DE3529068A1 - Anordnung zum zwangsweisen loeschen eines thyristors - Google Patents
Anordnung zum zwangsweisen loeschen eines thyristorsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zum zwangsweisen Löschen
eines Thyristors, wie er im Oberbegriff des Anspruches 1 näher definiert
ist.
Solche Schaltungen sind als Hybrid-Chopper-Schaltungen bekannt und z. B.
der etz-a, Band 99 (1978), Heft 11, Seiten 678 bis 681 entnehmbar. Die
dortigen Schaltungen sind mit Transistorlöschkreisen beschrieben, auf die
Verwendung von GTO-Thyristoren im Löschkreis wird jedoch hingewiesen.
In Fig. 1 der vorliegenden Anmeldung ist eine solche bekannte Schaltung
mit GTO-Löschkreis dargestellt. Sie besteht aus einem zu löschenden
Hauptventil V 1 und einem Kommutierungskreis, der aus einem Kondensator
C2 und einem abschaltbaren Halbleiter, hier ein GTO-Thyristor V2,
besteht. Der Kondensator C2 wird durch eine Nachladeeinrichtung, die hier
nur prinzipiell durch die Spannungsquelle U 2 und die Drossel L 2 dargestellt ist auf konstanter
Spannung gehalten. Die Drossel L L soll alle im Kreis vorhandenen
Leitungs- und Bauelementeinduktivitäten beinhalten.
Ausgehend von einem konstanten Strom I 0 ergibt damit ein Kommutierungsvorgang
gemäß Fig. 2, wo der Strom-, Spannungs- und Leistungsverlauf
dargestellt ist. Wird zum Zeitpunkt t 1 der GTO-Thyristor V2 eingeschaltet,
dann steigt der Strom i V2 mit einer Steilheit, die durch die
Spannung U 2 und die Induktivität L L bestimmt ist, an. Es wird angenommen,
die Kapazität des Kondensators sei so groß, daß der Spannungsabfall
während der kurzen Einschaltzeit des Löschkreises vernachlässigbar ist. Hat
der Strom i V2 zum Zeitpunkt t 2 den Wert I 0 erreicht, wird der Thyristor V1
stromlos. Die Spannung C 2 liegt während der Schonzeit (t 3-
t 2) als negative
Sperrspannung an. Die Zeit (t 3-t 2) muß größer gewählt werden als
die maximal mögliche Freiwerdezeit des Thyristors V1. Zum Zeitpunkt t 3
wird der Strom i V2 durch den Halbleiter V2 abgeschaltet und wechselt
in einen hier nicht dargestellten Freilaufkreis über.
Der untere Kurvenverlauf in Fig. 2 zeigt die den Kondensator C 2 entnommene
Leistung. Den Mittelwert dieser Leistung muß die Nachladeeinrichtung
(U 2/L 2) liefern. Diese Leistung wird bei gegebenem Strom I 0 durch
die Spannung U 2 und die Freiwerdezeit des Thyristors V1 bestimmt.
Dabei wird erkennbar, daß die Forderungen nach einer kurzen Zeit für
den Stromanstieg und einer geringen Nachladeleistung entgegengesetzt
laufen. Für die möglichst kurze Zeit der Stromübernahme in den Löschkreis
wird eine höhere Spannung benötigt, dagegen reicht während der Schonzeit
eine sehr geringe Spannung aus. Diese muß gerade groß genug sein, das
"Freiwerden" des Thyristors V1 zu sichern.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Schaltung dahingehend zu optimieren,
daß man trotz des benannten Zielkonfliktes mit einer geringen Nachladeleistung
und trotzdem kürzerer Kommutierungszeit auskommt, die auch für
den Einsatz von ASCR- und RTL-Schaltungen geeignet ist.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung gemäß den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruches 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind
den Unteransprüchen entnehmbar.
Anhand von schematischen Ausführungsbeispielen der Zeichnung wird die
Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen bekannten Hybrid-Schalter
Fig. 2 Strom-, Spannungs- und Leistungsverlauf für eine Schaltung
nach Fig. 1
Fig. 3 eine Schaltung nach der Erfindung mit erweitertem Abschaltzweig
Fig. 4 zugehöriger Strom-, Spannungs- und Leistungsverlauf
Fig. 5 eine Schaltung für den Einsatz von rückwärts nicht sperrenden
Thyristoren
Fig. 6 eine Schaltungsmodifikation mit Reihenschaltung der Kondensatoren
im Abschaltzweig
Auf die Fig. 1 und 2 wurde schon eingegangen. Fig. 3 zeigt eine Schaltung,
bei der erfindungsgemäß mit zwei Spannungsebenen U 1 und U 2 im Abschaltkreis
gearbeitet wird. Die Bezugszeichen sind so weitgehend wie möglich
beibehalten worden. Bei dieser Schaltung gilt voraussetzend U 2
»U 1,
C 1 » C 2. Zusätzlich mit Fig. 4 wird der Kommutierungsvorgang nunmehr
beschrieben.
Der Kommutierungsvorgang wird durch Zünden des GTO-Thyristors V2
zum Zeitpunkt t 1 eingeleitet. Damit steigt der Strom i V2 an und entlädt
dabei den Kondensator C2. Die Spannungsquelle U 2 und die Kapazität des
Kondensators C 2 sind so bemessen, daß der maximal zu kommutierende
Strom I 0 während der Entladung des Kondensators C2 bis auf die Spannung U 1
erreicht wird. Zum Zeitpunkt t 2 hat der Strom i V2 den Wert I 0 erreicht
und der Kondensator C2 wird linear durch den mit konstanter Höhe I 0
weiterfließenden Strom i V2 entladen. Zum Zeitpunkt t 3 ist der Kondensator
C2 auf den Spannungswert U 1 entladen worden. Bei Vernachlässigung
des Spannungsabfalles an der Sperrdiode V3 wird nun der Kondensator C1
dem Kondensator C2 parallelgeschaltet. Der Stromblock während des Zeitraumes
t 4-t 3 wird - da C 1 » C 2 - überwiegend über den Kondensator
C1 fließen. Zum Zeitpunkt t 4, am Ende der Schonzeit, wird der
Strom im Löschkreis durch den abschaltbaren Halbleiter V2 unterbrochen
und kommutiert in einen hier nicht dargestellten Freilaufkreis. Der untere
Verlauf in Fig. 4 zeigt die Leistung, die den Kondensatoren C 1 und C 2
entnommen wird. Die gestrichelte Kurve stellt zum Vergleich den Leistungsverlauf
aus Fig. 2 dar.
Nach der Erfindung ergibt sich bei gleichem Wert für den Strom I 0 eine
Verminderung der mittleren Nachladeleistung um etwa 50% und eine Verkürzung
der Einschaltdauer t 1 bis t 4 um etwa 28%.
Fig. 5 zeigt eine Schaltungsvariante, die für den Einsatz von rückwärts
nicht sperrenden Thyristoren (ASCR) geeignet ist. Die Dioden V 4 bis V n
haben dabei die Aufgabe, zu hohe negative Sperrspannung am Thyristor V1
zu unterdrücken. Die Nachladespannung U 1 muß hierbei kleiner als die
Summe der Durchlaßspannungen der Dioden V 4 bis V n sein. Im übrigen
sind funktionell zu Fig. 3 keine wesentlichen Unterschiede.
Fig. 6 stellt eine weitere Möglichkeit dar, den Abschaltzweig mit zwei
Spannungsquellen U 1, U 2 aufzubauen. Die beiden KondensatorenC 1 und C 2
sind hier in Reihe geschaltet. Auch hier sind die Voraussetzungen zu erfüllen:
U 2 » U 1 und C 1 » C 2. Zu Beginn des Kommutierungsvorganges
wird Kondensator C 2 entladen bis die Diode V4 leitend wird und den Strom
übernimmt. Dann ist nur noch wie in den vorher betrachteten Schaltungen
die niedrigere Spannung U 1 wirksam.
Die Vorteile der Erfindung liegen in geringerer Nachladeleistung und dadurch
Verminderung der Kosten und des Volumens. Weiterhin ergeben sich
kürzere Einschaltzeiten für den Kommutierungskreis und damit wird eine
Vergrößerung des Stellbereiches erreicht.
Eine weitere Verringerung der Nachladeleistung kann man durch den Einsatz
von Thyristoren mit kürzeren Freiwerdezeiten erzielen. Rückwärts nicht
sperrende und rückwärts leitende Thyristoren haben wesentlich kürzere
Freiwerdezeiten als rückwärts sperrende Thyristoren. Der Einsatz derartiger
schneller Thyristoren ist mit der neuen Schaltung vergleichlich Fig. 5 ebenfalls
möglich geworden, da während der Schonzeit nur eine sehr geringe
negative Sperrspannung am Thyristor anliegt. Somit können auch die Vorteile
schneller, asymmetrischer Thyristoren voll genutzt werden.
Claims (7)
1. Anordnung zum zwangsweisen Löschen eines Thyristors mittels eines
Kommutierungskreises, der einen gleichsinnig parallelgeschalteten,
abschaltbaren Löschhalbleiter sowie einen in Reihe liegenden, aus
einer Spannungsquelle aufladbaren Kondensator enthält,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kommutierungskreis aus zwei einander ablösenden Stufen, einer
Hauptstufe (II) und einer Zusatzstufe (I), in zwei verschiedenen Spannungsebenen
(U C1 und U C2) aufgebaut ist, von denen die Hauptstufe (II)
auf der höheren Spannungsebene (U C2) liegt und für eine möglichst
schnelle Stromübernahme in den Löschkreis über Löschhalbleiter (V2)
vorgesehen ist und die Zusatzstufe (I) auf der niederen Spannungsebene
(C C1) für ein "Freiwerden" des Thyristors (V1) während dessen
Schonzeit wirksam ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zusatzstufe (I) der Hauptstufe (II) unterlagert ist und einen
aus einer Spannungsquelle (U 1) nachladbaren Zusatzkondensator (C 1)
aufweist, der mit einem Pol (-) direkt mit dem gleichnamigen Pol des
Hauptstufenkondensators (C 2) und mit dem anderen Pol (+) über eine
Sperrdiode (V 3) mit dem anderen Pol (+) des Hauptstufenkondensators (C 2)
verbunden ist.
3. Anordnung nach Anspruch 2.
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungsquellen (U 1 und U 2) parallelgeschaltet sind, wobei
die Sperrdiode (V 3) einen Ladungsausgleich verhindert.
4. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Stufen des Kommutierungskreises folgende Bedingungen
gelten: U 2»U 1 und C 1»C 2
5. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 4 für einen rückwärts nicht
sperrenden Thyristor,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Thyristor (V 1) eine Diodenkette (V 4 . . .V n ) antiparallelgeschaltet
ist, wobei die Summe der Durchlaßspannungen der Diodenkette
(V 4 . . .V n ) größer ist als die Nachladespannung (U 1) (Fig. 5).
6. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Hauptstufenkondensator (C 2) der Zusatzkondensator (C 1) in
Reihe geschaltet ist, daß die höhere Spannungsquelle (U 2) an den
äußeren Anschlüssen der in Reihe liegenden beiden Kondensatoren (C 2
und C 1) liegt, am Zusatzkondensator (C 1) die niedere Spannungsquelle
(U 1) angeschlossen ist und dem Hauptstufenkondensator (C 2) eine
Diode (V 4) parallelgeschaltet ist.
7. Anordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Diode (V 4) die gleiche Durchlaßrichtung wie der Löschhalbleiter
(V 2) aufweist.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
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| DE19853529068 DE3529068A1 (de) | 1985-08-10 | 1985-08-10 | Anordnung zum zwangsweisen loeschen eines thyristors |
Publications (2)
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| DE3529068C2 DE3529068C2 (de) | 1987-12-03 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19853529068 Granted DE3529068A1 (de) | 1985-08-10 | 1985-08-10 | Anordnung zum zwangsweisen loeschen eines thyristors |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3529068A1 (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4346309A (en) * | 1979-01-23 | 1982-08-24 | Westinghouse Brake And Signal Co., Ltd. | Controllable rectifier circuit |
-
1985
- 1985-08-10 DE DE19853529068 patent/DE3529068A1/de active Granted
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4346309A (en) * | 1979-01-23 | 1982-08-24 | Westinghouse Brake And Signal Co., Ltd. | Controllable rectifier circuit |
Non-Patent Citations (2)
| Title |
|---|
| GERLACH, Willi: Thyristoren, Berlin, Heidelberg, New York: Springer-Verlag, 1981, S.307 * |
| JUNGE, Günter, NESTLER, Johannes, WREDE, Hans: Löschung von Thyristoren mittels Leistungs- transistoren in selbstgeführten Stromrichtern. In: etz-a, Bd.99 (1978), H.11, S.678-681 * |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3529068C2 (de) | 1987-12-03 |
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