DE3427554C2 - - Google Patents
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- C23C22/60—Chemical surface treatment of metallic material by reaction of the surface with a reactive liquid, leaving reaction products of surface material in the coating, e.g. conversion coatings, passivation of metals using aqueous solutions using alkaline aqueous solutions with pH greater than 8
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung einer
haftvermittelnden dendritischen Metallschicht auf einem mit einem chemisch
inerten Kunststoff beschichteten und mit einer Kupferschicht
versehenen Galvanisierkern.
Faserverstärkte Kunststoffe werden zunehmend in einer Viel
zahl industrieller Anwendungen eingesetzt, bei denen ge
ringes Gewicht und hohe Festigkeit verlangt werden. Zu den
ältesten Werkstoffen dieser Gruppe gehören die glasfaser
verstärkten Kunststoffe (GFK), die wegen ihrer chemisch
stabilen polyesterharzmatrix vorwiegend im Behälterbau ver
wendet werden. In den letzten zwanzig Jahren sind Aramid
faser-(AFK), Kohlenstoffaser-(CFK) und Borfaser-(BFK) ver
stärkte Kunststoffe auf den Markt gekommen, die wegen ihres
gegenüber GFK besseren Arbeitsaufnahmevermögens in der
Luft- und Raumfahrt zunehmend metallische Werkstoffe er
setzen (H. Prehn "Faserverstärkte Kunststoffe in der
Luft- und Raumfahrt", aus Kunststoffe 72 (10, 1980), Seiten
622 bis 626). Nach Studien von J. Nixdorf "Zur wirtschaft
lichen Situation der Verbundstoffe", Z. Werkstofftechnik
13, 1982, Seiten 23 bis 28 und N.N. "Einsatz von faser
verstärkten Kunststoffen im Kraftfahrzeugbau", MBB,
WF-Information 1/79, Seite 25 ff, ist mit einer erheblichen
Zunahme von CFK und AFK in den nächsten Jahren zu rechnen.
Als Einsatzgebiete seien hier neben dem Maschinenbau noch
das Bauwesen, die Medizintechnik und Industrie für Freizeit
artikel zu erwähnen.
Das Vordringen der faserverstärkten Kunststoffe in früher
nur Metallen vorbehaltene Gebiete führt zu Problemen, wenn
typische Metalleigenschaften wie Strahlungsfestigkeit oder
gute Leitfähigkeit verlangt werden, wie es insbesondere bei
Bauteilen für den Einsatz im Hochfrequenzbereich der Fall
ist (G. Bürkner, W. Schiller "Das metallisierte Kunststoff
teil übernimmt technische Funktionen", Vortrag auf der
21. Jahrestagung der DG, Münster 1983).
Für diese Anwendungsfälle muß das Kunststoffteil mit einer
geeigneten Metallisierung versehen werden, welche zur Zeit
nach zwei unterschiedlichen Verfahren aufgebaut wird. Davon
ist das älteste Verfahren die sogenannte "direkte" Metalli
sierung eines fertig bearbeiteten Kunststoffteils, dessen
Verfahrensschritte auf die der ABS-Kunststoff-"Galvanisie
rung" zurückgehen (K. Heymann "Neue Wege bei der Galvani
sierung von Kunststoffen", Vortragsveröffentlichungen
Haus und Technik, Heft 341 (1974), Seiten 38 bis 41).
Das Verfahren besteht aus drei Schritten:
- - chemisches Aufrauhen der Kunststoffoberfläche durch Beizen in Chromschwefelsäure oder ähnliche oxidativ angreifende Agenzien
- - Aufbringen einer dünnen Silber- oder Kupferleitschicht in einem Reduktionsprozeß
- - Galvanische Verstärkung der Leitschicht auf die end gültige Dicke (N.N. "Galvanische Beschichtung von CFK-Bauteilen", LTH-Faserverbund-Leichtbau, Ausgabe A, Seiten 1 bis 6).
Aus der Copolymer ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) wird
beim chemischen Aufrauhen die Butadienkomponente derart
herausgelöst, daß eine Oberfläche mit Kavernen entsteht.
In diesen Kavernen kann sich die Metallschicht so gut ver
ankern, daß zur Ablösung Schälkräfte im Bereich von 1 bis
2 kg/cm2 aufgebracht werden müssen (J.E. Mc Caskie,
C. Tasiamis, Plating and Surface Finishing (7, 1982),
Seiten 50 bis 53).
Diese Haftfestigkeiten sind allen gängigen mechanischen
Beanspruchungen gewachsen; nach dem Stand der Technik sind
sie aber generell nur auf mehrphasigen Kunststoffen wie
ABS realisierbar aus denen eine Komponente herausgelöst
werden kann.
Ein Weg, chemisch nicht genügend aufrauhbare Kunststoffe
dennoch haftfest zu metallisieren, besteht darin, die
Kunststoffe mit ABS zu mischen. Beispiele dafür sind nach
G. Bürkner und W. Schiller Mischungen von ABS mit Poly
carbonat, Polysulfon, Noryl und anderen. Bei derartigen
Mischungen sind erhebliche Zugeständnisse an die Anforde
rungen erforderlich, welche an die "reinen" Kunststoffe
gestellt werden können. Bei den eingangs erwähnten Faser
verbundwerkstoffen sind solche Zugeständnisse in der Regel
nicht möglich. Metallisierungen auf der chemisch sehr
inerten Epoxidmatrix der Faserverbundwerkstoffe haben des
halb nur eine unbefriedigende Haftfestigkeit (ca. 150 bis
300 g/cm2, die schon relativ geringen Belastungen, z. B.
einer Temperaturwechselprüfung, nicht gewachsen ist.
Das neuere und heute verwendete Metallisierungsverfahren
ist die sogenannte "Kerntechnik", ein in der Galvanoplastik
verwendetes indirektes Beschichtungsverfahren.
Hier wird zunächst auf ein Negativ des zu formenden Teils,
einen leitenden oder leitend gemachten "Kern", auf galva
nischem Wege eine Metallschicht aufgebracht. Auf diese
Metallschicht wird anschließend nach einer geeigneten Vor
behandlung ("Primerung"), das Faserkunststoff-Laminat auf
gebracht und ausgehärtet. Abschließend wird der Galvanisier
kern durch Herausätzen ("verlorener" Kern, z.B. Aluminium)
oder auf mechanischem Wege ("wiederverwendbarer" Kern, z.B.
Edelstahl) entfernt.
Dieses Verfahren wird bevorzugt zur Metallisierung von
Innenflächen geometrisch hochpräziser Bauteile, z.B. von
Mikrowellenleitern, eingesetzt (R. Suchentrunk "Galvano
formung von HF-Bauteilen", Metalloberfläche 36 (7, 1982),
Seiten 327 bis 332).
Nachteilig ist hierbei, daß auch bei diesem Verfahren der
indirekten Metallisierung keine ausreichende Haftfestigkeit
erreicht wird, weil keine innige Verbindung zwischen Kunst
stoff und Metall entsteht. Messungen der Schälfestigkeit
ergeben Werte, die denen der indirekten Metallisierung ent
sprechen.
Aus der US-PS 33 28 275 ist es bekannt, auf einer Kupferober
fläche eine dendritische Kupferschicht galvanisch aufzubringen.
Maßnahmen zur Haltbarmachung des Gegenstands sind nicht offen
bart.
Aus der DE-AS 14 96 748 ist eine Kupferfolie bekannt, die eine
Vielzahl von Kupfer-/ Kupferoxidteilchen umfaßt, die ihrerseits
von einer Kupferschicht umhüllt sind. Auch hier sind keine Maß
nahmen zur Haltbarmachung offenbart.
Aus der DE-AS 22 35 522 ist eine Kupferfolie bekannt, auf die
galvanisch eine knotenförmige Kupferschicht und eine Zink
schicht aufgebracht werden, die dann teilweise zu einer Messing
schicht umgewandelt werden. Das Verfahren ist relativ aufwendig.
Aus der DE-AS 22 49 794 ist es bekannt, auf einer Kupfer
folie eine arsenhaltige, knötchenförmige Kupferschicht, eine
zweite, umhüllende Kupferschicht und eine dritte, arsenhaltige
Kupferschicht abzuscheiden. Auch dieses Verfahren ist relativ
aufwendig.
Aus der DD-PS 1 12 145 ist es bekannt, auf Kupferfolien einen
kupferhaltigen Belag mit dendritischer Struktur aufzubringen.
Maßnahmen zur Haltbarmachung des Gegenstands sind nicht offen
bart.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Erzeugung ei
ner haftvermittelnden dendritischen Metallschicht vorzuschla
gen, das keinen hohen Aufwand erfordert und korrosionsfeste
Schichten ergibt.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kenn
zeichnenden Merkmale von Anspruch 1 gelöst. Weitere vor
teilhafte Ausführungsmerkmale ergeben sich aus den Unter
ansprüchen.
Der Vorteil der Erfindung besteht darin, daß auf einer nach
dem Metallisierungsverfahren erzeugten Metallschicht auf
galvanischem Wege eine Metallstruktur erzeugt wird, welche
aus baumartigen, stark verästelten Strukturelementen be
steht. Durch eine geeignete Aktivierung der Metallschicht
vor der Abscheidung der die Strukturelemente bildenden
Schicht wird erreicht, daß die Strukturelemente zunächst
auf der die Unterlage bildendenMetallschicht fest verankert
werden. Durch eine spezielle Nachbehandlung der frisch er
zeugten Strukturelemente wird sichergestellt, daß diese bis
zum Aufbringen des Laminats an Luft nicht korrodiert.
Die Abmessungen der Strukturelemente (vertikal und horizon
tal) werden durch die Abscheidebedingungen derart einge
stellt, daß beim Aufbringen des Laminats eine Grenzschicht
mit einer innigen Durchdringung von Kunststoff und Metall
entsteht, wie sie vom System ABS-Metall bekannt ist.
Die Strukturelemente haben nach rasterelektronenmikrosko
pischen Untersuchungen die Gestalt von etwa 5 bis 10 µm
hohen Bäumchen, deren stark verästelte "Kronen" im Durch
messer etwa der Baumhöhe entsprechen. Die Strukturelemente
sind auf der Oberfläche der Strukturschicht gleichmäßig ver
teilt, wobei ihre Abstände bei ca. 5 µm liegen. Es wurde ge
funden, daß der in diese Struktur eingedrungene Kunststoff
das Negativ der Struktur bildet. Im Rasterelektronenmikros
kop läßt sich tatsächlich nach Abätzung der Metallisierung
eine regelmäßige Porenstruktur in der Kunststoffoberfläche
nachweisen.
Messungen der Schälfestigkeit von so erzeugten Metallisie
rungen auf CFK ergeben durchweg Werte zwischen 1 und 2
kg/cm2. Auch bei hoher Beanspruchung durch Temperaturwechsel
konnten keinerlei Ablösungseffekte nachgewiesen werden.
Das Verfahren eröffnet somit die Möglichkeit, mechanisch
oder chemisch nicht aufrauhbare Kunststoffe mit haftfesten
Metallisierungen zu versehen.
Generell sind alle Reaktionsharze für dieses Metallisie
rungsverfahren geeignet; es ist auch anwendbar auf Kunst
stoffe, welche im Spritzgußverfahren verarbeitet werden.
Im folgenden wird anhand zweier Ausführungsbeispiele das
Metallisierungsverfahren beschrieben.
Ein mit einer ca. 10 µm starken Kupferschicht überzogener
Galvanisierkern wird durch einminütiges Tauchen bei ca.
20°C in eine wässerige Lösung aus ca. 100 g/l Schwefel
säure und ca. 70 g/l Kaliumbichromat aktiviert und an
schließend in deionisiertem Wasser zwischengespült. Die
Haftschichtabscheidung erfolgt ebenfalls bei ca. 20°C in
einem ruhenden wässerigen Bad aus ca. 80 g/l Kupfersulfat
und 180 g/l Schwefelsäure bei einer Stromdichte von ca.
10 A/dm2 und einer Pulsfrequenz von ca. 15 Hz in einer
Zeit von 5 Minuten und anschließender Zwischenspülung in
deionisiertem Wasser.
Die Stabilisation erfolgt durch Tauchen bei ca. 20°C in
ca. 20 Sekunden in einer wässerigen Lösung aus ca. 70 g/l
Natriumchlorit und ca. 90 g/l Natriumhydroxid. Die fertige
Haftschicht wird nun gründlich gespült und an Luft bei ca.
80°C getrocknet. Anschließend wird das Laminat aufge
tragen.
In analoger Art und Weise lassen sich auch Haftschichten
aus Nickel, Kobalt, Eisen oder Zinn erzeugen, welche im
Einzelfall aus Kostengründen oder wegen bestehender Ab
wasservorschriften vorzuziehen sind.
Claims (9)
1. Verfahren zur Erzeugung einer haftvermittelnden dendriti
schen Metallschicht auf einem mit einem chemisch inerten
Kunststoff beschichteten und mit einer Kupferschicht ver
sehenen Galvanisierkern, gekennzeichnet durch folgende
Verfahrensschritte:
- a) Aktivierung der Kupferschicht des Galvanisierkerns durch Tauchen in einen sauren wäßrigen Elektrolyten aus Schwefelsäure und Kaliumbichromat,
- b) Zwischenspülung in deionisiertem Wasser,
- c) Galvanisieren in einem ruhenden sauren Elektrolyten mit pulsierendem Gleichstrom bei einer Stromdichte von ca. 10 A/dm2 und einer Frequenz bis ca. 100 Hz,
- d) Zwischenspülung in deionisiertem Wasser,
- e) Stabilisierung der mit den Strukturelementen versehenen Oberfläche durch kurzes Tauchen in einen Elektrolyt aus Natriumchlorit und Natriumhydroxid,
- f) Spülung in deionisiertem Wasser,
- g) Trocknung der Metallschicht an Luft bei ca. 80°C.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zum Galvanisieren eine wässerige Lösung aus Kupfersul
fat und Schwefelsäure verwendet wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Elektrolyte metallarme ruhende Metall
salzlösungen verwendet werden.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeich
net, daß zur Erzeugung der Metallschicht Nickel-, Kobalt-,
Eisen- oder Zinn-Elektrolyte verwendet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß mit Elektrolyten von Raumtemperatur gearbeitet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Aktivierung ein Elektrolyt aus ca. 100 g/l Schwe
felsäure und ca. 70 g/l Kaliumbichromat verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Galvanisieren ein Elektrolyt aus ca. 80 g/l Kupfer
sulfat und ca. 180 g/l Schwefelsäure verwendet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Stabilisierung ein Elektrolyt aus ca. 70 g/l
Natriumchlorit und ca. 90 g/l Natriumhydroxid verwendet
wird.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeich
net, daß die Verfahrensbedingungen so eingestellt werden,
daß Strukturelemente kleiner als 10 µm erzeugt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19843427554 DE3427554A1 (de) | 1984-07-26 | 1984-07-26 | Verfahren zur erzeugung einer haftvermittelnden metallschicht |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19843427554 DE3427554A1 (de) | 1984-07-26 | 1984-07-26 | Verfahren zur erzeugung einer haftvermittelnden metallschicht |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3427554A1 DE3427554A1 (de) | 1986-02-06 |
| DE3427554C2 true DE3427554C2 (de) | 1988-06-23 |
Family
ID=6241621
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19843427554 Granted DE3427554A1 (de) | 1984-07-26 | 1984-07-26 | Verfahren zur erzeugung einer haftvermittelnden metallschicht |
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| Country | Link |
|---|---|
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Families Citing this family (2)
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| US3857681A (en) * | 1971-08-03 | 1974-12-31 | Yates Industries | Copper foil treatment and products produced therefrom |
| BE789715A (fr) * | 1971-10-08 | 1973-02-01 | Yates Industries | Traitement de feuilles de cuivre en plusieurs couches |
| DD112145B1 (de) * | 1974-03-22 | 1986-10-29 | Cordt Schmidt | Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von wischfesten haftbelaegen auf metallfolien, insbesondere auf kupferfolien |
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1984
- 1984-07-26 DE DE19843427554 patent/DE3427554A1/de active Granted
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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