DE344955C - Verfahren und Vorrichtung zur Nutzbarmachung des beim Ablassen von Sulfitzellulosekochern aus der Ablauge frei werdenden Dampfes und der darin enthaltenen sowie der an Lignin gebundenen schwefligen Saeure - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Nutzbarmachung des beim Ablassen von Sulfitzellulosekochern aus der Ablauge frei werdenden Dampfes und der darin enthaltenen sowie der an Lignin gebundenen schwefligen SaeureInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
- D21C11/00—Regeneration of pulp liquors or effluent waste waters
- D21C11/06—Treatment of pulp gases; Recovery of the heat content of the gases; Treatment of gases arising from various sources in pulp and paper mills; Regeneration of gaseous SO2, e.g. arising from liquors containing sulfur compounds
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- Y—GENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
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- Y02P—CLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES IN THE PRODUCTION OR PROCESSING OF GOODS
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- Y02P40/40—Production or processing of lime, e.g. limestone regeneration of lime in pulp and sugar mills
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- Treating Waste Gases (AREA)
- Heat Treatment Of Water, Waste Water Or Sewage (AREA)
Description
Man hat bereits versucht, aus den saueren Ablaugen der Sulfitzellulosefabrikation die
schweflige Säure zur erneuten Verwendung wiederzugewinnen, indem man Lauge und Gas
in einem Abscheider voneinander trennt, das Dampfsäuregemisch sodann kondensiert und das
von dem Dampf befreite Gas nach erfolgter Abkühlung in einem mit Kalk gefüllten Absorpüonsgefäß
durch Berieselung mit frischem
ίο Wasser bindet. Dieses Verfahren hat jedoch den
Nachteil, daß es nur eine teilweise Wiedergewinnung der flüchtigen, aus dem Ablaugendampf
abgespaltenen SO2 Gase gestattet und die schweflige Säure nicht rein, sondern als
kalkhaltiges Produkt erhalten wird, was ihre . Wiederverwendung im Kochprozeß beeinträchtigt.
Ein anderes bekanntes Verfahren beschränkt sich auf die Gewinnung schwefliger Säure aus
den Abgasen. Da der größere Teil der schwefligen Säure jedoch in der Lauge und nur ein
Bruchteil davon an den Dampf gebunden ist, so gestaltet sich'das Verfahren von Anfang an
sehr unwirtschaftlich.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, um die schweflige Säure aus der Ablauge nahezu
vollkommen und in einer Form wiederzugewinnen, die ihre sofortige Wiederbenutzung im
Kochprozeß gestattet. Die Erfindung beruht darauf, daß man in an sich bekannter Weise
den beim Ablassen der heißen Ablaugen aus den Kochern frei werdenden Dampf kondensiert
und das Kondensat unter Abkühlung zur Lösung der mit dem Dampf abgeschiedenen
freien gasförmigen Säure benutzt.
Zu dem Zweck läßt man zunächst in der üblichen Weise die aus den Kochern austretende
überhitzte Ablauge in einen geschlossenen Behälter übergehen, in welchem sich der infolge
der Entspannung der Ablauge frei werdende
Dampf und die ungebundene gasförmige schweflige
Säure abscheiden.
Das Dampfsäuregemisch wird sodann in einem Kondensator abgekühlt und in einem
Gasabscheider getrennt. Von diesem Gasabscheider werden die freien schwefligsaueren
Gase und das entstehende Kondensat auf getrennten Wegen Kühlern zugeführt und, nachdem
sie dort auf eine zweckmäßige Temperatur, to etwa 250 C, abgekühlt worden sind, in ein
Mischgefäß wieder zusammengeleitet, in dem unter Zufügung von genügenden Mengen frischen
Wassers eine nahezu vollkommene Lösung der schwefligen Säure bis zu dreiprozentiger Sättigung
erfolgt. Etwaige bei ungenügender Wasserzuführung noch vorhandene Mengen ungelöster
Säure werden abgesaugt und in den Laugenturm geleitet.
Das neue Verfahren bietet 'den Vorteil, daß der Ablaugendampf und die darin enthaltenen
beträchtlichen Wärmemengen nutzbar gemacht und gleichzeitig die schwefligsaueren Gase,
welche 15 bis 16 Prozent der gesamten auf den Kochprozeß aufgewendeten Frischlauge entsprechen,
als solche in reinem Zustand nahezu vollständig wiedergewonnen werden.
In gleicher Weise kann auch die an das in Lösung befindliche Lignin der Ablauge gebundene
schweflige Säure, welche 20 bis 25 Prozent der aufgewendeten Frischlauge beträgt, unter
Ausnutzung der Dampfwärme wiedergewonnen werden. Diese gebundene Säure wird bei der
Konzentrierung der Lauge im Autoklaven und der Ausfällung des Lignins unter hohem Druck
und bei hoher Temperatur frei. Der dabei angewendete Druck ist etwa 20 Atm., die Temperatur
der Ablauge 200 bis 210 ° C.
Die zur Ausübung des Verfahrens benutzte Vorrichtung ist aus Abb. 1 in einem Aufriß
und aus Abb. 2 in einem Grundriß ersichtlich.
Die Ablauge gelangt in bekannter Weise durch das Zuflußrohr α nach dem Abscheidungsgef äß b
und wird durch das Abflußrohr c abgeleitet. Der freie Ablaugendampf und die schwefligsaueren
Gase dagegen werden ebenfalls in bekannter Weise durch ein Rohr d nach einer
Kühlvorrichtung β geführt, die mit Kühlrohren durchsetzt ist. Kaltes Kühlwasser gelangt
• durch das Rohr f in den Kühler e und tritt erwärmt bei g aus ihm aus. Von dem Kondensator
e gelangen das Kondensat und die noch nicht gelösten Gase durch das Rohr h
in einen Gasabscheider i. Kondensat und Gase ' werden hier voneinander getrennt. Während
das Kondensat durch das Rohr k nach dem Kühler I und von dort durch das Rohr m nach
dem Mischgefäß η gelangt, treten die Gase aus dem Gasabscheider i durch das Rohr 0 und ί
das Kühlgefäß p in das Mischgefäß n, in welches
durch das Rohr q Einspritzwasser zur völligen Lösung der Säuregase geleitet wird. Die gelöste
Säure gelangt durch das Rohr r nach dem Laugenbehälter. Der Ventilator t führt durch
das Rohr s die etwa noch vorhandenen freien Gase nach dem Laugenturm und saugt gleich-Zeitig
die in dem Abscheider b und in dem Kondensator e aus dem Abdampf ausgeschiedene
Luft ab.
Abb. 2 veranschaulicht eine andere Form der Kondensat- und Gaskühlung. Das im Gasabscheider
A abgeschiedene Gas wird unter der Saugkraft des Ventilators D durch einen Kühler
B in das Mischgefäß E abgesaugt, wo etwa noch nicht absorbierte Gase an frisches Wasser,
oder an das in einem zweiten Kühler C gekühlte und ebenfalls abfließende kältere, sauere Kondensat
gebunden werden und von da ab zum Laugenbehälte r F gelangen. Etwaige bei höheren
Flüssigkeitstemperaturen nicht gebundene Gase drückt der Ventilator D in den Laugenturm G.
Claims (3)
1. Verfahren zur Nutzbarmachung des beim Ablassen von Sulfitzellstoffkochern aus
der Ablauge frei werdenden Dampfes und der darin enthaltenen sowie der an Lignin
gebundenen schwefligen Säure, dadurch gekennzeichnet, daß man den beim Ablassen der heißen Ablaugen aus dem Kocher oder
dem Autoklaven frei werdenden Dampf kondensiert und das Kondensat unter Abkühlung
zur Lösung der mit dem "Dampf abgeschiedenen schwefligen Säuregase benutzt.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kondensat
, und die freien schwefligsaueren Gase nach,
erfolgter Trennung im Gasabscheider auf getrennten Wegen Kühlern zugeführt und nach erfolgter Abkühlung in einem Mischgefäß,
gegebenenfalls unter gleichzeitiger Einleitung von Frischwasser, zur völligen Absorption der schwefligsaueren Gase wieder
zusammengeführt werden.
3. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Patentanspruch 1 und 2, bestehend
aus einem Gefäß (b), in dem der Ablaugedampf und die freie schweflige Säure
von der Ablauge getrennt werden und welches mit einem Oberflächenkondensator (e) ver- no
bunden ist, aus dem das Kondensat selbsttätig und die Gase unter dem Einfluß eines
Exhaustors (t) in einen Abscheider (i) gelangen, der mit Kühlvorrichtungen (p, I)
verbunden ist, die an ein gemeinsames Misch- und Lösegefäß (n) angeschlossen sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE347658T | 1914-04-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE344955C true DE344955C (de) | 1921-12-02 |
Family
ID=6256472
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1914344955D Expired DE344955C (de) | 1914-04-21 | 1914-01-21 | Verfahren und Vorrichtung zur Nutzbarmachung des beim Ablassen von Sulfitzellulosekochern aus der Ablauge frei werdenden Dampfes und der darin enthaltenen sowie der an Lignin gebundenen schwefligen Saeure |
| DE1914347658D Expired DE347658C (de) | 1914-04-21 | 1914-04-21 | Verfahren zur Nutzbarmachung des beim Ablassen von Sulfitzellstoffkochern aus der Ablauge frei werdenden Dampfes und der darin enthaltenen sowie der an Lignin ge-bundenen schwefligen Saeure |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1914347658D Expired DE347658C (de) | 1914-04-21 | 1914-04-21 | Verfahren zur Nutzbarmachung des beim Ablassen von Sulfitzellstoffkochern aus der Ablauge frei werdenden Dampfes und der darin enthaltenen sowie der an Lignin ge-bundenen schwefligen Saeure |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE344955C (de) |
-
1914
- 1914-01-21 DE DE1914344955D patent/DE344955C/de not_active Expired
- 1914-04-21 DE DE1914347658D patent/DE347658C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE347658C (de) | 1922-01-23 |
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