
in Körperhöhlen, insbesondere bei der operativen Arthroskopie,
eingeführt werden. Hierbei handelt es sich jedoch um eine
einkanalige Vorrichtung, bei welcher ganz andere Druckverhält
nisse vorliegen als beim Gegenstand der Erfindung. Außerdem
ist die Verwendung eines Resektoskopes hierbei ebenfalls
nicht vorgesehen.
Das bei der gattungsgemäßen Blasenspülvorrichtung verwendete
Resektoskop ist in der DE-OS 23 59 524 und in der DE-OS
26 17 556 näher beschrieben, wobei das Resektoskop gemäß
DE-OS 26 17 556 mit einer elektrisch aufheizbaren Schneid
elektrodenbaugruppe versehen ist. Nachteilig hierbei ist,
daß mit dieser bekannten Vorrichtung weder ein konstanter
Druck in der Blase erzeugt noch überwacht werden kann, so
daß der Druck beim Auftreten des ersten Fehlers über den
zulässigen Blaseninnendruck ansteigen kann.
Der Erfindung liegt von daher die Aufgabe zugrunde, die
eingangs genannte Blasenspülvorrichtung dahingehend zu
verbessern, daß einerseits ein konstanter Druck in der
Blase erzeugt werden und andererseits der Druck beim Auf
treten des ersten Fehlers nicht über den zulässigen Blasen
druck ansteigen kann.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruches 1. Mit anderen Worten erfolgt die
Steuerung der Peristaltikpumpe mittels eines zur Messung
des Blaseninnendruckes vorgesehenen separaten Meßkanales,
der auf die an den Abführkanal unmittelbar angeschlossene
Peristaltikpumpe derart einwirkt, daß der Saugunterdruck der
Peristaltikpumpe in Abhängigkeit vom gemessenen Blaseninnen
druck geregelt wird. Der Saugunterdruck stellt sich
infolge der mittels der Peristaltikpumpe gesteuerten
Saugleistung ein, wobei durch die Regelung des Saug
unterdruckes die Erzeugung eines konstanten Druckes
in der Blase erreicht und ein unzulässiger Druckanstieg
beim Auftreten eines Systemfehlers verhindert wird.
Hierdurch wird einerseits verhindert, daß beim ersten
auftretenden Fehler, z. B. einer teilweisen Verstopfung
des Abführkanales durch ein größeres Gewebeteil, ein
unzulässig hoher Blaseninnendruck erzeugt wird.
Andererseits wird jegliches Kollabieren der Blase
verhindert, da bei einem mittels des Meßkanales gemessenen
Druckabfall in der Blase sofort der Saugunterdruck der
Peristaltikpumpe heruntergeregelt wird. Es läßt sich somit
ein in Abhängigkeit von der Regelgröße konstanter Blasen
innendruck erzeugen, so daß die transurethrale Resektion
mittels des Resektoskopes in verschiedener Hinsicht ver
bessert werden kann. Einerseits wird die Beobachtungs
qualität für den Operateur verbessert, da konstante
Druckverhältnisse innerhalb der Blase bessere Belichtungs
möglichkeiten und damit Sichtmöglichkeiten für den
Operateur bieten. Andererseits ist eine sehr große Sicher
heit gegen das Auftreten eines unzulässig hohen Blasen
innendruckes gegeben, da beim Auftreten eines Fehlers der
Saugunterdruck sofort heruntergeregelt werden kann. Ferner
wird jegliches Kollabieren der Blase vermieden und schließ
lich wird die Zeit, die für eine transurethrale Resektion
unter Narkose benötigt wird, erheblich verkürzt, da ein
Unterbrechen der Resektion nicht mehr erforderlich ist.
Die Messung des Blaseninnendruckes erfolgt über den separaten
Meßkanal innerhalb eines in der Blase
gebildeten Luftpolsters. Hierzu kann an den separaten Meß
kanal eine Zuleitung für ein Spülgas, z. B. CO2-Gas, ange
schlossen sein. Die Druckmessung des Blaseninnendruckes
erfolgt dann über eine stehende bzw. ruhende Gassäule.
Ein besonderer Vorteil gegenüber dem Stand der Technik
besteht in der Verwendung der an den Abführkanal unmittelbar
angeschlossenen Peristaltikpumpe. Diese kann aufgrund
ihrer Eigendynamik schnell einen hohen Unterdruck im Abführ
kanal aufbauen, um Verstopfungen in diesem zu beseitigen,
da kein Ballastvolumen vorhanden ist, welches im Stand der
Technik durch das Volumen der unter Vakuum gehaltenen Flaschen
der Saugeinrichtung gegeben ist. Somit kann auch aber Ab
führkanal im Resektoskop im Querschnitt besonders klein
gehalten werden.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung
näher dargestellten Ausführungsbeispieles einer Blasenspül
vorrichtung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Prinzipanordnung der Blasenspülvorrichtung,
Fig. 2 ein Diagramm des Arbeitsdruckes über der Zeit,
Fig. 3 eine Ansicht auf ein teilweise geschnitten
dargestelltes Resektoskop der Blasenspülvorrichtung
mit darin vorgesehenem separatem Meßkanal und
Fig. 4 ein Prinzipschema zum Freihalten des Meßkanales
von Flüssigkeit mittels CO2-Gas.
Die Fig. 1 zeigt eine Blasenspülvorrichtung zur transurethralen
Resektion mittels eines nur im Prinzip dargestellten Resektos
kopes 1 welches in die Blase 2 des Patienten eingeführt ist.
Das Resektoskop 1 hat einen Zuführkanal 3 zur Zufuhr von
Spülflüssigkeit, welche über einen Irrigator 4 zugeführt wird.
Dieser hängt einstellbar an einem Rahmengestell 5 in einer
Höhe H über das Blase 2, welche den maximalen Blaseninnen
druck bestimmt. Die Höhe H beträgt vorzugsweise 70 cm.
Das Resektoskop 1 weist weiterhin einen Abführkanal 6 auf,
welcher an ein Filter 7 angeschlossen ist, welches mit
einem Sieb 8 versehen ist. Über das Filter 7 ist der Ab
führkanal 6 unmittelbar an eine Pumpe 9 angeschlossen,
welche als Peristaltikpumpe ausgebildet ist; eine solche
Peristaltikpumpe ist z. B. in der DE-OS 33 38 758
genauestens beschrieben. Eine solche Peristaltikpumpe ist
als Rollenradpumpe ausgebildet, deren Rollenrad 10 etwa
halbkreisförmig von einem Abrollbügel 11 umgeben ist, gegen
den die Rollen des Rollenrades 10 den Verbindungsschlauch 12
zur Bewirkung der Pumpbewegung drücken.
Zur Messung des Innendruckes der Blase 2 ist ein separater
Meßkanal 13 vorgesehen, der in Fig. 1 als Verbindungs
schlauch dargestellt ist. Der Meßkanal 13 endet in einem
Steuergerät 14, welches in nicht näher dargestellter Weise
die Pumpe 9 steuert. Somit kann der Saugunterdruck der
Pumpe 9 in Abhängigkeit vom gemessenen Blaseninnendruck
geregelt werden. Das freie Ende 15 des separaten Meß
kanales 13 endet vorzugsweise in dem innerhalb der Blase 2
gebildeten Luftpolster 16, so daß die Druckmessung als
Luftdruckmessung innerhalb der Blase über eine stehende
bzw. ruhende Gassäule erfolgt.
Die Fig. 2 zeigt den in Abhängigkeit von der Regelgröße
leicht über die Zeit schwankenden Blaseninnendruck, welcher
nach einer kurzen Anfangsphase auf einen konstanten Blasen
innendruck p eingeregelt wird.
Die Fig. 3 zeigt ein in seinem Grundaufbau vorbekanntes
Resektoskop 20 mit Beobachtungsoptik 21, Schaft 22,
Zuflußhahn 23, Ablaufhahn 24 und HF-Elektrode 25. An
den Zulaufhahn 23 ist der Zuführkanal 3 angeschlossen. Mit
dem Abflußhahn 24 ist der Abführkanal 6 verbunden. Innerhalb
des Resektoskopes 20 ist der separate Meßkanal 13 in Form
einer Druckmeßkanüle 18 im Innenrohr 19 ausgebildet, welche
Kanüle 18 mit ihrer Öffnung 15 etwa am Vorderende des Resek
toskopes 20 endet und mit ihrem Anschlußende 18′ über den
Meßkanal 13 mit dem Steuergerät 14 verbunden ist.
Die Fig. 4 zeigt ein Prinzipschema einer Spüleinrichtung 16
zum Freihalten des Meßkanales 13 von Flüssigkeit. Diese
Spüleinrichtung 16 ist über eine Verbindungsleitung 17
(Fig. 1) mit dem Meßkanal 13 verbunden, welcher einerseits
mit dem Steuergerät 14 und andererseits mit dem Resektoskop
1, 20 in Verbindung steht. Die Spüleinrichtung 16 umfaßt
eine CO2-Patrone 26, eine erste Druckstufe 27 mit Druck
sicherung 28, eine zweite Druckstufe 29 mit Drucksicherung
30, ein Feinregulierventil 31 sowie einen Ein-/Aus-Schalter
32. Mittels der Spüleinrichtung 16 kann CO2-Gas in derart
winzigen Gasmengen in die Meßleitung 13 eingeblasen werden,
daß der Meßkanal 13 gerade von Flüssigkeit freigehalten
werden kann. Dennoch kann eine kontinuierliche Druckmessung
durchgeführt werden.
Claims (2)
1. Blasenspülvorrichtung für ein Resektoskop zur trans
urethalen Resektion, mit einem an den Zuführkanal des
Resektoskops angeschlossenen Irrigator und mit einer an
den Abführkanal des Resektoskops angeschlossenen Saugein
richtung mit einer regelbaren Saugpumpe,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Schaft des Resektoskops (20) ein separater Meß kanal (13) zum Messen des Blaseninnendrucks angeordnet ist,
daß unmittelbar an den Abführkanal (6) des Resektoskops (20) eine Peristaltikpumpe (9) als Saugpumpe angeschlossen ist und
daß der Saugunterdruck an der Peristaltikpumpe (9) in Abhängigkeit vom gemessenen, im Luftpolster der Harnblase (2) herrschenden Luftdrucks geregelt wird.
daß im Schaft des Resektoskops (20) ein separater Meß kanal (13) zum Messen des Blaseninnendrucks angeordnet ist,
daß unmittelbar an den Abführkanal (6) des Resektoskops (20) eine Peristaltikpumpe (9) als Saugpumpe angeschlossen ist und
daß der Saugunterdruck an der Peristaltikpumpe (9) in Abhängigkeit vom gemessenen, im Luftpolster der Harnblase (2) herrschenden Luftdrucks geregelt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der im Schaft des Resektoskops (20) angeordnete
separate Meßkanal (13) mit einer Spüleinrichtung (16) für
gasförmige Medien verbunden ist.
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Publications (2)
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Owner name: WIEST, PETER P., DIPL.-ING., 1000 BERLIN, DE |
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| 8381 | Inventor (new situation) |
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