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Vorrichtung zum Erweichen von Schuhspitzen mittels Dampfes. Für diese
Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom z. Juni tost die Priorität auf Grund
der Anmeldung in den Vereinigten Staaten von Amerika vom ei. Dezember mig beansprucht.
Es ist bekannt, den vorderen Teil von Schuhen, insbesondere die dort eingelegte
Versteifungskappe, vor dem Zwicken durch Erwärmung mittels Dampfes weich zu machen,
damit sich der Schaft beim Zwicken der Leistenform gut anschmiegt und Leder und
Kappe nicht zerbrechen oder Risse bekommen. Die ersten Einrichtungen zur Erreichung
dieses Zweckes besaßen einen Dampfraum, in welchem durch Aufträufeln von Wasser
auf eine beheizte Platte Dampf erzeugt wurde. Der Dampf kam daher mit der Außenseite
des Werkstückes in Berührung und mußte längere Zeit einwirken, um die innenliegende
Kappe zu erreichen, und dabei konnte das Holz und die Politur des itn `Werkstück
befindlichen Leistens leiden. Es wurde daher vorgeschlagen, zwischen dem Leisten
und dem Schaft Dampf einzublasen, welchem zur Regelung der Feuchtigkeit mehr oder
weniger Luft beigemengt wurde. Auch bei dieser Einrichtung kommt das Dampfluftgemisch
mit dem Leisten in Berührung, und die Regelung der Temperatur und des Feuchtigkeitsgehaltes
des Dampfes ist unvollkommnen.
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Gemäß der Erfindung wird das Erweichen der Schuhspitzen dadurch bewirkt,
daß Wasser auf eine beheizte Platte aufgeträufelt wird, welche zwischen dem Leisten
und dem Schaft liegt, und auf diese Weise verdunstet, derart, daß der Leisten mit
Wasserdampf möglichst wenig in Berührung kommt. DiesePlatte bildet einen Teil einer
.mit Dampf geheizten Kammer, und das zum Aufträufeln benutzte Wasser wird aus dem
Kondensat des Heizdampfes gewonnen. Durch Ventile kann die Menge des aufgeträufelten
Wassers und die Durchflußgeschwindigkeit des :Dampfes geregelt werden, so daß Temperatur
und Feuchtigkeit in weitem Maße der Beschaffenheit des Werkstückes angepaßt werden
kann. Wenn sehr trockene Wärme für die Erweichung der Kappe erwünscht ist, so kann
man die den Schaft haltende Siebplatte mittels einer undurchbrochenen Platte abdecken,
so -daß kein Wasserdampf auf das Werkstück einwirkt.
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In der Zeichnung ist ein AusfühTungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung dargestellt.
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Abb. r ist eine Draufsicht unter Weglassung gewisser Teile,
Abb.
2 eine Ansicht von hinten, Abb. 3 ein Schnitt nach Linie 3-3 der Abb. 2; Abb. 4.
zeigt eine abgeänderte Ausführungsform.
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-Die Vorrichtung besteht aus einem Gehäuse lo mit Hohlräumen i i,
die teilweise durch Scheidewände g voneinander getrennt sind. An dem einen Ende
dieses Hohlraumes wird durch eine Leitung 12 mit Regulierventil 13 Dampf eingelassen.
Der nicht kondensierte Dampf tritt am anderen Ende durch ein mit Ventil r5 versehenes
Rohr 14 aus. Das Kondensat sammelt sich in dem verengten unteren Teil 16 des Gehäuses.
Ein Rohr 2o taucht in diese Mulde ein, welches -durch einen Nippel ig und eine Verschraubung
18 mit einem längs des Gehäuses verlaufenden Rohr 17 verbunden ist. Das Rohr 17
steht mit einem Träufelrohr 2i, das mit Ventil 40 vQrschen ist, in Verbindung. Durch
dieses Rohr 21 tropft das im Rohr 2o durch den Dampfdruck hochgepreßte Kondensationswasser
in das Loch 22, das an einem Flansch 23 am Gehäuse io vorgesehen ist. Unterhalb
dieses Flansches ist die obere Fläche 2.4 des Gehäuses muldenförmig ausgebildet
und mit Rippen 25 versehen, auf welche eine gelochte Platte 26 aufgelegt wird. Die
hintere Seite des Gehäuses io ist durch mittels Schrauben d.2 befestigte Platten
41 verschlossen. Am vorderen Ende ist eine Auflageplatte 33 mit Ausschnitten 36
vorgesehen. In diese Ausschnitte ist d#e Führung von Anschlagstücken 35 eingesetzt,
die mittels Schrauben 38 und Handmuttern 37 in eingestellter Lage gehalten werden.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Durch das Öffnen des
Ventils 13 wird Dampf in das Gehäuse eingelassen. Das Ventil 15 wird so weit geöffnet,
daß im Innern -les Gehäuses ein Druck vorhanden ist, welcher der gewünschten Temperatur
entspricht. Das sich in der Mulde 16 sammelnde Kon-#lensationswasser wird durch
den Dampfdruck im Rohr 2o aufwärts gedrückt und gelangt in ,las Rohr 17, aus welchem
eine mittels des Ventils -to regelbare Menge heraustropft. Dieses Wasser gelangt
auf die heiße Fläche 2,4 und verdampft an ihr.
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Die Werkstücke, die aus einem Leisten mit der durch Zwecken 30, 32
befestigten Brandsohle und dem durch eine zweite Zwecke hinten befestigten Schaft
28 .bestehen, werden so in die Vorrichtung eingeführt, daß der Leisten von der Platte
33 und dem Anschlag 35 gehalten wird, während der Schaft 28 auf der durchlochten
Platte 26 aufliegt. Der durch die Durchbrechungen dieser Platte hindurchtretende
Wasserdampf kommt somit mit dem Schaft von innen in Berührung. Der vorstehende Rand
43 verhindert, daß Wasser auf den Leisten tropft. Eine größere Anzahl von Leisten
kann nebeneinander in der Vorrichtung angebracht werden. Der auf der Platte 24 gebildete
Dampf steht nicht unter Druck, so daß das Leder nicht durch Temperatursteigerung
leiden kann. Durch Einstellung des Ventils d.o kann der Feuchtigkeitsgrad geregelt
werden. Will man nur trockene Hitze benutzen, so kann das Ventil qo ' vollständig
abgestellt werden, und die von der Fläche 24 ausgestrahlte Wärme wird dann zur Erweichung
der Kappe benutzt. Wenn die Beschaffenheit des Werkstückes eine große Feuchtigkeit
bei geringer Wärme bedingt, so wird das Ventil 15 nur wenig geöffnet, so daß der
Dampf langsam durch das Gehäuse strömt und viel Wasser kondensiert. Soll wenig Feuchtigkeit
bei hoher Temperatur benutzt werden, so werden die Ventile 13 und 15 beide weit
geöffnet, und der Dampf strömt dann rasch durch das Gehäuse. Mittels der drei Ventile
13, 15 und q.o kann daher Temperatur und Feuchtigkeitsgrad geregelt werden.
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Wenn einzelne von mehreren Werkstücken mit trockener Hitze behandelt
werden sollen, so kann eine nicht durchbrochene Platte 45 (gemäß Abb. q.) auf die
Platte 26 aufgelegt werden. Man .braucht bei Benutzung dieser ._ Platte nicht erst
abzuwarten, bis das auf der Platte 24 etwa noch stehende Wasser verdampft ist. Die
Platte 45 wird durch einen hakenförmigen Flansch 46 gehalten.