DE350690C - Destillations- und Rektifikationsapparat, insbesondere fuer alkoholische Fluessigkeiten, mit Kompression des Dampfes - Google Patents

Destillations- und Rektifikationsapparat, insbesondere fuer alkoholische Fluessigkeiten, mit Kompression des Dampfes

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DE350690C
DE350690C DE1920350690D DE350690DD DE350690C DE 350690 C DE350690 C DE 350690C DE 1920350690 D DE1920350690 D DE 1920350690D DE 350690D D DE350690D D DE 350690DD DE 350690 C DE350690 C DE 350690C
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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D3/00Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
    • B01D3/001Processes specially adapted for distillation or rectification of fermented solutions
    • B01D3/003Rectification of spirit

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description

  • Destillations- und Rektifikationsapparat, insbesondere für alkoholische Flüssigkeiten, mit Kompression des Dampfes. Während die Verdampfung mit mehrfacher Wirkung verschiedener Lösungen (von Zucker-, Salz-, Glizerinlösungen usw.) erhehlicbe Fortschritte in bezug auf den Dampfverbrauch gemacht hat, haben die Destillationsapparate in dieser Hinsicht keine Verbesserung erfahren. Diese Apparate absorbieren beträchtliche Mengen von Dampf. So verbraucht eine Kolonne für eine Flüssigkeit mit 5 Prozent Alkohol 16 bis 18 kg Dampf für jeden Hektoliter behandelter Flüssigkeit, d. h. 32o bis 36o kg je Hektoliter reinen Alkohols.
  • Ein ununterbrochen arbeitender Rektifikationsapparat verbraucht 250 kg Dampf je Hektoliter reinen Alkohols.
  • Da die latente Wärme des Alkohols nur etwa die Hälfte derjenigen des Wassers ist, so stellen diese Ziffern gewaltige Ausgaben dar. Die ehemals durch - die kontinuierlichen Rektifikationsapparate gegenüber den @@iichtkontinuierlichen verwirklichte Ersparnis be-_ ruht nur auf der Kantinuerlichkeit dieser Apparate und keineswegs auf der Anwendung neuer Prinzipien. Was die direkte Sendung der Phlegrnendämpfe in die Rektifikationssäulen betrifft, so hat sie mir ungenügende Vorteile gebracht. Der durch den Dampfverbrauch aufgehobene 'Nutzen hat dazu geführt, daß diese Anordnung vielfach wieder verlassen wurde.
  • Die Kolonnen mit mehrfacher Wirkung haben früher als gut gegolten, in der Praxis -zeigen diese Apparate aber verschiedene Yachteile und Unbequemlichkeiten, z. ß. erfordern sie hohen Druck, große Installationskosten, mehrfache Rekuperatoren, sind schwierig zu behandeln usw. Außerdem ist die erzielte Dampfersparnis gering, auch ist ilas dabei ausgeübte Verfahren für Kolonnen, die hochgrädige Produkte liefern sollen, nicht anwendbar.
  • Die den Gegenstand der Erfindung bildende Einrichtung, «,-elche bei der Destillation und kektifikation von Flüssigkeiten, insbesondere alkoholischen Flüssigkeiten, Verwendung finden soll, ist für alle nichtkontinuierlichen und kontinuierlichen Apparate anwendbar ttii,t ermöglicht eine beträchtliche Verringerung des Dampfverbrauches der Apparate und die nahezu völlige Vermeidung des Verbrauches an Wasser.
  • Das zur @"erwirlclicliting dieser Ersparnisse angewandte Prinzip ist die Kompression des Dampfes. Es ist zwar bei der \-er(lainpfung von Flüssigkeiten bereits bekannt, die entstehenden Dämpfe mittels eines Kompressors abzusaugen und in den Verdampfapparat zwecks Wärineausnutzang nieder zurückzuführen.
  • Bei Destillations- und Rektifikationsapparaten ist dieses Prinzip aber bis jetzt nicht angewendet worden. Diese Apparate arbeiten mit offenem Kreislauf und verlieren Kalorien im i"berfluß durch den Austritt von heißem Wasser, das von den Kondensatoren kommt.
  • Die Apparate gemäß der Erfindung haben beschlossenen wärmetechnischen Kreislauf, so claß die U'ärme nicht verlorengeht, sondern wiedergewonnen wird und in den Kreislaut zurücktritt.
  • _1,itif der beiliegenden schematischen Zeichnun- zeigt Abb. r die theoretische Anwendung des Erfindungsprinzips bei einem Destillations- und Rektifikationsapparat mit geschlosseneni, wärmetechnischem Kreislauf.
  • Den Destillationsplatten <-1, B wird bei r die zu behandelnde Flüssigkeit zugeführt, die nach der Entgeistung durch 2 in den Erhitzer E und durch die Röhre 3 aus den Apparat abgeleitet wird. Über :3, B sind die Konzeiitrations- und Rektifikationsorgane C, P_ angeordnet, welche die verschiedenen Produkte bei 9, io und ii tragen.
  • Anstatt alle Dämpfe durch 12--nach dem Kondensator zti leiten, werden nup diejenigen, «-elche das aus dem Apparat abgezogene rektifizierte Erzeugnis bilden, dorthin geleitet, während die entstehenden Überschüssigen Dämpfe in bekannter Weise durch Rohr .l und den Kompressor F aufgenommen werden und durch 5 wied2r-in den Erhitzer E zwecks Wärmeausnutzung zurückströmen. Die Kompression der Dämpfe bringt diese auf eine solche Temperatur, daß sie leicht die erhaltenen Rückstände erhitzen können. Die beim Erhitzen der Rückstände in E durch Kondensation entstehende Flüssigkeit wird durch 6 nach einem Reiniger geführt und durch 7 nach den Konzentrationsorganen zurückgebracht. Die nicht kondensierten Produkte steigen durch Rohr 8 hoch.
  • Der Kompressor F wird durch einen Dampfmotor G betrieben, der den Dampf bei 13 erhält. Der entwichene Dampf strömt durch 14 in die Kolonne und trägt zu ihrer Erhitzung bei.
  • Es wird möglich sein, bei Anwendung einer geringen Kompression der Dämpfe nicht nur den Boden, sondern auch eine obere oder mittlere Stufe der Organe .1, B und C, D zu erhitzen.
  • Die so verwirklichte Dampfersparnis ist sehr wichtig und ändert sich mit den besonderen Eigenschaften und mit dem entropischen Diagramm der betreffenden Dämpfe.
  • Der Ertrag'der Kolbenkompressoren ist indessen sehr mangelhaft, und es könnte die angegebene- Vorrichtung unter diesen Verhältnissen nur selten angewandt werden. Außerdem überhitzen sich die Dämpfe gewisser Produkte nicht oder in ungenügender Weise durch Kompression. Der Kolbenkompressor würde also nur in ganz besonderen Fällen anwendbar sein.
  • Es kann infolgedessen der Fall eintreten, daß Kompressoren mit Dampfstrahl verwendet werden müssen.
  • Andererseits aber können die Dampfstrahlkompressionsapparate für Dämpfe von in Wasser löslichen Stoffen nicht benutzt werden. Für die anderen Stoffe, wie Petroleum, Kohlenwasserstoffe, Benzol usw. lassen sie sich nur unter der Bedingung benutzen, daß ein Abschäumen der Abläufe des Reinigers H vorgesehen wird, um die rektifizierten urilöslichen Produkte von dein Wasser zu trennen.
  • Um die Anwendung von Kolbenkompressoren zu vermeiden und um die Anwendung von Kompressoren mit Dampfstrahl für beliebige in Wasser lösliche oder unlösliche Produkte zu ermöglichen, wird die in Abb. 2 dargestellte besondere Vorrichtung benutzt.
  • Bei Anwendung von Wasser als flüssigem Zwischenkondensat wird die Kompression angewandt, gleichviel, welches das entropische Diagramm der behandelten Produkte ist.
  • Die Gesamtheit der aus den Rektifika.tionsorgarlen D austretenden Dämpfe wird nach einem selbsttätig rückläufigen Kondensator I g eleltet.
  • Dieser Kondensator von der Art der Abdampfapparate mit * Röhrenbündeln ist dadurch eigenartig, daß der Zutritt von kaltem Wasser durch die Verdampfung des Kondenswassers geregelt wird, wobei jedes Ausströmen von Dampf ein Fallen des Flüssigkeitsstandes veranlaßt, der= alsbald durch entsprechenden Zulauf von kaltem Wasser ausgeglichen wird. In diesen Kondensator ist das Kondensationswasser unter gegebenem Drucke im Kochen, aber nicht im Umlauf.
  • Die durch 12, ankommenden Dämpfe kondensieren sich zum größten Teil und ergeben eine Flüssigkeit, die durch 15 nach den Rektifikationsorganen zurückgeht. Der obere, nichtkondensierte Teil kommt durch 16 in einem Kühler h: zur Verflüssigung, von wo er nach Abkühlung durch 17 abgeleitet wird.
  • Die in dem Kondensator I an das Wasser abgegebenen Kalorien bewirken die Verdampfung 'dieses Wassers. Der abziehende Wasserdampf wird durch den durch die Röhre 13 ankommenden frischen Dampf in den Strahlkompressor L eingesaugt. Das sich dabei ergebende Dampfgemisch wird beim Austritt aus dem Kompressor komprimiert und in den Erhitzer E geleitet, aus dem das Kondensationswasser in den Reiniger H abläuft. Ein Teil dieses Wassers wird für die Spei-, sung des Kondensators I wiedergenommen.
  • In gewissen Fällen ist es möglich, den Erhitzer E wegzulassen und den komprimierten Dampf unmittelbar nach B zu leiten. -Das ist immer der Fall, wenn die aus B ausfließende Flüssigkeit reines Wasser bzw. Lutterwasser ist, wie bei der Behandlung alkoliolischer Flüssigkeiten.
  • In anderen Fällen wird es, um eine energische Erhitzung ohne Übertreibung der Kompression zu erhalten, nötig, den Er-' hitzer E zwischen den Organen A, B oder C , D anzuordnen. So würde z. B. bei alkoholischen Flüssigkeiten die von B nach A regelmäßig abnehmende Temperatur es nötig machen, bei Anordnung eines Erhitzers in B komprimierten Dampf zu verwenden, dessen Temperatur viel höher ist als diejenige des Dampfes, welche nötig ist; wenn ein Erhitzer in höherer Lage als B angeordnet wird. Ist z. -B. im unteren Teile der Kolonne eine Temperatur von 1o3° und im oberen Teile eine solche von 8o° vorhanden, so ist es nötig, die Temperatur im unteren Teile der Kolonne um 1o3° - 8o° = a3° zu erhöhen. Wird nun der Erhitzer nicht unten, sondern beispielsweise an der Stelle angeordnet, wo die Temperatur 95° beträgt, so bedarf es nur einer Erhöhung der Temperatur um 95' - 8o° =15 °- Es wird also. in diesem Falle die Leistung erheblich vermehrt.
  • Dieses Verfahren ist für alle kontinuierlichen und nichitkontinuierlich:en Apparate anwendbar, und besonders-für die Destillation von alkoholischen Flüssigkeiten mit sehr geringem Alkoholgehalt, z. B. für vergorene Papierlaugen. Bei zusammengesetzten Apparaten können die Kompressoren den Dampf eines Organs benutzen, um ein benachbartes Organ oder selbst einen anderen Apparat zu heizen. So kann in einem kontinuierlichen Weinrektifikationsapparat, bestehend aus einem Reiniger, welcher die Hauptprodukte ausscheidet, und einer den Alkohol konzentrierenden Rektifikationskolonne, ein auf dem Kondensatbr der Kolonne angeordneter Kompressor die Heizung der Rektifikationskolonne ermöglichen.
  • Die gewöhnlich bei den Apparaten benutzten Hilfsvorrichtungen, wie Druckregler, Speiseregler, Kontrollapparate usw. bleiben von den neuen Einrichtungen unbeeinflußt. Es muß noch ein Druckregler für den Kondensator vorgesehen werden, um eine konstante Kondensationstemperatur aufrechtzuerhalten, wenn man eine möglichst selbsttätige Arbeitsweise mit den Apparaten erreichen will.
  • In dem Falle, wo der Hauptteil -reines Wasser ist, z. B. bei der kontinuierlichen Rektifikation von Essigsäure, kann der Kondensator ganz einfach mit Einspritzung von kaltem Wasser arbeiten.
  • In gewissen Fällen ist es möglich, in dein Kondensator I in Wasser unlösliche Flüssigkeiten z. B, Kohlenwasserstoffe, zu verwenden, wenn ihre Dämpfe sich hinsichtlich der Kornpression in gleicher Weise verhalten wie Wasserdampf. In diesem Falle muß man am Austritt des Reinigers H einen Abschäumer hinzufügen, der das Wasser von dem unlöslichen Produkt trennt, das man in den Kondensator gibt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Destillations- und Rektifikationsapparat, insbesondere für alkoholische Flüssigkeiten, mit Kompression des Dampfes, dadurch gekennzeichnet, daß die aus der zu behandelnden Flüssigkeit aufsteigenden Dämpfe in' einem Kondensator (I) ihre latente Wärme an. Vermittlungswasser abgeben und dieses verdampfen, worauf der so gebildete Wasserdampf durch einen Dampfstrahlkompressor (L) komprimiert und einem Röhrenerhitzer (E) zwecks Erhitzung der zu behandelnden frischen Flüssigkeit zugeführt wird, während das gebildete Kondensationswasser vom Erhitzer zur Speisevorrichtung des- Kondensators (I) zurückgeleitet und der komprimierte Wasserdampf unmittelbar in die behandelte Flüssigkeit geleitet werden kann.
DE1920350690D 1919-08-07 1920-02-25 Destillations- und Rektifikationsapparat, insbesondere fuer alkoholische Fluessigkeiten, mit Kompression des Dampfes Expired DE350690C (de)

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