DE3466C - Hydro-elektrische Bremse - Google Patents
Hydro-elektrische BremseInfo
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Description
1878.
Klasse 20.
SABATIER in ALAIS und POUGET in MONTPELLIER. Hydro-elektrische Bremse.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Juni 1878 ab.
Vorliegende Erfindung hat eine neue hydroelektrische Bremse zum Gegenstand, anwendbar
an allen Maschinen, hauptsächlich an dem Material der Eisenbahnen.
Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, ist die Elektricität und der Wasserdruck auf neue
Art dienstbar gemacht worden, der letztere erzeugt durch eine Pumpe nach neuem System.
Die beiliegenden Zeichnungen zeigen die neue Bremse, wie dieselbe auf einer Axe A A*, Fig. 1,
z. B. derjenigen eines Eisenbahnwagens, angebracht ist.
Die Bremse bestellt aus zwei Gufseisencylindern JV und JV*, Fig. 1, welche mittelst
Keilen t und t *, Fig. 1 und 8, auf der Axe A A *
befestigt sind und so mit letzterer ein Stück bilden; getrennt sind die Cylinder durch einen
cylindrischen, central angeordneten Apparat 0 0*, Fig. ι und 2, welcher um die Axe frei drehbar
ist und eine Zugstange y, Fig. 1 und 3, trägt, die den Bremsklotz S, Fig. 3, mittelst eines
eisernen, fest auf der Axe R, Fig. 3, sitzenden T-förmigen Hebels andrückt; der Hebel bildet
mit der Axe R ebenso ein Stück, wie die Gufscylinder mit der Axe AA*, Fig. 1.
Die Vorrichtung zum Ansetzen der Bremse kann auch durch folgende ersetzt werden.
Anstatt auf die Räder mittelst des Bremsklotzes, kann man z. B. direct auf die Axe
selbst wirken und so ein gleiches Resultat mit einfacheren und billigeren Mitteln erreichen.
Fig. 3 zeigt eine solche Anordnung, welche den Vortheil hat, vollständig die Bremsklötze zu beseitigen.
So kann beispielsweise die Zugstangey an dem Wagenkörper in Punkt W mit einem
Ende befestigt sein, während das andere Ende am Centralapparat 00*, Fig. 1, angebracht ist
und so den letzteren nach jeder Richtung hin am Drehen verhindert und das Bremsen nur
durch die gegenseitige Reibung der Platten LL*, Fig. ι und 2, stattfindet.
In eine schräge Nuth BB*, Fig. 1, deren
Form, Breite und Tiefe sich nach der Kraft, die der ganze Apparat entwickeln soll, richtet,
greift ein durch einen Schlitten DD', Fig. 1,
6 und 8, geführter Zapfen cc', Fig. 1, 6 und 8,
ein. Das Ende c * des Zapfens bildet ein Stück mit dem Kolben EE', Fig. 1 und 6, der neuen
hydraulischen Presse FF* und F'2, Fig. 1, 4 und 6;
dieser Kolben bewegt sich also bei jeder Umdrehung des die schräge Nuth BB* tragenden
cylindrischen Stückes JV, Fig. 1, einmal hin und her.
Das in die Nuth BB* eingreifende Ende des Zapfens cc*, Fig. 1, kann mit einer kleinen
Rolle versehen sein, um die Reibung in den Rinnen zu vermindern.
Die neue Pumpe wirkt saugend und drückend. Der Kolben saugt Wasser aus dem Reservoir G,
Fig. i, 4 und 6, dessen Inhalt mehr oder weniger grofs sein kann, und drückt dasselbe durch das
Rohr HH\ Fig. 1, 6 und 7, in die die beiden Prefskolben
k k * enthaltenden Kammern // '. Die zwei Kolben sind an die cylindrische Platte L,
Fig. ι und 2, befestigt; durch den Druck des Wassers auf die Stirnfläche MM*, Fig. 2, nähert
sich die Platte dem auf der Wagenaxe befestigten gufseisernen Cylinder JV und entwickeln schliefslich
einen so grofsen Druck, dafs die Bewegung rasch (aber ohne Stofs) vermindert und der
Stillstand erreicht wird. Dieselbe Wirkung wird auf der entgegengesetzten Seite durch eine
andere, mit dem Centralapparat O O * verbundene
Platte L * auf dem Cylinder JV * hervorgebracht, so dafs dieser ursprünglich bewegliche Centralapparat
durch den in der Längsrichtung erfolgenden Druck fast unmittelbar mit den zwei Cylindern JVJV* zu einem Stück verbunden und
(sobald die Berührung stattfindet) von diesen veranlafst wird, sich mit zu drehen und die am
Punkte P, Fig. 1 und 3, befestigte Zugstange Y
mitzuziehen. Diese letztere übt einen Zug auf den eisernen Arm Y*, Fig. 3, aus, welcher mit
dem Excenter S' gemeinschaftlich auf der Axe R
sitzt, wodurch der Bremsklotz S gegen die Wagenräder (deren Dimensionen in der Zeichnung
verkleinert sind) gedrückt und die Drehung gehemmt wird.
Im nachfolgenden sollen die nöthigen Anordnungen für den Fall beschrieben werden,
dafs man es vorziehen sollte, die Bremsklötze ganz zu beseitigen. Der bewegliche Centralapparat
O 0\ Fig. i, der durch den Druck
(wie oben beschrieben) mit den Cylindern JVJV* gewissermaafsen zusammengekuppelt wird, hat
das Bestreben, sich mit den letzteren zu drehen, aber infolge des Widerstandes, den er im
Punkte x*, Fig. 3, wo die Zugstange F^solide verbolzt ist, findet, wirkt er nur auf die Cylinder
JVJV* allein und hemmt so die Drehung
der Wagenaxe durch Reibung. Durch dieReibung werden nur die beiden Platten abgenutzt, die
so angeordnet sind, dafs sie sehr leicht ausgewechselt werden können.
Die Pumpe wirkt mittelst zweier Ventile U V, Fig. 4; ein- und ausgerückt wird dieselbe durch
Drehung des Dreiweghahnes X, Fig. 1. Er ist so durchbohrt, dafs, wenn er geöffnet ist, das
Wasser durch die Pumpe F\F' F2 aus dem
Reservoir G gesogen und durch das Rohr H H1
in den Cylinder //', Fig. 2, gedrückt wird; ist der Hahn geschlossen, so tritt das Wasser durch
denselben Hahn wieder in die Pumpe ein, zugleich aber auch durch eine andere Oeffnung,
die der ersten entgegengesetzt angebracht ist, tritt es durch das Entleerungsrohr H2 JI3, Fig. 1,
in das Reservoir G zurück.
Die Bewegung des Hahnes geschieht auf elektrischem Wege und von jeder Entfernung
aus. Zu diesem Zwecke wird ein elektrischer Strom mittelst eines Commutators einem Elektromagneten
a, Fig. 5, (den geöffneten Kasten des Elektromagneten zeigend) zugeleitet, wodurch
der Anker b angezogen wird. Der letztere drückt dabei eine glatte Stange Z\ Fig. 1 und 6,
aufwärts, die am Ende einen Zahn d trägt, hinter den sich eine an der Kolbenstange der
Pumpe befestigte Stange / einhakt, so dafs durch die Kolbenbewegimg die Stange Z' bis
zum Ende des Hubes mitgenommen wird und so der Hahn geöffnet wird.
Diese Stange nimmt ihre erste Stellung dann erst wieder ein, wenn der elektrische Strom
aufhört, sie anzuziehen, indem er nicht mehr die -f- und ■—· Drähte des Elektromagneten
durchläuft. Sie ist alsdann nicht mehr eingehakt und der Hahn χ frei, so dafs er sich durch
das Gegengewicht Z schliefst und durch das Entleerungsrohr H^H*, Fig. 1 und 6, dem
comprimirten Wasser freier Austritt gestattet wird. Das Wasser, infolge der doppelten Durchbohrung
des Hahnes x, tritt in das Reservoir G zurück, wie oben beschrieben..
Fig. 7 zeigt eine der Stirnansichten des Centralapparats, der sich zwischen den gufseisernen
Cylindern befindet. 1 und 2 sind die Kolben, 3 die Axe, 4 die Füfse der Grundplatte der
Pumpe, 5 die Grundplatte der Pumpe, 6 der Pumpenkörper im Schnitt, U das Ventil.
Fig. 8 zeigt die äufsere Stirnseite eines gufseisernen,
zweitheiligen Cylinders, der auf der Axe mittelst eines in die Nuth t greifenden
Keils befestigt ist.
Die Cylinder, sowie der zwischenliegende Centralapparat sind zweitheilig gegossen und
mit stärken Bolzen verschraubt.
Die schnelle Wirkung der Pumpe könnte zu der Befürchtung Anlafs geben, dafs, wenn einmal
der Hahn geöffnet, ein zu plötzlicher Anhalt und vollständiges Festklemmen der Räder
stattfinden könnte. Dieses zu beseitigen, kann man ein oder mehrere Sicherheitsventile an
einer, mehreren oder allen Bremsen eines Zuges anbringen. Diese Ventile werden dadurch hergestellt,
dafs man die Kolben KK*; Fig. 2, der Länge nach durchbohrt und durch ein berechnetes
und durch (darauf liegende) Federn regulirtes Ventil V1 schliefst, so dafs bei zu
grofsem Wasserdruck dieses Ventil sich hebt und das überschüssige Wasser entweichen läfst,
welches so, indem es die reibenden Platten schlüpfrig macht, als Schmiermittel angewendet
wird.
Ein zweites Ventil U1 kann dem Kolbenende
K gegenüber am Grunde der Kammer Z angebracht werden und dasselbe System dann
auch am Kolben K1 angeordnet werden.
Um die Regulirtmg dieses an dem Ende des Kolbens K, Fig. 2, befindlichen Sicherheitsventils
zu erleichtern, kann man die Druckfedern in Z2Z3 anbringen, also in einer rechtwinkligen
Stellung zu derjenigen, welche sie in der Fig. 2 annehmen (siehe Fig. 2a). Das durch
eine seitliche, im Niveau der unteren Ventilfläche angebrachte, Oeffnung entweichende
Wasser dient, wie schon erwähnt, die während der Drehung gegen einander reibenden Flächen
der Stücke L N und Z * N' zu schmieren. Man
kann die Mutter in ihrer regulirten Stellung durch eine übergreifende Gabel vor Verdrehung
schützen. Die Regulirurig geschieht in dieser Anordnung sehr leicht und einfach ohne dabei
den ganzen Apparat aus einander nehmen zu müssen.
In dieser Construction Fig. 2 a müssen die Stücke Z2 und Z3 genügende Metallstärke besitzen,
um darin die Federn, das Ventil und die Druckschraube anbringen zu können.
An allen Punkten, wo Reibung stattfindet, ist für genügende Schmierung gesorgt.
Diese hydro-elektrischen Bremsen können an eine beliebige Anzahl Wagen eines Zuges angebracht
werden, und wenn jede derselben einen besonderen Leitungsdraht besitzt, der z. B. zur
Locomotive führt, so können nach Belieben einige oder alle Bremsen mittelst eines Commutators
zugleich angezogen werden, oder auch nur eine einzelne, indem man den elektrischen
Strom durch den Draht leitet, welcher der Bremse, die in Thätigkeit gesetzt werden soll,
entspricht.
Man kann ferner von diesen Drähten andere abzweigen, die zu dem am hinteren Ende des
Zuges sitzenden Bremser geleitet werden, welcher alsdann ganz unabhängig vom Locomotivführer
oder anderem Zugpersonal für sich allein im Stande ist, den Zug zu bremsen.
Die Räder können bei Anwendung der neuen Sicherheitsventile und eisernen Bremsklötze niemals
bis zum vollständigen Stillstand gebremst werden und nützen sich infolge dessen gleichförmig
ab, ein Punkt von grofser Wichtigkeit in Hinsicht der Oekonomie.
Um zu vermeiden, dafs die im Apparat enthaltene Flüssigkeit gefriere, können das Reservoir
G, Fig. i, sowie die Rohre JHf1 und ZT2ZT3
in den Apparatkörper selbst hineingelegt oder mit schlecht wärmeleitenden Körpern umgeben
werden. Die Flüssigkeit kann, je nach den Jahreszeiten und Klimaten, aus Wasser, mehr
oder mindergrädigem Alkohol oder aus anderen Flüssigkeiten und Mischungen, die in gröfserer
Kälte nicht fest werden, bestehen.
Zu' demselben Zweck kann man auch den ganzen Apparat in eine Art Gehäuse einschliefsen,
in das man ein vom Kessel der Maschine kommendes Rohr einleitet, um darin, wenn es nöthig werden sollte, eine Temperatur
über Null-Grad zu unterhalten. Ferner kann man ein dickwandiges Gehäuse aus die Wärme
nicht leitenden Stoffen umlegen, innerhalb desselben die Temperaturschwankungen unmerklich
werden.
In einzelnen, seltenen Fällen, wo man die Elektricität nicht anwenden kann, mufs der
Hahn direct entweder mit der Hand, einer Schnur oder Stange geöffnet werden.
Für den Fall, dafs ein Zug beim Rangiren oder aus einer anderen Ursache getheilt wird,
ist es nothwendig, dafs die Bremsen auch ohne Elektricität angezogen werden können. Eine
kleine Abänderung der gebräuchlichen Hebelbremsen genügt, das gewünschte Resultat zu
erreichen. Anstatt den Hebel fest auf der Axe zu machen, läfst man ihn ungefähr ein Viertel
des Umfanges frei auf ihr drehen, was man dadurch erreicht, dafs man das Keilloch im
Hebel, statt ihm die genaue Gröfse des Keils zu geben, verbreitert; der Hebel kann so etwas
gesenkt oder gehoben werden, ohne eine Wirkung auszuüben. Der mittlere Theil CO1, Fig. i,
des Apparates kann also ungestört die kleine Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung (je nach
der Fahrrichtung) machen, ohne durch das grofse Gewicht des Hebels auf der Axe daran gehindert
zu werden. Dieser Hebel wird dadurch ein variabler Bremshebel.
Eine ähnliche Abänderung kann an den Schraubenbremsen angewendet werden, damit
diese letzteren nicht die Function des neuen Apparates beeinträchtigen. Es genügt, ein längliches
Loch am Ende der Stange, die an dem, den Bremsklotz andrückenden Hebel befestigt
ist, zu machen, um auch dieser Bremse, wie der Hebelbremse, eine kleine todte Bewegung
nach beiden Richtungen hin zu geben.
Auf diese einfache Weise können alle jetzt angewendeten Bremsen erhalten bleiben.
Wenn zu befürchten steht, dafs ein heftiger Stofs oder eine starke Erschütterung den Hahn x,
Fig. i, schliefsen sollte, kann man zur Vermeidung dieses Uebelstandes den Hebel, der
das Gewicht ζ trägt, aus weichem Eisen machen, und einen zweiten Elektromagneten so anordnen,
dafs er (beim Durchgang des Stroms) diese Stange in der Lage erhält, die dem geöffneten
Hahn χ entspricht. Der Strom umkreist beide Elektromagneten zugleich, und sobald er unterbrochen
wird, schliefst sich der Hahn selbstthätig, wie es oben beschrieben ist.
Claims (2)
1. Das System, einen hydraulischen Druck durch die Kraft des sich bewegenden Zuges
zu erzeugen und zum Bremsen des Zuges zu benutzen, mittelst der angeführten Mechanismen,
wie im wesentlichen beschrieben und dargestellt.
2. Das System, durch Elektricität die oben beschriebene Bremsvorrichtung aus- und einzurücken,
wie es im wesentlichen beschrieben und dargestellt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE9752T |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=5620750
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|---|---|---|---|
| DENDAT3466D Active DE3466C (de) | Hydro-elektrische Bremse | ||
| DENDAT9752D Active DE9752C (de) | Verbesserungen an einer hydroelektrischen j Bremse |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT9752D Active DE9752C (de) | Verbesserungen an einer hydroelektrischen j Bremse |
Country Status (1)
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Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
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0
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- DE DENDAT9752D patent/DE9752C/de active Active
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE9752C (de) |
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