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Verfahren zur Herstellung eines Durchlasses für den beständigen Austritt
kleiner Mengen eines leicht verdunstbaren Brennstoffs aus einem Flüssigkeitsbehälter
für Pyrophor-Feuerzeuge. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Durchlasses für beständigen Austritt kleiner Mengen eines leicht verdunstbaren Brennstoffs
aus dem Flüssigkeitsbehälter für pyrophore Feuerzeuge derjenigen Art, bei denen
der flüssige Brennstoff innerhalb des Feuerzeuggehäuses in einem besonderen Flüssigkeitsbehälter
aufbewahrt wird. Bei den Feuerzeugen dieser Art besteht ein Übelstand darin, daß
meistenteils die Durchtrittsöffnung für den flüssigen Brennstoff zu weit ist bzw.
nicht genügend abgeschlossen ist, und daß infolgedessen zuviel Brennstoff durch
diese Öffnung hindurchtritt bzw. sogar Flüsssigkeit unverbraucht aus der Öffnung
ausfließen kann. Auch bereitet die . Herstellung der engen Durchtrittsöffnungen
der Kanäle für den Brennstoff erhebliche Schwierigkeiten. Durch das Verfahren gemäß
vorliegender Erfindung gelingt es nun, in sehr einfacher und leichter Weise einen
Durchlaß für ganz kleine Mengen des Brennstoffs zu schaffen und dabei zugleich zu
verhindern, daß Flüssigkeit ungenutzt durch die Durchlässe hindurchtritt. Dieses
Verfahren besteht darin, daß der aus elastischem Stoff, wie Kork, Gummi o. dgl.,
bestehende Abschluß des Behälters mittels AUSGEGEBEN AN 12. OKTOBER 1921
einer feinen Nähnadel ö. dgl., in die ein dünner Faden eingefädelt ist, durchstochen
wird, und daß dann die so geschaffene kapillare Öffnung oder Bohrung durch den nachgezogenen
Faden sofort verschlossen wird: Auf diese Weise wird die Bildung freier Durchtrittsöffnungen
für den flüssigen Brennstoff, durch die dieser neben dem Docht aus dem Behälter
austreten könnte, verhindert. Denn das elastische Material des Abschlußkörpers drängt
sich nach erfolgter Durchstechung mit der feinen Nadel wieder zusammen, -in solcher
Weise, eaß eine eigentliche, dauernd' cffene Durchstichöffnung nicht bestehen bleibt
und trotz dieser Durchstechung der Stopfen o. dgl, weiter dicht abschließen würde,
wenn nicht der Nähfaden unmittelbar nach der Durchstechung in die Stichöffnung eingeführt
würde. Eine nachträgliche Einführung dieses Fadens in die zuvor von einer besonderen
Nadel gebildete Stichöffnung wäre daher auch nahezu unmöglich, wenn nicht zugleich
ein neuer Einstich gemacht wird. Anderseits wird auf diese Weise der ganz enge Abschluß
des Materials des Abschlußkörpers an den Dochtfaden gesichert und ein zu starkes
Hindurchtreten von Brennstoff aus
dem Behälter unmöglich gemacht.
Etwas Derartiges läßt sich natürlich nicht erreichen, wenn. man etwa in bekannter
Weise in den als Abschlußkörper benutzten Korken ein Röhrchen einsetzt, durch das
der Docht hindurchgezogen ist.
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In der Zeichnung ist das Verfahren an einigen Ausführungsbeispielen
der dadurch hergestellten Vorrichtungen im Schnitt durch die Feuerzeuge bzw. Brennstoffbehälter
der Feuerzeuge veranschaulicht. Bei der Ausführungsform nach Abb. i ist die unten
offene Hülse i oben mit dem Rohransatz 2 für die Durchführung des Brenndochtes 3
versehen, der in dem im Innern der Hülse i angeordneten Wattebausch endet. Der durch
die im Röhrchen q. sitzende Feder 7 gegen das Reibrädchen 5 gepreßte pyrophore Stift
6 hat die gebräuchliche Anordnung und Wirkung. Die Hülse i wird nach unten abgeschlossen
durch die übliche oben offene Überschiebhülse 13. In diese ist auf dem Boden zweckmäßig
auf einer Unterlagsscheibe 14 aus elastischem Material, wie Kork o. dgl., ein Fläschchen
9 eingesetzt, das zur Aufnahme des leicht verdunstbaren flüssigen Brennstoffs, wie
Benzin o.. dgl., dient. Dieses Fläschchen wird verschlossen durch einen Stopfen
io aus Kork oder anderem undurchlässigen, elastischen, leicht durchbohrbarem Material.
Der Stopfen io wird nun vor dem Einsetzen in den Hals der Flasche 9 in der Weise
vorbereitet, daß man eine dünne Nähnadel o. dgl. mit eingefädeltem Zwirnsfaden von
entsprechender Dicke durch ihn hindurchsticht und den Faden nachzieht, dessen Enden
man nach Entfernung der Nadel in der aus der Zeichnung erkennbaren Weise nach oben
und unten aus dem Stopfen herausragen läßt. Dabei wird zweckmäßig der Faden doppelt
gelassen, d. h. in der Lage, in der er sich bei Einziehen in den Stopfen befindet.
Der so vorbereitete Stopfen wird dann in den Hals der Flasche 9 eingesetzt. Das
untere in die Flasche 9 hineinragende Ende 12 des Fadens ii macht man zweckmäßig
so lang; daß es bis zum Boden der Flasche reicht, also länger als in der Zeichnung
gezeigt. Das nach oben hinausragende Ende des Fadens ii hingegen braucht nur so
lang zu sein, daß es mit dem Wattebausch im Innern der Hülse i in innige Berührung
kommt bzw. von diesem umgeben ist. Nach dem Einsetzen der gefüllten Flasche 9 in
die Hülsen i und 13 und deren Ineinanderschiebung ist das Feuerzeug gebrauchsfertig.
Der saugfähige Faden i2 läßt dann genügende Mengen Brennstoff zur Speisung des Dochtes
3 aus der Flasche 9 austreten, verhindert aber das Austreten einer zu großen Menge
Brennstoff und sichert somit dessen sparsamen Verbrauch. Das Feuerzeug wird in der
üblichen Weise durch die Kapsel 15 bei Nichtbenutzung abgeschlossen.
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Bei der Ausführungsform des Brennstoffbehälters nach Abb. 2 kann der
eigentliche Behälter 23 aus beliebigem Material, z. B. auch aus hartem Metall, bestehen.
Die unten gelegene Einfüllöffnung wird durch eine Verschlußschraube 30 mit
unterlegter Dichtungsscheibe 31 dicht abgeschlossen. Die obere Öffnung des Behälters
23 wird durch eine eingefügte Platte 24 aus elastischem, leicht durchbohrbarem Material,
wie Kautschuk, verschlossen. Diese Platte 7,4 wird durch Anordnung einer Einschnürung
28 und Umbördelung der oberen Ränder 27 des Behälters 23 unverrückbar festgehalten.
Die Anbringung der Bohrung 25 in der Abschluß- oder Deckelscheibe 24 und die Einziehung
des Fadens 26 in die Bohrung erfolgt hier in der gleichen Weise wie bei »dem ersten
Beispiel. In allen Fällen kann man an Stelle der einen auch mehrere Bohrungen mit
durchgezogenen Fäden in den dafür geeigneten Wandungen der Behälter vorsehen.
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Man kann bei der Ausführungsform nach Abb. 2 auch den die Einfüllöffnung
des Brennstoffbehälters verschließenden Schraubdeckel 3o ganz oder teilweise aus
dem elastischen durchbohrbaren Material herstellen und mit der Bohrung mit durchgezogenem
Faden versehen: In diesem Falle liegt natürlich in der Regel die Einfüllöffnung
des Behälters oben, bzw. es muß, .wenn sie unten liegt, das herausragende Ende des
durchgezogenen Fadens so lang gehalten sein, daß es um den Brennstoffbehälter außen
herum und in den Wattebausch der Dochtmasse eingeführt werden kann.